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Schlechte Ernte: Wird unser tägliches Brot jetzt teurer? – Teil 1

Nach dem kalten Frühjahr, dem trockenen Sommer und der stark verregneten Erntezeit sowie der Hitze und Trockenheit in Russland, stiegen die Spekulanten ins Geschäft mit dem Getreide ein und trieben die Preise stark in die Höhe.

Müssen wir jetzt auch mit steigenden Lebensmittelpreisen oder gar Engpässen rechnen oder handelt es sich um die übliche Form der Manipulation und der Geldmacherei auf Kosten der armen Menschen dieser Welt?

Schuld am scheinbar verrückten Wetter ist für die einen die Klima-Erwärmung und für die anderen das HAARP-Projekt. Beides ist Humbug, wobei es für letzteres kaum glaubwürdige Quellen gibt. Das Problem ist, sobald die tägliche Witterung auch nur minimal von den Ideal- und langjährigen Mittelwerten abweicht, fangen beide Gruppierungen an, ihre Verschwörungstrommeln zu rühren.

Doch hatte das Wetter im Jahr 2010 wirklich einen so außergewöhnlich negativen Einfluss auf die diesjährige Getreideernte? Der Verband Deutscher Mühlen beschrieb die Lage am 03.08.2010 wie folgt:

Die Befürchtungen des Verbandes Deutscher Mühlen (VDM), dass weltweit eine mengenmäßig weit unterdurchschnittliche Getreideernte heranwächst, bewahr-heiten sich. Nationale und internationale Experten revidieren ihre Prognosen immer weiter nach unten. Meldungen nach den ersten Weizendruschergebnissen aus Deutschland liegen bis zu 15 Prozent unter den Vorjahreswerten. Für eine qualitative Einschätzung ist es zwar noch zu früh, aber der wetterbedingt verzögerte Erntefortschritt beeinträchtigt in zunehmendem Maße die Qualitäten.

Getreide ist ein sehr lange haltbares Lebensmittel, daher ist es ziemlich unverschämt, jetzt eine scheinbare Angst vor Engpässen zu schüren, denn es gibt immer riesige Vorräte aus früheren Jahren. Solange außerdem noch der Hochverrat in Form von Herstellung sogenannter Biotreibstoffe aus Getreide betrieben wird, kann niemals eine echte Nahrungsmittelknappheit eintreten. Allerdings wissen wir ja, dass nicht alles auf dieser Welt mit rechten Dingen zugeht und der gesunde Menschenverstand bereits so gut wie ausgestorben ist.

Über die aktuellen Schwierigkeiten der Bauern bei der diesjährigen Getreideernte berichtete das Schwäbische Tagblatt am 18.08.2010:

Schon was die Bauern in den vergangenen zwei, drei Wochen an Weizen gedroschen haben, erfüllt oft nicht mehr das Kriterium für Brotgetreide. Denn wenn die Körner am Halm reif sind, beginnen sie zu keimen. Dabei aber wird die Stärke abgebaut. Und die wiederum ist wichtig beim Backen.

[…]

„Was uns sehr ärgert, ist das Gerede davon, dass das Brot teurer werden muss.“ Schließlich mache der Getreidepreis „am Weckle weniger als zwei Cent aus“.

Es verhält sich hier nicht anders wie in nahezu allen Branchen. Bestimmte, mehr oder weniger kriminelle Elemente nutzen grundsätzliche jede Chance, um daraus persönlichen Profit zu schlagen. Wir kennen das von der Öl-Industrie, dem „Gesundheitswesen“ und ganz besonders von den Klima-Lügnern, die bei jeder dunklen Wolke sofort CO2-Panik verbreiten und Klima-Steuern erhöhen oder einführen wollen. Und selbstverständlich sind auch immer die Medien ganz vorne mit dabei.

Der Verband Deutscher Mühlen ergänzte bezüglich der Preisentwicklung:

„Die Entwicklung ähnelt der im Ausnahmejahr 2007. Seinerzeit haben sich die Getreidepreise binnen kürzester Zeit mehr als verdoppelt“, erinnert sich der VDM-Vorsitzende Hans-Christoph Erling. An der europäischen Warenterminbörse in Paris hat der Weizenpreis Anfang dieser Woche die Marke von 210 Euro je Tonne über-schritten. Die Getreidepreise haben sich damit seit Jahresbeginn um mehr als 80 Prozent erhöht.

Wie sahen die Folgen des „Ausnahmejahres“ 2007 tatsächlich aus? Wer Anfang 2008 einen 25 kg-Sack Weizen ungemahlen bei einer Mühle im südlichen Rheinland-Pfalz kaufte, legte dafür 16,50 € auf den Tisch. Im Moment – die hochgetriebenen Preise sind bisher nicht durchgeschlagen – kostet der Sack Weizen nur 13,50 € wie auch schon im vergangenen Jahr.

Natürlich waren diese gut 20% Preiserhöhung als reine Zahl betrachtet happig, aber das Preisniveau ist insgesamt so niedrig, dass Brot- und Backwaren nach wie vor zum Schleuderpreis erhältlich sind. Auch eine Preisverdoppelung wäre durchaus gerechtfertigt, selbst für Bezieher von staatlicher Hilfe – was natürlich völlig politisch unkorrekt klingt.

Im Interview mit Wahrheiten.org beurteilte Bäckermeister Frank Streit aus Lippstadt am 20.08.2010 die Lage folgendermaßen:

Wahrheiten.org: Als Mann vom Fach hast Du sicherlich einen besseren Blick über die derzeitige Marktlage beim Brotgetreide als der normale Bürger. Was ist Deine Meinung zu den gestiegenen Getreidepreisen und den Spekulanten, welche den Preis jetzt zusätzlich zum Ernteausfall und den Bränden in Russland in die Höhe treiben?

Frank Streit: Schwankungen bei den Ernten hat es immer schon gegeben und wird es auch weiter geben. Ein Hauptfaktor ist natürlich das Wetter: Ob es kalt, warm oder heiß ist, wann es regnet und vor allem, wieviel. Und das global betrachtet, denn die Mühlen versuchen eine konstante Qualität zum guten Preis an die Bäcker zu liefern und wählen das Getreide nach bestimmten Kriterien aus.

Sie kaufen zwar auch viel regional, sind aber gerade bei qualitativ schlechten Ergebnissen angewiesen auf hervorragende Getreidequalität, z.B. aus der Ukraine, der „Kornkammer Europas“, deren Schwarzboden sehr fruchtbar und dessen Fläche ja fast zweimal so groß wie Deutschland ist. Aber auch in der Ukraine schmälert der harte Winter und die Hitzewelle das Ernteergebnis und die Brände in Russland sorgen für eine weitere, wirkliche Verknappung.

Neben den Spekulationen, die ich für ethisch unverantwortlich halte, wartet natürlich auch jeder so lange, wie er kann, wenn die Preise steigen. Morgen kann er ja schon wieder mehr für sein Getreide bekommen und die Bäcker und Mühlen brauchen es, früher oder später. Das Problem ist, dass man ja nicht einfach zum „Konkurrenten“ wechseln kann, denn der Bedarf und die Nachfrage steigen und es ist ja nicht mehr da, als da ist!

Ist die Panikmache begründet, wird sich unsere Versorgungslage gar verschlechtern oder erhöhen sich schlicht „nur“ die Preise?

Einen wirklichen Überblick zu bekommen, ist schwierig. Regional sieht es wahrscheinlich überall etwas anders aus. Dort wo das Getreide noch auf dem Feld steht und es bereits dunkel oder sogar schwarz ist, ist es von Pilzen befallen und nicht mehr für das Backen geeignet. Wenn es nicht mal mehr als Futtergetreide verwendet werden kann, gibt es ja noch die Biogas-Anlagen, bei denen auch in den letzten Jahren schon zu „guten Preisen“ teilweise sogar backfähiges Getreide „verwertet“ wurde, was neben den Spekulationen auch die Preise steigen ließ.

Wie groß sind denn die Reserven aus den Vorjahren?

Wie viele Reserven wirklich noch da sind, ist schwer abzuschätzen und welche Mühle kann da auch die uneingeschränkte Wahrheit sagen? Ob die Panikmache etwas zu dick aufträgt, wird man wie immer erst hinterher wissen, aber ich bemerke selbst, dass ich bei den nicht-verkauften Backwaren, den Retouren, etwas mehr Bauchschmerzen habe als sonst schon.

In welchem Umfang rechnest Du konkret mit Preissteigerungen und wie verhielt sich das bei Dir in der Vergangenheit in ähnlichen Erntejahren?

Die erste Preissteigerung habe ich schon zu spüren bekommen. 20%. Und in ein paar Tagen, das konnte mir der Müller schon mitteilen, werden nochmal 20% aufgeschlagen. Ein Ende ist nicht absehbar und ich rechne mit einer Verdoppelung des Preises. Hoffentlich nicht noch mehr. Wir hatten das vor ein paar Jahren schon mal, dass die Preise ein Drittel über dem Preis von 2009 lagen, aber was hier jetzt ansteht ist wirklich brisanter.

Dank unserer bis neulich sehr nassen Witterung litt die Getreideernte enorm. Inwiefern wirkt sich eine schlechtere Getreidequalität auf die Backwaren-Herstellung aus? Merkst Du bzw. Deine Kunden davon überhaupt etwas?

In den Backstuben merkt man es sofort. Zwar versuchen die Mühlen über Mischungen aus verschiedenen Regionen die Qualität möglichst stabil zu halten, aber der Zusatz auf den Lieferscheinen, wie hoch der Anteil der „Neuen Ernte“ in der Lieferung ist, bedeutet immer eine Art Alarmsignal in den Backstuben.

Die Teige und Backergebnisse können gerade an den ersten Tagen teilweise unzufriedenstellend sein, was der Kunde am ehesten an der Optik allgemein, dem Volumen und der Porung bemerken wird. Die Backstuben mutieren in solchen Zeiten fast zu echten Backlabors, um eine gute Ware herstellen zu können und da kann es neben der Hitze manchmal sogar noch etwas hitziger zugehen.

Weiter zum zweiten Teil des Interviews.

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15 Kommentare zu “Schlechte Ernte: Wird unser tägliches Brot jetzt teurer? – Teil 1

  1. Hat hier schon einer mitbekommen, dass die Wissenschaftler alle so gut bescheid wissen und wir durch sie immer mehr ins Chaos stürzen?

    Keine Gute Ernte? ist der Mai kühl und nass, füllts der Bauern Scheun und Fass.
    Und wie war der Mai?

    Wie lange hören wir uns diese Dummschwätzer noch an? Wir werden nur belogen und haben uns auch anstecken lassen dies auch zu tun.

    Das Chaos löst sich aber erst auf, wenn wir wieder ehrlich zu uns sind.

  2. Es ist pure Spekulation mit den Nahrungsmitteln wie auch bei vielen anderen Produkten. Man sucht einen Grund die Preise zu erhöhen, in diesem Falle die Brände in Russland und Ukraine. Das aber zb in anderen Ländern, zb in Canada oder USA und Südamerika recht ansehnliche Ernten erzielt wurden, wird verschwiegen. Wie im Artikel schon erwähnt, wird eine so erzielte Preiserhöhung dann nie mehr zurückgenommen, selbst wenn die Preise für Weizen und Roggen wieder gefallen sind. Die Erzeuger sind stets die Gelackmeierten, sie bekommen immer nur den Tagespreis für ihre Produkte. Der Handel gibt die Preissenkungen nicht an den Verbraucher weiter. Codex Alimentarius lässt grüßen!

  3. Hallo Mr. Rock. Der Mai 2010 war einer der kältesten und trockensten hier in Europa. Der Mais kam erst überhaupt nicht aus den Löchern, genau wie der Weizen. Es war zu kalt und zu trocken. Trotz der Klimalüge.

  4. – das kennen wir doch aus 2007 !!
    – das Brötchen wurde teilweise bis 4cent teurer ( der eingeblasene Luftanteil höher )
    – als danach in den Silos in den USA der Weizen verschimmelte – Überangebot – d.h. die Preise rapide fielen , ist der Brötchenpreis etc. auf Jahre oben geblieben / gestiegen
    – die großen Rohstoff Spekulanten haben schon vor Monaten auf steigende Weizen Preise “ gewettet “ d.h. große Mengen vorab blockiert um Angebot und Nachfrage -gewinnbringend – zu steuern

    cui bono ( wem nützt es )

  5. – es ist ganz einfach “ Spekulationen auf Nahrungsmittel bzw. Rohstoffe “ gehören weltweit verboten

    – das wäre doch einmal ein Thema für die lieben GRÜNEN
    – die fördern aber lieber Solarzellen –

  6. Off 6:6
    Ein Maß Weizen für einen Denar und drei Maß Gerste für einen Denar. Aber dem Öl und dem Wein füge keinen Schaden zu!
    :-)

  7. Ihr Zitat:“Schuld am scheinbar verrückten Wetter ist für die einen die Klima-Erwärmung und für die anderen das HAARP-Projekt. Beides ist Humbug, wobei es für letzteres kaum glaubwürdige Quellen gibt.“

    Für ersteres – gibt es die wohl? Dazu hätte ich gern etwas gewusst, wenn Sie so freundlich wären!

  8. Die Logik des Kapitalismus ist, daß alles teurer wird.
    Als ich den Mann der Betriebskostenablesfirma erklärte, daß ich genau abgelesen habe, sagte er mir, daß das nicht wichtig ist, weil im nächsten Jahr die Kosten sowieso höher sind, weil die Preise steigen und der neue Ablesezustand dann zur Berechnung herangezogen wird.
    Wir leben schon im Finanzfaschismus und geben es nicht zu…

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