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In der Zwickmühle: Führt Palästinafrage zu Krieg oder Krieg?

Für den wenig Informierten stellt sich die Situation im Nahen Osten vermeintlich einfach dar, doch in Wahrheit ist sie äußerst verzwickt und brandgefährlich. Der Poker um den Antrag der Palästinenser am 23.09.2011 bei der UN-Vollversammlung sorgt derzeit für große Hektik in der Weltpolitik.

Warum ist es so schwierig, eine klare Grenze zwischen Israel und Palästina zu ziehen und beiden ein Recht auf einen eigenen Staat zu ermöglichen? Ganz einfach, weil es gar keine richtigen Grenzen mehr gibt, sondern nur eine Art Flickenteppich.

Der Kern des Problem besteht darin, dass die Palästinenser über gar kein eigenes Staatsgebiet verfügen, denn bevor Israel 1948 das Land seiner Urväter wieder einnahm, gehörte es keinesfalls dem palästinensischen Volk. 1967 wurden die übrigen Gebiete im Sechstagekrieg hinzugewonnen. Und inzwischen sind diese Gebiete im Westjordanland von zahlreichen israelischen Siedlungen durchzogen, es wurde ja immerhin erobert.

Eine Anerkennung von Palästina als Staat käme einer rückwirkenden Kapitulation von Israel und einem Verzicht auf die Eroberung gleich. Wozu hätten sie dann noch den Sechstagekrieg geführt?

Einmal davon abgesehen, dass ein friedliches Zusammenleben zwischen Israel und Palästina noch längst keine Akzeptanz des jüdischen Staates in der Region bedeuten und früher oder später weitere Konflikte provozieren würde, was soll denn mit den 350.000 israelischen Siedlern im Westjordanland geschehen? Die Palästinenser würden diese hochkant hinauswerfen und vertreiben, sobald ihnen das Staatsrecht offiziell anerkannt würde.

Ständig wird davon gesprochen, dass eine Zwei-Staaten-Lösung nur über Verhandlungen erreicht werden könnte. Doch wie soll diese aussehen? Zum einen müssten die Palästinenser von ihrer Forderung, das gesamte Westjordanland und den Gazastreifen besitzen zu wollen, Abstand nehmen, was sie aber überhaupt nicht wollen.

Zum anderen bedeutet ein Kompromiss für Israel einen erheblichen Nachteil, da selbst im günstigsten Fall noch immer große Teile der neuen Siedlungen geräumt werden müssten. Das ist verständlicherweise inakzeptabel für Israel, denn genausowenig haben die Russen die DDR nach dem Krieg geräumt oder Frankreich das Elsass an die BRD zurückgegeben.

Moment, das Deutsche Reich hat doch schließlich den Krieg verloren, natürlich kann dann Frankreich das Elsass für sich beanspruchen. Nun, warum sollte dann Israel nicht auch dasselbe tun dürfen, nämlich das eroberte Land nach seinem gewonnenen Krieg für sich zu beanspruchen?

Hier wird mit zweierlei Maß gemessen und weite Teile der westlichen Bevölkerungen ignorieren schlicht die Tatsachen oder kennen sie gar nicht – Dank der Medien. Stattdessen wird in gutmenschlicher Manier das angebliche Opfer, die bemitleidenswerte palästinensische Minderheit betüttelt und gehätschelt. Hier geschieht genau dasselbe wie bei uns, wenn tagtäglich im großen Stil irgendwelche Minderheiten von Schwulen, Ausländern und Kriminellen geschützt werden. Wer möchte denn Derartiges unterstützen?

Dass es zudem völlig wahnsinnig wäre, wenn sich Israel auf die Forderungen der Palästinenser einlassen würde, zeigt die Denkweise der Moslems, allen voran Präsident Abbas. Dazu schrieb am 19.09.2011 die FAZ:

Israel sei bereit, Flexibilität zu zeigen, um wieder Verhandlungen in Gang zu bringen […]. Gleiches erwarte man aber auch von den Palästinensern. Wichtig bleibe für Israel die Anerkennung als „nationale Heimstätte des jüdischen Volkes“. Nach Informationen der Zeitung „Haaretz“ will das der palästinensische Präsident Abbas weiterhin nicht tun.

Unter diesen Voraussetzungen wäre jedes Entgegenkommen seitens Israels glatter Selbstmord. Denn was würde wohl als nächstes passieren?

Als erstes wird Palästina durch die UNO als souveräner Staat anerkannt. Gleichzeitig lehnt es jedoch Israels Anspruch ab, selbst ein legitimer Staat zu sein und Anspruch auf sein Territorium zu haben. Wie lange würde es dann wohl dauern, bis Palästina mit Unterstützung diverser israelfeindlicher Nachbarn gegen Israel losschlägt, um die 1948 eroberten Gebiete ebenfalls einzunehmen und „die Juden ins Meer zu treiben“?

Dieser Spruch stammt übrigens von Israels Nachbarn, wie haGalil am 27.10.2005 erklärte:

Die Aufrufe zur Zerstörung Israels gehen bis in die Zeit vor der Staatsgründung 1948 zurück. […] Der Krieg mit Beteiligung aller arabischen Länder gegen den eben erst verkündeten jüdischen Staat 1948 war die erste konzertierte Aktion der Araber, ihre Drohung umzusetzen. Dem Sechstagekrieg von 1967 gingen Massendemonstrationen in Ägypten und Drohungen des Präsidenten Gamal Abdel Nasser voraus, die Juden ins Meer zu treiben.

Ganz offensichtlich schwelt hier nach wie vor ein unglaublich großer Hass gegen Israel in der gesamten Region, sodass jedwedes Entgegenkommen seitens Israel unter den derzeitigen Voraussetzungen lediglich zu Gebietsverlust, aber niemals zu Frieden führen würde.

Trotzdem sieht sich Israel großem internationalen Druck ausgesetzt und will mit aller Macht verhindern, dass die Palästinenser vor der UNO vollendete Tatsachen schaffen und damit den Stein ins Rollen bringen.

Warum dies eine Lawine der Gewalt lostreten und kurzfristig zu einem unmittelbaren Krieg führen kann, zeigen die Ankündigungen der Palästinenser, ihr Land „von Juden säubern“ zu wollen. Wird der Staat Palästina also diese Woche tatsächlich Wirklichkeit, dann wissen wir, was auf uns zukommen wird.

Dabei ist die Fraktion um Mahmud Abbas noch scheinbar gemäßigt im Vergleich zu den Hamas aus dem Gazastreifen. Die Thüringer-Allgemeine veröffentlichte dazu am 16.09.2011 eine AFP-Meldung:

Auch die radikalislamische Hamas […] kritisierte Abbas‘ Vorhaben. Die von ihm angestrebte Anerkennung eines Palästinenserstaates durch die UNO sei einseitig und bringe „große Risiken“ mit sich […].

Wer glaubt, dass sich diese Gruppierung auch nur im Ansatz mit Israel auf einen echten Frieden einlässt, der glaubt wahrscheinlich auch an den Weihnachtsmann.

Kein Wunder also, dass die USA derzeit wie verrückt darum bemüht sind, die Anerkennung eines palästinensischen Staates zu verhindern. Solange es keine Friedenszusage der Palästinenser gegenüber Israel gibt, bedeutet die Anerkennung als Staat nämlich direkt die offizielle Legitimation für militärische Maßnahmen gegenüber Israel, bis hin zum Krieg – quasi mit indirektem Freibrief durch die UNO.

Um nicht zum Buhmann durch Einlegen ihres Vetos zu werden, versuchen die USA derzeit, einen Block von sieben Mitgliedern des UN-Sicherheitsrates zu gewinnen, welche die Aufnahme Palästinas als UN-Vollmitglied verhindern könnte.

Wie die Kleine Zeitung am 20.09.2011 berichtete, versucht auch Israels Regierungschef Benjamin Netanyahu, Präsident Abbas von seinem Vorhaben abzubringen:

Der palästinensische Präsident Abbas hat dem Vorschlag des israelischen Regierungschefs Netanyahu zu einem Treffen am Rande der UNO-Vollversammlung in New York zugestimmt. […]

Netanyahu hat Abbas nach israelischen Medienberichten zu direkten Gesprächen aufgerufen. Sie könnten in New York beginnen und in Jerusalem und Ramallah fortgesetzt werden […].

Wie wird sich die Situation weiterentwickeln? Selbst wenn der Vorstoß der Palästinenser doch noch scheitern sollte, werden sie ihr Vorhaben mit Sicherheit nicht aufgeben, denn jetzt haben sie Lunte gerochen und werden notfalls Gewalt anwenden.

Währenddessen bereitet sich Israel bereits auf das Unvermeidliche vor. Die Wiener Zeitung zitierte am 19.09.2011 zwei israelische Verantwortliche:

Nicht weniger als ein „noch nie da gewesenes Blutbad“ erwartet Außenminister Avigdor Lieberman. Und der für die passive Verteidigung verantwortliche General Eyal Eisenberg befürchtet, dass der „arabische Frühling“ bald von einem „islamistischen Winter“ gefolgt werden könnte.

Egal wie sehr nun hin oder her überlegt wird, die Lage ist kompliziert und verfahren und es bedarf keines großen Auslösers mehr, bis sie vollständig eskaliert. Dieses Pulverfass steht unter ähnlich hohem Druck wie unser Weltfinanzsystem und wird höchstwahrscheinlich bald von einem der Beteiligten gezündet werden.

17 Kommentare zu “In der Zwickmühle: Führt Palästinafrage zu Krieg oder Krieg?

  1. Jetzt liegt ihr aber daneben. Wer die Geschichte des „Staates“ Israel kennt, der würde nicht den Palestinänsern das Recht auf einen Staat absprechen. Israel besteht nur von wenigen Prozent aus semitischen Juden. Der Rest sind keine Semiten. Diese Neubewohner sind zugewandert und berufen sich dabei auf die Bibel. Mit der Begründung wurden schon ganze Völker ausgerottet.
    Die semitischen Palästinenser sind dort ansässig gewesen und mit Gewalt vertrieben worden und werden dieses auch heute noch. Militante Moslems dort sollen damit nicht veteidigt werden, die Ursache ist allerdings bei den Landbesetzern zu suchen.
    Solange diese agressive Politik fortgesetzt wird, kann und wird es keinen Frieden geben. Wir Christen sollten mal den Thalmud lesen, dann wird uns vieles klarer werden. Wir sollen jedoch die offiziellen Verlautbarungen glauben damit das Schuldgefühl ewig bestehen bleibt.

  2. Die Besiedlung des Westjordanlandes ist ein klarer Verstoss gegen aktuelles Völkerrecht. Ein Vergleich mit dem Elsass ist an den Haaren herbeigezogen und hinkt auf beiden Beinen. Tatsache ist, dass IL annektiertes Land seit dem 67-er Krieg Zug um Zug besiedelt hat um genau diesen geschilderten Flickenteppich zu schaffen, aus dem es ohne Tränen keinen Ausgang gibt. Man nennt dies auch „Schaffung von vollendeten Tatsachen“. IL wird erst (wenn überhaupt) Ruhe geben, wenn das Staatsgebiet lückenlos vom Mittelmeer bis zum Jordan reicht (Gross Eriz).

  3. Ein seit 1948 bestehender Staat hat jede legitimation seinen Staat gegen alle Angriffe zu verteidigen, punkt.
    Palästinenser hatten nie einen Staat, schon gar nicht auf diesem Teritorium denn das wollten die angrenzenden arabischen Staaten unter sich aufteilen, sie duldeten daher auch keinen Palästinensischen Staat.
    Alles in den Grenzen Israels ist kein palästinensisches Land ! Die Nachbarstaaten wollen auch keinen paläs. Staat, das einzige was sie zusammenbringt ist ihr Hass auf Israel. Palästinenser könnten in Israel leben, wollen sie das, Israelis wollen auch keine paläs. Verfahrene Kiste.
    die UNO sollte richtig entscheiden und den Antrag ablehen, denn es wird Krieg geben und danach wird es keine paläs.. mehr geben, ist es das was die UNO will ? Wer jetzt immer noch einen Staat will der will Krieg, ich denke das haben wir besser drauf, oder haben wir nichts gelernt.

    Aber so wie ich es sehe wird es seinen Weg gehen, es ist alles schon passiert nur sehen wir das nicht, es sei denn wir lesen das Buch der Bücher. Stehen wir auf der richtigen Seite,, ich ja.

    mfg

  4. ich sage nur ! siehe da wenn der ganze nahe osten brennt !!! ( es gäbe einen flächenbrannt der sich rasch ausbreiten würde ). man sagt die kriegsgefahr soll abgenommen haben ! ökonomisch mordet es sich einfacher !!!

  5. Guten Morgen.

    Wir Deutschen haben mehr mit den Palästinensern gemein, als die Meisten denken.

    Beide Völker leben auf besetztem Gebiet, haben keinen richtigen Staat, sind nicht souverän.

    Der Unterschied – die Palästinenser wissen das.

    Gruß Karl-Heinz

  6. (das Deutsche Reich hat doch schließlich den Krieg verloren, natürlich kann dann Frankreich das Elsass für sich beanspruchen.)

    Abzuluter blödsien kann es nicht,lest mall das Völkerecht durch
    und die HLKO Elsass-Lothringen ist noch immer bestandteil des
    Deutschen Reiches was auch noch bestandhat.

  7. Ich las gerade einen Artikel, der das Palästinenserproblem aus einem anderen Blickwinkel betrachtet.

    Hilfreich um ein Gesamtbild zu erhalten.

    „….dass auch wir Gefahr laufen, zu den letzten Opfern Hitlers zu gehören, indem wir uns von interessengelenkten Interpreten unserer Geschichte das Denken diktieren lassen und uns verleiten lassen, den Blick in einer vorbestimmten Weise zurück zu richten, anstatt die Lehren aus der Geschichte zu ziehen und verantwortungsbewusst die aktuellen Gefahren und die großen Verbrecher, die heute die globale Macht in Händen halten, als solche zu erkennen und zu bekämpfen.“

    http://www.nrhz.de/flyer/beitrag.php?id=16966

    Gruß Karl-Heinz

  8. Man stelle sich vor, dass wir auf Grund unserer Deutschen in z. B. Argentinien von den dortigen „deutschen“ Siedlungen mal kurz einen kleinen Krieg führen, einiges Land besetzen und einen exterritorialen Staat DL ausrufen. Anschließend besiedeln wir das Land ringsum mit weiteren Siedlern aus Dtl., USA etc. Des Vergleiches wegen nehmen wir ein Gebiet in Argentinien, wo man sich eh gerade streitet, zu welchem Land es eigentlich gehört. Sicher finden wir dort auch noch eine heilige Kirche, die schon irgendwelche Vofahren erbauten.
    Israel ist von Anfang an als trojanisches Pferd für einen III. WK ins Leben berufen worden. Es gibt Stimmen, die behaupten, dass bestimmte Aktivitäten vor und während des II. WKs genau diesem Ziel untergeordnet wurden.
    Da können einem immer nur die Menschen Leid tun, die ja insofern nur missbraucht sind und weiter werden.
    Wenn das große System nicht wegen außerirdischer Sachen zum Einsturz kommt, gibt es den Plan B eines auf Nahostkonflikt sich entwickelnden weltweiten Krieges.
    Aggression bleibt Aggression, Besetzung bleibt Besetzung, Gewalt bleibt Gewalt usw. Der Versuch einer anderen Deutung ist Manipulation.

  9. unglaublich, dass man solch einen einseitigen Artikel auf so einer Seite findet! schreiben Sie doch einfach mal über die zionistischen Massaker am palästinensischen Volk.Der Staat Israel basiert auf Vertreibung und Massenmord.Die Menschen die sich gegen diesen Wahnsinn zu Wehr setzen, werden von der westlichen Hetzpresse, die ebenfalls fest in zionistischen Händen ist, als Terrorristen verunglimpft. Was die eroberten Gebiete angeht, beschäftigen Sie sich bitte mal mit dem Völkerrecht, bevor Sie so einen Unsinn verbreiten.

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