Ach, es ist doch nur Geld – retten wir eben alle
Es ist wirklich lustig, wie groß die Diskrepanz in Europa zwischen Traum und Wirklichkeit ist. Obwohl das Land hoch verschuldet und das ärmste in der Eurozone ist, sehen die Volksvertreter von Portugal keine Notwendigkeit, gegen diese Probleme etwas zu unternehmen. Geld fließt nämlich immer noch genug nach aus Richtung EZB und Brüssel, also warum sollte hier irgendwer anfangen zu sparen, wo das doch nur die Bürger erzürnen würde und der bequeme Dienst am Volk in illustren Kreisen darunter leiden würde?
Vor wenigen Tagen hat der portugiesische Ministerpräsident José Socrates seinen Rücktritt eingereicht, weil er die Sparpläne seiner Minderheitsregierung erneut nicht durchsetzen konnte. Immerhin war er Manns genug zu diesem Schritt. Wir kennen das hierzulande schon lange nicht mehr. Bei uns tritt nur zurück, wer seine Einnahmen aus Bestechungsgeldern durch Wechsel in die freie Wirtschaft erheblich ausbauen will, sich nicht mehr hinreichend genug aus den eigenen offensichtlichen Verbrechen herauslügen kann oder wer spontan verstirbt bzw. verstorben wird.
Während die einen sparen müssten, aber keine Lust darauf haben, wird den anderen ganz langsam klargemacht, dass sie schon bald für den Unwillen der Ersteren geradestehen und tief in die eigene Tasche greifen müssen. Am 21.03.2011 schrieb der Spiegel dazu:
Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) erklärte, Deutschland trage 27,1 Prozent der Garantiesumme […]. Die Bundesregierung muss demnach 21,68 Milliarden Euro an Kapitaleinlagen überweisen. […] An abrufbarem Kapital muss die Bundesrepublik 168 Milliarden Euro vorhalten. Das Geld würde nur im Bedarfsfall tatsächlich fließen.
Ja natürlich, wir müssen das jetzt nicht sofort auf den Tisch legen, das wird nur im „Bedarfsfall“ abgerufen, alles kein Problem. Wie wir aber zunächst an Griechenland, später dann an Irland und jetzt gerade an Portugal sehen, ist der „Bedarfsfall“ keine Science Fiction, sondern ein mehrere hundert Meter tiefer Wasserfall, den wir im Hintergrund bereits leicht rauschen hören.
Unsere BRD-Euro-EU-Titanic fährt mit Volldampf flussabwärts, so schnell wie nie, der Fahrtwind lässt Aufschwung vermuten. Dumm nur, dass wir in die falsche Richtung unterwegs sind und der morsche Kutter weder Rettungsboote noch Anker an Bord hat. Selbst während dem freien Fall werden die üblichen Verdächtigungen noch vom Ende der Krise reden und alles verharmlosen.
Die schlauesten Offiziere des Schiffs haben sich schon längst davongemacht, während die Passagiere zum allergrößten Teil noch immer der Auffassung sind, sie fahren auf einem Vergnügungsdampfer fröhlich durch die Gegend. Auch die Schiffskapelle spielt fleißig und rund um die Uhr, damit die vermeintlich gute Stimmung nicht nachlässt.
Ach was, es kommt doch jetzt einfach nur darauf an, alles zu tun, um den Euro zu retten, damit wir die Krise final überstehen. So erzählen die gekauften Führer unseres Landes immer wieder, als ob sich die Probleme tatsächlich noch einmal auflösen lassen könnten. Daher werden sie auch nicht müde, den Blankoscheck der BRD immer wieder neu zu rechtfertigen, was aber mehr und mehr misslingt, wie z.B. in der Welt am 24.03.2011 deutlich wurde:
Das sind nur Garantien, betonte die Regierung, als Griechenland oder der Euro gerettet werden mussten. Doch diese Rechnung geht nicht auf.
Garantien sind zunächst noch keine Kosten, aber wer eins und eins zusammenzählen kann – viele können das allerdings gar nicht mehr – der erkennt den Ernst der Lage und weiß, das dicke Ende kommt erst noch. Wir müssen schlussendlich doch bezahlen, jede einzelne Milliarde. Und es sind inzwischen einige, die uns die schwarz-gelbe Links-Links-Regierung in Berlin aufgebrummt hat.
168 Milliarden Euro an Bürgschaften und weitere 22 Milliarden an Bareinlagen. Von letzterer müssen wir angeblich erst 2013 die ersten 11 Milliarden verschenken – als würde bis dahin das virtuelle Geldpflaster, der ständig vergrößerte Rettettettettungsschirm, eine rein theoretische Garantie bleiben.
Wenn es hart auf hart kommt, dann zahlen wir die knapp 200 Milliarden nämlich doch aus unserer Kasse und das bei gerade einmal gut 300 Milliarden Euro Bundeshaushalt. Was ein Spaß, insbesondere für die Politik, welche das Geld aus uns Bürgern herausquetschen muss. Immerhin wird dann vermutlich die bisherige Ignoranz der Bevölkerung großem Unmut weichen, um es mal vornehm auszudrücken.
Welche ungeheurer Finanztsunami sich hier langsam auftürmt, scheint nun auch in den Medien nicht mehr gänzlich ignoriert zu werden, wenn selbst die Bild-Zeitung mit folgendem Titel aufwartet:
Portugal-Krise! Wie viel muss Deutschland zahlen?
[…]
Wir müssen wohl auch noch für das ärmste Land Westeuropas zahlen!
Noch immer ist der steuerzahlende BRD-Bürger von konkreten Forderungen verschont geblieben, aber zum einen hatten wir Wahlkampf und zum anderen will keiner aus der jetzigen Regierung freiwillig an die Wand gestellt werden. Doch am Horizont scheint sich allmählich etwas zusammenzuziehen, denn wir werden zumindest vorsichtig darauf eingestimmt, dass für Steuersenkungen kein Spielraum sei. So offen stand es am 21.03.2011 in RP Online:
Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble sieht angesichts der Haushaltsbelastungen durch den geplanten permanenten Euro-Rettungsschirm ESM kaum Chancen für umfassende Steuersenkungen in Deutschland […].
[…]
Dank sorgsamer Finanzplanung könne die Nettokreditaufnahme trotzdem langsam sinken, die Reserven im Haushalt seien damit aber aufgebraucht, sagte Schäuble.
Welch armseliges Gefasel. Der Mann muss fürchterliche Angst davor haben, uns die Wahrheit zu offenbaren, daher jammert er so scheinehrlich. Er weiß natürlich, dass er selbst längst auf und davon sein wird, wenn die jetzt beschlossenen Belastungen schlagend werden. Das Problem, welches er jedoch entweder nicht erkennt oder für kontrollierbar hält, ist die tickende Zeitbombe des Euro.
Wenn der Plan der Euro-Retter nur ein bisschen danebengeht, weil sich die Märkte nicht wie erwartet verhalten, dann kann es binnen Stunden so eng werden, dass es einfach nur Peng macht. Hinzu kommt das Verhalten der Krisenländer selbst, von denen keines in der Vergangenheit Einsicht gezeigt hat:
- Griechenland streikt und streikt und streikt,
- Irland lehnt Steuererhöhungen ab und
- Portugal protestiert gegen jegliche Sparpläne.
Naja, im Grunde können wir den Ländern keinen Vorwurf machen, denn warum sollten sie sich anstrengen, wenn es auch ohne Einschnitte geht, genauso wie in der Vergangenheit? Merkel und Co. lassen sich immer noch wunderbar erpressen und weil jeder einzelne dieser gesamten korrupten Politikerkaste mit enormer Klebekraft an seinem Sessel haftet, wird es eben so weitergehen. Zumindest eine Weile.
Und wie lange wird das noch gutgehen? Bis, ja bis der Kahn den Wasserfall erreicht hat oder schon vorher auf Grund läuft, Löcher hat er schließlich schon genug. Das ganze System steht auf so wackeligen Füßen, dass in der Tat nicht mehr viel fehlt, bis es umkippt. Wir werden es erleben. Bald.

Euro-Krise: Ist unsere Währung in Gefahr?
http://aktien-boersen.blogspot.com/2011/01/euro-krise-ist-unsere-wahrung-in-gefahr.html
So hat man die Geschehnisse von Fukushima geschickt ausgenutzt um schnell den Rettungschirm aufzublähen, mal eben 500Milliarden zu vergeigen! Man hat auch nebenbei den 3. Weltkrieg angefangen. Die Asiaten, speziell die Japaner sind ja erstmal mit der Bändigung der Reaktoren beschäftigt -und mit der Beseitigung der Tsunami- und Erdbebenschäden. Qui Bono?! 11/9 Series 2
http://www.youtube.com/watch?v=uQQm7bKJskM
;-)
Der deutsche Arbeiter bezahlt das alles!
Der deutsche Steuerzahler geht brav zur Arbeit, bei der der Konkurenzkampf und das Klima immer agressiver wird, und arbeitet für seinen Lohn. Doch mit seinem Lohn bezahlt er noch zusätzlich für die Bedürfnisse der Herrscherklasse. Der kleine Arbeiter wird niemals die Früchte seiner Arbeit genießen können, denn diesen läuft er nach, wie ein Esel der Möhre, die er doch niemals bekommt. Er muß für sein Leben und das Leben anderer teuer bezahlen. Während die Mächtigen sich ins Fäustchen lachen, gehen sich die Arbeiter im harten Arbeitsalltag gegenseitig an die Gurgel, anstatt daß sie die wahren Schuldigen bestrafen.
@ Thomas am 29. März 2011 um 09:53
“Der kleine Arbeiter wird niemals die Früchte seiner Arbeit genießen können, denn diesen läuft er nach, wie ein Esel der Möhre, die er doch niemals bekommt. Er muß für sein Leben und das Leben anderer teuer bezahlen. Während die Mächtigen sich ins Fäustchen lachen, gehen sich die Arbeiter im harten Arbeitsalltag gegenseitig an die Gurgel, anstatt daß sie die wahren Schuldigen bestrafen.“
Ich denke, dass trifft den Kern der Wahrheit. Allerding trifft dieser Aspekt nicht nur für Deutschland zu, sondern für alle EU-Länder! Es ist deshalb genauso falsch, einzelne Länder an den Pranger zu stellen, denn es bleibt ein Spiel der Regierenden auf Kosten der Ärmsten! Wenn sich unsere Neuverschuldung durch “Rettungsschirme“ erhöht, dann trifft es genauso in erster Linie die Schwächsten. Das wird sich aber erst ändern, wenn die Masse begreift, dass die zusammengehören, die man gegeneinander ausspielen will! Nur in der Uneinigkeit kann man das künstlich erhalten, was real längst Vergangenheit ist, wegen der Bankenrettung und Rettungsschirme.
Sehen wir es mal positiv. Je mehr Kredite an “andere“, umso schneller kommt das Ende. Ich denke, es reicht der Austritt eines Landes und Europa und das Geldsystem bricht zusammen wie ein Kartenhaus. Wie sollten uns mehr Gedanken machen, wie wir unsere Zukunft gestalten wollen! Bringen wir es fertig den Egoismus zu überwinden und jedem einzelnen eine reale Chance auf ein menschenwürdiges Leben anzubieten, oder lassen wir diese Chance verstreichen?
Ich denke, dass größere Problem ist, dass wir uns alle auf diesen kleinsten gemeinsamen Nenner nicht einigen können, und nur das verhindert Veränderung! Der Fingerzeig auf andere ist das Eingestehen der Hilflosigkeit irgendetwas ändern zu können! In unsere Uneinigkeit liegt die Ungerechtigkeit von heute, und das wird solange so sein, bis wir diesen kleinsten gemeinsamen Nenner gefunden haben!
#3 Thomas
„Er muß für sein Leben und das Leben anderer teuer bezahlen. “
Nicht für sein Leben und das Leben anderer, sondern für seinen Tod und die Tötung anderer.
Offenbarung 22:17 Und der Geist und die Braut sprechen: Komm! Und wer es hört, der spreche: Komm! Und wen dürstet, der komme; wer will, der nehme das Wasser des Lebens umsonst.
Läuft doch alles nach Plan.
Die Deutschen müssen bezahlen, seit über 100 Jahren.
Wir sind z. T. selbst schuld.
Und dann wählt die Masse auch noch Ihre Schlächter.
@ geipel
„Die Deutschen müssen bezahlen,“
Wenn jemand sich selbst zu den Deutschen zählt, die bezahlen müssen (?), so ist er meiner Meinung nach wirklich selbst schuld.
„Läuft doch alles nach Plan.“
Du meinst bestimmt den Plan Satans. Der Plan Gottes sieht nämlich ganz etwas anderes vor. Der Plan Gottes ist ein Erlösungsplan und nicht ein Plan der monitären Knechtschaft und des Bezahlen müssens, den Menschen für andere Menschen aufgestellt haben, weil sie mit Gott nichts im Sinn haben.
Jesus hat schon für uns alle unsere Schuld mit seinem Blut bezahlt und das schon längst.
Der Kommentar hat hälfig sehr gute und richtige Aspekte, blendet aber aus, dass die Hilfsgelder im wesentlichen den Gläubigern der Staaten(Banken etc) zu gute Kommen, und das der normale Durchschnittsbürger in Portugal auch nicht vom Euro profitiert hat und ihn auch nicht per Abstimmung eingeführt hat.
Der Autor stellt den normalen Portugiesen als Partymacher da, während hier ebenso genug Geringverdiener und Arbeitslose „Party“ machen. Wenn wir uns einigen könnten, das der normale „Bürger“ generell nicht von der Euro Konstruktion profiitert, wäre dem schon abgeholfen.
Übrigens: Atomkraft ist definitv und nachweisbar nicht beherrschbar und von daher abzulehnen.
Die Erde ist überbevölkert – übrig bleiben die Mörder; logisch !