© Andreas Morlok / pixelio.de

Ach, es ist doch nur Geld – retten wir eben alle

Wird die Euro-Krise bald überwunden sein? Werden sich die Wackelkandidaten wieder stabilisieren und ihren Verpflichtungen nachkommen oder werden wir auch die Rechnung für alle weiteren Pleiteländer mitbezahlen müssen?

Wer „A“ sagt muss auch „B“-zahlen. Mitgehangen ist mitgefangen und schlussendlich ist es doch alles nur bedrucktes Papier, was wir unseren Nachbarn tonnenweise hinterherwerfen, oder nicht? Mal sehen, wann uns diese Retterei den Hals zuschnüren wird.

Es ist wirklich lustig, wie groß die Diskrepanz in Europa zwischen Traum und Wirklichkeit ist. Obwohl das Land hoch verschuldet und das ärmste in der Eurozone ist, sehen die Volksvertreter von Portugal keine Notwendigkeit, gegen diese Probleme etwas zu unternehmen. Geld fließt nämlich immer noch genug nach aus Richtung EZB und Brüssel, also warum sollte hier irgendwer anfangen zu sparen, wo das doch nur die Bürger erzürnen würde und der bequeme Dienst am Volk in illustren Kreisen darunter leiden würde?

Vor wenigen Tagen hat der portugiesische Ministerpräsident José Socrates seinen Rücktritt eingereicht, weil er die Sparpläne seiner Minderheitsregierung erneut nicht durchsetzen konnte. Immerhin war er Manns genug zu diesem Schritt. Wir kennen das hierzulande schon lange nicht mehr. Bei uns tritt nur zurück, wer seine Einnahmen aus Bestechungsgeldern durch Wechsel in die freie Wirtschaft erheblich ausbauen will, sich nicht mehr hinreichend genug aus den eigenen offensichtlichen Verbrechen herauslügen kann oder wer spontan verstirbt bzw. verstorben wird.

Während die einen sparen müssten, aber keine Lust darauf haben, wird den anderen ganz langsam klargemacht, dass sie schon bald für den Unwillen der Ersteren geradestehen und tief in die eigene Tasche greifen müssen. Am 21.03.2011 schrieb der Spiegel dazu:

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) erklärte, Deutschland trage 27,1 Prozent der Garantiesumme […]. Die Bundesregierung muss demnach 21,68 Milliarden Euro an Kapitaleinlagen überweisen. […] An abrufbarem Kapital muss die Bundesrepublik 168 Milliarden Euro vorhalten. Das Geld würde nur im Bedarfsfall tatsächlich fließen.

Ja natürlich, wir müssen das jetzt nicht sofort auf den Tisch legen, das wird nur im „Bedarfsfall“ abgerufen, alles kein Problem. Wie wir aber zunächst an Griechenland, später dann an Irland und jetzt gerade an Portugal sehen, ist der „Bedarfsfall“ keine Science Fiction, sondern ein mehrere hundert Meter tiefer Wasserfall, den wir im Hintergrund bereits leicht rauschen hören.

Unsere BRD-Euro-EU-Titanic fährt mit Volldampf flussabwärts, so schnell wie nie, der Fahrtwind lässt Aufschwung vermuten. Dumm nur, dass wir in die falsche Richtung unterwegs sind und der morsche Kutter weder Rettungsboote noch Anker an Bord hat. Selbst während dem freien Fall werden die üblichen Verdächtigungen noch vom Ende der Krise reden und alles verharmlosen.

Die schlauesten Offiziere des Schiffs haben sich schon längst davongemacht, während die Passagiere zum allergrößten Teil noch immer der Auffassung sind, sie fahren auf einem Vergnügungsdampfer fröhlich durch die Gegend. Auch die Schiffskapelle spielt fleißig und rund um die Uhr, damit die vermeintlich gute Stimmung nicht nachlässt.

Ach was, es kommt doch jetzt einfach nur darauf an, alles zu tun, um den Euro zu retten, damit wir die Krise final überstehen. So erzählen die gekauften Führer unseres Landes immer wieder, als ob sich die Probleme tatsächlich noch einmal auflösen lassen könnten. Daher werden sie auch nicht müde, den Blankoscheck der BRD immer wieder neu zu rechtfertigen, was aber mehr und mehr misslingt, wie z.B. in der Welt am 24.03.2011 deutlich wurde:

Das sind nur Garantien, betonte die Regierung, als Griechenland oder der Euro gerettet werden mussten. Doch diese Rechnung geht nicht auf.

Garantien sind zunächst noch keine Kosten, aber wer eins und eins zusammenzählen kann – viele können das allerdings gar nicht mehr – der erkennt den Ernst der Lage und weiß, das dicke Ende kommt erst noch. Wir müssen schlussendlich doch bezahlen, jede einzelne Milliarde. Und es sind inzwischen einige, die uns die schwarz-gelbe Links-Links-Regierung in Berlin aufgebrummt hat.

168 Milliarden Euro an Bürgschaften und weitere 22 Milliarden an Bareinlagen. Von letzterer müssen wir angeblich erst 2013 die ersten 11 Milliarden verschenken – als würde bis dahin das virtuelle Geldpflaster, der ständig vergrößerte Rettettettettungsschirm, eine rein theoretische Garantie bleiben.

Wenn es hart auf hart kommt, dann zahlen wir die knapp 200 Milliarden nämlich doch aus unserer Kasse und das bei gerade einmal gut 300 Milliarden Euro Bundeshaushalt. Was ein Spaß, insbesondere für die Politik, welche das Geld aus uns Bürgern herausquetschen muss. Immerhin wird dann vermutlich die bisherige Ignoranz der Bevölkerung großem Unmut weichen, um es mal vornehm auszudrücken.

Welche ungeheurer Finanztsunami sich hier langsam auftürmt, scheint nun auch in den Medien nicht mehr gänzlich ignoriert zu werden, wenn selbst die Bild-Zeitung mit folgendem Titel aufwartet:

Portugal-Krise! Wie viel muss Deutschland zahlen?

[…]

Wir müssen wohl auch noch für das ärmste Land Westeuropas zahlen!

Noch immer ist der steuerzahlende BRD-Bürger von konkreten Forderungen verschont geblieben, aber zum einen hatten wir Wahlkampf und zum anderen will keiner aus der jetzigen Regierung freiwillig an die Wand gestellt werden. Doch am Horizont scheint sich allmählich etwas zusammenzuziehen, denn wir werden zumindest vorsichtig darauf eingestimmt, dass für Steuersenkungen kein Spielraum sei. So offen stand es am 21.03.2011 in RP Online:

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble sieht angesichts der Haushaltsbelastungen durch den geplanten permanenten Euro-Rettungsschirm ESM kaum Chancen für umfassende Steuersenkungen in Deutschland […].

[…]

Dank sorgsamer Finanzplanung könne die Nettokreditaufnahme trotzdem langsam sinken, die Reserven im Haushalt seien damit aber aufgebraucht, sagte Schäuble.

Welch armseliges Gefasel. Der Mann muss fürchterliche Angst davor haben, uns die Wahrheit zu offenbaren, daher jammert er so scheinehrlich. Er weiß natürlich, dass er selbst längst auf und davon sein wird, wenn die jetzt beschlossenen Belastungen schlagend werden. Das Problem, welches er jedoch entweder nicht erkennt oder für kontrollierbar hält, ist die tickende Zeitbombe des Euro.

Wenn der Plan der Euro-Retter nur ein bisschen danebengeht, weil sich die Märkte nicht wie erwartet verhalten, dann kann es binnen Stunden so eng werden, dass es einfach nur Peng macht. Hinzu kommt das Verhalten der Krisenländer selbst, von denen keines in der Vergangenheit Einsicht gezeigt hat:

  • Griechenland streikt und streikt und streikt,
  • Irland lehnt Steuererhöhungen ab und
  • Portugal protestiert gegen jegliche Sparpläne.

Naja, im Grunde können wir den Ländern keinen Vorwurf machen, denn warum sollten sie sich anstrengen, wenn es auch ohne Einschnitte geht, genauso wie in der Vergangenheit? Merkel und Co. lassen sich immer noch wunderbar erpressen und weil jeder einzelne dieser gesamten korrupten Politikerkaste mit enormer Klebekraft an seinem Sessel haftet, wird es eben so weitergehen. Zumindest eine Weile.

Und wie lange wird das noch gutgehen? Bis, ja bis der Kahn den Wasserfall erreicht hat oder schon vorher auf Grund läuft, Löcher hat er schließlich schon genug. Das ganze System steht auf so wackeligen Füßen, dass in der Tat nicht mehr viel fehlt, bis es umkippt. Wir werden es erleben. Bald.

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12 Kommentare zu “Ach, es ist doch nur Geld – retten wir eben alle

  1. Hallo jupp, logisch dass die Mörder schon da sind. Der Mensch ist sein eigener Wolf und bekämpft und vergiftet sich selbst,siehe Fukushima.
    Nur die Ratten werden alles überleben und wer den Film „Die Ratten“ gesehen hat,weiss wie Anpassungsfähig und Schlau sie sind.
    Der Menschr ist Dumm und gräbt sein eigenes Grab und Jesus wird uns dann auch nicht mehr Helfen.

  2. >Der Mensch ist Dumm und gräbt sein eigenes Grab und Jesus wird uns dann auch nicht mehr Helfen.

    „Der Mensch ist Dumm und gräbt sein eigenes Grab…“

    Das ist die Wahrheit. Das ist sehr gut beobachtet, denn es ist heute eindeutig abzusehen, wohin diese Reise führen wird.

    „…und Jesus wird uns dann auch nicht mehr Helfen.“

    Jesus spricht zu ihr: Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, der wird leben, auch wenn er stirbt; 26 und wer da lebt und glaubt an mich, der wird nimmermehr sterben. Glaubst du das? (Johannes 11,25-26)

    Wer sein Leben lieb hat, der wird’s verlieren; und wer sein Leben auf dieser Welt hasst, der wird’s erhalten zum ewigen Leben. 26 Wer mir dienen will, der folge mir nach; und wo ich bin, da soll mein Diener auch sein. Und wer mir dienen wird, den wird mein Vater ehren. (Johannes 12,25-26)

    Denn Christus ist mein Leben und Sterben ist mein Gewinn. (Philipper 1,21)

    Hier fehlt allein der Glaube an das Wort Gottes, denn Jesus sagt, dass das Grab nicht das Ende ist, sondern erst der Anfang. Das ist auch das Evangelium, die „Frohe Botschaft“. Der Tod ist nicht das Ende. Es gibt einen Gott, der Dich liebt und der Dir ein ewiges Leben schenken möchte. JEDER kann es bekommen, wenn er es haben WILL. Doch er muss es sich verdienen. Gottes Bürde jedoch ist leichter als die Last dieser Welt.

    Doch diese Welt versucht euch von dieser Wahrheit abzulenken. Auch die Wissenschaft kann Jesus nicht verleugnen und doch versuchen sie es trotzdem. Warum wohl??? Warum stolpern denn so viele Menschen über den „Eckstein“ Jesus Christus, durch den eine lebendige Kirche auf Erden errichtet wird und jeder Mensch dazu berufen ist ein lebendiger Stein dieser Gemeinde zu sein.

    Denn diese Kirche ist kein totes Gebäude aus Stein, sondern die lebendige Gemeinde Jesu Christi besteht allein aus den Menschen, die an Gott und Sein Wort glauben. Doch der fleischliche Mensch kann das ewige Leben nicht ererben, sondern allein der geistige Mensch ist berufen ein ewiges Leben führen zu können. Denn der Geist ist stark, denn er ist von Gott. Doch das Fleisch ist schwach, denn es ist von dieser Welt.

    Das mag im ersten Moment befremdlich zu lesen sein, doch dahinter steckt ein System. Es hat zu tun mit der fleischlichen und der geistigen Frucht (Das Leben im Geist / Galater 5,16-26). Es ist möglich so zu leben, doch ist es dem Menschen allein nicht möglich. Erst wenn er sich für Gott öffnet (sein Herz) wird er auch die Kraft Gottes (Heiliger Geist) erhalten um diesen Weg gehen zu können. Es ist die größte Herausforderung, der sich ein Mensch stellen kann, versprochen ;D

    Wer die Welt nach dem beurteilt was er sieht, der kann es nicht verstehen, denn er begreift die Welt mit den Augen eines Menschen. Der Mensch aber ist schwach und unwissend.
    Wer die Welt und den Plan Gottes verstehen möchte, der muss diese Welt auch durch die Augen Gottes kennenlernen. Denn Wahrheit und Weisheit bekommt ihr nur von Gott und die Lüge ist von dieser Welt. Alles was ihr seht ist eine Illusion. Genau wie das Leben das ihr führt.

    Der irdisch gesinnte Mensch aber lässt sich nicht auf das ein, was vom Geist Gottes kommt. Torheit ist es für ihn, und er kann es nicht verstehen, weil es nur mit Hilfe des Geistes beurteilt werden kann. (1.Korinther 2,14)

    Wer ist weise und klug unter euch? Der zeige mit seinem guten Wandel seine Werke in Sanftmut und Weisheit.
    14 Habt ihr aber bittern Neid und Streit in eurem Herzen, so rühmt euch nicht und lügt nicht der Wahrheit zuwider.
    15 Das ist nicht die Weisheit, die von oben herabkommt, sondern sie ist irdisch, niedrig und teuflisch. (Jakobus 3,13-15)

    Diese murren und hadern mit ihrem Geschick; sie leben nach ihren Begierden und ihr Mund redet stolze Worte, und um ihres Nutzens willen schmeicheln sie den Leuten. (Judas 1,16)

    Es wird gesät ein natürlicher Leib und wird auferstehen ein geistlicher Leib. Gibt es einen natürlichen Leib, so gibt es auch einen geistlichen Leib.
    45 Wie geschrieben steht: Der erste Mensch, Adam, »wurde zu einem lebendigen Wesen« (1.Mose 2,7), und der letzte Adam zum Geist, der lebendig macht.
    46 Aber der geistliche Leib ist nicht der erste, sondern der natürliche; danach der geistliche.
    47 Der erste Mensch ist von der Erde und irdisch; der zweite Mensch ist vom Himmel. (1.Korinther 15,44-47)

    Der Herr ist der Geist; wo aber der Geist des Herrn ist, da ist Freiheit. (2.Korinther 3,17)

    So seid nun nicht besorgt, indem ihr sagt: Was sollen wir essen? Oder: Was sollen wir trinken? Oder: Was sollen wir anziehen?
    32 Denn nach diesem allen trachten die Nationen; denn euer himmlischer Vater weiß, dass ihr dies alles benötigt.
    33 Trachtet aber zuerst nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit! Und dies alles wird euch hinzugefügt werden.
    34 So seid nun nicht besorgt um den morgigen Tag! Denn der morgige Tag wird für sich selbst sorgen. Jeder Tag hat an seinem Übel genug. (Matthäus 6,31-34)

    Amen.

    Lob und Dank sei Gott, dem Herrn Jesus Christus.

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