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Eurare Humanum Est – Das Ende des Euro

Alles schaut dieser Tage gebannt nach Karlsruhe. Wie wird das Verfassungsgericht entscheiden? Wird es dem Euro den Gnadenstoß geben oder stattdessen einen Bailout-Freibrief erstellen?

Doch spielt es überhaupt noch eine besonders große Rolle, welches Urteil gefällt wird? Ist die Einheitswährung nicht schon längst am Ende? Es deutet sich zumindest an, dass den Euro-Liebhabern schon bald ein eisiger Wind ins Gesicht bläst und sich das verlorene Kunstprodukt in derselben dünnen Luft auflöst, aus der es geschöpft wird.

Der frühere Bundeskanzler Helmut Kohl wurde am 17.07.2011 im Spiegel mit den Worten zitiert:

 „Die macht mir mein Europa kaputt“.

Mit „die“ war Angela Merkel gemeint. Zwar dementierte Kohl diese Aussage später, aber wem können wir heute schon glauben, wer was wann wem gesagt oder eben nicht gesagt hat.

Allerdings hätte Kohl, sollten es wirklich seine Worte gewesen sein, keinesfalls Recht mit seiner Behauptung, denn was Merkel seit einigen Jahren betreibt, ist alles andere als ein absichtliches Kaputtmachen, sondern vielmehr der verzweifelte Versuch einer Rettung des Euro und Europas nach dem Motto, „koste es, was es wolle“, um bloß an der Macht bleiben zu können.

Dass sie dabei den Euro indirekt zerstört wird kaum ihre Absicht sein, denn fällt dieser, fällt „Madame Non“ wahrscheinlich direkt hinterher – besser, sie wird hinterhergeworfen. Also warum sollte sie ihn absichtlich zerstören wollen?

Eigentlich zeigen Kohls Aussage und Merkels Verhalten lediglich, wie wenig diese Personen über die mathematische Logik des Fiat-Geldsystems zu wissen scheinen, denn sie versuchen mit aller ihnen zur Verfügung stehenden Macht, die sterbende EU und den Euro zu erhalten. Ein mittelfristig völlig aussichtsloses Unterfangen.

Auch die Helfershelfer von Angela Merkel, insbesondere der wahnsinnige Rollstuhlfahrer, versuchen sich im Kampf gegen die Windmühlen. Mitunter muten ihre Verzweiflungstaten irgendwie putzig an, denn was wird wohl eine Windmühle dazu sagen, wenn ihr verboten wird, sich im Wind zu drehen?

Wieso sollten sich denn die Teilnehmer am Markt für Devisen und Staatsanleihen von diesen Hampelmännern in Nadelstreifen und Hosenanzügen beeindrucken lassen, wo doch deren Chefs ebenfalls die heimlichen Chefs der Regierung sind? Ein lustiges Marionettentheater haben wir da.

Glauben diese Leute in Berlin, die ursprünglich einmal als Vertreter des gemeinen Volkes in diese Positionen gehoben wurden, wirklich ernsthaft daran, den Euro retten zu können? So richtig „retten“ und nicht nur für ein paar Wochen oder Monate künstlich am Leben erhalten?

Falls ja, dann müssen entweder sehr starke Medikamente oder vielleicht sogar Drogen im Spiel sein, denn wer sich den Wertverfall des Euro und die daraus erfolgten drastischen Preissteigerungen seit seiner Einführung anschaut, muss zwangsläufig zu dem Schluss kommen, dass diese Währung faktisch keine besonders guten Aussichten haben kann. An das Gegenteil zu glauben kann daher eigentlich nur über eine unnatürliche „Stimulation“ des Gehirns erfolgen – oder aus purer Angst.

Sollte nun das sogenannte Bundesverfassungsgericht am 07.09.2011 tatsächlich die bisherigen Bailouts für illegitim erklären, wird kurzfristig wahrscheinlich nicht nur das Vertrauen der Marktteilnehmer in den Euro kollabieren, sondern auch das in die Regierung.

Insbesondere, wenn infolge eines derartigen Urteils das Sparvermögen der Bürger durch drastische Abwertung, Bankrotte oder gar eine Währungsreform Schaden nimmt, könnte das bisherige Desinteresse der Bevölkerung am Handeln der Volksvertretung und die Toleranz gegenüber diesem Dilettantenhaufen schlagartig zu Ende sein.

Seltsamerweise hat sich aber in Berlin noch so gut wie niemand in Sicherheit gebracht, außer ein paar wenigen Abgeordneten, welche zukünftig gegen die Schutzschirme stimmen wollen, um eben am Ende nicht als die Schuldigen dazustehen. Die Opposition rennt stattdessen sogar blind ins offene Messer und fordert die totale Rettung – auch hier kommen eigentlich nur die bereits genannten Hirn-Aufputschmittel als Ursache für dieses irrationale und hochverräterische Verhalten in Betracht.

Während die Regierung also entweder nicht an einen gesenkten Daumen seitens der Verfassungsrichter glaubt oder aber tatsächlich völlig realitätsverweigernd ihren möglichen „Auftrag zur Zerschlagung der BRD“ fast unvermindert vorantreiben, ist in der Presse eine gewisse Teilung zu beobachten: In eine alternativlose Eurorettungsfraktion und eine kritische Gegenseite.

Zu Letzterer gehören beispielsweise die Blätter der Springerpresse, denn Bild und Welt werden tatsächlich wieder immer öfter zum Sprachrohr des Bürgerdenkens – wenngleich nach wie vor in nur wenigen Bereichen. Auch das Handelsblatt scheint den Euro nicht mehr uneingeschränkt zu lieben. Dagegen haben die linken Blätter wie der Spiegel und natürlich die Öffentlich-Rechtlichen noch kein wirkliches Gespür für den bevorstehenden Stimmungswandel.

Stattdessen verteidigen diese Systemgetreuen bis zum letzten Gefecht ihren aussichtslosen Posten, wie wir am Artikel der Financial Times Deutschland vom 05.09.2011 deutlich sehen konnten:

Seit ihrer Gründung im Jahr 1999 ist die FTD für Europa und eine stärkere Integration eingetreten. Wir sind überzeugt, dass nur ein freier Binnenmarkt und eine gemeinsame Währung den Wohlstand für die kommenden Generationen sichern können.

Jeder Rückfall in nationale Kleinstaaterei, jede neue Form der Grenzziehung und des Protektionismus würde Europa schaden. Wir sind uns aber bewusst, dass diese Überzeugung inzwischen eine neue Begründung verlangt.

Hier schreiben bekennende Euro-Gläubige, die ihren Glauben unter keinen Umständen aufgeben wollen und daher auf der Suche nach einer neuen Leitfigur ihrer EU-Religion sind, denn der Euro scheint dafür nicht mehr allzu lange zur Verfügung zu stehen. Immerhin, das haben diese Schreiberlinge schon mal verstanden, ein Anfang ist gemacht.

Zum möglichen Urteil aus Karlsruhe befragte die Deutsche Welle am 05.09.2011 den Europarechts-Experten Christian Calliess:

Es ist sehr schwierig, diese unter großem politischem Zugzwang entstandenen Entscheidungen […] im Nachhinein zu korrigieren. […] Denn wir können ja nicht im Nachhinein alles korrigieren und sagen, wir wissen es heute im Rückblick besser. Man kann also höchstens sicherstellen, dass das Parlament beim permanenten Rettungsschirm, dem ESM, der ab 2013 gelten soll, besser beteiligt wird.

Es ist klar, dass die Verfassungsrichter sich natürlich der weitreichenden Folgen ihrer Entscheidung bewusst sind und diese Konsequenzen selbstverständlich auch berücksichtigen werden, bevor sie das Weltfinanzsystem per Knopfdruck einfach zerstören. Eine rückwirkende Aufhebung der Legitimität der bisherigen Rettungspakete ist daher eher unwahrscheinlich.

Aber ob der Ausblick, ab 2013 dann doch möglicherweise den Riegel vorzuschieben, die Märkte besonders beruhigen wird, ist fraglich. Mit einem solchen Urteil würde der begonnene Abwärtstrend der sozialistischen Einheitswährung Euro in jedem Fall anhalten und die Krise weiterhin im selben Tempo mit Hilfe des legalen Gelddruckens in Richtung eines langsamen Crashs bewegen.

Am mittelfristigen Ende stünde ein wertloser, schwer inflationierter Euro und ein verarmtes Europa – ideal, um darauf eine Diktatur aufzubauen. Das gelingt allerdings nur, wenn es tatsächlich funktioniert, die Märkte über die nächsten ein bis zwei Jahre ruhig zu halten. Dies dürfte sich äußerst schwierig gestalten.

Selbst wenn das verfassungsgerichtlich willkürliche Urteil – eine unabhängige Justiz in der BRD ist eine Illusion – nun also wider Erwarten doch noch zu Gunsten des Euro und der Rettungspakete ausfallen sollte, viel nützen wird es nichts mehr, denn die Hütte brennt bereits lichterloh. Sogar die Oberbänker haben das erkannt: Deutsche Bank-Chef Ackermann beschrieb am 05.09.2011 im Spiegel seine Erinnerungen an 2008:

Am 15. September 2008 markierte die Insolvenz der US-Investmentbank den Höhepunkt der Finanzkrise. Und wie im Vorfeld dieser Pleite kommt es derzeit zu heftigen Kursstürzen bei Banken und Finanzwerten – was auch Josef Ackermann alarmiert.

Angeblich seien die Banken aber viel besser kapitalisiert als in 2008. Was Ackermann jedoch verschweigt: Ein Sturz aus dem 18. Stock ist genauso tödlich wie aus dem 50., daher ist sein Beschwichtigungsversuch für informierte Menschen nicht mehr als eine billige Floskel. Wer derzeit auf das Fieberthermometer des Finanzsystems schaut – den Goldpreis – erkennt den Ernst der Lage.

Wenn das Geschehen nun linear so weiterginge wie bisher, könnte es für die meisten Menschen wie mit dem sprichwörtlichen Frosch im Topf enden, der zunächst in kaltes Wasser gesetzt und dann durch langsames Erhitzen am Ende doch gegart wurde. Die Frage ist jedoch: Wird wirklich alles geradlinig weiterlaufen?

Mit höchster Wahrscheinlichkeit nicht, denn wie uns die Geschichte lehrt passieren manchmal „unvorhersehbare“ Ereignisse, welche alles über den Haufen werfen. In wenigen Tagen jährt sich zum zehnten Mal der 11. September 2001, ein typisches Beispiel von Nichtlinearität. Uns sollte klar sein, dass sich Derartiges jederzeit wiederholen kann, in welcher Form auch immer. Und genau das wird geschehen.

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22 Kommentare zu “Eurare Humanum Est – Das Ende des Euro

  1. Wer sich auf andere verlässt ist verlassen. Dieses schöne Sprichwort hat nicht an Bedeutung verloren. Wir müssen selber denken, selber entscheiden. Das BVerfGe ist ein Teil des Establishments. Wie gewinnen nur auf der Strasse.

  2. Da gab es mal eine Band mit dem schönen Titel/Lied ‚Macht kaputt, was euch kaputt macht‘. Ich hätte niemals gedacht, daß ich diesen Sponti-Spruch meiner Jugendzeit mal als von Weisheit durchdrungene Handlungsmaxime anerkennen würde.

    Die Zeiten ändern sich!!!

    «Keine Regierung und keine Bataillone vermögen Recht und Ordnung zu schützen, wo der Bürger nicht imstande ist, selber vor die Haustüre zu treten, um zum Rechten zu sehen.» (Gottfried Keller)

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