© Hubert Van Roy / pixelio.de

Leider vor Rentenbeginn verstorben

Sind die Südeuropäer wirklich fauler und gehen sie früher in Rente als die Deutschen? Primitive Parolen aus der Politik sollen offenbar von der eigenen völlig hilflosen Lage ablenken und Zwietracht zwischen den Völkern säen.

Das wahre Problem, die ständig und immer schneller wachsenden Schulden, wird unentwegt größer und gefährlicher. Gleichzeitig wackelt die europäische Gemeinschaftswährung von Tag zu Tag mehr. Wie lange wird das Volk diese lächerlichen Ablenkungsmanöver noch hinnehmen?

Das Thema Rente demonstriert wieder einmal sehr eindrücklich, wie verlogen die Politik in unserem Lande ist. Spaniens Allgemeine Zeitung zitierte Angela Merkel am 19.05 2011 mit den Worten:

„Es geht auch darum, dass man in Ländern wie Griechenland, Spanien, Portugal nicht früher in Rente gehen kann als in Deutschland, sondern dass alle sich auch ein wenig gleich anstrengen.“ Wie bitte?

[…]

„Das tatsächliche Rentenalter liegt in Spanien bei 62,8 Jahren, in Deutschland bei 61,5. […]“

Der Gipfel aber: „Das durchschnittliche Einkommen liegt in Deutschland bei 42.400 Euro im Jahr, in Spanien nur bei 23.200!“

Natürlich möchte Frau Merkel mit ihren Stammtischparolen bei den eigenen Zahlern – früher wurden sie Bürger genannt – punkten und vermutlich insbesondere davon ablenken, welchen Betrug sie zeitgleich nicht ganz so offensichtlich vollzieht.

Einerseits schaufelt unsere Regierung milliardenweise unser hart erarbeitetes Steuergeld in Länder, welche dieses, ihnen eigentlich nur geliehene Geld, niemals mehr zurückzahlen werden. Dieses Fass ohne Boden dürfte Kanzlerin Merkel absolut klar sein. Sie hofft vermutlich einfach darauf, die Sache lange genug aussitzen zu können, um das finale Debakel nicht mehr selbst ausbaden zu müssen.

Andererseits brabbelt Merkel populistisch in der Gegend herum und wirft den Südeuropäern indirekt Faulenzerei vor. Völlig egal, ob sie damit nun recht hat oder nicht: Wäre sie von diesem Missstand tatsächlich überzeugt, warum verschenkt sie dann unser Geld nach wie vor und ohne jede echte Bedingung genau an diese angeblichen Faulpelze? Ihre provokanten Äußerungen sollen ihr wohl nur als Alibi dienen, denn wenn das viele Geld demnächst durch den Schuldenschnitt verloren sein wird, kann sie sagen, sie hätte doch klare Forderungen gestellt.

Die Westdeutsche Zeitung hatte am 19.05.2011 einen „Faktencheck“ veröffentlicht, wie „süß das Leben in Südeuropa wirklich“ ist:

Griechen haben nach EU-Angaben im Schnitt 23 Tage Urlaub im Jahr. Zudem gibt es elf gesetzliche Feiertage. Wer in Deutschland arbeitet, hat 30 Urlaubstage und 10,5 gesetzlich Feiertage. In Portugal und Spanien stehen Arbeitnehmern je 22 Urlaubstage zu; es gibt 14 beziehungsweise 13 Feiertage.

Sicherlich nehmen es die Südeuropäer mit vielen Dingen nicht so genau, wie wir es als pedantische Deutsche tun, aber das eigentliche Problem ist weder die Faulheit noch die vermeintlich zu frühe Berentung. Viel schlimmer und unverzeihlich ist das Gelüge der Regierung, denn durch den Ausverkauf unserer Republik lösen wir kein einziges der Probleme der anderen Euro-Länder, sondern bürden uns selbst dafür noch ein viel größeres auf.

Vielleicht ist die billige Meinungsmache von Merkel aber auch einfach nur der Versuch, die nächste Erhöhung des hiesigen Renteneintrittsalters zu rechtfertigen. Wie die tagesschau am 18.05.2011 berichtete, sollen wir nämlich bald bis zum 69. Lebensjahr arbeiten:

Rente mit 67? Reicht nicht, sagen die fünf Wirtschaftsweisen und empfehlen ein gesetzliches Renteneintrittsalter von 68 beziehungsweise 69 Jahren. Um die Schulden des Staates in Schach zu halten, werde in den Jahren 2045 und 2060 „vermutlich ein gesetzliches Renteneintrittsalter von 68 beziehungsweise 69 Jahren erforderlich sein“ […].

Einmal ganz davon abgesehen, dass diese Forderung schlicht überhaupt nicht realisierbar ist, weil es gar nicht genügend Arbeitsplätze für so viele ältere Leute gibt, werden sich die heutigen Rentner schon bald gehörig wundern. Warum? Wegen der angesprochenen Schulden. Diese brechen nämlich nicht erst 2045 oder gar 2060 den Regierigen das Genick, sondern früher, viel früher.

Was werden unsere älteren Herrschaften, die gerade kurz vor oder ganz frisch in der Rente stehen, wohl mit der politischen Elite anstellen, wenn ihnen in nicht mehr ferner Zukunft mitgeteilt wird, dass leider der Staat keine oder nur noch minimalste Renten bezahlen kann? Sie werden sich ganz klar um ihr Erarbeitetes betrogen fühlen.

Weil es dann infolgedessen für viele tausend Rentner existenziell bedrohlich werden dürfte, wird sich hier großer Widerstand bilden – genauso wie jetzt bei den derzeitigen Pleiteländern kurz vor ihrem Bankrott. Jahrzehntelang haben diese Menschen gearbeitet und immer brav ihren Rentenbeitrag geleistet in der Hoffnung, im Alter noch ein vernünftiges Auskommen zu haben. Auf sie wartet jedoch eine böse Überraschung.

Das sind eben die schrecklichen Nebeneffekte eines Staatsbankrottes. Daran noch zu zweifeln dürfte ein klares Anzeichen von krankhaftem Optimismus sein, denn der Knall kommt mit Sicherheit, lediglich der Termin ist nicht exakt bestimmbar. Allerdings werden die heute 60-Jährigen wohl nicht mehr in den Genuss ihrer Rente kommen.

Überhaupt besteht kein Grund zur Freude für all diejenigen, welche sich im Hamsterrad bis zum Ende abstrampeln müssen, denn für die heute Neugeborenen bleibt nur wenig Zeit, sich nach Eintritt in die Rente noch an ihrem Lebensabend zu erfreuen, bis sie dahinscheiden. Das statistische Bundesamt schrieb dazu:

Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt, ist die Lebenserwartung in Deutschland weiter angestiegen. Sie beträgt nach der Sterbetafel 2007/2009 für neugeborene Jungen 77 Jahre und 4 Monate und für neugeborene Mädchen 82 Jahre und 6 Monate. Dies ist der höchste Stand seit Berechnung der ersten Sterbetafel 1871/1881 für das Deutsche Reich.

Das betrifft wohlgemerkt nicht diejenigen, welche heute nur noch beispielsweise zehn Jahre bis zur Pensionierung warten müssen. Hieran wird deutlich, dass eine erhebliche Anzahl von Menschen noch vor dem jeweiligen Rentenbeginn sterben wird. Aber was kümmert das schon die politische Elite, denn diese Herrschaften haben ihre Pfründe gesichert – zumindest glauben sie das.

Aber all diese Überlegungen sind sowieso zwecklos, weil ein lineares Hochrechnen nicht funktioniert, denn die Zeiten werden sich in Bälde höchst drastisch ändern. Wie die Situation sich nach einer möglichen Währungsreform darstellt oder gar massiv beeinträchtigt durch Bürgerkriege bzw. Krieg, kann zur Zeit niemand vorhersagen. Nur eines ist klar: Wir gehen definitiv keinen besseren Zeiten entgegen.

Das eigentlich Schlimme an der Sache ist, dass noch so gut wie niemand realisiert, wie ernst unsere Lage wirklich ist, auf welch dramatisch wackeligen Beinen das System nur noch steht und welche Auswirkungen das alles auf unser bislang ruhiges und friedliches Leben haben wird. In unseren Medien wird nur sehr verzögert oder überhaupt nicht über die Ausschreitungen und Demonstrationen in Griechenland und Spanien berichtet und wenn doch, dann nicht glaubwürdig.

Wahrscheinlich ist daran weniger eine Verschwörung oder eine Informationssperre schuld, sondern vielmehr die Schere im Kopf unserer linksgrünen Journaille. Für diese Auftragsschreiberlinge ist das aktuelle Geschehen einfach nicht vernünftig einzuordnen, denn in deren Augen erscheint all das wie ein seltsames Erstarken von „rechtsgerichteten Kräften“. Mal sehen, wann sie aufwachen werden oder ob überhaupt.

Dieser ganze Lügenzirkus ist mehr als jämmerlich anzuschauen. Die Wut auf die Obrigkeit wächst ununterbrochen, geht immer mehr in die Breite und wartet auf ihren Ausbruch. Eigentlich wäre es nur zu wünschen, dass diesem falschen Treiben einmal ein Ende gesetzt wird, doch leider wird das auch all diejenigen mit betreffen, die in gutem Glauben nur brav mitgelaufen sind und auch alle Kritiker. Ist das gerecht?

Das könnte Sie auch interessieren

Der Gegenwind wird immer stärker Die Karlsruher Richter haben zwar die EU-Verfassung etwas gebremst, aber in Wirklichkeit interessieren die Einschränkungen niemanden, schon gar nicht ...
Die Bühne für das große Finale wird aufgebaut Ist es nur eine verschobene Wahrnehmung oder hat sich die Fahrt in Richtung diverser Katastrophenszenarien tatsächlich beschleunigt?Wenn Politik, ...
Russisches Gas gedrosselt: In der Not ist sich jeder selbst am nächsten Die neuesten Beiträge von crash-news.com:Russisches Gas gedrosselt: In der Not ist sich jeder selbst am nächsten“Nationaler Aktionsplan” f...
Wieder mehr tote Babys: Irland stimmt für Lockerung des Abtreibungverbots Die neuesten Beiträge von crash-news.com:Wieder mehr tote Babys: Irland stimmt für Lockerung des AbtreibungverbotsStrompreis wird noch vie...
Den Finger am Abzug: Fed kündigt Ausbruch der Inflation an Die neuesten Beiträge von crash-news.com:Fukushima kommt glimpflich davon – der BRD droht dagegen der Super-GAUDen Finger am Abzug: Fed kü...

11 Kommentare zu “Leider vor Rentenbeginn verstorben

  1. Feiner Beitrag!

    Wenn wir begreifen, dass sich die Menschen nicht trennen an den Grenzen, sondern an Ihren Gehältern und an Ihren Zielen, dann sind wir in der Erkenntnis einen großen Schritt weiter! Das Geldsystem soll uns alle zu Untertanen machen und die Weltorganisationen sowie die EU sind alle Teil
    eines faschistischen Gedanken. Schon kurz nach dem Krieg wurde die Weltregierung beschlossen! Laßt Euch also nicht aufhetzen, wir sitzen alle im selben Boot! (Wir müssen zunächst das Geldsystem ändern, gemeinsam!)

    1-5 Die okkulte Agenda der UNO – Walter Veith
    http://www.youtube.com/watch?v=c6HjR37ASFA&feature=uploademail

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.