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Revolution – die neue Seuche?

Für die einen kam er völlig überraschend aus dem Nichts, für die anderen steckt ein abgemachtes Spiel dahinter: Der Aufruhr in der arabischen Welt. Neben der Frage nach dem Auslöser müssen wir auch die Folgen betrachten, welche sich mittelfristig für uns ergeben werden.

Nachdem zunächst nur in Nordafrika das Revolutionsfieber tobte, breitet sich die Bürgerrevolte immer weiter aus. Auch aus China kommen Meldungen, wie dort aufkeimende Proteste bereits im Keim erstickt werden – mit Gewalt.

Über die beunruhigenden Entwicklungen in China berichtete die Welt am 27.02.2011:

Mit allen Mitteln versucht Peking zu verhindern, dass der Funke des Aufstands aus Arabien nach China überspringt.

Was haben denn China und die arabischen Staaten gemeinsam, sodass ein Funke überhaupt überspringen könnte? Ein diktatorisches Regime? Sollte die Verbindung etwa alleine im Wunsch nach dem Ende der Unterdrückung oder ähnlicher mentaler Wut bestehen? Nocheinmal die Welt dazu:

„Wir müssen die übermäßigen Preissteigerungen in Grenzen und die Wohnungspreise auf einem angemessenen Niveau halten“, sagte Wen Jiabao in Online-Diskussionen im Vorfeld der Jahrestagung des Volkskongresses. Er versprach auch eine gerechtere Einkommensverteilung und Investitionen ins Sozialsystem.

Ganz einfach: Den Bürgern steht überall das Wasser bis zum Hals und sie haben immer größere Schwierigkeiten, die sehr starke Teuerung bei Lebensmitteln zu kompensieren. Wenn von offizieller Seite diese Angelegenheit bereits zugegeben wird und von Gegenmaßnahmen die Rede ist, dann ist die Lage in Wahrheit noch viel schlimmer.

Auch bei uns wird derzeit über steigende Preise gejammert. Allerdings sollten wir uns zunächst bewusst machen, auf welch hohem Niveau sich das Geheule bei uns überhaupt abspielt. Einen Liter H-Milch mit 3,5% bekommen wir für weniger als 80 Cent, 500 Gramm Roggenbrot für knapp 90 Cent, ein Kilgramm Nudeln oder Reis für einen Euro und 100g Schokolade für 35 Cent – eigentlich leben wir im Schlaraffenland, was die Preise für Lebensmittel betrifft, denn die reine Grundversorgung ist bei uns immer noch spottbillig.

Das Problem ist jedoch einerseits der Gang durch unsere Supermärkte, denn abgesehen von den Discountern, die jedes Produkt meist nur in einer Sorte anbieten, stellt sich bei den größeren Märkten schnell die Qual der Wahl ein. Da kann es schon mal sein, dass wir vor einem zwei Meter breiten Regal voll mit 50 unterschiedlichen Sorten von Oliven stehen. Eine echte Herausforderung.

Dazu kommt die ständige Verlockung. Aus jedem Regal schreit es förmlich heraus: „Kauf mich, probier mich!“ – wer nicht auf jeden Cent achten muss oder planlos einkaufen geht, der wird garantiert jedes Mal zum Opfer dieser Supermarkt-Verführung. Daher sollten wir uns auch nie ohne Einkaufsliste oder mit leerem Magen auf den Weg in die Lebensmittelmärkte machen.

Manch einer sehnt sich gar die DDR-Zeiten zurück, denn anstatt einer Auswahl unzähliger Produktsorten hieß es oft: „Nudeln? Sind aus. Toilettenpapier? Auch.“ Die Frage nach der Sorte hatte sich dabei wohl nie gestellt.

Andererseits ist das Problem der gesellschaftliche Druck, „dazugehören“ zu wollen und nicht als Außenseiter dazustehen. Wer sich dem blinden Konsum verweigert, wird schnell schräg angesehen. Wer sich keinen Urlaub leistet oder leisten kann, nur einen alten Kleinwagen fährt, in einer bescheidenen Wohnung lebt und dann auch noch bei den Lebensmitteln die gigantische Fülle ignoriert, der ist entweder bettelarm oder ein fanatischer Spinner.

Mangels der Masse an solch seltsamen Konsumverweigerern, tun sich die Normalbürger sehr schwer, diese Außenseiter in eine ihrer vorhandenen Vorurteils-Schubladen einzuordnen. Der einfachste Weg ist daher, den Kontakt zu meiden, denn irgendwas kann da wohl nicht stimmen mit solchen Leuten, so tönt es dann gern hintenherum.

Eigentlich würden uns die Grundnahrungsmittel genügen und zwar genau eine Sorte je Produkt, der Rest ist Luxus. Noch befinden wir uns weit jenseits irgendwelcher Knappheit, denn sowohl das Angebot ist riesig – und wächst sogar ständig – als auch die Preise niedrig.

Sollte sich in diesen beiden wesentlichen Punkten jedoch eine gravierend negative Entwicklung auch bei uns ergeben, dann dürfte sich der vielbescholtene und schläfrige Normalbürger tatsächlich von seinem bequemen Sessel vor dem Verblödungsverstärker erheben und sich auf die Suche nach einer Lösung für das Vakuum in seinem Kühlschrank begeben.

Zunächst wäre da höchstwahrscheinlich der Ruf nach dem Staat, denn der ist bei uns schließlich für alles zuständig – zumindest mischt er sich heute in nahezu jede Angelegenheit der Bevölkerung sein. Erst wenn der hungrige Normalbürger auch von dort keine Hilfe erhält und sein Magen unüberhörbar laut knurrt, dann wird sich das Knurren allmählich auf seine Stimmung übertragen.

Da er den Worthülsen im Fernsehen dann zum ersten Mal in seinem bisher verhältnismäßig sorglosen Leben nichts Glaubwürdiges mehr abringen kann – der Kühlschrank bleibt nämlich trotz aller politischen Reden leer – wird er sich aufmachen und vor die Türe gehen. Zu seinem Erstaunen wird er dort zahlreichen Nachbarn begegnen, welche alle dasselbe Problem zu lösen versuchen.

Wie es dann konkret weitergeht, konnten wir gerade anschaulich in Nordafrika erleben. Da gibt es die Regierungen vom „Typ eins“ – in Wahrheit Diktaturen – welche in Anbetracht des stürmischen Gegenwindes schnell das Weite suchen. Aber da wären auch – noch – Exemplare des „Typs zwei“, die so verliebt in ihre Macht sind, dass sie sich dem Aufruhr der Bevölkerung widersetzen und die Volkswut blutig niederschlagen.

Ob wir es bei unserer Regierung – was ja auch nur eine versteckte Diktatur unter dem schönen Deckmantel „Demokratie“ ist – mit „Typ eins“ oder „zwei“ zu tun haben, werden wir dann sehen. Aus Erfahrung mit dieser verlogenen Wendehals- und Umfallermannschaft dürfte es sich wohl um „Typ eins“ handeln, aber mit absoluter Sicherheit lässt sich das heute noch nicht genau feststellen.

Daher verwundert es nicht, dass sich unsere Oberbürokraten allmählich ebenfalls Sorgen um ihre gutbezahlten und bequemen Posten machen. Raiffeisen.com titelte am 23.02.2011:

Die EU soll Preisschwankungen bei Lebensmitteln entschieden entgegentreten. Das fordert das Europäische Parlament. Die Europäische Kommission wird aufgerufen, die Preisvolatilität auf dem Weltmarkt zu beobachten und den Einfluss von Finanzinvestoren zu untersuchen. Die Brüsseler Behörde soll die notwendigen Maßnahmen ergreifen, „um gegen die überhandnehmende Spekulation auf den Grundstoffmärkten vorzugehen“.

Dass dies der wohl gefährlichste Knackpunkt ist, wissen diese Leute ganz genau. Die einfachste Maßnahme dagegen wäre, die gesamte EU als Institution sofort abzuschaffen, dann bliebe den Menschen schlagartig viel mehr zum Leben – ganz abgesehen von der entfallenden Drangsalierung über irgendwelche sinnentleerten Gesetze und Vorschriften. Da diese Möglichkeit jedoch nicht einmal theoretischen Charakter besitzt, müssen sich die EU und auch alle zugehörigen Staatsregierungen auf die sich gerade abzeichnenden Konsequenzen vorbereiten.

Sie werden die Geister nicht mehr los, die sie riefen. Die unendliche Geldvermehrung, die exponentiell wachsende Verschuldung allerorten und die stark beschleunigte Inflation werden ihr Übriges tun. Dieser Zug rollt in voller Fahrt und ist nicht mehr aufzuhalten. Jeder dieser Geltungsbedürftigen, welcher meint, er müsse gerade jetzt Lokführer, Schaffner oder Bahnbehörde spielen, wird am Ende gnadenlos unter die Räder kommen.

In China könnte die gewohnte Einschüchterung durch harte Gewalt noch einige Zeit lang den Deckel auf dem Topf halten, wenn sich allerdings die Preise und auch die Lebensmittelverfügbarkeit nicht an die Manipulation der Regierung halten, dann werden mehrere hundert Millionen Menschen dort auf den Straßen stehen und die Machthaber ganz einfach verjagen.

Wenn nicht bereits vorher bei uns der Euro oder der Dollar stürzt, dann wird sich das Revolutionsfieber anschließend bis zu uns ausbreiten. Viele denken, wir könnten eine Revolution gebrauchen, um den politischen Filz endlich loszuwerden. Aber es wird sich dabei nicht um eine gewaltfreie oder beherrschte Entwicklung mit gutem Ausgang, sondern höchstwahrscheinlich um das nackte Überleben von Millionen Menschen handeln. Dazu werden die Massen bereit sein, Dinge zu tun, welche die meisten Menschen heute noch für völlig unmöglich halten.

Wer sich etwas näher mit biblischer Prophetie befasst, der weiß, dass es jetzt tatsächlich überall so weitergehen wird und die aktuelle Entwicklung im Grunde keine Überraschung darstellt:

Ihr werdet aber von Kriegen und Kriegsgerüchten hören; sehet zu, erschrecket nicht; denn es muß so geschehen; aber es ist noch nicht das Ende. Denn ein Volk wird sich wider das andere erheben und ein Königreich wider das andere; und es werden hin und wieder Hungersnöte, Pest und Erdbeben sein. Matthäus 24,6-7

Die erste Vorstufe dieser Kriegereien erleben wir derzeit. Vielleicht wird der eine oder andere Skeptiker in Anbetracht der kommenden Ereignisse in naher Zukunft nachdenklich werden, ob dieses „uralte, manipulierte, hetzerische, gefälschte, blödsinnige und längst überholte Buch“ wirklich so völlig daneben liegt?

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13 Kommentare zu “Revolution – die neue Seuche?

  1. Hallo, ich finde dieser Artikel ist sehr gut dramatisch zugespitzt, sprich unterhaltsam zu lesen. Danke.

    Dennoch sind Regierungswechsel bei Diktaturen ganz normal und dass sich Unruhen in einem gemeinsamen Sprachraum gut verbreiten können, das leuchtet mir ein.

    Arabisch und Urdu sind ja recht ähnlich und auch in China gibt es Minderheiten aus dem Raum.

    Aber generell sind die Araber sehr gottesfürchtig und so werden sich recht schnell wieder stabile Verhältnisse etablieren – Meiner Meinung nach sollte wir auf die Friedensliebe aller Menschen vertrauen.

    Liebe Grüße Rainer

  2. Ja es wird immer schlimmer.

    Aber komisch- für den erfahrenen Bibelleser stellen die gegenwärtigen Begebenheiten keine Überraschung dar.
    Bei 6800 Prophetien die sich schon zu 60% im Detail und ohne Floskel erfüllt haben, bleibt die Sicherheit, dass sich die restlichen 40% ebenfalls im Detail und ohne Floskelartiges Geschwätz wie bei falschen Propheten wie Nostradamus, Charismatische Irrlehrer oder den Esoterikern erfüllen.

    Achja- dass Europa „versucht“ einen Staat zu errichten steht auch in der Bibel. Zudem steht drinn, dass ein Maas Weizen (eine Hand voll) bald einen Denar (50 – 70 €) kosten wird. Dann wird der Antichrist, der charismatisch und nett daherkommen wird auch bald auftauchen und nein, er ist nicht Jesus (meint er aber zu sein)

    Wer an Jesus Christus glaubt wird selig- wehe dem, der ohne Jesus in diese Drangsal die bald kommen wird, geht. Lest die Schrift und lasst euch nicht verführen! Glaube an den Sohn Gottes kostet euch keinen Cent- nur euer Ego!

    In diesem Sinne
    bis bald

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