© asrawolf / PIXELIO

Was über Geld und Krise inzwischen offen gesagt werden darf

Können Sie sich noch an das Frühjahr 2008 erinnern? Und sagt Ihnen der Name „Bear Sterns“ noch etwas? Im März 2008 konnte die US-Investmentbank nur knapp vor dem Kollaps gerettet werden und wurde JP Morgan zugeschanzt.

Damals war es verpöhnt und völlig undenkbar, öffentlich von Rezession, Depression, Finanzkrise, Staatsbankrott, Währungsreform oder gar vom Ende des Euro zu sprechen.

Heute, nur zwei Jahre später, sind diese Themen bereits Bestandteil der täglichen Pressemeldungen. Ein Grund zur Hoffnung?

Sicherlich nicht, denn in den Medien wird nach wie vor nur das publiziert, was die Systemjournalisten wissen, verstehen und was sie sich auch vorstellen können. Sie berichten immer nur das, was sich gerade vor ihren Augen real abspielt. Daher auch der Name „Nachrichten“, weil alles immer erst „danach berichtet“ wird.

All das hat weniger mit Zensur von oben zu tun, als vielmehr mit der Schere im Kopf der Medienschreiberlinge. Welcher Redakteur würde schon freiwillig einen kritischen Bericht verfassen, welcher seine Abhängigkeit von der Willkür der Banken und die quasi Leibeigenschaft von Kreditnehmern beschreibt, wenn er höchstpersönlich sein Haus, sein Auto, seine Multimediaanlage und seinen Urlaub nur mit Mitteln seiner Bank finanziert hat?

Für diese Menschen kann nicht sein, was nicht sein darf. Es sei denn, sie erkennen es irgendwann von selbst. Ganz schlicht könnte sie aber auch die Realität einholen, indem sogenannte „Experten“ die undenkbaren Dinge aussprechen, womit sie den Fakten nicht mehr ausweichen können. So spricht beispielsweise ein der Standard-Interview vom 21.07.2010 die überbordende steuerliche Ausbeutung der Bürger an, die ein braver Lohnsklave – eben viele Journalisten – nicht in Frage zu stellen wagt:

Angesichts der vielen, neuen Steuerideen verweist Kopf auf die schon bestehende Steuerlast: „Unsere Abgaben- und Steuerquote ist mit 43 Prozent schon jetzt nahe an moderner Sklaverei.“ Er sei aber auch mit Nachdruck gegen höhere Steuern auf Vermögen, betont der ÖVP-Klubobmann. „Vermögen in seiner Substanz zu besteuern bedeutet Enteignung. Deshalb bin ich auch gegen eine Erhöhung der Grundsteuer, die letztlich den Mittelstand trifft.“

Richtig, diese Besteuerung ist nichts anderes mehr, als moderne Sklaverei. Gutmenschen bezahlen diese immensen Abgaben natürlich gerne, tun sie damit doch auch ihrem Gewissen etwas Gutes.

Sich über Steuern und Versklavung zu äußern ist allerdings noch keine Sensation. Dagegen führt der Artikel von Die Presse – ebenfalls wie der Standard aus Österreich – vom 25.02.2010 durchaus zu einem kurzen Moment des Staunens, denn vor zwei Jahren waren solche Aussagen noch gänzlich undenkbar, schon gar nicht im Mainstream:

Thorsten Polleit: Man muss sagen, dass die derzeitige Erschütterung der Finanzmärkte dramatisch ist. Und es stellt sich die Frage, was der Grund für diese Erschütterung ist. Man hört, dass der Kapitalismus versagt hat, dass Investoren und Sparer gierig waren, dass Finanzprodukte nicht hielten, was sie versprochen haben. Ein wichtiger Aspekt wird aber immer noch ausgeblendet: die Rolle des Geldes beziehungsweise des Geldsystems.

[…]

Wir haben weltweit ein staatlich monopolisiertes Geldsystem, bei dem Geld durch Kreditvergabe in Umlauf gebracht wird. Kredit erhöht also die Geldmenge. […] Wenn im Zyklus der Abschwung kommt, wird mit noch mehr Krediten gegengesteuert, was zu weltweiten Geldüberflutungen führt.

[…]

Derzeit versuchen die Notenbanken verzweifelt, eine Kontraktion des Systems – also Deflation – zu verhindern. Das geschieht, indem Geld aus dem Nichts geschaffen wird. So etwas wird wohl in Inflation münden. Die Probleme werden durch Ausweitung der Geldmenge aber nicht aus der Welt geschafft.

So schnell kann sich alles ändern. Wenn Sie heute nach vorne blicken und die Behauptungen bzw. Prognosen der verschiedensten „Untergangspropheten“ hören, stellen Sie sich häufig die Frage, ob und wie das Gesagte denn wirklich geschehen wird. Wenn dann alles wie vorausgesagt und noch viel schlimmer eingetreten ist, schauen Sie zurück und fragen sich, wie Sie überhaupt daran zweifeln konnten.

Selbst solche höchst speziellen Themen wie die angebliche Manipulation des Goldpreises, waren und sind in den Augen der meisten Finanzfachleute und Spekulanten nur schwammige Spinnereien von Amateuren. Was ist geschehen, dass nun sogar ein derartig verschworener Gedanke am 23.07.2010 in Focus Money erschien?

„Dass bei Anleihen und Währungen massiv interveniert wird, ist offiziell und legitimiert. Dass ein steigender Goldpreis nachlassendes Vertrauen in das Finanz- und Währungssystem signalisiert, liegt auf der Hand. Dass daran weder Notenbank noch Politik Interesse haben, ist ebenso logisch. Insofern sind die Motive für ein Drücken des Preises klar und plausibel. Es wäre also naiv zu glauben, dass dies bei Gold nicht stattfinden würde“, so Stöferle.

[…]

Insgesamt ist sehr schwer zu sagen, ob das offizielle Zentralbankgold tatsächlich in den Tresoren vor sich hin schlummert. „In den USA wurden die Goldbestände seit mehreren Dekaden nicht mehr auditiert“, sagt Stöferle. Nach offizieller Sprachregelung der US-Notenbank wäre solch eine Überprüfung zu teuer.

Ganz glauben mag der Autor des Focus-Artikels die Zitate seiner Quellen offenbar noch nicht, es passt wohl nicht in seine Denkwelt. Auch hier wird die Realität nachhelfen und zu späterer Einsicht führen. Immerhin, 2008 gab es derartige Überlegungen in dieser Form in den Massenmedien noch so gut wie gar nicht – es scheint wohl dem einen oder anderen Journalisten allmählich zu dämmern, dass nicht alles so ist, wie sie immer glaubten.

Vom Fehler im Geldsystem „darf“ – weil unddenkbar – allerdings nach wie vor nicht laut gesprochen werden. Zumindest ist in den Massenmedien nicht offiziell die Rede davon, abgesehen von den Vorstößen einzelner bekannter Wissender, wie beispielsweise von Dirk Müller, dem „Mr. DAX“, in der ZDF-Talkshow „Markus Lanz“ Ende April 2010:

Auch in der Politik gibt es solche Vorstöße. FDP-Abgeordneter Frank Schäffler scheint eines von ganz wenigen Mitgliedern im deutschen Bundestag zu sein, welche unser Geld- und Finanzsystem vom Prinzip her verstanden und durchschaut haben – wenn nicht sogar der Einzige mit diesem Wissen.

Herr Schäffler ist inzwischen ein bekannter Name bei den alternativen Medien geworden. In einem Interview mit Michael Mross vom April 2010 vernehmen wir unerhört wahre Worte von einem Volksvertreter aus Berlin:

Dies scheint jedoch wirklich zuviel des Guten zu sein, denn zwar wird Frank Schäffler in der Öffentlichkeit als Finanzexperte der FDP genannt, aber zum Thema Geldsystem, dessen eingebautem Selbstzerstörungsmechanismus und der Zinseszins-Exponentialfunktion, wird er dann doch nicht von der Systempresse zitiert. Außerdem trat er vor wenigen Wochen von seinem Amt als Obmann der Liberalen im Finanzausschuss zurück – oder er musste.

Könnten Sie sich vorstellen, dass der Film „Fabian – Gib mir die Welt plus 5%“ einmal im öffentlichen Verdummungsprogramm zur besten Sendezeit ausgestrahlt wird? Das wird momentan noch niemand für möglich halten – ebenso wie vor zwei Jahren auch niemand an der Stabilität des Euro gezweifelt hat? Warten wir es ab.

Bis es soweit ist, können Sie ja schon einmal mit einer Privatvorführung im Freundeskreis beginnen und mit den Geld-Aufklärungsfilmen spannende Diskussionen anregen. Da das Thema Geld bzw. Geldschöpfung real nachvollziehbar ist, handeln Sie damit völlig unauffällig.

Erwarten Sie aber bitte nicht, dass Ihre Freunde nach den Videos vor Ihnen auf die Knie fallen und Ihnen vor Dankbarkeit die Füße küssen. Seien Sie zunächt einfach nur froh, wenn sie Ihnen die Freundschaft nicht kündigen, weil Sie ein so naiver „Verschwörungsheini“ zu sein scheinen.

11 Kommentare zu “Was über Geld und Krise inzwischen offen gesagt werden darf

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.