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Sparwahnsinn: Frechheit oder Blödheit – das ist hier die Frage

Wir müssen ab jetzt sparen, sparen und nochmals sparen. Die Kassen unseres Landes sind leer, weil unsere Regierung so großzügig war und einen gigantischen Batzen Geld selbstlos den Armen geschenkt hat.

Wenigstens haben wir bei den auf uns zukommenden harten Einschnitten ein gutes Gewissen, denn wir gaben unser vorletztes Hemd den von Reichtum geplagten Gläubigern der Armen, den hungerleidenden Banken.

Wollen uns die Berliner auf den Arm nehmen mit ihrem falschen und verlogenen Spiel oder sind sie schlicht dumm?

Früher war Mallorca das 17. Bundesland der BRD. Wir haben uns quasi eine spanische Insel als Urlaubs-Bundesland geleistet. Doch wem genügt schon auf Dauer eine so kleine Insel? Der Trend geht eindeutig in Richtung eigenem Urlaubs-Staat. Warum sollten wir uns nicht ein ganzes Land statt nur einer kleinen Insel als Feriendomäne der BRD leisten?

Das hat jetzt auch die „Regierung“ in Berlin erkannt und 150 Milliarden Euro – ausgeschrieben sind das 150.000.000.000 nur mehr wenig vertrauenserweckende Euro – locker gemacht, um ein südliches und sonnenverwöhntes Land der BRD anzugliedern. Leider, das zeigen die Verträge, kaufen wir mit dem schwer erarbeiteten Geld jedoch nicht ganz Griechenland, sondern nur deren Schulden, die diese unter anderem auch bei Deutschen Banken haben.

Eine einfache Einzugsermächtigung jedes Bürgers bei seiner Bank hätte also genügt und wir hätten uns nicht vergeblich auf das neue „volkseigene“ Ferienparadies mit All-Inclusive gefreut. Man kann eben nicht alles haben, aber Vorfreude ist immerhin die schönste Freude.

Doch was treiben die in Berlin eigentlich tatsächlich? Ein Blick in den Spiegel am 24.05.2010 verrät:

Deutschland muss sparen – aber wo? Führende Politiker von Union und FDP haben sich nun festgelegt: Sie wollen die Sozialausgaben kürzen, im Gespräch sind auch Einschnitte bei Hartz-IV-Leistungen. Die SPD kündigt Widerstand an, sie fordert eine Extrasteuer für Reiche.

Die liebe Reichensteuer, welch schönes Totschlagargument. Wen trifft sie am Ende? Die Mittelständler, die Säule der Deutschen Wirtschaft, denn diese sind mit dem Begriff „reich“ grundsätzlich gemeint. Die wirklich Reichen haben Geldkanäle und Vermögen, die sicher vor jeder Art von Steuer sind. Schön blöd wären sie, hätten sie das nicht.

Ist es nicht nett, wie die angeblichen Volksvertreter auch über Kürzungen von Hartz-IV diskutieren? Noch kein Monat ist vergangen, da wurden Töne über eine Diätenerhöhung aus dem niedersächsischen Landtag vernommen. Und dabei formulierte Schäuble das Thema so schön im Spiegel-Artikel:

„Wir müssen unsere sozialen Sicherungssysteme so ausrichten, dass sie zur Aufnahme regulärer Beschäftigung motivieren und nicht gegenteilige Anreize setzen.“

Genau richtig. Abgeordnete benötigen wirklich einmal echte Motivation, sich regulär zu beschäftigen und eine Leistung für ihr hohes Honorar zu erbringen. Vermutlich bezog sich dieser Satz jedoch nicht auf seine Amtskollegen, sondern auf diejenigen, welche wie gehabt für all den Unsinn aufkommen müssen, den er mit seiner gesammten Berliner Mannschaft fabriziert: Sie, der Bürger – oder sagen wir besser Bürge.

An sich ist dieses Vorgehen sogar ganz logisch und konsequent, denn wer fliegt schließlich nach Griechenland in Urlaub? Auch Sie. Zumindest rein statistisch gesehen fliegen etliche von uns Zahlmicheln in unseren fast volkseigenen Urlaubs-Staat.

Selbstverständlich haben die große Sparaktion und auch die bald kommenden Steuererhöhungen rein gar nichts mit dem Milliardengeldfluss ins neue Süd-Süddeutschland zu tun. Daher liest man auch kein Wort darüber beim Spiegel.

Nicht anders in der Bild-Zeitung. Am 24.05.2010 wurde großartig über alle erdenklichen Einsparmöglichkeiten philosophiert, beispielsweise vom „Deutsche Sicherheit am Hindukusch-Verteidiger“ Guttenberg:

Guttenberg zog allerdings eine klare Grenze: Diese sei in Spargesprächen „definitiv dort, wo es um das Leben und die Unversehrtheit unserer Soldatinnen und Soldaten im Einsatz“ ginge. „Da werde ich unerbittlich sein“, sagte er.

Wie wäre es denn damit, einfach Sack und Pack in die Koffer zu verstauen und nach Hause zu fliegen? Das würde haufenweise Geld sparen und für die Sicherheit jedes einzelnen Soldaten garantieren – zumindest, solange keine polnischen Piloten das Flugzeug steuern.

Natürlich haben wir Verständnis dafür, dass dies aus US-Hörigkeitsgründen nicht geht, daher, liebe Rentner, sind jetzt eben Sie fällig. Wie Bild in einem anderen Artikel am 22.05.2010 berichtete, „müssen alle solidarisch beitragen“:

Müssen wir also auch über die größten Posten im Haushalt sprechen – den Zuschuss an die Rentenkasse von 80 Milliarden Euro und die Hartz-IV-Leistungen in Höhe von 40 Milliarden Euro?

Zur Sanierung der Staatsfinanzen müssen alle solidarisch beitragen.

Es ist wie beim Sport: Wer hinterher keinen Muskelkater spürt, hat sich nicht richtig angestrengt. Daher will Hans-Peter Keitel, Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie, dass wir Bürger die „Sanierung der Staatsfinanzen“ auch so richtig spüren. Vielleicht motiviert das ja. Fragt sich nur, wen?

Bei diesem Bild-Artikel wurde immerhin zu Beginn ein bisschen der Bezug zu Griechenland bzw. zur Rettung des Euro hergestellt:

BamS: […] Deutschland muss für bis zu 148 Milliarden Euro gerade stehen. Ist das zu verantworten?

Hans-Peter Keitel: Wir müssen retten. Es gibt keine andere Möglichkeit. Hätte man Griechenland pleite gehen lassen, wären die Auswirkungen verheerend gewesen – auch für Deutschland.

Es ist wirklich unglaublich, wie ignorant der offensichtliche Zusammenhang zwischen diesen Wahnsinnszahlungen ins insolvente EU-Ausland und den daraus resultierenden Belastungen für die hiesigen Bürger totgeschwiegen wird.

Schaut man sich dagegen die Kommentare zum Artikel an, betritt man quasi einen anderen Planeten. Die Bürger sind längst schon, allein von ihrem Gefühl her, dieser Hinterhältigkeit auf der Spur. Fast bekommt man den Eindruck, Zeitungen und Fernsehen werden nur noch von der Elite für die Elite gemacht, damit wenigstens diese ihre eigenen Lügen weiterhin glauben können.

Wenn sich das so fortentwickelt, dann wird die Diskrepanz zwischen Medienfiktion und der Realität bald zu einem vernichtenden Gewitter eskalieren und das wird sich nicht nur auf unser Land beschränken bzw. beginnt vermutlich gar nicht in der BRD. Denn nicht mehr nur den wenigen aufgeklärten Bürgern fallen diese Lügen auf, sondern auch das unmündige Medienschaf erkennt inzwischen im Nebel von tagesschau-Märchen, Fußball-WM und Eurovision Song Contest das nahende Ende des Flusses kurz vor dem gefährlichen Wasserfall.

Man fragt sich eigentlich nur noch: Sind die da oben wirklich so blöd oder sind die einfach nur unglaublich dreist?

Wie auch immer die Antwort lautet, der Depp ist der Bürger, denn dieser wird zum Narren gehalten und muss auch noch für den ganzen Wahnsinn bezahlen. Ob dieser sich das weiterhin bieten lassen wird? Die Arroganz der Obrigkeit – nicht nur in der BRD – hat inzwischen solche Ausmaße angenommen, dass sich diese Leute weder schämen noch ihre offensichtlichen Verbrechen am Volk versuchen zu verbergen.

Alleine die Medienschreiberlinge halten noch vor dem Berg, vermutlich weil sie nicht glauben können, was sie gerade erleben, denn es ist fast undenkbar, dass wirklich alle Journalisten korrupt sind oder nur nach Plan schreiben. Doch wehe, wenn auch sie losgelassen werden: Medienhetze ist der Vernichtungsschlag für jeden Politiker.

Wir werden sehen, was demnächst passiert. Die Politmarionetten sind sicherlich mehrheitlich nicht im Bilde über den großen Plan, sondern werden notfalls „geopfert“. Gegen in Aufruhr geratene Volksmassen sind die Regierungen jedenfalls gewappnet. Aber selbst dem dümmsten Volksvertreter müsste wenigstens sein schlechtes Gewissen allmählich Alarm schlagen und ihm signalisieren, dass es so wie bisher mit der Lügerei nicht mehr lange weitergehen kann.

22 Replies to “Sparwahnsinn: Frechheit oder Blödheit – das ist hier die Frage”

  1. #19 SHS

    ich krieg das nicht mehr zusammen, wurde aber seinerzeit vor ca. 2-3 Jahren heiß in einigen Foren diskutiert, unter anderem glaub ich in
    „Schall und Rauch“ in den Kommentaren.
    Da gab es einige Leute die einiges zum Besten gaben.

    Investieren tut wohl, wenn´s überhaupt stimmt, wohl niemand darin.
    Soweit ich´s verstanden hatte geht´s hier darum, daß Banken bei denen Du im Schuldverhältnis stehst die Geburtsurkunde als Bürgschaft bei einem Rückversicherer hinterlegen.

    Dabei spielt wohl die standesabhängige zu erwartende Lebensarbeitsleistung eine Rolle.
    Die soll in den USA im Schnitt bei 650000 Dollar gelegen haben.

    Angeblich ist auch beisielsweise an Hand der Schriftweise deines Namens auf deiner Kreditkarte Dein Schuldverhältnis ersichtlich.

    Mir ist es eigentlich wurscht ob das alles stimmt,weil es sowieso unwichtig ist.
    Vorstellen könnt ich mir´s.

    Aber google doch mal wenn´s Dich interessiert.(Und lass mich wissen, wenn Du Interessantes gefunden hast)

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