© Claudia35 / PIXELIO

Wo die Welt noch in Ordnung scheint: Diktatorische Moral trotzt der Hyperinflation

Wir kennen Simbabwe aus der jüngsten Vergangenheit als Land mit gigantischer Inflation. Inzwischen ist die eigene Währung verschwunden, vermutlich rein physisch in den Kochstellen der Bevölkerung. Und mit Verschwinden der alten Währung scheint auch plötzlich das Versorgungsproblem der Menschen gelöst zu sein.

Das Land wird – laut unseren Medien – von einem Diktator beherrscht. Bei genauerer Betrachtung kommen allerdings Zweifel auf. Ist Präsident Robert Mugabe vielleicht einfach nur zu wenig Gutmensch, gemessen an unserem verkorksten Weltbild?

Erinnern Sie sich noch an die unglaublichen Inflationszahlen und die vielen Nullen auf den Geldscheinen des Simbabwe-Dollars? Im Spiegel wurde am 02.02.2009 über die Streichung vieler „Nullen“ berichtet:

Im Kampf gegen die millionenfache Hyperinflation hat Simbabwes Zentralbank am Montag die Streichung von zwölf Nullen bei der Landeswährung bekanntgegeben. Mitte vergangenen Jahres hatte sie bereits zehn Nullen gestrichen.

Das ist vorbei. Die alte Währung ist wertlos geworden und wird wie Altpapier behandelt. Jede Papiergeldwährung ist im Grunde nichts anderes als Altpapier, nur die Menschen akzeptieren sie als etwas Werthaltiges, bis, ja bis berechtigte Zweifel daran aufkommen. So geschieht es gerade mit dem Euro.

Unsere Mitbürger im In- und Ausland, die ebenfalls den Euro als gesetzliches Zahlungsmittel verwenden, werden fast täglich skeptischer gegenüber unserer Währung. So fängt ein Währungszusammenbruch immer an, das Vertrauen ins Geld sinkt. Denken Sie an das Kartenspiel „Schwarzer Peter“, bei dem man eine Karte loswerden will und sie am Ende des Spiels nicht mehr besitzen sollte. Auch den Euro sollte man am Ende dieses realen Spieles besser nicht mehr in der Tasche haben.

Was geschah in Simbabwe, nachdem deren Währung nun endgültig zusammenbrach? Es ging aufwärts, die Regale in den Supermärkten waren wieder voll und die Preise für Lebensmittel sanken, so die Allgemeine Zeitung am 14.04.2009:

In Simbabwe ist in den letzten Wochen etwas Bemerkenswertes passiert: Die zu Jahresbeginn noch leeren Regale in den Supermärkten haben sich mit Waren gefüllt. Zeitgleich sinken die Preise der Lebensmittel, nachdem sie sich noch vor zwei Monaten fast täglich verdoppelt hatten. Vor Banken, Tankstellen und Bäckereien schwinden die Warteschlangen.

Welch interessante Wendung, nachdem die Inflationsrate in Simbabwe im Sommer 2008 noch bei etwa 230 Milliarden Prozent lag. Wie aus dem Nichts tauchten nun plötzlich überall US-Dollars auf, sogar die Regierung bezahlte ihre Staatsbeamten auf einmal mit den grünen Banknoten. In Anbetracht der extrem hohen Arbeitslosigkeit von 80-90% deutete dies alles auf eine enorme Schattenwirtschaft hin, so die Allgemeine Zeitung weiter.

Natürlich waren mit der Einführung des US-Dollars längst nicht alle Probleme gelöst, beispielsweise wurden die Preise für Telefon und Strom massiv erhöht. Dennoch zeichnet sich ein großes Potenzial an „Aufschwung“ ab. Bei T-Online wurde gerade ein Jahr später am 26.04.2010 gar von „Blühenden Landschaften“, bedingt durch eine „wachsende, konsumfreudige Mittelschicht“, gesprochen:

Blühende Landschaften nach dem wirtschaftlichen Kollaps.

[…]

Im Februar 2009 wurde die Landeswährung offiziell abgeschafft und die gesamte Wirtschaft dollarisiert. Seitdem sei die Inflation kein Thema mehr und die Warenregale sind wieder voll – genau wie nach der Währungsreform in Deutschland. […] Ein weiterer positiver Effekt: Alle Schulden, die im Land in Simbabwe-Dollar bestanden, seien durch die Währungsreform verschwunden.

Wäre das nicht toll, wenn auch bei uns schlagartig alle Schulden verschwunden wären? Sicherlich. Aber die Medaille hat noch eine Kehrseite, denn gleichzeitig mit den Schulden verschwinden auch alle Geldvermögen. Das ist zwingend und logisch, weil unser ungedecktes Geld erst durch Kreditvergabe geschöpft wird. Ohne Schulden gibt es auch kein Geld.

An Simbabwe wird überdeutlich sichtbar: Nur reale Güter überleben eine Währungsreform. Alles an Geldtiteln wird dabei vernichtet und liegt am Ende im wahrsten Sinne des Wortes als Altpapier auf der Straße und in den Mülltonnen.

Bedeutet das nun zwangsläufig, dass es bei uns genauso ablaufen wird? Das kann niemand voraussagen, denn wie eine Währungsreform abläuft, wird willkürlich von den Herrschenden festgelegt. Die Staatsschulden werden gelöscht, was einem Staatsbankrott gleichkommt. Was mit den privaten Schulden geschieht, ist immer ein großes Risiko. Besser, man hat keine und besser, man hat auch nur wenig Vermögen in Euro- und Papiergeldwährung angelegt.

In den Westfälischen Nachrichten vom 25.04.2010 erzählte ein Ehepaar aus Bocholt über seine Erlebnisse der vergangene Jahre in Simbabwe:

„Mit Taschen und Säcken voller Geld sind wir einkaufen gegangen“, berichtet Lange. „Vorher haben wir die Scheine gezählt und gebündelt, sonst hätten wir an der Kasse ewig gebraucht.“ Die Hausangestellte und den Gärtner hätten sie zum Teil mit Naturalien bezahlt, weil der Simbabwe-Dollar zu schnell an Wert verlor.

[…]

Die Läden seien zeitweise leer gewesen, berichtet Weisensee und zeigt entsprechende Fotos.

[…]

„Das Hauptnahrungsmittel in Simbabwe ist Maismehl. […] „Aber es gab Zeiten, in denen es noch nicht einmal das Maismehl gab.

Naturalien zum Überleben sind eben wichtiger als Geld, das ist die Realität. Daraus resultierte wohl auch die gute Laune der Bürger. Es geht aber leider vielen heutigen „Untergangspropheten“ bei ihrer Vermögensumschichtung in erster Linie um zukünftigen Reichtum, den sie durch Kauf von Edelmetallen erzielen wollen. Wer unbedingt meint, damit endgültig glücklich zu werden, der soll das tun.

Diejenigen, welche einfach nur ihr weniges Hab und Gut in Form von kleinen Sparguthaben oder Lebensversicherungen gegen den vollständigen Verlust durch eine Währungsreform absichern wollen, handeln mit der besseren Absicht. Wer diese Art von Grundvorsorge im Wissen um die kommende Finanzkatastrophe jedoch nicht betreibt, handelt grob fahrlässig. Nicht Gier, sondern Verantwortung sollte uns in der kommenden Zeit – bzw. grundsätzlich immer – leiten.

Wer etwas zum Tauschen oder Handeln besitzt, der steht im Ernstfall ganz einfach besser da als derjenige, der sein Vermögen den Banken anvertraut hat. Simbabwe demonstriert diese Tatsache sehr eindrücklich. Der Bauer in der Nachbarschaft wird Ihnen eher Kartoffeln für ein wertvolles Stück Silber geben als für einen Stapel farbigen Papiers.

Ein seltsames Phänomen ist trotz der exorbitant hohen Arbeitslosigkeit in Simbabwe zu beobachten. Laut Financial Times Deutschland vom 14.04.2010 findet sich kein Scharfrichter im Lande:

Simbabwes Todeskandidaten warten seit Jahren auf ihre Hinrichtung. Schuld ist nicht die Justiz – es findet sich einfach niemand für den Job.

Einschlägige Erfahrung? Wäre gut, muss aber nicht sein. Lese- und Schreibkenntnisse? Nicht nötig. Eine gewisse Fingerfertigkeit soll der Bewerber mitbringen. Und eine ausgeprägte Kaltblütigkeit. Alles Weitere lässt sich schnell von den Kollegen lernen.

50 Todeskandidaten warten im knapp 12 Millionen Einwohnerstaat auf ihre Hinrichtung. Diese Zahl und die vergebliche Suche nach einem Henker passen so gar nicht in das Bild einer angeblichen Diktatur. Auch die folgenden Punkte aus der Standard vom 14.04.2010 geben Anlass zum Nachdenken:

Ein Gesetz, demzufolge alle Firmen künftig mindestens zu 51 Prozent schwarzen Simbabwern gehören müssen, sei von der Koalitionsregierung für „null und nichtig“ erklärt worden…

[…]

Das Gesetz geht auf eine Initiative des international geächteten Präsidenten Robert Mugabe zurück. Geplant war, dass größere Unternehmen nicht mehr von Weißen oder Asiaten dominiert werden dürfen. […]

Mugabe hatte die weitgehende Enteignung der weißen Farmer durchgesetzt.

Diese Initiative von Mugabe klingt stark nach dem Versuch, sich aus den Fängen des Westens befreien zu wollen, indem die einheimischen Unternehmen nicht durch ausländische Firmen kolonialisiert werden sollen. Aus Sicht der westlichen Mächte muss Mugabe dann natürlich ein Diktator sein, denn er versucht die „Übernahme“ durch das Ausland zu verhindern. War nicht auch Deutschland einmal aus diesem Grunde im Visier eines Weltkrieges?

Mugabe scheint zudem nicht an der bei uns schon seit Jahrzehnten grassierenden Massenkrankheit zu leiden: Der toleranten und Kultur-zerstörenden Gutmenschlichkeit. Seine in Pride1Radio vom 05.04.2010 zitierte Äußerung lässt eindeutig darauf schließen:

Bei einem Fest anlässlich des Frauentages bezeichnete Mugabe Homosexualität als „Idiotismus“ und „Irrsinn“, der den Zusammenhalt der Nation gefährden könne, so eine Meldung des Infomagazins „GGG.at“.

Wer sich der Homosexualität ergibt, vernichtet die nationale Einheit“, so der Präsident. Gleichgeschlechtliche Liebe sei eine „ausländische Praxis“, die in sein Land importiert wurde, sagte er weiter.

Sogar Mugabes eben erwähnter stärkster Konkurrent Tsvangirai sprach sich in gleicher Weise gegen die Homosexualisierung seiner Gesellschaft aus. Er fragte sich, warum man sich nach Männern umschauen solle, wo doch 52% der Bevölkerung Frauen seien und es „so wenige Männer“ gäbe.

Ein seltsamer Diktator, der sein Land offensichtlich vor dem Ausverkauf und der Ausbeutung durch ausländische Konzerne schützen will und anscheinend auch höhere moralische Werte besitzt, als die meisten unserer westlichen Politiker.

5 Kommentare zu “Wo die Welt noch in Ordnung scheint: Diktatorische Moral trotzt der Hyperinflation

  1. Wenn Tsvangirai den Bankstern die Tuere oeffnet, geht es also gleich wieder aufwaerts. Wenn einer die Tuere schliesst ist er ein Diktaor. So ging es unserem Fuehrer ja bekanntlich auch. Oder wie in Russland nach dem man die Bankster aus dem Lande jagte, fing natuerlich der kalte Krieg gegen Russland an und die bankster legten Russland auf Eis, bis sie wieder von aleine zu Kreuze gekrochen kamen. Wie dann in den 90ziger Jahren wieder die Tuere geoefnet wurde, ging es wieder einbischen aufwaerts. Leider ist die gute Zeit dort schon wieder vorbei, denn die Weltwirtschaft ist am Fritz.
    Mir gefaellt was er ueber die Hobosexualen (a f****king bum) sagte. Using the wrong tools for the job.

  2. Auf der Seite zur Arche, ist man besser aufgehoben:

    Arche Noah gefunden:

    http://www.haroldgraf.blog.de/2010/05/04/arche-noah-gefunden-8515632

    Der Fund der Arche reicht alleine schon aus, um den Wahrheitsgehalt der Bibel zu beweisen.

    Als nächstes wird bald Folgendes kommen:

    Die Verwüstung der Erde

    http://www.haroldgraf.blog.de/2010/04/17/verwuestung-erde-8388901

    Matthaeus 24,3: Und als er auf dem Ölberge saß, traten zu ihm seine Jünger besonders und sprachen: Sage uns, wann wird das alles geschehen? Und welches wird das Zeichen sein deiner Zukunft und des Endes der Welt?

    Matthaeus 24,6: Ihr werdet hören Kriege und Geschrei von Kriegen; sehet zu und erschreckt euch nicht. Das muß zum ersten alles geschehen; aber es ist noch nicht das Ende da.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.