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HipHop für die Wahrheit – Ein Rapper im Interview

TonyCash, ein junger Rapper aus Hamburg, hat mit seinen 22 Jahren bereits einschlägige Erfahrungen mit dem Leben und der Justiz sammeln können.

Im Interview erklärt er seine Motivation für das Musikmachen. Als aufgeklärter Mensch liegt ihm vor allem die Verbreitung der Wahrheit am Herzen. Er zeigt zudem die Gratwanderung zwischen Erfolgswunsch und Idealismus, denn Künstler nagen bekanntlich nicht selten am Hungertuch, insbesondere wenn sie sich mit kritischen Themen befassen.

Das folgende Interview mit TonyCash wurde am 08.03.2010 geführt.

Wahrheiten.org: In Deinem Lied „Meine Story“ singst Du von Deiner Vergangenheit, einer schwierigen Kindheit bis hin zur Haftstrafe. Wie begann das alles?

TonyCash: Mein Vater war früh verstorben, als ich drei Jahre alt war, und meine Mutter musste trotz diesem Verlust stark bleiben und mich alleine großziehen.

Ich habe schon als kleines Kind immer das gemacht, was ich wollte und habe mir von keinem etwas sagen lassen… also ich war ein schwieriges Kind *grinst*

Leider war das Geld stets knapp, was mir schon als kleiner Junge klar war, und ich rutschte langsam in die Kriminalität. Ich habe die Schule abgebrochen, um Drogen zu verkaufen und wollte einfach viel Geld machen, Markenklamotten tragen usw.

Irgendwann habe ich selber Drogen genommen und nur Mist im Kopf gehabt in dieser Zeit. Schon vor dem Knast hatte ich eine dreijährige Bewährungsstrafe und einen Monat Jugendarrest, aber ich bin trotzdem nicht aufgewacht.

Wodurch kam dann Dein Umdenken zustande? Hing dies mit dem drastischen Einschnitt im „Kerker“ zusammen?

Ja, als ich dann „zum Glück“ meine 16-monatige Haftstrafe bekam, als ich 18 Jahre alt war. Allerdings hätte ich wohl zwei bis drei Jahre bekommen müssen. Im Knast war dann der Punkt, wo ich merkte, wie sinnlos das ist. Man muss dort mit sich selbst klarkommen. 24 Stunden muss man sich irgendwie beschäftigen, in einer Zelle, in der nichts drin ist.

Ich hatte bis dahin nie Bücher gelesen, aber ich hatte keine Wahl und merkte, dass es mir Spaß macht. Damals habe ich 600 Seiten lange Bücher in 2 Tagen durchgelesen.

Welche Bücher hast Du gelesen? Gab es eine brauchbare Auswahl in Deinen Augen und hat sich Dein Interesse verändert?

Ja, also ich habe viele Bücher von John Grisham gelesen. Weil ich finde, er ist ein guter Romanschreiber. Und meistens sind es wahre Begebenheiten, so etwas finde ich interesannt. Dann habe ich die Geschichte von Malcolm X gelesen (die ich schon vorher kannte, aber das Buch ist ausführlicher) und auch die von Pablo Escobar uvm.

Was veränderte sich durch das Lesen in Dir?

Es hat meine Interessen nicht unbedingt geändert, aber man lernt mehr dazu. Für Songwriter ist Lesen ein Muss, es wirkt sich positiv auf die Lyriks aus.

Welche Vorsätze hattest Du Dir dann konkret im Gefängnis gefasst?

Ich habe mir vorgenommen, neu anzufangen und mir Respekt – auf die richtige Art und Weise – zu verdienen. Mit Arbeit oder durch Musik. Nicht durch Angst. Aber es ist nicht so einfach, weil das alles immer auf dich zurückkommt oder man keine Wahl hat und einfach Geld braucht.

Auf jeden Fall machte es „Klick“ in meinem Kopf und ich sah alles mit anderen Augen – ich bin im Kopf reifer geworden.

Als Du Dir vorgenommen hast, Musik zu machen und ein normales Leben zu führen,  was waren Deine Absichten, warum ausgerechnet Musik und welche Art von Botschaft wolltest Du vermitteln?

Damals, als ich 16 Jahre alt war, hörte ich viel 2Pac und der hat mich inspiriert, Musik zu machen. So hab ich angefangen, die ersten Texte zu schreiben. Aber das habe ich immer nebenbei gemacht. In der Haft dann, war Musik etwas, wonach ich greifen konnte. Also der Glaube daran, gute Musik zu machen, hat mir irgendwie immer Kraft gegeben.

Ich wollte endlich auf ein Niveau kommen, womit man andere Menschen erreicht. Wenn jetzt ein kleiner Junge zu mir kommt und sagt „du bist cool“, weil ich darüber spreche, irgendjemandem eins auszuwischen, dann macht mich das nicht stolz.

Aber wenn jemand zu mir kommt, reif im Kopf und erwachsen ist, und der sagt „du hast Recht, das habe ich auch durchgemacht, der Text gibt mir Kraft“ oder jemand, der gar kein HipHop hört und dann sagt „ich höre kein HipHop, aber ich finde gut, worüber du redest“, dann macht mich das stolz.

Warum ausgerechnet HipHop?

Ich habe durch 2Pac und viele andere Rapper aus Amerika gesehen, wieviel Einfluss HipHop hat und weil ich mich selbst viel mit der Welt beschäftige oder auch andere Kulturen interessant finde, wollte ich meine Meinung einfach damit ausdrücken.

Weil sonst keiner mehr darüber spricht, wo und wie Kriege auf der Welt passieren, dachte ich, lohnt es sich darüber zu sprechen. Und wenn ich es schaffe, dass die Jugendlichen meine Musik hören und sie cool finden, bleibt der Text in ihrem Kopf hängen. Der Inhalt, der da mit drinsteckt, wird, wenn er „Aussage“ hat, vielleicht zum Gesprächsthema. So habe ich dann das „Gute“ verbreitet.

Ein Zitat: „Das Böse kann nur gedeihen, solange das Gute nichts dagegen tut.“

Anhand Deinen Texten wird klar, Du weißt Bescheid über die Lügen der Welt. Seit wann sind Dir diese bekannt, wie kam es dazu und was hat das in Dir verändert?

Seit Alex Jones. Schon bevor ich von Alex Jones hörte, war mir bewusst, was passiert. Die frage „Warum?“ hat sich für mich immer gestellt. Der 11. September z.B.: Warum werden Beweise, die für den selbstgemachten Terroranschlag sprechen, dem Volk vorenthalten?

Oder warum ist Afrika so ein armes Land, das mit Kriegen überschattet wird, obwohl es die größten Rohstoffvorkommen der Welt besitzt? Oder warum werden unsere Steuern stetig mehr und höher?

Ich wusste immer, dass etwas falsch läuft, alleine wenn man sich die Struktur in Amerika anschaut, die Ghettos und wie die Schwarzen behandelt wurden. Das hat alles andere als mit Freiheit zu tun. Und das ist mir regelmäßig aufgefallen.

Das, was Alex Jones sagte, machte mich neugierig und ich befasste mich mehr damit und bildete mir meine eigene Meinung. Mittlerweile bin ich davon überzeugt, dass es mit den Illuminaten zu tun hat, dass Banken unsere Welt regieren.

David Icke sagte etwas sehr Gutes: „Wenn man sich nicht auf die Medien und den ganzen Kram einlässt, erweitert sich dein Geist. Weil die Medien und alles, was uns täglich in den Kopf gehämmert wird, unsere Fähigkeiten beinträchtigen, klar zu denken. Wenn man alles klar sieht, wird es nur noch klarer, dein Geist erweitert sich und das ist ein natürlicher Prozess.

Wie geht es Dir damit, diese ganzen Lügen nun alle zu kennen?

Es macht mich traurig und wütend. Und ich wünsche mir, dass wir normal leben – in Freiheit! Ohne Kriege, ohne korrupte Staatsmänner. Ehrliche Menschen als Präsidenten oder Bundeskanzler. Man wird ausgebeutet und verarscht, man arbeitet sein Leben lang und kämpft darum, seiner Familie das Essen auf den Tisch zu bekommen, um am Ende ein schönes Leben zu haben.

Aber selbst das wird uns genommen. Es wird immer schwerer und komplizierter und die Armut kommt auch zu uns.

Wenn alle Menschen streiken und nicht arbeiten würden, müssten diese Leute da oben handeln, weil sie keine Einkommensquelle mehr hätten. Das Volk hat die Macht, nicht umgekehrt. Wir geben dem Staat die Macht. Und wir können das alles ändern, sobald die Leute endlich aufwachen. Würden die Leute demonstrieren oder streiken – ich wäre der erste, der mit dabei ist!

Glaubst Du, dass eine Veränderung im Guten noch möglich ist?

Ich hoffe es, aber leider sieht man immer mehr, wie das Böse siegt, nicht das Gute. Daher bin ich immer wieder froh, wenn ich sehe oder höre, dass es Leute gibt wie dich, die sich dafür einsetzen. Das macht mir Hoffnung, dass alles noch besser wird.

Und ich werde nicht aufhören darüber zu sprechen. Vielleicht schaffe ich es mit der Musik, viele Leute davon zu überzeugen. Seitdem ich das mache, fühle ich mich auch gut. Also es gibt mir das Gefühl, das ist richtig, was ich mache. Die Menschen sind von Natur aus gut, aber sie sind zu verwirrt von anderen Dingen, die auf uns einprasseln in den Medien und der Politik, sodass sie die Wahrheit nicht erkennen oder hinterfragen. Das muss sich ändern.

Einmal angenommen, Du bekämst plötzlich ein Angebot für einen Plattenvertrag, der Dir jedoch zur Auflage macht, nur noch unkritische Texte zu singen. Ab welchem Betrag würdest Du schwach werden?

Ich verkaufe meine Seele nicht.

Was wirst Du tun, wenn es nicht klappt, von der Musik selbst leben zu können? Hast Du eine Art Plan B?

Ja klar, ich arbeite und suche mir eine Ausbildung. Da ich viel Zeit verschenkt habe, werde ich das jetzt nachholen. Nur ich merke, wie schwer es ist und man eigentlich wenig Aufstiegschancen hat.

Ich kann es dir nicht sagen, das ist eigentlich nicht das Leben, was ich führen möchte, aber ich verlasse mich nicht allein auf die Musik. Das wäre naiv.

Welche kurzfristigen Ziele hast Du gerade in Deinem Leben, was hast Du vor?

Seit meiner Vergangenheit mit dem Knast versuche ich, den guten Weg zu gehen, auch wenn es nicht immer gelingt. Aber ich arbeite nebenbei und konzentriere mich auf die Musik.

Ich arbeite an meinem Album, was aber erst gegen Ende des Jahres fertig sein wird. Dafür investiere ich viel Geld und Zeit. Heutzutage kann man mit Musik nicht mehr reich werden oder viel Geld machen. Mir würde es reichen, wenn ich davon leben könnte und das machen kann, was ich von Herzen gerne tue. Das wird auch immer mein Traum bleiben.

Und wie sehen Deine längerfristigen Pläne aus?

Weißt du, ich will nur ein Leben führen ohne Sorgen und Ängste. Ich möchte glücklich leben und frei sein. Ich möchte eine gute Frau haben, eine Familie gründen und so Geld verdienen, dass es nicht jedes Mal bei der Hälfte oder Ende des Monats ein Kampf ist, um über die Runden zu kommen.

Auch möchte ich nicht mein Leben lang eingeschränkt sein bei einer Arbeit, die ich eigentlich hasse, aber machen muss, um zu überleben und weil es nichts anderes gibt. Alle Türen sind geschlossen, aber man darf die Hoffnung nie aufgeben. Ich kämpfe dafür, ein glückliches Leben zu haben, aber nicht wenn ich Rentner bin, sondern wenn ich 30 bin.

Was denkst Du, was ist der Sinn Deines Lebens? Aktuell ist es für Dich vielleicht die Musik, aber was ist der eigentliche Zweck Deines Daseins und welche Konsequenzen ziehst Du daraus? Hast Du in der Zeit im Gefängnis auch darüber nachgedacht?

Ich habe über so vieles nachgedacht, das mache ich jetzt noch. Meine Vergangenheit bereue ich nicht, auch wenn es hart war. Aber ich weiß, ich bin dadurch reifer und schlauer geworden. Das sind Erfahrungen, die unbezahlbar sind. Und das macht uns menschlich.

Ich bin ein Mensch, der sehr tolerant ist und den Fokus nicht auf 1km ausgerichtet hat, sondern ich bin offen für die ganze Welt. Viele Leute möchte ich noch kennenlernen, besonders Menschen aus anderen Teilen der Welt. Die schönen Orte dieser Erde will ich noch sehen, denn uns werden nur die negativen Dinge aus der Welt gezeigt, obwohl es soviel Schönes hier gibt und ich möchte nicht nur vor mich hinvegetieren, wir leben nur einmal.

Glaubst Du an eine höhere Macht, an Gott den Schöpfer?

Schau dir die Tierwelt an, das sind Lebewesen auf diesem Planeten wie wir auch. Und es gibt kein Lebewesen, was überflüssig ist. Jedes Lebewesen hat seine Aufgabe, das eine kann ohne das andere nicht leben.

Das ist das, was ich sehe mit meinen Augen und es ist was Besonderes und kein Zufall. In schweren Zeiten habe ich auch zu Gott gebetet und es hat mir Kraft gegeben.

Danke Dir für das Interview.

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8 Kommentare zu “HipHop für die Wahrheit – Ein Rapper im Interview

  1. Klasse Song!Tolles Interview! Er hat recht,mit Musik kann man wenigstens die junge Gerneration ansprechen.Und um diese geht es Hauptsächlich.

  2. Da ich seit einigen Wochen regelmässig auf diese Seite schaue, bin ich überascht ein Interview mit TonyCash hier zu lesen.

    Muß vor weg sagen, das Tony Cash eigendlich der Rapper ist der mich auf die Idee gebracht mich mit der Wahrheit auseinanderzusetzen.
    Im letzten Jahr bin ich aufgefordert worden mir die Songs mal anzuhören.
    Aber zu dem Zeitpunkt als ich den Song „Die Welt ist so kaputt und grau“ gehört habe, muste ich nur den Kopf schütteln.
    Weil in den Song alles auf der Welt soo schlecht geredet wird.
    Doch als ein paar Wochen später „Scheiß auf NWO erschien, da haben die Alarmglocken angefangen zu schlagen.

    Jetzt bin ich auf eine Dokumentation gestoßen, die über die Musik-Industrie berichtet, was wirklich hinter der Musik Industrie steckt.

    http://www.youtube.com/watch?v=Hs_VpEGjLJc

    Würde mich sehr freuen wenn sich der Autor dieser Webseite auch über das Thema „Musik“ in Zukunft berichten würde und ein paar Hintergründe aufzudecken.

  3. Interessant finde ich auch den Bericht über John Todd was er im letzten Teil über die Musik sagt. Wenn man die Video Dokumentation anschaut, dann ist wird wohl jeder verstehen was er damit gemeint hat.

    Ich kann aus eigenen Erfahrungen nur sagen das die Rock – Musik, als sie unser Haus kam, mein Leben langsam aber sicher verändert hat, und das eigendlich wichtige Ziel aus den Augen verlohren habe !

    Empfehlen möchte ich hier noch den Rapper http://www.killezzmore.com der vor kurzen seite Truthrap EP herausgebracht hat.

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