© hofschlaeger / PIXELIO

„Mach Dich naggich!“ – Nur zu Ihrer eigenen Sicherheit

Wieder einmal wurde der Westen direkt in seiner Sicherheit und Freiheit bedroht. Terroristen waren am Werk und das an Weihnachten.

Rauben diese Verbrecher uns nun wieder ein weiteres Stück unserer demokratischen und hochgelobten Freiheit? Oder geben nicht vielmehr die Menschen freiwillig ihre Rechte ab, aus Angst vor Terror? Doch wer sind eigentlich die wahren Terroristen?

Was wird die CIA wohl dem „Attentäter“  Umar Faruk Abdulmuttalab, einem 23-jährigen nigerianischen Studenten, für seine missglückte „Terroraktion“ bezahlt haben? Stellen Sie sich einmal kurz vor, mit was wir es hier zu tun haben. Abdulmuttalab war als angeblicher Selbstmord-Attentäter unterwegs, mit Geld wird man ihn wohl kaum hat locken können, denn was hätte er damit nach seinem freiwilligen Ableben angefangen?

Wenn er für diese Aktion dennoch gekauft wurde, dann muss er so überzeugt hinter der Sache gestanden haben, dass er sich jetzt garantiert ziemlich verschaukelt vorkommt, wo seine „Bombe“ gar nicht losging. Ob er sie selbst gebastelt hatte? Der Spiegel schrieb dazu am 27.12.2009:

Neue Spuren im Terrorplot von Detroit: Der Angeklagte Abdulmuttalab behauptet, den Sprengstoff für sein Flugzeugattentat von einem Qaida-Bombenbauer erhalten zu haben. Der 23-Jährige war Ermittlern bekannt – wegen Sicherheitsbedenken wurde ihm die Einreise nach Großbritannien verweigert.

Wurde dieser naiven Haut womöglich die „Bombe“ nach Holland per Paket direkt aus den USA geschickt? Hätten sie ihm mal besser noch eine zweite Zwei-Komponenten-Packung zum Üben mitgeschickt – oder hätte er dann schon vor dem Flug gemerkt, dass die Bombe gar nicht funktionert? Vielleicht gar nicht funktionieren sollte?

Angenommen, das Ding wäre wirklich in die Luft geflogen, dann hätte es Wochen, vielleicht Monate gedauert, bis herausgekommen wäre – wenn überhaupt – was sich wirklich zugetragen hat und warum die Maschine abstürzte. Es wäre dann viel schwieriger zu argumentieren gewesen, welche weitere Gefahr es mit welchen neuen – rein zufällig schon längst verfügbaren – Mitteln in Zukunft zu verhindern gelte.

Warum wurde Abdulmuttalab die Einreise nach Großbritannien wohl verweigert? Nun, die Bedrohung sollte doch für die USA geschaffen werden, es durfte also keinesfalls passieren, dass er auf eigene Faust umdisponiert. So zumindest könnte man diese schwachsinnige Unlogik begründen, warum ein in Großbritannien offenbar als gefährlich bekannter Mann dennoch in die USA fliegen konnte.

An dieser Stelle sei daran erinnert, dass diese beiden Länder nicht nur auf ihre eigenen, sondern insbesondere die USA auch auf alle möglichen Datenbanken in Europa zugreifen können. Mindestens aber verfügen die USA und Großbritannien über einen sehr intensiven gegenseitigen Informationsaustausch in Punkto Terror. Sie arbeiten hier so eng zusammen, sodass dieser Punkt einfach nur nach Unglaubwürdigkeit und Lüge stinkt.

Um den missglückten Anschlag der richtigen Seite zuzuordnen, kam auch gleich wie erwartet – oh Wunder – von einer  „Qaida-Filiale“ ein Bekennerschreiben. Per Internet wurde dies bekanntgegeben, wie der Spiegel am 28.12.2009 verkündete:

Die Qaida-Filiale auf der Arabischen Halbinsel bekennt sich zu dem Anschlagsversuch auf einen US-Passagierjet an Weihnachten.

[…]

Die Verfasser brüsten sich damit, dass die „Produktionsabteilung“ des Terrornetzwerks den Sprengstoff, den Abdulmutallab benutzte, selbst entwickelt und getestet habe. So sei es dem Nigerianer gelungen, sämtliche Sicherheitskontrollen zu passieren. Nur ein technisches Problem habe verhindert, dass der mitgeführte Sprengstoff gänzlich explodierte.

Na klar, ein technisches Problem hat also ein Blutbad verhindert. Seltsam, dass vor über 8 Jahren so kleine technische Probleme wie fehlende Flugerfahrung der angeblichen Terrorpiloten und stundenlanges Schlafen der besten Luftabwehr der Welt besser bewältigt wurden. Sollte dieses etablierte Terrornetzwerk nicht nach so vielen Jahren Erfahrung allmählich den Dilettantismus abgelegt haben? Immerhin klappte 9/11 damals wirklich erstaunlich perfekt.

Höchstwahrscheinlich passen sich jedoch die Terrorplaner im Westen dem Niveau des Durchschnitts-Fernsehzuschauers an und versuchen, diesen möglichst nicht zu überfordern. Noch besser fände ich allerdings folgende Ausrede:

„Diesmal waren es wirklich die Teppichmesserfritzen aus Afghanistan, deswegen hat es auch nicht geklappt. Uns bei der CIA wäre das sicherlich nicht passiert.“

Stellen wir doch die Frage „cui bono“ – wem nützt diese neue Aktion? Zunächst gehen wir einmal gedanklich zurück zum 11.03.2009. Damals gab es diesen ominösen Amoklauf in Winnenden. Der offizielle Abschlussbericht der Polizei klingt schwer nach Grimms Märchen, was Andreas Hauss in seinem Vortrag ausführlich belegt. Die öffentliche Diskussion nach diesem Drama drehte sich bereits Stunden nach dem Bekanntwerden um schäfere Waffengesetze, das Verbot von Killerspielen bis hin zu einem Not-Klick für das Internet.

Auch wenn hinter Winnenden keine Geheimdienstaktion steckte, das Geschehene passte offenbar der Regierung einigermaßen in den Plan. Es war fast wie eine Offenbarung für Dr. Wachsam, der damals noch das Paranoia-Ministerium in Berlin leitete. Eine bessere Steilvorlage zur völligen Entwaffnung der Bevölkerung konnte er sich nicht wünschen.

Ähnlich sieht es nun auch nach dem misslungenen Anschlag auf den Northwest-Airlines-Flug 253 nach Detroit aus. Wie damals in Winnenden wurden nur Stunden nach dem Bekanntwerden bereits die ersten Stimmen laut, welche sofortige Maßnahmen forderten, insbesondere die Einführung von Nacktscannern. Bild dazu am 28.12.2009:

Jetzt also doch! Nach dem vereitelten Flugzeugattentat von Detroit sprechen sich die ersten deutschen Politiker für die Einführung so genannter Nackt-Scanner auf Flughäfen aus. Die durchleuchten Passagiere bis auf die Haut, um z. B. auch Sprengstoff unter der Kleidung aufzuspüren.

Gerade unsere hiesigen Politiker – Volksvertreter wäre wirklich etwas übertrieben formuliert – stimmen laut ein ins Lied der Angst um die Sicherheit. Der Spiegel am 28.12.2009 in einem weiteren Artikel:

Terrorabwehr
CSU-Politiker fordern Überprüfung der Sicherheitsgesetze

Der Attentatsversuch im Flieger nach Detroit hat gezeigt: Es gibt ein Sicherheitsdefizit. Unionspolitiker fordern jetzt die Überprüfung aller bisherigen Regelungen – und den Einsatz des umstrittenen Nacktscanners. Die EU plant bereits drastischere Schritte.

Ein schlechter Witz ist das, wenn von der Überprüfung aller bisherigen Regelungen gesprochen wird. Man sieht, es genügt schon eine rein fiktive Bedrohung, die gar nicht real passiert. 9/11 wirkt bis heute nach, viele Jahre danach und trotz Entlarvung unzähliger Lügen. Die Menschen glauben nach derartigen neuen Erlebnissen eben wieder daran, dass vielleicht doch alles echt war, was damals in den USA 2001 geschah. Und da man ja selbst nie etwas zu verbergen hat, zieht man sich eben in Zukunft vor dem Einchecken nackig aus. Was solls, hauptsache man wägt sich in Sicherheit.

Sofern Sie von der Echtheit dieses Anschlages ausgehen, dann werden Sie von diesen Spekulationen wenig halten. Andernfalls könnten Sie in Betracht ziehen, dass – zwar eher unwahrscheinlich – einfach nur der Hersteller seine teuren Nacktscanner-Geräte endlich im großen Stil an den Mann bringen will. Oder aber – was im Hinblick auf die üblichen Verdächtigen von Al Qaida eher plausibel klingt – die totale Überwachung soll nun wieder ein großes Stück vorangebracht werden.

Wer sagt denn, dass diese Scanner nicht in Zukunft auch im Kino, im Stadion oder im Krankenhaus eingeführt werden, wenn es erst einmal üblich ist, sie bei jedem Flug passieren zu müssen? Dazu genügt doch schon ein ebenfalls „missglückter“ Anschlag oder vielleicht auch nur eine Drohung.

Diese Nacktscanner sind in zweierlei Hinsicht ein echt perveres Machtinstrument:

  1. Sie können wirklich gar nichts mehr verbergen, selbst wenn es nur persönliche, völlig ungefährliche Gegenstände sind, die Sie ständig nahe am Körper bei sich tragen, z.B. aus gesundheitlichen Gründen. Man kann und wird Ihnen völlig willkürlich Dinge verbieten und auch – wegen angeblicher Gefahr – abnehmen.
  2. Insbesondere Männer kennen diese Art der Machtausübung durch Demütigung, die manchen bei der Musterung durch die Intimuntersuchung widerfährt. Nicht anders verhält es sich bei solchen Nacktscannern. Die Demütigung der Menschen geschieht, indem sie letztlich sogar die Klamotten vor beliebigen Dritten fallen lassen müssen. Stellen Sie sich zudem vor, Sie müssen einen solchen Scanner passieren, weil Sie beruflich fliegen müssen. Was tun Sie, kündigen?

Der Wind der zukünftigen diktatorischen Neuen Weltordnung weht immer stärker durch die Straßen. Stück für Stück wird die Bevölkerung durch Angstmacherei daran gewöhnt. Diejenigen, welche keine Angst haben oder sich einfach nur unglaublich belogen fühlen, sind leider machtlos und müssen das mit sich geschehen lassen, weil die Masse es freiwillig tut, nein, sogar fordert. Zu ihrer eigenen Sicherheit. Was ein Wahnsinn.

23 Replies to “„Mach Dich naggich!“ – Nur zu Ihrer eigenen Sicherheit”

  1. Hallo,

    das Schlimme ist, dass die Masse der Bevölkerug auch das mit dem Scanner akzeptieren wird. Im Namen der Sicherheit ist nahezu alles möglich und erlaubt. Wer denkt schon darüber nach von den Leuten. Das TV-Unterhaltung stimmt, die Presse bleibt ihren Stil treu und die Jugend ist abgelenkt mit Media und Co. Dazu kommt die Einstellung: „Was kann ich schon ändern.“

    Chris

  2. Zitat: „Diejenigen, welche keine Angst haben oder sich einfach nur unglaublich belogen fühlen, sind leider machtlos und müssen das mit sich geschehen lassen.“
    Ja, diese Art der Ohnmacht kann man nicht komplett leugnen. Aber:
    – Man kann auf solchen Blogs noch immer seine Meinung sagen und hoffentlich zu mehr Wachheit und gfs. zur Aufdeckung eingesickerter Lügen beitragen
    – Man braucht nicht zu fliegen, sondern kann mit der Bahn reisen oder dem PKW; schließlich sind nur die wenigsten Berufstätigen tatsächlich zum Fliegen gezwungen
    ————-
    Was die Einschätzung des Attentats betrifft, ist der Artikel sehr überzeugend und scharfsinnig. Das ist festzuhalten.
    ————-

  3. Ja, der Artikel ist sauber aufgebaut und schlüssig geschrieben.

    Ich sage immer: Wehret den Anfängen. Erst im Flughafen, dann in Bahnhöfen, dann in allen öffentlichen Häusern, dann in Museen, dann im Kino, im Sportplatz usw.usw.

    Dann halten sie einen auf, bevor man mit dem Auto in die Stadt einfährt. Und am Schluss ist der Ueberwachungsstaat perfekt.

    Zu hoffen ist: Wenn Sie es übertreiben und sie werden es, wenn sie den Schafen zu viel antun und zu viel wegnehmen, dann kann es passieren, dass aus den Schafen Wölfe werden.

    Das ahnen die und deshalb wollen sie, dass die Bevölkerung keine Waffen mehr besitzt. In Deutschland könnte das klappen, in der Schweiz wird es schwieriger. Dort haben die Milizen den Scheissprügel zu Hause.

  4. 11Christian Koch
    das Schlimme ist, dass die Masse der Bevölkerug auch das mit dem Scanner akzeptieren wird. Im Namen der Sicherheit ist nahezu alles möglich und erlaubt.
    *******
    Mit der Zeit setzen die alles durch. Sie können es, weil sie einfach am längeren Hebel sitzen.
    Evtl. auch was die Impfung angeht. Wir werden sehen.
    Habe das hier eben gefunden.
    http://wakenews.net/html/vogelgrippe.html

  5. Sorgen sollten sich die Herren Vielflieger machen, die maximal empfohlenen Röntgenaufnahmen beim Arzt, sollten vier im jahr nicht übersteigen.
    Nun wissen wir ja, was Behördlich empfohlen wird schon längst den Grenzwert überschritten hat.

    Gefühlt, stellt sieht die sachlage aber anders aus, der Einsatz der Geräte auf Flughäfen ist doch erst der Anfang.

    Jede sache bekommt ab den Anfang stets eine Eigendynamik, darum eben der Spruch „Wehret den Anfängen“.

    Nach dem Motto, wir bekommen euch alle, die Schweinegrippe war der Test, Ergebnis „mäßig“ auch die Behörden sind auch nur Menschen und streben nach Vollkommenheit.

    Nu Gugge mal, Frau Nachbarin war naggisch in der Röhre, ihr ist die Demberatur nich begommen, würde der Sachse sagen.

    LG

  6. 7 karsten Tittel
    dann komischer weise sind die Bilder von Überwachungskameras meist derart erbärmlich, daß ma kaum etwas erkennen kann.
    Das is mutwillig so, denn man will ja schliesslich die Taeter nicht so gleich erwischen. Bei der Polizei sind die Bilder recht gut, nur das Publikum soll ja nicht zu intensieve an der Fahndung beteiligt sein. Wenn ich Bilder aufnehme, kommen sie auf meinem Komputer recht gut an. So ist es auch mit den Bewachungskameras. Sie liefern gute Bilder. Die Ueberwachungsbilder die man dann am Fernsehen sieht, sind mutwillig unerkenntlich gemacht.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert