© Sascha Schlösser / aboutpixel.de

Der Preis ist heiß: Inflation im Aufwind

Zwar berichten inzwischen die Massenmedien von einer deutlich steigenden Inflationsrate, allerdings entspricht diese nicht dem eigenen Erleben im Supermarkt und an der Tankstelle. Zwischen offizieller und gefühlter Inflation liegen Welten.

Wie lange werden die Menschen noch in unsere Währung vertrauen, während sie am eigenen Leib die immer größeren Preissteigerungen bei essenziellen Gütern und Dienstleistungen spüren und ihnen dieser gefährliche Trend tatsächlich bewusst wird?

Der Spiegel schrieb am 27.04.2011 über die „kräftig steigenden Lebensmittelkosten“:

Benzin, Heizöl – und jetzt auch Lebensmittel: Die Verbraucherpreise steigen rasant, im April um 2,4 Prozent.

[…]

Zweieinhalb Jahre sind die Lebensmittelpreise nur gemächlich gestiegen. Doch nun müssen sich die Deutschen offenbar auf deutlich höhere Kosten für Essen und Trinken einstellen.

In der EU liegt die amtliche Inflationsrate noch höher, wie wie Welt am 29.04.2011 mitteilte:

Die jährliche Teuerungsrate stieg im April im Vormonatsvergleich um 0,1 Punkte auf 2,8 Prozent, wie die Europäische Statistikbehörde Eurostat in Luxemburg in einer ersten Schätzung mitteilte.

Zwar steigt die offiziell propagierte Inflationsrate seit Monaten unablässig, doch das gab es bereits in der Vergangenheit regelmäßig, ebenso die Höhe der Rate – auch wenn diese schon immer geschönt und oft nicht für jeden repräsentativ ist – liegt im Bereich dessen, was auch früher durchaus üblich war.

Allerdings haben die Bürger in den letzten zwanzig Jahren eine immer stärkere Diskrepanz zwischen ihrem Einkommen und der Inflation hinnehmen müssen, besonders seit der Einführung der Untergangswährung Euro. Die Preise stiegen kontinuierlich, die Einkommen so gut wie gar nicht. Dadurch beginnt sich der Druck auf den Einzelnen gerade trotz eigentlich moderater Inflationsraten drastisch zu erhöhen.

Die aktuelle offizielle Entwicklung der Verbraucherpreise laut Statistischem Bundesamt zeigt sich im Vergleich zum Zeitraum Mitte 2007 bis Mitte 2008 nicht besonders auffällig, denn im Sommer 2008 lag die Inflationsrate noch bei stattlichen 3,3%. Die voraussichtliche Rate im April 2011 wird dagegen lediglich bei etwa 2,4% liegen.

Allerdings steckt gerade bei Prozentwerten natürlich die Gefahr im Detail, denn die Betrachtung der prozentualen Entwicklung ignoriert, dass diese immer zusätzlich zu den bereits erfolgten Preiserhöhungen gerechnet werden muss.

Ein Beispiel: Stieg der Preis für ein Produkt X von 10 Euro im Jahr 2000 auf 11 Euro im Jahr 2001, entspricht dies einem Preisanstieg von 10%. Würde nun der Preis im Zeitraum von 2001 bis 2010 erneut jeweils um 10% pro Jahr steigen, läge der neue Preis nicht bei vermeintlich linear gerechneten 20 Euro, sondern bei 25,94 Euro. Prozentrechnen ist zwar eigentlich trivial, aber es ist erstaunlich, wie viele Menschen damit Schwierigkeiten haben und sich deswegen natürlich auch leicht täuschen lassen.

Dies über zig Jahre akkumuliert, versteckt quasi die so gefährliche Exponentialkurve, denn für die Verbraucher erscheint es so, als würden die Preise immer „nur“ um beispielsweise die offizielle Inflationsrate von 2% steigen, obwohl faktisch die Zahlen auf den Preisschildern – in Bezug auf absolute Preise – deutlich stärker ansteigen.

Ein Produkt, welches im Jahr 2000 einmal 10 Euro kostete, würde bei einer jährlichen Inflationsrate von 2% heute immerhin schon 12,43 Euro kosten. Bei einer Rate von 3% läge der Preis bei 13,84 Euro und bei 5% bei 17,10 Euro. Wessen Einkommen nicht mindestens mit derselben Geschwindigkeit steigt, der erlebt absolut betrachtet einen immer stärkeren Kaufkraftverlust.

Das größte Problem dabei ist jedoch, dass die offizielle Inflationsrate eben nicht mit der Realität übereinstimmt. Natürlich liegt es im Interesse der Regierung, eine stabile Währung zu haben, zumindest offiziell, denn wenn die Bürger begreifen, wie schnell sich ihr Einkommen und ihre Ersparnisse in Wahrheit verringern, beginnt über kurz oder lang das Vertrauen der Bürger in die Währung zu schwinden, was unweigerlich zu immer schnellerer Inflation mit möglichem Währungscrash führen kann.

Aus diesem Grund beinhaltet der sogenannte „Warenkorb“ des Statistischen Bundesamtes auch jede Menge Kram, damit die drastischen Preisanstiege im essenziellen Bereich nicht so sehr hervortreten. Vieles aus diesem Warenkorb kann sich eine wachsende Anzahl an Bürgern schon längst nicht mehr in dem Maße oder schlicht gar nicht mehr leisten, z.B.:

  • Theater, Kino oder Pay-TV
  • Vergnügungsparks
  • Musikunterricht
  • Glücksspiele
  • Zeitungs- und Zeitschriftenabos
  • Reise- und Hotelbuchungen
  • Restaurant- und Café-Besuche
  • Schmuck
  • Diverse Versicherungen
  • Mode außer dem Notwendigsten
  • Wohnungsrenovierung und neue Möbel

Mit Sicherheit verschiebt sich derzeit das Wägungsschema des Verbraucherpreisindex für immer mehr Menschen, sodass die Anteile für Energie und Nahrungsmittel weiter zunehmen werden, während für die anderen Bereiche ständig weniger Geld zur Verfügung steht. Hinzu kommt der Kaufkraftverlust durch sinkende Reallöhne.

Am 28.11.2005 nannte der Spiegel einige interessante Zahlen in Bezug auf den Schwerpunkt der Ausgaben in Privathaushalten:

Nirgendwo spart der Deutsche so rabiat wie beim Essen. Gaben die Privathaushalte 1970 noch knapp ein Drittel ihres Geldes fürs Essen aus, so werden es 2005 nur noch 14 Prozent sein.

Nach dem bereits erwähnten Wägungsschema des Statistischen Bundesamtes beträgt der Anteil der Ausgaben für Nahrungsmittel zur Zeit sogar nur noch gut 10%. Fast 40% dagegen werden für Konsumprodukte ausgegeben, die im Grunde genommen überflüssig sind, zumindest eine Art von Luxus repräsentieren.

Der vermeintliche Geiz im Jahre 1970 hat jedoch weniger mit den Ernährungsgewohnheiten der Bevölkerung zu tun, als viel mehr mit dem unglaublichen Preisdruck auf die Nahrungsmittelhersteller. Durch die immer größere Automatisierung der Landwirtschaft, den erheblich gestiegenen internationalen Wettbewerb und den Kampf unter den vielen Lebensmitteldiscountern, sind heute Lebensmittel zu einem wirklich erstaunlich niedrigen Preis zu bekommen – zumindest bei uns. Daher bleibt natürlich jede Menge Geld für unnötigen Konsum übrig.

Doch damit ist in Zukunft Schluss. Die Trendumkehr hat begonnen und macht sich allmählich bemerkbar. Zunächst sind es die weniger Vermögenden, welche immer mehr Geld für Lebensmittel und Energie ausgeben müssen. Bald werden jedoch weite Bereiche der Bevölkerung durch die Preissteigerungen dazu gezwungen sein, einen Großteil ihres dekadenten Lebensstils – oft genug auf Pump – einzustellen und immer mehr Geld für das Lebensnotwendige auszugeben.

Näher an der Realität als der genannte „Warenkorb“ liegt dagegen der Index des Preiszeigers, denn dieser enthält ausschließlich Lebensmittel und Hygieneartikel. Dessen zeitliche Entwicklung in den vergangenen zwölf Monaten zeigt den Beginn einer exponentiell steigenden Kurve.

Das Statistische Bundesamt bietet noch eine Aufstellung der auffälligsten Preisveränderungen. Im März 2011 lag auf der Seite der stärksten Preissenkungen fast ausschließlich saisonales Gemüse, was absolut logisch ist, weil das Angebot wieder aus hiesigen Gewächshäusern bedient wird. Auf der Preissteigerungsseite jedoch lagen Heizöl, Butter, einige Gemüse, Diesel, Pflanzenöl und Kaffee. Das ist ein eindeutiger Trend und zeigt, wie sich der Wert unseres Geldes allmählich in Luft auflöst, denn die Steigerungsraten sind erheblich.

Mit dem persönlichen Inflationsrechner der Statistischen Bundesamtes lässt sich ebenfalls sehr deutlich demonstrieren, wie die Inflation bereits auf dem Vormarsch ist. Jeweils im Vergleich zum Jahr 2005 stiegen die Preise für

Wenn Sie also das Gefühl haben, zu sehr unter der Inflation von Treibstoffen und Nahrungsmitteln zu leiden, dann verzichten Sie doch ganz einfach auf diese Güter und kaufen stattdessen die immer billiger werdenden Elektro- und Elektronikartikel – Ihren Geldbeutel wird’s freuen, zumindest für ein paar Tage, nämlich solange, bis Sie verhungert sind.

Übrigens, wer sein Brot selbst backt wird im Gegensatz zu den Bäckerpreisen noch kaum eine Teuerung festgestellt haben. Beim Kauf von 25 kg Weizengetreide in einer örtlichen Mühle lag der Preis auch jetzt im April 2011 immer noch auf dem Niveau des Vorjahres, nämlich bei 16 Euro, also 64 Cent pro Kilogramm Weizen. 2009 betrug der Preis sogar nur 13,50 Euro. Das Zeug ist so billig, dass sich eigentlich der Einsatz als Heizmittel oder Treibstoff anbieten würde. Zu dumm nur, dass die Deutschen nicht auf das Eugenik-Benzin E10 anspringen.

Das war jetzt selbstverständlich ironisch gemeint, denn mit Essen spielt man nicht, genausowenig gehört es in den Ofen oder den Tank. Wer Derartiges plant oder sogar umsetzt, gehört auf mindestens dreierlei Weisen nacheinander hingerichtet.

Wahrscheinlich wird sich dieser Auswuchs an endzeitlicher Dekadenz jedoch in naher Zukunft von selbst erledigen, denn es ist unübersehbar, dass die Inflation gerade bei den essenziellen Gütern wie Lebensmittel und Energie am stärksten ist. Trotz angeblichem XXL-Aufschwung hat kaum ein Bürger etwas von diesem Wachstum, das Geld fließt in die Konzerne und wird entweder durch steigende Rohstoffpreise aufgebraucht oder an die Investoren und Manager ausgeschüttet. Die wahren Leistungsträger schauen in die Röhre.

Wer jetzt nicht langsam die Kurve bekommt und seinen Lebensstil weg von Krediten, weg von überflüssigem Konsum und hin zu einer sparsamen und bevorratenden Einstellung ändert, der wird demnächst ganz böse auf die Nase fallen.

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4 Kommentare zu “Der Preis ist heiß: Inflation im Aufwind

  1. Lebensmittel und ales was man dringend zum Leben braucht sind extrem teuer geworden. Alles was man nicht braucht ist billig,Nippes Elektronische Spielereinen(meist sowieso in China ode Taiwan produziert)
    Energie wird sich extrem verteuern, es wird richtig teuer und wird bald mit der Kaltmiete gleichauf liegen. Die Deindustrialisierung in der BRD GmbH schreitet dank der Neo SED zügig vorran.

  2. Alles wird teurer aber wohin gehen die Steuern die dardurch eingenommen werden? Und warum?
    Warum werden gesunde Firmen ins ?Ausland verkauft?

    Fragen die man sich stellen sollte. Die Antwort ist einfach.

    Dazu muss man nur den Überleitungsvertrag lesen den Kohl für die BRD GmbH unterschrieben hat.

    Auszug:

    Die BRD verpflichtete sich in dem Zusatzabkommen beispielsweise dazu, den Artikel 2 Absatz 1 aus dem ersten Teil des Überleitungsvertrages weiter anzuerkennen:
    Alle Rechte und Verpflichtungen, die durch gesetzgeberische, gerichtliche oder Verwaltungsmaßnahmen der alliierten Behörden oder aufgrund solcher Maßnahmen begründet oder festgestellt worden sind, sind und bleiben in jeder Hinsicht nach deutschem Recht in Kraft, ohne Rücksicht darauf, ob sie in Übereinstimmung mit anderen Rechtsvorschriften begründet oder festgestellt worden sind.

    Die Bundesrepublik wird in Zukunft keine Einwendungen gegen die Maßnahmen erheben, die gegen das deutsche Auslands- oder sonstige Vermögen durchgeführt worden sind oder werden sollen, das beschlagnahmt worden ist für Zwecke der Reparation oder Restitution oder auf Grund des Kriegszustandes oder auf Grund von Abkommen, die die Drei Mächte mit anderen alliierten Staaten, neutralen Staaten oder ehemaligen Bundesgenossen Deutschlands geschlossen haben oder schließen werden.“…

    Morgentau durch die Hintertür nennt man sowas.

    Interesant ist auch das ganz offen das Wort Kriegszustand genannt wird. Deutschland (Das Deutsche Reich) soll ausgeblutet werden damit andere Staaten noch etwas Party feiern können.

    Eins sei aber gesagt die BRD hat dieses Unterschrieben nicht Deutschland. Kein Vertrag den die BRD jemals geschlossen hat hat Völkerechlich verbindlichen Charakter.

  3. Das System zeigt sich langsam jedem, zuerst verdeckt und dann immer offensichtlicher. Die Inflationslüge muss dem dümmsten Bürger durch die Realität auffallen.
    Wenn keine Gegenwehr mehr möglich ist, dann wird die Maske ganz fallen gelassen. Momentan wird nur gelogen und ausgebeutet, betrogen und abkassiert.
    Die Kraftprobe steht noch aus. Viele haben sich vorbereitet, aber noch viel zu wenige. Nutzen wir die Zeit die uns noch bleibt. Die Regierungen sind nur Schauspieler, bestes Beispiel der amerikanische Präsident und unsere Showkanzlerin wie sie den (zweiten) Tod von Bin Laden präsentieren. Dabei kann jeder auch diese Lüge leicht feststellen.

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