© Susanne Schmich / pixelio.de

Bio im Tank – mit Vollgas zur Hungersnot?

Während die öko-biologischen „Guten“ die Welt zu retten versuchen und Nahrungsmittel per Gesetz und Subventionen in Treibstoff verwandeln, schlagen sich anderswo hungernde Menschen die Köpfe ein.

Einen wahren Ökologisten freilich kümmert das wenig, zumindest solange er seiner Dekadenz noch weiterhin frönen kann und er nicht dazu gezwungen wird, seinen Biosprit selbst zu saufen. Doch vielleicht wird auch diese Spezies in naher Zukunft schmerzhaft feststellen, dass sie sich längst selbst überlebt hat.

Die Ernte im vergangenen Jahr fiel ein einigen Teilen der Welt schlechter aus als sonst, was nun wieder einmal für steigende Lebensmittelpreise sorgt. Während wir hier noch unverändert und pappsatt durch die prall gefüllten Supermärkte schlendern, ziehen andernorts düstere Wolken herauf und die Lage wird zunhemend ernster. Am 06.01.2011 beschrieb der Tages-Anzeiger die Situation gar mit dem Titel „Das Essen wird knapp“:

Wegen Dürre und Fluten: Die Preise für Nahrungsmittel stiegen Ende 2010 auf den höchsten je erreichten Stand. Und ein Ende dieser politisch höchst brisanten Entwicklung ist nicht in Sicht.

Bereits 2008 lösten die damals kurzfristig sehr stark gestiegenen Lebensmittelpreise diverse Unruhen aus, unter anderem in Ägypten, Tunesien, Bangladesh und Haiti. Hunger führt zwangsläufig sehr rasch zu öffentlichem Unmut bis hin zu blutigen Auseinandersetzungen. Davor sind auch wir prinzipiell nicht gefeit, denn es gilt das Sprichwort:

Wir leben immer genau drei Malzeiten von der nächsten Revolution entfernt.

Das bedeutet, selbst bei uns werden sonst unscheinbare und gemütliche Familienväter zu wilden Furien, wenn ihre Lieben zu Hause über einen Zeitraum von nur ganz wenigen Tagen nichts mehr zu beißen bekommen. Was glauben Sie, was selbst hier los wäre, wenn unsere Supermärkte plötzlich leergekauft wären und der Nachschub z.B. wegen Bankenschließungen ausbliebe?

So eine Situation scheint weit hergeholt, da sie von einigen extremen Faktoren abhängt, unter anderem einem Börsencrash, einem Crash des Euro, einem größeren Krieg oder ähnlichen schwerwiegenden Ereignissen. Gänzlich ausschließen können wir wohl nichts davon, denn im Gegenteil, unserer hiesigen Einheitswährung geht es im Moment so schlecht wie noch nie.

Nach Aussage der Welt vom 10.01.2011 trifft uns zwar die Verteuerung der Lebensmittel durchaus bei unterschiedlichen Produkten, aber noch lange nicht existenziell:

Der Handel rechnet vor allem bei Gemüse und Kaffee mit Steigerungen.

[…]

Besonders stark bemerkbar machen werde sich der Preisanstieg bei Produkten, deren Rohstoffanteil sehr hoch sei wie Cornflakes oder Konfitüre.

Doch während bei uns die Preise für einfache Grundnahrungsmittel von „sehr billig“ auf „immer noch recht billig“ unmerklich ansteigen, gibt es andernorts bereits Unruhen, wie sie auch 2008 begannen, als sich Reis und Weizen drastisch verteuerten. Das Handelsblatt schrieb am 10.01.2011 von dutzenden Toten in Algerien in Tunesien:

In Nordafrika läuft die Bevölkerung Sturm gegen hohe Lebensmittelpreise, Arbeitslosigkeit und Unterdrückung – in Tunesien verbrannten sich vier Menschen selbst.

[…]

In Algerien hat sich die Lage etwas beruhigt, seit die Regierung Preissenkungen für Grundnahrungsmittel wie Speiseöl und Zucker angekündigt hat. In Tunesien hingegen ist mittlerweile die Armee im Einsatz, um die Unruhen einzudämmen.

Während Millionen von Menschen bereits heute hungern und viele weitere wegen der schlechten Ernte 2010 kurz davor stehen, verheizen wir ungeniert – und durch unsere EU-Diktatur sogar offiziell dazu verpflichtet – wertvolle Lebensmittel in unseren Autos. Ja, wir müssen das Zeug nun vermehrt in den Tank füllen, so will es Brüssel, egal wie unsinnig und pervers diese Idiotie ist.

Falls Sie glauben, der Wahnsinn beschränkt sich allein auf diese neue Zwangsverordnung, der man durch Verzicht einfach entgehen kann, so haben Sie sich geschnitten. Natürlich wird das Autofahren gleichzeitig auch wieder teurer, denn wer das Biosprit-Fieber aus Überzeugung ablehnt, der wird bestraft, wie die Bild am 10.01.2011 berichtete:

E10 werde wohl zum derzeitigen Preis von Super angeboten. Diese Sorte werde sich dafür um etwa vier Cent verteuern.Für viele Autofahrer wird sich also nichts ändern – wenn sie ab Februar einfach E10 tanken.

Entweder, Sie unterstützen diesen menschenverachtenden Kollektivwahn oder Sie müssen eben tiefer in Ihre Taschen greifen. Allerdings wird Ihnen mittelfristig vermutlich keine andere Wahl als E10 bleiben, denn unser bisheriger, nur mit 5% „Bio“-Ethanol verseuchter Supertreibstoff, wird vermutlich irgendwann verschwinden müssen.

Wir müssen uns fragen, ob diese öko-beschwippsten Gutmenschen überhaupt eine Ahnung davon haben, wie lächerlich und unsinnig ihr E10-Biologismus in Wahrheit ist. Die FAZ hatte am 20.12.2010 schön ausführlich dargelegt, dass die E10-Maßnahme unter dem Strich weit mehr CO2 erzeugt, als dabei vermeintlich eingespart würde:

Woher kommt das Ethanol? Es wird in Deutschland überwiegend aus Weizen und Zuckerrüben gewonnen, in Brasilien aus Zuckerrohr und in den Vereinigten Staaten aus Mais.

Weil zur Erzeugung von Bioethanol riesige landwirtschaftliche Flächen verbraucht werden, stellt das Londoner Institut für europäische Umweltpolitik (IEEP) den Sinn von Biosprit in Frage. Bis 2020 müssten für dessen Erzeugung global bis zu 69 000 Quadratkilometer Ackerland für den Anbau der Ausgangsmaterialien kultiviert werden, eine doppelt so große Fläche wie Belgien.

Zum selben Thema ergänzte Dieter Krämer, ein „Klimaskeptiker“, am 02.01.2011 den Blogbeitrag der Rhein-Zeitung „E10: Beim Biosprit ist nicht alles super“ um den überall unterschlagenen Aspekt einer wirklich gigantischen und sinnlosen Wasserverschwendung:

„Biosprit soll Klima retten“ titelte die Rhein-Zeitung am 30.12.2010. Aber welches Klima? Soll der Biosprit uns vor der Kälte schützen oder vor der Wärme? […]

Von Erderwärmung keine Spur. Der vom Menschen verursachte CO2-Anteil in der Atmosphäre ist 0,00072 Prozent. CO2 konnte und kann die Erde nicht erwärmen. Gegen diesen nicht existierenden Feind, ein Phantom, zieht der Staat mithilfe der „Zwangsbeimischung“ zu Felde.

[…]

Zur Herstellung von Biosprit müssen nachwachsende Rohstoffe angebaut und verarbeitet werden (was einen hohen CO2-Ausstoß bedingt). Der dadurch ausgelöste Verdrängungswettbewerb zwischen Energie und Nahrungsmitteln macht beides teurer. Ethanol ist doppelt teuer: teurer als herkömmlicher Sprit aus Öl und teurer wegen des steigenden Spritverbrauchs infolge der geringeren Energiedichte.

[…]

Der Biosprit-Zwang (Umsetzung einer EU-Richtlinie) ist ein durch nichts zu rechtfertigender Eingriff in den Markt und sinnwidrig wie das (ebenfalls von der EU erzwungene) Glühbirnenverbot und wie die Windräder.

Warum nur ignorieren sämtliche Gutmenschen in ihrem Bio- und Ökowahn diese und andere unleugbare Tatsachen? Ist die Klima-Lüge denn wirklich so schwer zu begreifen und zu durchschauen? Wie groß muss wohl das schlechte Gewissen dieser Menschen sein, dass sie jede neue Schandtat gegen die Menschheit mit Freude begrüßen und freiwillig den gewünschten Ablass in jeder beliebigen Höhe bezahlen?

Noch ist kein Ende abzusehen, was E10 und andere Lebensmittelverschwendungen betrifft, sodass wir uns auf weiter steigende Preise, um sich greifende Unruhen und am Ende gar konkrete Versorgungsprobleme einstellen sollten. Immerhin, für Öko-Benzin werden noch genügend Nahrungsmittel verfügbar sein, quasi heißt das hungern mit vollem Tank.

Es ist an der Zeit – wer es immer noch nicht getan hat – sich mit dem Wichtigsten wenigstens minimal einzudecken, denn einerseits kann ein Zusammenbruch des Finanzsystems jederzeit beginnen und andererseits sollten Sie die Gunst der Stunde nutzen und sich Ihren Keller noch mit günstigen Lebensmitteln füllen, die über viele Monate haltbar sind. Falls die Preise wieder sinken, haben Sie durch den Vorrat sogar Geld gespart.

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14 Kommentare zu “Bio im Tank – mit Vollgas zur Hungersnot?

  1. Sehr schöner Beitrag. Alles Wahnsinn. Wir machen hier auf Bio, während u. a. in Indonesien, Malaysia und Kolumbien Regenwälder abgeholzt werden, um dort Monokulturen von Palmölplantagen zu errichten. So darf es nicht laufen …

    Die Energie aus Biomasse bietet uns zweifellos enorme Chancen. Um sie nachhaltig zu nutzen, müssten aber nicht nur die eingesparten Emissionen sondern auch die indirekten Effekte einer Landnutzungsänderung beachtet werden.

  2. Der Autor zeigt wieder einmal alles auf, was es zu zeigen gilt. Natürlich hilft der Biosprit weder dem Klima noch der Umwelt. Nur rein statistisch wird C02 gespart, beim Verbrennen von Bioalkohol entsteht nämlich genauso C02, aber diese Menge läßt man bei der Rechnung weg.
    Neben der im Artikel gut beschriebenen umweltzerstörenden Wirkung des sogenannten Biosprits wäre auch eine Ökobilanz und C02-Gesamtbilanz gut, leider habe ich bis jetzt keine gefunden. Der Anbau, die Verarbeitung und die Herstellung von Bioalkohol erfolgt mit herkömmlichen Energieträgern. Es könnte als gut sein, dass man 2 Liter herkömmlichen Kraftstoff braucht, um einen Liter Bioalkohol im Tank zu haben.

  3. ich bin nicht prinzipiell gegen alkohl als treibstoff.

    die amerikanisch indycar serie (gibt es die überhaupt noch ?) fährt ja seit jahrzehnten mit reinem alkohl.

    aber was einen echt zum wahnsinn treibt ist diese ganze verlogene propaganda die mit dem „bio“-sprit einhergeht.
    weltuntergang durch klima katastrophe, co2 lügen, al gore, das ganze paket eben

    die ganze eu möchte gern diktatur, „öko“ ditatur, carbon footprint tax (massiv gefördert von der deutschen bank)
    die ganze kabel aus banken, politiker, internationle megacooperation etc., pp.

    ich hätte prinzipell nichts groß gegen alkohl als sprit, aber es wird halt alles manipuliert und ausgenutzt.
    alleine der hohe steuer anteil auf treibstoffe sollte schon reichen, um alle politiker (egal wie sie sich nennen, oder was sie angeblich alle gutes für uns wollen) aus dem land zu treiben.

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