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Krisenfolgen am lebenden Objekt erfahren

Die Gallier meinen es ernst und wollen ihren selbsternannten Cäsar am liebsten wieder loswerden. Indem sie den Hahn zum Lebenssaft Öl zugedreht halten, wollen sie die Machthaber aushungern. Doch Sarkozy denkt gar nicht daran, klein beizugeben – noch nicht. Mittels roher Gewalt lässt er Streiksperren räumen.

Wie schnell ein ganzes Land in einen Versorgungsengpass gerät, können wir nun in Echtzeit verfolgen. Die Wichtigkeit der eigenen Vorsorge wird dabei wieder deutlich.

Noch vor wenigen Tagen dementierte die französische Regierung größere Engpässe in der Benzinversorgung, doch derartige Lügen werden schnell von der Realität eingeholt, wie der Standard am 21.10.2010 berichtete:

Auf dem französischen Festland sind als Folge der anhaltenden Streiks in den Raffinerien erste Treibstoff-Rationierungen verhängt worden. […] Danach dürfen pro Pkw nur noch 20 beziehungsweise 30 Liter Sprit verkauft werden. Lastwagen dürfen höchstens 150 Liter Diesel tanken.

Da hilft auch kein Lächeln beim Lügen mehr, die Rationierung zeigt gnadenlos die Realität. Sogar die Nachbarn leiden bereits unter dem erzwungenen Sprit-Engpass, denn laut 20 minuten drohte Genz das Kerosin auszugehen. Da wünscht sich Nikolas Sarkozy am liebsten ein solch apathisches Volk wie die Deutschen, anstatt seiner aufmüpfigen Gallier.

Im Spiegel wurden am 21.10.2010 noch weitere Folgen der Proteste deutlich:

Frankreich muss zudem seit Wochenbeginn verstärkt Strom importieren, da wegen der Streiks die eigene Produktion gedrosselt ist.

Wie gut, dass die BRD über 20.000 Propeller in den früher unverschandelten Höhenlagen herumstehen hat und die Solarschafe ihre Dächer mit Sonnenfängern bepflastert haben – früher fing man in Schilda noch Licht mit Säcken ein, heute ganz modern per Photovoltaik. Die BRD dürfte damit vermutlich nur sporadisch Strom nach Frankreich liefern.

Da unsere Nachbarn allerdings bei weiter andauerndem Streik mehr und mehr ihre sonstigen Betriebstätigkeiten einstellen müssen, dürfte die Stromknappheit gar nicht so schlimm werden, es sei denn, die derzeitige Kältewelle hält weiter an.

Wieder einmal können wir ein Krisenszenario verfolgen, bei welchem die Grundversorgung weiter Teile der Bevölkerung eines Landes nach und nach in Schwierigkeiten gerät. Zwar bringen leere Tankstellen noch keinen Totalzusammenbruch, aber um ihren Forderungen entsprechenden Druck zu verleihen, werden die Franzosen ihre Streiks vermutlich noch einige Zeit durchziehen. Ein Freund von mir und gebürtiger Franzose aus dem Elsaß sagte dazu:

In der Tat ist es mittlerweile in Frankreich schwierig, Diesel zu bekommen! Aber das ist schon richtig so, ohne genügend Druck kann ja nichts durchgesetzt werden.

Ein derartiger Streik könnte auch wie die Generalprobe zur Vorsorge einer echten Krise betrachtet werden. Wann und wie das Thema Staatsbankrott mit allen nur denkbaren Folgen auf uns zurollt, das wissen wir nicht. Sicher ist nur, dass wir irgendwann in naher Zukunft vor diesem Problem stehen werden. Wer dann nicht vorgesorgt hat, für den könnte es teilweise eng werden.

Sie müssen jedoch keinesfalls der vollendete Überlebenskünstler in der Wildnis werden, denn wenn Sie sich grundsätzlich auf ein paar wenige Szenarien vorbereiten, liegen Sie schon mal richtig. Den 100% perfekten Weg gibt es nicht und der ist auch nicht notwendig. Hauptsache, die grobe Richtung stimmt.

Stellen Sie sich zunächst einmal die Frage, welche Dinge für Sie elementar wichtig sind. Vermutlich denken Sie als erstes an Essen und Trinken. Dafür sollten Sie auf jeden Fall etwas Vorsorge treffen. Vergessen Sie die Hilfsmittel dabei nicht, denn ohne Dosenöffner werden Sie trotz 100kg Linseneintopf verhungern. Auch einen ganz einfachen stromunabhängigen Kocher sollten Sie sich für alle Fälle besorgen.

Dank unserem heutigen Überangebot an Billig-Supermärkten sollte es wohl keine große Schwierigkeiten bereiten, sich mit lange haltbaren Lebensmitteln wie Nudeln aus reinem Hartweizen, Reis, Mehl oder Getreide und diversen Dosenangeboten einzudecken. Vergessen Sie dabei Bio, das ist vollkommen irrelevant, billig reicht vollkommen. Wenn Sie entsprechende Checklisten mögen, finden Sie solche bei den Vorsorgeprofis.

Neben Nahrung benötigen Sie insbesondere im Winter Wärme zum Leben – und wir sprechen hier noch nicht einmal von Komfort. Unser aktuelles Wetter zwingt uns nach einer gewissen Zeit, wieder ins Warme zu gehen. Stellen Sie sich nun einmal vor, drinnen wäre es nicht warm. Daher ist eine wie auch immer geartete Heizung neben den Lebensmittelvorräten in unseren Breiten überlebenswichtig.

Eine passive Heizung in Form von Fleecedecken gibt’s günstig in fast jedem Supermarkt, packen Sie sich davon ruhig gleich ein paar in den Schrank. Auch an passende Kleidung sollten Sie bei diesem Thema denken, ein einfacher zusätzlicher Mantel und ein paar Takko- oder Kik-Pullover dürfte sich jeder leisten können.

Wenn Sie in einer Mietwohnung leben, haben Sie in Bezug auf die Beheizung Ihrer vier Wände wenig Auswahl, denn die Heizung ist in der Regel fest eingebaut. Problematisch ist dabei alles, was aus externen Quellen gespeist wird: Strom, Gas und Fernheizung.

Öl-Heizungen sind wegen des hauseigenen Öltanks daher schon viel besser als Gas, wobei diese ohne Strom auch nicht funktionieren, es sei denn, Sie haben ein Uraltsystem, welches noch Öl-Öfen in den Zimmern bietet. Eine Umrüstung der Zentralheizung von Gas auf Öl ist natürlich schwerlich machbar und schon gar nicht ohne großen finanziellen Aufwand möglich.

Daher ist Brennstoff, den Sie selbst zu Hause lagern können, und ein passender Ofen dafür, wesentlich sinnvoller, denn diese Kombination bietet eine viel größere Unabhängigkeit. Öl-Öfen benötigen jedoch einen Kamin, genauso Holz- und Kohle-Öfen. Mobile Petroleum-Heizer dagegen können ohne Abluftanschluss in jedem geschlossenen Raum betrieben werden und Dank gereinigtem und entaromatisiertem Petroleum riechen diese Geräte auch so gut wie gar nicht, wie wir es vielleicht von den billigen Petroleumlaternen kennen.

Einen Nachteil haben diese Heizer jedoch: Das Petroleum ist in der BRD verhältnismäßig teuer. Wer den Liter gereinigtes Petroleum für 2 € bekommt, kauft bereits zum Tiefstpreis. Ein Tipp für diejenigen, welche in der Nähe von Frankreich wohnen: Gehen Sie in die französischen Bau- und Supermärkte, dort wird Petroleum in großen 20 Liter Kanistern für unter 20 € angeboten – allerdings nur während der Heizsaison. Ebenfalls können dort die passenden Petroleum-Öfen sogar günstiger erworben werden, als hierzulande bei ebay und Co.

In unseren Baumärkten dagegen scheint es fast nur Gas- und Holz-Öfen und zu rein dekorativen Zwecken auch noch diese unsinnigen und teuren „Bio“-Ethanol-Kamine zu geben. Natürlich werfen die Heimwerkermärkte ihren Kunden auch jede Menge billige Elektro-Heizer hinterher, doch was nützt Ihnen das, wenn das Stromnetz zusammenbricht?

Sie mögen zwar aus Erfahrung zu Recht davon ausgehen, dass Strom nahezu immer fließt, doch wenn die Gas-Lieferung aus Russland tatsächlich wie im letzten Winter einfach willkürlich für längere Zeit oder ganz gekappt wird, dann wird die halbe Republik spontan von Gas auf Elektro-Heizung umsteigen. Das machen die Netze und auch die Kraftwerke jedoch nicht mit, sie sind dafür nicht ausgelegt – da helfen auch die Dachlichtsammler der Solarschafe nicht.

Für sämtliche Heiz-Gerätschaften gilt: Legen Sie sich einen entsprechenden Brennstoffvorrat an. Um den Bedarf abschätzen zu können, sollten Sie einige Tage Ihre Notheizung im Probebetrieb fahren und dann den Brennstoffbedarf hochrechnen.

Neben Nahrung und Heizung dürfte das Thema Beleuchtung noch eine wichtige Rolle spielen. Kerzen, Taschenlampen ohne oder mit Kurbel, LED-Laternen oder Petroleumlampen – wenn man schon das Petroleum für den Ofen hat.

Falls Sie das Thema Heizung und Licht überbewertet finden, dann machen Sie doch einmal folgenden Versuch: Drehen Sie für 24h Ihre Hauptsicherung raus. Sie werden staunen. Zunächst werden sie verschlafen, dann die eiskalte Dusche weglassen, angewidert vom Müffelgerucht im Kühlschrank und der toten Kaffeemaschine sich einfach mit Leitungswasser begnügen, mittags trockene Haferflocken verspeisen und am Abend bei Kerzenlicht fernsehen. Vor dem Zubettgehen schlagen sie sich noch im Dunkeln gehörig an den Kopf bei der Suche nach den Taschenlampenbatterien im gruseligen Keller.

Weitergehende Vorsorge können Sie beliebig nach Bedarf und je nach finanziellen Möglichkeiten abdecken. Wenn Sie z.B. elektrische Geräte besitzen, welche auch im Falle eines Stromausfalls unbedingt funktionieren sollen, dann legen Sie sich ein Notstromaggregat zu. Falls Sie auch ein Auto fahren, können Sie für beides noch ein paar Dutzend Liter Benzin in geruchsdichten Stahlkanistern lagern. Allerdings nützt das Aggregat für den PC nicht viel, wenn die Internet-Infrastruktur wegen Stromausfall selbst ausgefallen ist.

Diese Art der Vorsorge lässt sich noch beliebig vertiefen. Wenn es Sie interessiert, dann schauen Sie sich am besten in den Krisenshops Krisenvorsorge.com und KriVor.de um, wo Sie evtl. weitere für Sie wichtige Elemente finden.

Doch zum einen können Sie nicht für alles vorsorgen und zum anderen sollten Sie die richtigen Prioritäten setzen und das Ganze nicht als lustigen Abenteuerurlaub betrachten. Wenn es wirklich ans Eingemachte gehen sollte – aus welchem Grund auch immer – dann werden wir froh sein, etwas zu Essen zu haben und nicht frieren zu müssen. Für weitere Unterhaltung muss dann ganz sicher nicht gesorgt werden.

Wir sehen am Geschehen in Frankreich, wie zügig ein Versorgungsengpass eintreten kann. Auch in Spanien und Griechenland geschah bereits Ähnliches in den vergangenen beiden Jahren. Dabei waren alle diese Krisen von vielen Bürgern gewollt und die Nachteile wurden größtenteils bewusst in Kauf genommen. Geraten die Menschen jedoch unerwartet und längerfristig in solche oder noch wesentlich drastischere Situationen, dann sieht die Lage ganz anders aus, insbesondere, wenn staatenübergreifend überall dieselben Probleme auftreten.

In gewissem Umfang für sich und gegebenenfalls für seine Familie vorzusorgen, sollte jeder in Betracht ziehen. Versetzen Sie sich in Gedanken in den Zustand verschiedener Engpässe und Ihnen wird schnell klar, an welchen Stellen Sie am besten entsprechende Vorkehrungen treffen sollten. Und vergessen Sie dabei nicht die wesentlichste Vorsorge, nämlich den Sinn Ihres Lebens.

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9 Kommentare zu “Krisenfolgen am lebenden Objekt erfahren

  1. „mittags trockene Haferflocken verspeisen und am Abend bei Kerzenlicht fernsehen.“

    Vorausgesetzt der Fernseher verfügt ebenfalls über eine Kurbel…
    :-)

  2. Hier ein Trost für alle Leser des heutigen Artikels:
    „Sorgt euch nicht um euer Leben,was ihr essen sollt,noch um den Leib,was ihr anziehen sollt.Das Leben ist mehr als Speise und der Leib mehr als Kleidung…Und ihr sollt auch nicht danach trachten,was ihr essen oder was ihr trinken sollt;und beunruhigt euch nicht!Denn nach all diesem trachten die Heidenvölker der Welt;euer Vater aber weiß,daß ihr diese Dinge benötigt.Trachtet vielmehr nach dem Reich Gottes,so wird euch dies alles hinzugefügt werden!Fürchte dich nicht,du kleine Herde;denn es hat eurem Vater gefallen,euch das Reich zu geben…“Lukas12,22-34
    Frage:Was nützt uns ein voller Bauch und eine warme Stube,wenn ich hernach mein Leben verliere.Deshalb ist die wichtigste und einzigste Vorsorge:“..sondern wenn ihr nicht Buße tut,werdet ihr alle auch so umkommen!…Lukas 13,3-4″Wer Unrecht tut,der tue weiter Unrecht, wer unrein ist,der verunreinige sich weiter;der Gerechte übe weiter Gerechtigkeit,der Heilige heilige sich weiter!“

  3. @ Uri
    Wie lange ist Benzin in Kanistern haltbar ? Bei Füllung bis an den oberen Rand ewig,Benzin friert auch nicht ein.

    Finde ich voll ok was die “ Gallier “ tun – da ist wenigstens noch Zusammenhalt und Kampfgeist bei der Bevölkerung da !

    Ansonsten hab ich alles,um zu überleben…das einzige was fehlt ist ein Generator zur Gewinnung von freier Energie…damit wäre dann auch das Stromproblem gelöst ! :-)) ;-)

    Der Sinn des Lebens ??? Mit Mutter Natur überleben – hat jemand eine andere Antwort? Sie hat uns doch Essen, Trinken,Medizin und Haus gegeben und gibt es auch dann…

  4. Die Schildbuerger.
    Ich habe mir mal so Gedanken darueber gemacht, warum man wohl so eine Geschichte erfunden hat. Das man den Sonnenschein mit Eimern und Saecken in das Rathaus bracht, meint sicher nichts weiter, als das die Politiker einfach nicht sehen koennen, was auf der Strasse eigendlich los ist und was die Leute denn so denken.
    Am Ende kommt es dann auch so weit, das man die Politiker dann auch noch zwangsfuettern muss, wie die Kuh mit dem Grass auf der Mauer. Diese zeigt dann darauf hin, das es am Ende dann den Politikern an den Kragen geht.

    Etwas zur Versorgung noch. Eine verschliessbare Dose in der eine Rolle Klopapier passt macht eine wunderbare Kochplatte. Mann traenkt das Toilettenpapier gut mit Benzin. Benutze einen Streichholz. Es brennt wie eien Gasflamme. Flamme aus, einfach den Deckel drauf machen.
    Nach dem Kriege hatten wir eine Petroleum Funzel. Eine Dose voll Petroleum oben einem Schlits, ein stuechen Tuch als Docht im Schlitz macht ne wunderbare Lampe.

  5. weiter

    Sollte es noch Strom geben, aber man ist nicht in der Lage die Rechnung zu bezahlen, kann man ja noch Schwarz fahren. Nach dem Kriege waren zum Teil die Stromleitungen runter. Wir hatten ein Paar lange Kabel, die wir dann am Abend mit einem Langen Stock ueber die Stromleitung haengten. Natuerlich muessen die Leitungen am Tage wieder runter, damit man nicht ertappt wird.

    Wenn der Zug am Abend in der Naehe stand, halfen wir uns auch mit dem Torf oder Brikett in den Wagons. Auch die Zaeune der Nachbarn waren nicht sicher, denn es musste doch was zum Brennen gefunden werden.

    Kommt Zeit, kommt Rat.
    Gruss Otto

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