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Hamsterrad oder Ausverkauf der menschlichen Werte?

Ein junger Investmentbanker wettert gegen die Mittelschicht und stellt seine protzige, arrogante Einstellung in Szene. Wer wenig oder nichts hat, sei selbst schuld.

Wie sähe diese Welt wohl aus, lebten nur noch Menschen, die sich gegenseitig ausbeuteten und das toll und legitim fänden? Wären dann diese Skrupellosen glücklich und zufrieden? Würde ihre nimmersatte Gier und ihr menschenverachtendes Verhalten der Gesellschaft einen Sinn geben?

Eigentlich stehen solche Leute wie Gerald Hörhan längst auf der Hass- bzw. Abschussliste derjenigen, welche unter den Folgen der Wirtschaftskrise heute leiden müssen. Doch er ist nicht nur irgendeiner dieser Bankfuzzies, die vielen Menschen bereits ihr Vermögen gekostet haben und für die meisten der sogenannten „Blasen“ verantwortlich sind. Hörhan ist einer von denen, die mit ihren Ellenbogen und blanker Rücksichtslosigkeit zu erheblichem Wohlstand und Reichtum gelangt sind und dies auch noch protzig und überheblich zur Schau stellen.

Gerald Hörhan hat gerade sein Buch „Investment Punk“ veröffentlicht, in welchem er auf diejenigen eindrischt, welche ihm seinen Reichtum beschert haben, die Mittelschicht. Und nein, er zeigt sich nicht dankbar, sondern lacht über sie, gibt ihnen sogar die Schuld an ihrem eigenen „Elend“.

Er kann froh sein, dass bisher das System noch relativ gut funktioniert und die Menschen ruhig gehalten werden. Doch wehe, wenn sie losgelassen werden, Hörhan wäre wohl in Kürze ganz ganz oben – am Baum an einem Seil. Noch schützen ihn staatliches Gelddrucken und Vollpensions-Sozialstaat vor den wilden Horden.

Format.at schrieb am 14.02.2010 über den mitleidslosen geldgeilen Punk:

Er ist 34, fährt schnelle Autos, hat ein Büro am Stephansplatz und jongliert als selbständiger Investmentbanker mit Millionen: Gerald Hörhan gehört zu den bösen Buben der Wirtschaftskrise, und er ist stolz darauf. Sein Buch „Investment Punk“, das diese Woche erscheint, ist eine Schmähschrift gegen die Mittelschicht: Denn nicht die Investmentbanker seien schuld daran, dass die Masse immer ärmer wird – sondern die Mittelschicht selbst, deren mangelndes ökonomisches Verständnis sie in ein Hamsterrad der ständigen Ausbeutung zwinge.

Machen Sie sich kurz selbst ein Bild von dem Mann und seiner Lebensphilosophie. Hier ein Auszug aus seinem Buch, den Format.at veröffentlichte:

Ich tue all die Dinge, von denen die meisten von euch nicht einmal zugeben, dass sie von ihnen träumen. Ich wohne an den feinsten Adressen von Frankfurt und Wien, besitze Luxusautos mit insgesamt mehr als tausend PS und treffe die schönsten Frauen der Welt.

[…] Ich bin als selbständiger Investmentbanker einer von den Typen, die ihr, die Mittelschicht, gerne gierige Abzocker schimpft, dekadente Arschlöcher und neureiche Dandys mit loser Hand fürs große Geld. Ich gehöre zu denen, die eurer ziemlich bescheuerten Meinung nach die Weltwirtschaft ruiniert haben, die ihr dafür hasst, dass sie auch dann fantastisch verdienen, wenn euch gerade wieder einmal die Folgen einer Wirtschaftskrise auf die Köpfe fallen.

Sein überhebliches Auftreten in den Medien ist sicherlich ein gewisses Stück weit gespielt und dient der Buchwerbung. Jedoch würde ein ehrenhafter Mensch zum einen nicht solche Wege gehen und zum anderen gibt es auch einen Ruf zu verlieren für das Leben außerhalb dieses Buches. Doch das scheint den jungen Autor nicht im Geringsten zu stören.

Im Interview mit Die Presse vom 20.02.2010 sagte Hörhan:

Man muss ein intelligenter Punk sein. Punks hinterfragen das System, das ist gut. Sie ziehen aber die falschen Schlüsse. Für Anarchopunks sind Unternehmer, Vermieter und Politiker die Bösen. Ohne die gäbe es aber eine feudalistische Plutokratie. Intelligente Punks dagegen versuchen, sich mit kreativen Ideen von den Konventionen der Mittelschicht zu verabschieden. Ich nenne sie Investmentpunks.

Einige seiner Antworten entsprechen durchaus der Realität. Die meisten Menschen schwimmen eben mit dem Strom, machen sich selbst keine eigenen Gedanken und Überlegungen und tappen so immer und immer wieder in die typischen Fallen. Eigenständiges Denken unterscheidet den Autor daher berechtigter Weise von den vertrottelten Schafen.

Allerdings gehört Hörhan eben zu denjenigen, die schamlos dieses blinde Hinterhertrotten der Schafe für den eigenen Profit auszunutzen verstehen. Den Menschen kann man zwar vorwerfen, dass sich zu faul und zu bequem oder auch zu dumm sind, sich ihren Kopf zu zerbrechen, aber sie dann hinterrücks abzuzocken und sich damit zu brüsten ist schon ein starkes Stück.

So sind sie eben, diese Investmentbänker. Einmal Lunte gerochen, wollen sie immer mehr von dem bedruckten Papier haben, es scheint wie eine Sucht zu sein. Sie wandeln dabei keineswegs auf illegalen Pfaden, denn dank dem großen Einfluss der Banken auf die Politik wird alles Geplante vorher auf rechtlich einwandfreie Füße gestellt – zumindest im Prinzip. Dass der Einfluss auf die Politik durch das Finanzsystem alles andere als rechtens ist, müssen wir nicht diskutieren.

Auf welches Pferd der „Investment Punk“ setzt, zeigt die letzte Frage seines Interviews:

Was bedeutet Reichtum?

Unabhängigkeit und Freiheit. Ich kann alles machen, was ich will. Ich muss vor keinem Chef buckeln und dafür noch Danke sagen.

Hörhan gehört zu den intelligenteren Wesen und weiß, wie er die weniger intelligenteren legal ausbeuten kann. Für denjenigen, dem Reichtum und Wohlstand das Wichtigste ist im Leben, gibt es zum Hamsterrad oder dem Ausverkauf der menschlichen Werte keine Alternative. Im Gegenteil, warum das Hamsterrad wählen, wenn es doch auch viel bequemer geht.

In Wahrheit gibt es jedoch noch eine dritte Alternative: Die klare Absage an den weltlichen Irrsinn des Ansammelns von Reichtum und wertvollen Gütern, Luxus und Bequemlickeit auf Kosten von Freiheit oder mittels Skrupellosigkeit. Wer sein Leben dem Mammon opfert, der wird sich sicherlich viel Freunde, Wohlstand und vielleicht auch Gesundheit erkaufen können.

Aber sind diese Reichen auch innerlich glücklich und erfüllt? Haben sie eine Lebens-Perspektive, einen Sinn für ihr Leben? Müssen sie nicht auch alle eines Tages sterben und können nichts von all den Reichtümern mitnehmen, wohin auch immer sie glauben, zu gehen?

Freilich, nur wenige Menschen sind freiwillig mit „weniger“ zufrieden, wenn sie auch „mehr“ bekommen könnten. Nach weltlichen Gesichtspunkten ist ja auch „dumm“, wer nicht so handelt. Interessanterweise werden sich die Menschen aber alle im Angesicht des Todes ihrer endlichen Situation bewusst.

Glauben Sie auch, dass man diese Welt noch retten oder gar völlig umkrempeln kann? Glauben Sie wirklich, eine geheime Illuminaten- oder sonstwie Riege würde von sich aus auf ihre unglaubliche Macht verzichten, die sie über Jahrhunderte im Geheimen mit Gewalt und unter Inkaufnahme von Millionen von Menschenleben aufgebaut hat? Sitzen Sie gerne auf einem toten Pferd?

Wer es noch nicht gemerkt hat, diese Welt läuft auf ihr Ende zu. Dieses Ende wurde bereits vor langer Zeit sehr im Detail vorausgesagt und es ist höchst erstaunlich, wie exakt all das nun eintritt. Jeder kann es nachlesen und seine persönlichen Maßnahmen dafür treffen. Sind Sie bereit?

18 Kommentare zu “Hamsterrad oder Ausverkauf der menschlichen Werte?

  1. Es kann einer nur Reich werden, wenn er von einem Anderen nimmt. Der Flan oder Pizza (Pie) ist immer gleich gross, nur einige bediehnen sich halt zweimal oder mehr. Die Welt funktioniert wie ein Zementmischer. Das Schwere faellt nach unten und das Leichte obendrauf. Wenn sich die Reichen zu voll gesaugt haben und zu schwer werden, fallen die, welche sie um ihren Reichtum gebracht haben ueber die Reichen her und haengen und morden sie alle, bis nur wenige uebrig bleiben. Dann gibt es eine Neuverteilung des Reichtums und des Grundbesitzes. Einjeder nimmt sich dann soviel wie er will und kann, weil wir ja alle von der Natur aus gierig sind.
    Die Reichen koennen einfach nicht verstehen, das wenn die untere Klasse gut zufrieden mit dem ist was sie haben, das dann auch sie zufrieden sein koennen. Nur wenn die unterklasse genug zum ausgeben hat, koennen die reichen Geld sammeln. Wenn es nur Arme Leute gibt, geht es auch den Reichen nicht gut.

  2. Der Mann hat in vielen Dingen recht.
    Der Mensch ist nun mal von Natur ein Jäger.

    Ein Jäger ist auf Beute aus.
    Das kann sein in der heutigen Zeit:

    Geld, Frauen, Luxusbesitz

    Es gibt immer auf der Welt die Wölfe und die Schafe.
    (Ok, Wolf im Schafspelz gibt es auch noch)

    Es ist das Schicksal der Schafe von den Wölfen gefressen zu werden.
    Ein Schaf kann zum Wolf werden und ein Wolf zum Schaf wie sich
    der SAULUS zum heiligen PAULUS gewandelt hat.

    An erster Stelle kommt ihr selbst und die Familie.
    Eure Entscheidung ob ihr Schafe oder Wölfe sein wollt.

    http://rausausdeutschland.wordpress.com

  3. „Jedoch würde ein ehrenhafter Mensch ….“ Wo wird denn das gelehrt?
    Hier mal was aus den Veden:
    Srimad Bhagavatam, 12. Canto, 2. Kapitel (gesprochen vor ca. 3000 vor Chr.)

    Sri Sukadeva sprach: O König, durch zunehmenden Einfluss des Kali-yugas (Zeitalter der Dunkelheit – Nacht, des Streites und der Heuchelei auch Zeitalter des Eisens genannt) werden Tag für Tag Rechtschaffenheit, Wahrhaftigkeit, Gottvertrauen, Reinheit, Mitgefühl, Barmherzigkeit, Lebensdauer, Stärke und Erinnerungsvermögen mehr und mehr abnehmen. Im Kali-yuga werden Geld und Profitgier die Hauptrolle spielen. Der Wert eines Menschen wird an seinem Vermögen gemessen werden, ohne seine Herkunft, sein Verhalten und seinen Charakter zu berücksichtigen. Und die Reichen werden bestimmen, was richtig und gerecht ist. …….

    Muss doch ein weiser Mann gewesen sein, der schon damals das gesehen hat.

  4. …erinnert stark an NICK LEESON (Barings Bank)… man muß ihn deswegen nicht hassen, oder gar an den nächsten Baum hängen, das kostet nur Lebensenergie …und er wird diesen Schritt vermutlich schlußendlich für sich selber tun…

    Karl

  5. „Was bedeutet Reichtum?

    Unabhängigkeit und Freiheit. Ich kann alles machen, was ich will. Ich muss vor keinem Chef buckeln und dafür noch Danke sagen.“

    Dieser oberflächliche Glaube macht einen Süchtig:
    Denn wenn man kein Geld hat, denkt man immer an Geld. Wenn man Geld hat, dann denkt man nur noch an Geld.

    Und….
    Wenn ein Mensch behauptet, mit Geld lasse sich alles erreichen, sollte man sicher sein, dass er nie welches gehabt hat.

  6. Die Machtelite will ein neues weltweites Finanzsystem.

    So könnte dieser Gerald Hörhan auch nur eine Figur der neuen Weltordnung sein.

    Die aktuelle Hetze gegen das jetzige korrupte Finanzsystem wird durch solche Figuren noch mehr angeheizt.

    Die Menschen wünschen sich dadurch ein gerechteres Finanzsystem.

    Das Neue wird aber noch ungerechter sein.

  7. An Rock

    Ich finde deinen Hinweis auf die Veden interessant.

    Ähnliches findet man in der Offenbarung. Dort steht für die kriminelle Kaufwelt das geheime Babylon:

    Hier ein Zitat: „Denn deine Kaufleute waren die Großen der Erde, und durch deine Zauberei wurden alle Völker verführt; und in ihr wurde das Blut der Propheten und Heiligen gefunden und aller derer, die auf Erden umgebracht worden sind.“ (18:23+24)

  8. Soviel Arroganz auf einmal, eigentlich könnte er einem Leid tun.
    Da ihm sicher keiner derjenigen Leid tut, die durch sein asoziales
    Verhalten abgerutscht sind, wäre das mit dem Ast und dem Strick
    sicher eine der besten Lösungen. Eine andere Möglichkeit wäre, ihn
    samst einer Gelddruckmaschine auf den Mond zu schießen!

  9. Ihr wisst schon das dieser Text als Rufmordkampanie eingewertet wird!

    Erschreckt euch nicht wenn vor Gott jeder Zeugniss ablegen muß, dieser Herr ohne sich zu verbiegen eine glatte eins bekommt.

    Warum …….. , der Mittelstand braucht Mittel um eine Geschäftsgrundlage zu bilden oder sich zu erweitern, nun die Unterlagen die der Mittelstand vorlegt sind mit dem Vorhaben nicht zu vereinbaren und wenn einer von diesen Herren oder Damen Persönlich vorbeischauen, haben die Augen eine Form von Registrierkasse der jeweiligen Landeswährung, es Fehlt nur der Hebel woran man ziehen darf!!!!

    Investmentpunk, ist nur eine Sichtweise der Dinge und Zwänge die derzeit uns umgeben, der Hörhan bezahlt bereits täglich seinen Preis, da täuschen auch Luxusartikel nicht darüber weg, es kommt immer auf die eigene Einstellung zum Menschlichen Umfeld an und auch wenn es der Hörhan nicht sagt, er macht sich täglich krumm, von Freiheit kann da keine Rede sein.

    LG

  10. Was wir alle nicht vergessen sollten :

    Für jedes Geschäft gibt es einen, der betrügt,
    und einen, der sich betrügen lässt !!!

    Darwin nannte dieses einst „survival of the fittest „.

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