Kinderwagen und Alkohol – womit sich die Politik beschäftigt
Die Bevormundung der Bevölkerung startet schon zum 01.01.2010 mit einer Rakete an Schwachmatismus. Lesen Sie, was der Tagesspiegel am 29.12.2009 schrieb:
Die Europäische Union setzt zum 1. Januar 2010 eine neue Sicherheitsnorm in Kraft. Und Berlin muss sich fügen. Kinderwagen dürfen dann nicht mehr auf Rolltreppen.
Aber wer wird sich denn aufregen deswegen? Welcher Deutsche bekommt heute überhaupt noch Kinder in so einem lebensunfreundlichen Land wie der BRD? Diese dumme Regelung betrifft uns in Wirklichkeit doch gar nicht. Ansonsten, so rät der Tagesspiegel:
Damit die Verlockung, sich über die europaweite Regel hinwegzusetzen, gar nicht erst aufkommt, hat das Einkaufszentrum Alexa am Alexanderplatz metallene Poller vor allen Rolltreppen installiert. Der Abstand zwischen den Pollern ist so schmal, dass ein Kinderwagen nicht hindurchpasst.
„Bekommt man denn keinen Ärger, wenn man sich einfach über diese Regelung hinwegsetzt?“ wird sich der besorgte und vorbildlich das eigene Denken strikt ablehnende Mitbürger bestimmt fragen. Kaum, denn noch gibt es keine Kinderwagenpolizei. Der Tagesspiegel erklärt, dass diese neue Richtline EN 115 nur eine Richtschnur und daher kein Gesetz sei. Einzig die Haftpflichtversicherungen des Rolltreppenbetreibers bzw. des auf einer Rolltreppe amokfahrenden Kinderwagenführers könnten sich weigern, zu bezahlen.
Freuen Sie sich schon auf die besserwisserischen Gutmenschen, welche die Mütter mit Kinderwagen auf den Rolltreppen maßregeln werden, anstatt ihnen den Kinderwagen die Treppe hinauftragen zu helfen. Wie wir solche Menschen lieben, die für alles Regeln benötigen, aber selbst zu dumm, feige und faul sind, etwas in die eigene Hand zu nehmen. Deren Leben scheint nur lebenswert zu sein, wenn ein Staat sich bis ins allerletzte Detail ihrer Existenz einmischt und kontrolliert.
Bei uns herrscht eine unvergleichliche Bürokratendiktatur in Brüssel über fast 500 Millionen Menschen und macht ihnen das Leben Jahr für Jahr und Tag für Tag ein bisschen beschwerlicher. Kinderwagen und Glühbirnen scheinen weltbewegende Themen zu sein. Zum Glück gibt es noch Länder, die sich um wirklich wichtige Dinge sorgen, beispielsweise um die „beschwingte Stimmung“ im Lande.
In Russland wurde zum 1. Januar ein Gesetz in Kraft gesetzt, welches den Preis für Wodka – also das Grundnahrungsmittel Nummer eins – auf einen Mindesteinheitspreis anhebt. Ein halber Liter des Gesöffs kostet ab jetzt 89 Rubel, etwa zwei Euro.
Grund dafür war eine Studie – die Glaubwürdigkeit könnte man parallel einmal prüfen – welche zum Vorschein brachte, dass in Russland überproportional viele Menschen an übermäßigem Alkoholgenuss sterben. Insbesondere die Männer sollen eine Lebenserwartung von nur 59 Jahren haben, während die Frauen 72 Jahre alt werden.
Betrachten wir uns einmal die Durschnittstemperatur von Novosibirsk im Winter, dann liegt diese bei -18 bis -20 Grad Celsius. Wie sollen die Menschen dort denn bitte ohne Frostschutzmittel überleben können?
Spaß beiseite, natürlich ist es höchst bedenklich, wieviel Wodka in Russland konsumiert wird. Die Presse hat am 01.01.2010 zu diesem Thema folgende Zahlen aus oben genannter Studie zitiert:
Präsident Medwedjew zeigte sich entsetzt, dass in seinem Land statistisch im Jahr pro Kopf 18 Liter reiner Alkohol konsumiert wird. „Sie können sich selbst ausrechnen, wie viele Flaschen Wodka das sind – es verschlägt einem den Atem“, erklärte er in einer Regierungssitzung. Und es wurde nachgerechnet: Bei einem Standardalkoholgehalt von 40 Prozent ergibt dies 90 Flaschen Wodka im Jahr, jeden vierten Tag eine.
Das bedeutet pro Tag etwa sechs Schnapsgläser an Wodka, wohlgemerkt im Schnitt und das pro Nase. Doch Achtung, so dramatisch das vielleicht klingen mag, es ist im Vergleich zum Bier- und Weinskonsum der BRD gar nicht so viel.
Pro Jahr trinkt nämlich der Bundesbürger im Schnitt etwa 115 Liter Bier, was bei 5% Alkoholanteil rund 6 Litern reinem Alkohol entspricht. Außerdem verzehrt er noch fast 25 Liter Wein und Sekt, was nochmals grob 3 Liter Alkohol ergibt. Auch Schnaps trinkt der Deutsche und zwar gute 6 Liter, macht weitere 2,5 Liter Alkohol. Zusammen sind das 11,5 Liter reinen Alkohols, den sich jeder von uns pro Jahr reinschüttet.
Zwar trinken die Russen bestimmt auch noch etwas Bier und Wein, aber die Verhältnisse liegen nicht so wahnsinnig weit auseinander, wie der Bericht aus Russland auf den ersten Blick erscheinen lassen mag. Doch es geht um eine ganz andere Sache in diesem Zusammenhang.
Stellen Sie sich vor, eine Studie hätte ergeben, dass 0,5% der Bürger eines beliebigen Landes pro Jahr Selbstmord mit Schlaftabletten begehen. Was würden Sie davon halten, wenn die Regierung dieses Landes beschließen würde, einen Mindestpreis für Schlaftabletten einzuführen, um die Selbstmordrate zu senken?
Abgesehen davon, dass diese neue seltsame Regelung die Russen höchstens dazu bringen wird, sich den Alkohol aus privaten Quellen zu besorgen, gibt es den unschönen Nebeneffekt, dass dann viele Menschen Opfer von Methanolvergiftungen werden, was bei unsachgemäßem Schnapsbrennen leicht entstehen kann. Mit dieser Maßnahme wird die Regierung nichts erreichen, höchstens höhere Steuereinnahmen.
Wie üblich sind die Politiker nicht in der Lage, Probleme zu identifizieren oder gar zu lösen. Denn ansonsten müsste Präsident Medwedjew doch daran gelegen sein, zunächst die Ursachen für den hohen Konsum an Rauschmitteln erst einmal festzustellen, bevor irgendwelche Schnellschüsse gemacht werden.
Die Ursachen sind uns klar, denn in allen Ländern mit Massenarmut gibt es ein Alkoholproblem. Was meinen Sie, warum Schnaps in Krisenzeiten quasi als Währungsersatz oder zumindest als werthaltiges Tauschmittel verwendet konnte und auch heute noch kann? Das kommt nicht von ungefähr.
Keiner Regierung weltweit scheint noch wirklich daran gelegen zu sein, etwas für die eigene Bevölkerung im Positiven bewegen zu wollen. Es ist auch längst nicht mehr die Frage, ob ein Land bzw. deren Regierende korrupt sind, sondern höchstens noch, für welchen Preis man sie kaufen kann. Korruption ist Normalität, auch im Westen, Sie wissen das.
Wir können wenig dagegen tun, eigentlich gar nichts, denn Demokratien sind das Fundament für Korruption. Insofern lehnen Sie sich einfach entspannt zurück und trinken Sie lieber Wasser. Etwas beunruhigend ist in diesem Zusammenhang, dass rein rechnerisch rund 65 Kisten Bier pro Tag allein von den Wahrheiten.org-Lesern konsumiert werden. Na dann Prost Neujahr.

Es ist schon so, Kinderwagen sind auf der Rolltreppe nicht ideal.
Das weiss jede/r.
Braucht es dazu eine Vorschrift des Staates/Der EU?
Die Politiker- und Bürokratenheinis scheinen uns kein selbständiges Denken mehr zuzutrauen.
Der grosse Megatrend ist seit vielleicht 5 Jahren die Verbotsmanie und die Nicht-Ernstnahme von uns Menschen.
Wie lässt sich dieser Trend umkehren?
Es eilt