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Wirf die Kiste aus dem Fenster – Freiheit für die Seele

Sie wollten eigentlich kein Fernsehen mehr schauen? Ihnen ist die Zeit zu schade, sie sitzend und vollständig passiv vor der Blöd-Blöd-Maschine zu verbringen?

Warum haben Sie dann diesen schönen Flachbildschirm auf dem Wohnzimmerschrank stehen? Weil das jeder Möbelprospekt so zeigt? Dann seien Sie doch der erste, der es anders macht.

Ist Ihnen beim wöchentlichen Durchschauen des Papier-Werbemülls schon einmal aufgefallen, dass es keinen einzigen Möbelkatalog oder -prospekt gibt, in dem eine Wohnzimmerwand ohne einen Fernseher abgebildet ist? Der Fernseher gehört hier so selbstverständlich dazu wie das Papier auf der Toilette – mit dem Unterschied, dass das Klopapier tatsächlich einen sinnvollen Zweck erfüllt.

Vielleicht hatten Sie ja schon mehrfach vor, die Kiste in den Keller oder zum Sperrmüll zu verbannen. Doch wieso haben Sie dann den Umstieg von Braunscher Röhre auf TFT überhaupt noch mitgemacht? Weil der Flachbildfernseher gerade im Angebot war und man ja ab und zu auch was Schönes schauen kann? Weil der Wetterbericht durchaus nützlich ist?

„Wir schauen damit fast nur DVD“ sagen die einen oder „abends nach der Arbeit haben wir keine große Motivation, etwas anderes zu tun, daher schauen wir halt doch ab und zu“ äußern die anderen. Klarer Fall von Bequemlichkeit oder Inkonsequenz?

Es ist schon sehr befremdlich, warum sich so viele der Aufgeklärten immer noch diesen Kasten im Lebensmittelpunkt, im Wohnzimmer, halten. Wollen diese in ihrem Umfeld nur nicht auffallen? „Ich schaue nur ganz selten“. Warum nicht ganz raus damit? Warum so halbherzig?

Dabei hat es direkte Vorteile, dem Lügenmedium Nummer eins die kalte Schulter zu zeigen und zwar endgültig, final und unwiderruflich:

  • Sie können Ihre GEZ-Kosten deutlich senken und nur noch die Radio-Gebühr bezahlen, das spart pro Jahr knapp 150 €.
  • Sie sparen tatsächlich Zeit, viel Zeit. Und wenn es nur eine Stunde pro Tag ist – der Durchschnitt pro Bundesbürger liegt bei zwei bis drei Stunden.
  • Sie fühlen sich nicht dazu verleitet, immer wieder nachzugeben, einzuknicken, Ihre guten Vorsätze zu verletzen. Wenn das Gerät weg ist, ist es weg. Sie kommen nicht mehr in Versuchung.
  • Sie fühlen sich zeitlich frei. Keine Hektik mehr beim Abendessen, damit um 20:15 Uhr die Glotze angemacht werden kann.
  • Sie können durch Besuch oder Anrufe nicht mehr gestört werden beim Fernsehen – stören vermutlich aber Ihre Freunde, wenn Sie sich erst einmal daran gewöhnt haben und „rücksichtslos“ zu jeder Abendzeit bei denen anrufen. Um 20 Uhr bei der tagesschau zu stören – Sie sind ganz schön mutig.
  • Sie werden nie wieder durch Werbeunterbrechungen gestört – über 65% der Zuschauer stört das laut Emnid. 9% fühlen sich übrigens durch „Mitklatschen bei Musiksendungen“ gestört, welch ein Brüller.

Wer behauptet, er kann das Fernsehschauen trotzdem einschränken oder aufgeben, obwohl das Ding noch rumsteht, der macht sich selbst nur etwas vor. Entweder man entscheidet sich, dieser aktiven Verdummung zu entsagen oder man bleibt jederzeit verleitbar.

Doch was tun? Laut Möbelkatalog gehört ein Fernseher nun mal in die Wohnwand. Was soll man denn sonst dorthin stellen? Ein Aquarium?

Sie haben in einen 107cm-Flachbildschirm oder sogar einen Videoprojektor und Dolby-Digital-7.1-System mit teuren Lautsprechern investiert? Na und? Es ist nur Geld gewesen. Wenn Sie dafür Geld hatten, dann war es Ihnen das offenbar wert. Dann brauchen Sie dem auch nicht hinterher zu trauern. Ab in ebay mit dem Zeug. Oder wenn Sie partout nicht anders können, dann lagern Sie es eben im Keller, um es dann hoffentlich nach sechs Monaten zu verkaufen.

Ich kenne niemanden, der es bereute, seine Zeit endgültig anders verplanen zu können, als allabendlich dieselbe Zeit mit Rumsitzen zu verplempern. Sicherlich, in Familien ist plötzlich eine unbekannte Leere da, die gefüllt werden muss. In Paarbeziehungen herrscht eine gewisse Ratlosigkeit, wenn am Abend plötzlich nichts mehr geplant ist. Nun, vorher war auch nichts geplant, außer den Einschaltknopf zu drücken, oder?

Sie kriegen das hin, glauben Sie mir. Vielleicht gibt es sogar psychologische Betreuung für Härtefälle, aber Sie brauchen das nicht.

Warum ist es denn so wichtig, Schluss mit dem Fernsehen zu machen? Zum einen ist es die oben genannte Abhängigkeit. Nicht nur im Hinblick eines aufgezwungenen Termindrucks bestimmter Sendetermine, sondern auch was die Informationsquellen angeht. Tagtäglich werden wir mit Nachrichten und Meldungen überschüttet. Wir sind das seit vielen Jahren gewohnt und haben oft gar keine anderen Quellen mehr, als nur das Fernsehen. Aber benötigen wir all diese Informationen wirklich für unser Wohlbefinden?

Da wir im Fernsehen die Informationen nicht nur hören, sondern auch Bilder dazu sehen – die gewünschten passenden Bilder selbstverständlich – sind diese Informationen vollständig und automatisch glaubwürdig für uns. Eine Überprüfung kann entfallen. Und das ist die gefährliche Falle, in der sich alle Fernsehzuschauer befinden.

Auch aufgeklärte Menschen sind nicht gefeit davor, der Lügen-Propaganda im Einzelfall wieder zu verfallen. Diese ist einfach zu perfekt und so subtil, gerade auch über Spielfilme, dass man wirklich sehr aufpassen muss, was man seinen Augen und Ohren zumutet.

„Ich schaue nur deswegen fern, um zu wissen, mit welchen Lügen die Masse gerade bearbeitet wird.“ – eine häufig gehörte Ausrede. Doch wer sich ein Bild davon machen möchte, was die unaufgeklärte Masse zur Zeit glauben und denken soll, welche Lügen sie schlucken muss, der schaut sich am besten im Internet die Seiten der großen Nachrichtenmagazine und -sendungen hin und wieder an. Das reicht vollkommen und muss auch nicht täglich sein.

Wenn Sie sich erst einmal daran gewöhnt haben, die Zeitplanung über Ihre 100% fernsehfreie Freizeit wieder vollständig selbst in der Hand zu haben, dann werden Sie spüren, was Ihnen das für ein gutes Gefühl vermittelt. Die wirklich wichtigen Dinge bekommen Sie trotzdem automatisch mit. Den belanglosen und zum Großteil sowieso nur aus Lügen bestehenden Rest ersparen Sie sich – der kostet sie ab dann weder Zeit noch Nerven. Ihre Seele wird mit jedem fernsehfreien Tag ein Stückchen freier.

Fernsehen? Nein Danke. Verdummung? Schluss damit. Setzen Sie ein Zeichen und verbannen Sie ihren Fernseher nicht heimlich aus der Wohnung, sondern machen Sie daraus einen Event. Laden Sie Freunde ein zur „Fernsehfreien Wohnung“. Damit haben Sie sofort einen Gesprächsaufhänger und neugierige Besucher.

Ihre Freunde kennen natürlich ebenfalls keine Wohnwand ohne Glotze. Vergeben Sie daher einen Preis für die beste Idee, was mit dem freien Platz gemacht werden soll. Derjenige mit der besten Idee erhält als Preis Ihren Fernseher geschenkt – damit schlagen Sie zwei Fliegen mit einer Klappe. Und vielleicht fragt er sich ja, was nun er mit dem Ding soll.

26 Replies to “Wirf die Kiste aus dem Fenster – Freiheit für die Seele”

  1. Schöne Idee. Leider bin ich persönlich ein großer DVD-Fan inkl. dem Sound aus einer 5.1 Sourround Anlage. Das Fernsehkabel ist hingegen schon lange nicht mehr eingestöpselt.

    Noch habe ich allerdings eine Röhre und wenn ich sie ersetze dann wohl gegen einen PC-Monitor in einer fernsehtauglichen Größe. Die sind meist sogar billiger, weil der ganze Technikschnickschnack nicht eingebaut ist.

    Aber auf Filme ganz zu verzichten ist wohl unnötig, dafür gibt es einfach viel zu viel gutes Material. „Free Rainer“ z.B. ;o)

  2. Tja, so denke ich auch! Aber da gibt es eben ein kleines Problem. Bevor ich den Fernseher aus der Wohnuing werfe, werfen mich meine Kinder aus der Wohnung……

  3. Was für ein Plädoyer. Und am besten sind die Fernseher Angebote von Ebay bei dir auf der Seite links.
    Der Erfolg des Fernsehens hat viel mit der Isolierung der Menschen zu tun. Früher kamen sie zusammen am Feuer und feierten den Tag.
    Die zwischenmenschliche Entfremdung als Ausdruck des voran schreitenden Egotismus und die Konsummentalität sind aber die Vorraussetzung um die Masse zu kontrollieren.

    Ja, es ist eine Sucht und das hättest du auch schreiben können. Es nur weg zu lassen führt zu Entzugserscheinung.
    Gemeinschaft und Kreativität kann uns daraus helfen.

  4. Super, endlich mal ein Artikel, den ich voll und ganz unterstreichen kann.
    Ich habe mich dieses Jahr endgültig vom Fernseher getrennt. Nachdem er über Wochen nur noch als Staubfänger diente verschenkte ich ihn einfach. Mein Sohn vermisst ihn auch nicht, kann er seine Folgen bei youtube sehen.
    DVDs lassen sich auch am PC anschauen, wenn denn die Ansprüche nicht zu hoch sind.
    Ich hatte es einfach nur noch satt diese ewigen Wiederholungen und die verlogenen Berichterstattungen zu sehen. Die kann man bei Bedarf, um zu wissen wie die Gegenseite tickt, immer noch im Netz nachlesen.

  5. Bei mir ist das Teil schon ca. 3 Jahre aus aber ich habe es noch… warum es aus bleibt? Ganz einfach, ich kann diese blöden Fressen und dummen Sprüche und den ganzen geistigen gemeingefährlichen Dünnsch..s nicht mehr in meinem Wohnzimmer ertragen! Mir wird ehrlich einfach nur schlecht!

    Warum das Teil noch da steht? Auch ganz einfach, ich habe nen Schatzi der sich manchmal die Zeit vertreiben muss wenn ich mich im Netz oder den Schriften versenke… Und dann läuft meisten gedudel aber ich bin in einem anderen Raum.

    Und wenn ich nicht irgendwas „mache“ und wir beisammen sind dann sprechen wir auch mal über den Tag, wie er war und was gerade so los ist. Ich habe die Erfahrung gemacht dass das ganz gut für eine Beziehung ist.

    Aber einigen gehts vielleicht auch so dass sie lieber nicht mit Schatzi reden wollen. Es gab bei mir Zeiten da wollte ich von meinem Partner nicht viel wissen. Das war aber eine andere Frau und ist schon lange her. Da war die Glotze ein guter Grund nicht zu reden.

  6. Bravo, endlich wird es einmal ausgesprochen. Ich kann alle, die den Fernseher und die Tageszeitung aus ihrem Leben verbannt haben nur beglückwünschen.
    Wie negativ sich diese Medien (früher waren das Menschen die mit Göttern sprechen konnten!) auf den Menschen auswirkt und wie Energie raubend das wirkt, kann man erst erkennen, wenn man dieser Sucht abgeschworen hat.
    Danke für den wirklich guten Artikel

  7. Ein toller Beitrag! Kann ich alles nur bestätigen. Seit vielen Jahren haben wir die Kiste verbannt und sind reichlich belohnt worden: Sehr viel mehr Zeit, weniger Konflikte mit den Kindern, kein Ärger mehr über die verdummenden Inhalte und die Werbung und noch dazu Geld gespart bei den Gebühren. Was leider nicht wegfällt ist die ständige Belästigung durch die GEZ, die nicht glaubt, dass wir seit Jahren keinen Fernseher haben. Wir werden ständig in relativ kurzer Zeit mit aufdringlicher Post belästigt, bei der uns unterstellt wird, doch einen Fernseher zu haben. Auch die Prüfer der GEZ stehen sehr oft vor unserer Türe. Scheinbar können sie es nicht fassen, dass wir wirklich auf dieses Gerät verzichten können!

  8. Ich habe seit 7 Jahren keinen Fernseher mehr. Und es stimmt, mit den Ausflüchten. Während der Abschiedphase hatte ich auch das Argument hoch gehalten, ich hätte den Fernseher nur, um in den Nachrichten zu sehen, über was alles mal wieder nicht berichtet wurde. Das ist natürlich Blödsinn, denn als die Flimmerkiste weg war, wußte ich es immer noch.
    Zudem war das Flimmern weg und da wo der Fernseher stand, steht seitdem eine Topfblume. Sie ist sehr dankbar und macht rund um die Uhr kostenlose Werbung für die Natur.

  9. Frage 1: Warum wird man beim TV-Schauen so schläfrig?
    Frage 2: Warum wird man abhängig davon?
    Frage 3: Warum werden diejenigen, die z.B. ein Buch lesen während die anderen schaunen, von diesen fast schon genötigt das Buch wegzulegen, um sich lieber ganz dem TV zu widmen?
    Frage 4: Warum kommt man schneller von dem Ding los als man denkt, wenn man beginnt, sich mit interessanteren Sachen zu beschäftigen?
    Frage 5: Warum sind andere verwundert, wenn man keinen einzigen Werbefilm kennt?
    Frage 6: Was würde passieren, wenn niemand mehr TV schaut? Kommt dann die Intelligenz zurück?

    Leider lassen die wenigsten das Ding aus oder werfen es weg. Denn man spart auch Geld für Schlaftabletten und für Bücher, man müsste sich mehr Alkohol und Drogen reinziehen. Man käme auf dumme Gedanken, weil man beginnt selbst zu denken. Man wüßte nicht wie Merkel aussieht oder was das ist. Man hätte plötzlich einen neuen Freiraum, den viele nicht auszufüllen wüßten. Selbst denken müssen kann Angst machen.

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