Mit Volldampf in Richtung Eisberg – zum Glück sind wir unsinkbar
Irgendwie muss man bei der aktuellen Lage unwillkürlich an die Titanic denken. Ein Schiff, das als unsinkbar galt, so mächtig und groß wie noch keines zuvor, voller Luxus und Prunk – die Rettungsboote wurden wohl eher als Dekoration betrachtet und daher waren es auch viel zu wenige.
Dazu kam, dass auch der Titanic-Kapitän tatsächlich dachte, dass sein Schiff unsinkbar wäre. Genau wie heute unsere Politiker. Viele dieser Unfähigen glauben noch immer an die Unsinkbarkeit unserer gigantischen Weltwirtschaft, die man mit ein paar Billionen wieder in Gang bekommen will. Kapitän Smith dachte und hoffte bis zuletzt. Erst als klar war, die Schotten sind zwar zu, aber der Riss im Boot ist viel zu lang, kamen ihm Zweifel.
Ein bisschen Schlagseite bekam der Kahn dann auch noch und die ersten Passagiere fragten besorgt, was passiert sei. Sie erhielten dasselbe wie wir heute: Lügen und Beruhigungspillen. Die Kapelle spielte weiter. Auf Befehl wurde so getan, als wäre alles in Ordnung.
Was war die Absicht des Kapitäns, warum hielt er die Wahrheit so lange zurück? Sicherlich, weil er sich einfach nicht vorstellen konnte, dass sein unsinkbares Schiff so schwer beschädigt war, dass Lebensgefahr drohte. Allerdings hatte er auch Angst vor einer Panik an Bord, denn dann hätte es sofort kein Halten mehr gegeben.
Panik zu verhindern ist daher auch erstes Gebot unserer Politiker heute, zumindest derjenigen, die verstanden haben, dass unsere Welt massiv Schlagseite hat und demnächst zu kentern droht. In der Panik gehen Rettungsboote zu Bruch, werden Menschen zu Tode getrampelt und viele Menschen stürzen sich ins eiskalte Meer. Eine Panik in unserer komplexen und so filigran abgestimmten Welt würde das sofortige Aus an vielen empfindlichen Stellen bedeuten.
Heute würde es das sofortige „Aus“ der Herrschaft unserer Regierenden bedeuten, was es natürlich zu verhindern gilt. Kapitän Smith hatte damals vielleicht auch an seinen Machtverlust gedacht und zögerte daher, die Passagiere rechtzeitig zu informieren. Erst als ihm klar wurde, die Kiste wird wohl sinken, ließ er per Funk um Hilfe rufen – viel zu spät natürlich.
Das Problem, was wir heute haben, ist in dieser Hinsicht deutlich größer. Denn um Rettung funken dürfte nichts helfen, da sämtliche großen und kleinen Schiffe weltweit selbst in Seenot sind und zu sinken drohen.
Was kann unser Kapitän also heute tun? Er kann versuchen, die Besatzung besser auszustatten bzw. zu vergrößern, damit diese besser mit panischen Passagieren umgehen kann, um mit Gewalt eine Eskalation zu verhindern.
Das ist ja ziemlich selbstlos von unseren Herrschenden, nicht wahr? Nun, gäbe es genug Rettungsboote und Schwimmwesten, könnte man das bejahen. Doch offenbar hegen diese Führer andere Pläne und wollen sich am Ende nur einen sicheren Platz in den wenigen Rettungsbooten sichern, während die Besatzung zusammen mit den Passagieren entweder ertrinken oder erfrieren wird.
Die Musik spielt bis zum Schluss. Heute ist die Musik z. B. das Fernsehen – die tägliche Lügenpropaganda – und die Menschen fallen Reihenweise darauf herein. Sie haben ja auch keine Ahnung von der Schifffahrt. Der Rumms klang zwar nicht gesund, aber wenn der Kapitän doch beteuert, alles wäre in Ordnung, die Musik noch spielt, das Casino geöffnet hat, warum sollte man dann daran zweifeln?
Man muss kein Fachmann für Seefahrt, für Schiffsbau oder Meteorologie sein, um zu erkennen, dass ein riesiger Eisberg das Ende der Titanic bedeutet. Damit ist gemeint, dass wir prinzipiell alle selbst in der Lage wären, zu erkennen, dass unser Weltwirtschaftsschiff gegen einen gigantischen Eisberg gefahren ist, was in naher Zukunft zum Untergang führen wird, ja führen muss.
Durch unsere heutige Expertenhörigkeit jedoch kneifen die meisten Menschen beide Augen fest zu und glauben den angeblichen Profis für Schiffsbau mehr als ihrem eigenen Sach- oder dem gesunden Menschenverstand. Wobei, letzterer scheint nur noch bei sehr wenigen überhaupt vorhanden zu sein. Die Mehrheit hat dieses „Sinnesorgan“ verloren.
Was bedeutet das für uns? Wer schlau ist, sitzt schon längst im Rettungsboot und wartet darauf, dass sein Boot zu Wasser gelassen wird. Solange das Boot noch in Ruhe ablegen kann – perfekt. Sobald die Panik ausbricht, nützt einem aber wohl der frühe Platz im Boot auch nichts mehr, wenn 100 mal soviele Menschen wie vorgesehen einsteigen wollen und das Rettungsboot nach Reißen der Leinen ins Meer stürzt und zerbricht, anstatt sanft hinabzugleiten.
Es wird Zeit, die Titanic zu verlassen. Wie das jeder Einzelne tut, muss er sich selbst überlegen. Was einem Selbstmord gleich kommt, ist weiterhin als Heizer im Rumpf des Schiffs zu arbeiten und so lange mitzuspielen, bis die Panik da ist. Hier den richtigen letzten Moment zu erwischen, um noch gerade rechtzeitig vor allen anderen Passagieren von ganz unten im Boot zu den Rettungsbooten zu gelangen, ist der pure Wahnsinn.
Wie das so ist im Leben, fallen selbst manche völlig ahnungslosen Exemplare immer wieder auf die Füße. Das verliebte Paar, was gerade an Deck spazieren geht, aber nicht im Geringsten an den Untergang denken mag, ist zufällig im richtigen Moment bei den Rettungsbooten. Glück gehabt kann man da nur sagen, aber darauf sollte sich niemand verlassen.
Eines ist klar: Unsere heutige Titanic hat zwar gigantische Geld-Pumpen an Bord, mit denen der Wassereinbruch verzögert werden kann. Doch das Leck ist so groß und irreparabel, dass ein plötzlicher Pumpenausfall genauso tödlich sein wird wie der ständig steigende Wasserpegel, denn die Pumpen können nicht verhindern, dass der Kübel immer schneller vollläuft.
Da bleibt nur noch eines zu sagen: Alle Mann von Bord!

Netter Vergleich :-) und super foto *g* (titianic swim team) das Shirt hab ich auch :-D
Die große Frage ist natürlich nicht ob – sondern wann und wie wir den Eisberg treffen. Viele sagen Sommer 09, ich rechne eher damit der richtige Crash wird eher 2010 / 2011 kommen. Ich denke dieses Jahr wird das ganze noch versucht zu retten.
Ist der Crash dann da, wird er auch wirklich so extrem ausfallen wie einige Blogs schreiben?! Möglich wäre auch ein „mini-crash“ und ein schnelles wiederaufbauen des Systems, welches wiederum ein paar Jahre halten würde…
Das ist doch kein Vergleich. Also sowas.
Es ist kaum vorstellbar das ein ´´chrash„kommt.
Als ob das jemand zulassen würde. Außerdem geht es immer weiter.
Ist das jetzt ironisch gemeint? :-/ Wenn nicht dann belies dich mal http://schnittpunkt2012.blogspot.com/
Na ihr wisst ja : “ Frauen und Kinder zuerst ! “
Ich lauf dann schon mal runter das Loch flicken :)
Der Crash ist schon längst da, nur verläuft alles noch in Zeitlupe bis zum GAME OVER! Es muss passieren, ein krankes System muss irgendwann zusammenbrechen. Man soll es als das sehen, was es eigentlich ist, nichts weiter als eine weltweite Marktbereiningung. Der Neustart wäre aber auch sofort möglich und würde ohne viele Probleme funktionieren: ab sofort das Zinssystem abschaffen. Keine Zinsen auf Guthaben und keine auf Minus. Schönen Tag!
Achja, ganz vergessen. Neben dem Abschaffen des Zinssystemes gehören auch sofort die Börsen geschlossen.
WIr sollten nicht versuchen unsere Probleme zu lösen, sondern versuchen uns von den Problemen zu lösen (Zinsen und Börse)!
Das dieses System an einem Punkt angelangt ist, an dem seine Schwächen deutlich zu Tage treten steht außer Frage. Kohl sprach immer von der Karawane die ruhig weiterziehen würde und so werden wir die Versprechen hören, dass auch dieser fette Kahn immer weiter fahren könnte. Dem ist nicht so. Wir haben noch drei Monate Zeit der politischen Klasse auf die Füße zu treten. Sei es in dem wir Bewegungen wie die Piraten unterstützen oder den Abgeordneten über das WEB unseren Standpunkt klar machen. Ich denke es kommt mehr und mehr in Bewegung. Lassen wir diese Bewegung nicht in die falsche Richtung laufen, denn auch die äußere Rechte wird versuchen sich diese zu Nutze zu machen.
wunderbarer artikel. so begreifen auch die naivsten vielleicht den ernst der lage.
die aussage im 6. beitrag halte ich auch für historisch wertvoll.
respekt an diese seite, weiter so.
gruß andy
Ja die Rechte Szene ist aber lange nicht so Gewaltbereit wie die Linke Szene.
lg
Finde das T-Shirt geschmacklos. Es macht sich über die vielen Toten lustig die damals ertranken. Wie unsensibel muss man sein, diesen Hintergrund nicht zu erkennen.