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Musterung ist Erniedrigung – unnötige „Doktorspielchen“ auf dem Amt

Die Musterung soll eine medizinische Untersuchung zur Feststellung der militärischen Tauglichkeit sein. Aber bei näherer Betrachtung steckt noch mehr dahinter.

Mit ihr kommt der Staat beispielsweise auch an sehr persönliche Daten – zumindest von der Hälfte der Bevölkerung, auf die er nur ungern verzichten will. Die Mitarbeiter des statistischen Bundesamtes wollen schließlich auch beschäftigt werden.

Vieles ist einer ständigen Wandlung unterworfen, doch die Musterung ist anscheinend eine unantastbare Determinante. Wie schon vor Jahrhunderten müssen sich die jungen Männer hierbei einer Begutachtung zur Verfügung stellen. Der Begriff Musterung (lat. monstrare „zeigen“) findet sich schon in der 2. Hälfte des 15. Jahrhunderts. „Zeigen“ bedeutet hier, wie auch aus der Umgangssprache geläufig: man will dich nackt sehen.

Nicht nur das, nach den Vorschriften muss sogar von den jungen Männern geduldet werden, dass ihr Intimbereich inspiziert, registriert und katalogisiert wird. Um dem auch heute noch eine Berechtigung zu geben, wird dies unter dem Vorwand der Krebsvorsorge durchgeführt.

Diese vermeintlich gute Absicht hält aber einer eingehenden Betrachtung nicht stand. Eine einmalige Palpation der Hoden eines jungen Mannes wird ihn im weiteren Verlauf seines Lebens wohl kaum vor Hodenkrebs bewahren können und es ist auch mehr Zufall, wenn ein solcher gerade zur Zeit der Musterung entdeckt wird.

Wäre da nicht eine Unterweisung, wie ein junger Mann sich selbst zu untersuchen hat, viel besser? Wenn ein junger Mann dann schon einmal nackt oder mit herunter gezogener Hose dasteht, dann lässt sich vielleicht auch gleich eine Analbesichtigung und/oder eine Kontrolle auf Phimose durchführen. Fühlt sich ein eben mündig gewordener Bürger nicht spätestens dann erniedrigt und seinem körperlichen Selbstbestimmungsrecht beraubt?

Denn die ganze Wehrpflicht, angefangen mit der Musterung, ist nichts weiter als Zwang. Dein Körper gehört dem Staat soll damit dem jungen Mann suggeriert werden. Es heißt auch, ein Mann wird seine Musterung in seinem ganzen Leben nicht mehr vergessen. Besonders die sehr oft zumindest als Peinlichkeit empfundene Intimuntersuchung wird sich bei sehr vielen Männern hartnäckig im Gedächtnis halten. Ist dies vielleicht sogar so beabsichtigt?

Wenn man den Lebensweg eines Mannes in Deutschland betrachtet, könnte man doch zu folgendem Schluss kommen: Am Anfang steht der gehorsame Wehrpflichtige bei der Musterung, dann beschreitet er seinen Weg weiter als gehorsamer Soldat (Zivildienstleistender) und im späteren Verlauf wird er dann zum gehorsamen Zivilbürger. Perfekt und schön ausgedacht! Fragt sich niemals jemand, warum die Deutschen so Obrigkeitshörig sind?

Eine Gruppe von Männern hat nun eine Kampagne ins Leben gerufen, die es sich zum Ziel gemacht hat, zumindest die erniedrigende Intimuntersuchung bei der Musterung abzuschaffen. Wer diese Kampagne durch Teilnahme unterstützen möchte, der kann unter lgp@gmx.co.uk mit Herrn Lars Petersson Kontakt aufnehmen.

Gesucht werden u.a. auch noch Musterungsberichte von Betroffenen, die ihre Musterung als Entwürdigung empfunden haben.

Der überwiegende Teil des medizinischen Personals in den heutigen Kreiswehrersatzämtern (KWEA) ist weiblich. Es besteht grundsätzlich keine freie Arztwahl. So kann ein Mann sehr leicht an eine Ärztin geraten und immer ist auch bei der Intimuntersuchung eine zweite weibliche Person anwesend, aufgrund des sogenannten forensischen Prinzips.

Ein junger Mann kann sich bei Teiluntersuchungen bei der Musterung zwar heutzutage auf sein Verweigerungsrecht berufen, doch den meisten ist diese Sachlage nicht bekannt. So kann es durchaus vorkommen, dass sogar die Intimuntersuchung ohne Sichtschutz vor zwei Frauen vorgenommen wird. Eine nur als Schreibkraft fungierende KWEA Angestellte gab dazu einmal diesen Kommentar ab:

„Es ist schon ein aufregendes Gefühl dabei zu sein, wenn ein junger Mann vor der Ärztin seine Vorhaut zurückstreifen muss und dabei seine Eichel zum Vorschein kommt.“

Wir von der Kampagne bezeichnen die Intimuntersuchung nicht ohne Grund als Doktorspielchen. Hier bekommen Menschen aufgrund von Gesetzen Macht über andere Menschen verliehen, was zum Teil schon schamlos ausgenutzt wurde. Denn was genau untersucht wird, liegt alleine im Ermessen des jeweiligen Arztes bzw. der Ärztin.

Und so ganz gedanklich unbeteiligt ist eine oft junge, immer anwesende weibliche Schreibkraft auch nicht, wie aus obiger Aussage eindeutig ersichtlich ist. Man stelle sich solch eine Situation einmal mit vertauschten Rollen vor – es käme einem Skandal gleich. Aus einem anderen Forum, wo sich auch KWEA Bedienstete aufhalten, ist bekannt, dass diese sich über die Männer lustig machen. Das ist schlichtweg eine Unmöglichkeit und mich persönlich hat das sehr getroffen!

Übrigens werden weiblichen freiwilligen Bundeswehrbewerbern alleine aus anatomischen Gründen bei der Intimuntersuchung schon Vorzüge eingeräumt, die eine gynäkologische Untersuchung in einer Privatpraxis betreffen und es wird darauf geachtet, dass der Musterungsarzt weiblichen Geschlechts ist. Die Gleichberechtigung von Mann und Frau macht also da halt, wo die körperlichen Unterschiede beginnen. Eine recht seltsame Auffassung von Gleichberechtigung ist das.

Ein Wehrpflichtiger muss das essen, was auf den Tisch kommt, was heißt, man verlangt von ihm zu dulden, wer ihn untersucht, was an ihm untersucht wird und welche Personen bei seiner Untersuchung dabei sein dürfen. Er ist also auf jeden Fall benachteiligt. Hier ist jetzt kein Raum für weitere Erklärungen, doch die medizinische Notwendigkeit einzelner Untersuchungen für die Wehrtauglichkeit, besonders aber was die Intimuntersuchung betrifft, ist sehr zweifelhaft, wenn nicht sogar gänzlich widerlegbar.

Aber wenn man darauf hin die Behörden direkt anspricht, so wie wir es schon getan haben und auch weiterhin machen werden, dann erhielten wir als Antwort, wenn überhaupt, nur den Hinweis:

„Ihre Anfrage wurde an eine höhere Dienststelle weitergeleitet, sie werden dann von dort eine Antwort erhalten.“

Immer die gleiche Antwort, wie von einem Tonband. Aber noch nicht einmal hinsichtlich unserer medizinischen Argumentation gegen die Intimuntersuchung waren die Behörden bisher bereit, eine Stellungnahme abzugeben. Kein Wunder, denn wir bringen stichhaltige Gründe, welche die Unnötigkeit der Intimuntersuchung zu Tage fördern. Von der Gefahr für die Psyche bei einer solchen Untersuchung in einer Zwangssituation ganz zu schweigen. Verschiedene Mitarbeiter der Kampagne sind selbst im medizinischen Bereich tätig und haben deshalb Ahnung von der Materie.

Haben wir da etwa ein faules Ei bei der Palpation der Musterung (Wehrpflicht) entdeckt?

Immer noch waschen sich Behördenmitarbeiter ihre Hände in Unschuld wie in früheren Zeiten und berufen sich auf ihre Vorschriften. Im ganzen Wehrpflichtgesetz findet sich aber kein Absatz der besagt, ein junger Mann müsse sich bei der Musterung nackt vor anderen ausziehen.

Alleine in der allgemeinen Dienstvorschrift für die KWEÄ wurde Militär intern festgelegt, was am menschlichen Körper zur Feststellung der Tauglichkeit zu untersuchen ist. Somit sind die einzelnen Teilabschnitte bei der Musterung für einen Wehrpflichtigen rechtlich nicht bindend. Sie stellen bei Verweigerung nur eine Ordnungswidrigkeit dar, die höchstens mit einer Geldstrafe belegt werden könnte, was aber in der Praxis so gut wie nie eine Anwendung gefunden hat.

Junge Männer sollten sich also durch die Atmosphäre in einer Behörde nicht eingeschüchtert fühlen, sondern beherzt die Intimuntersuchung verweigern, wenn es für sie eine psychische Belastung darstellt und sie als Erniedrigung empfunden wird. Es passiert ihnen nichts! Als schlimm erachtet muss in diesem Zusammenhang die Tatsache werden, überhaupt so eine offensichtliche Erniedrigung verweigern zu müssen.

Es kann, was die Menschenwürde betrifft, auch schon als eine Unverschämtheit betrachtet werden, wenn in vielen KWEÄ kein obligatorischer Sichtschutz angeboten wird. Aber Doktorspielchen mit jungen Männern zu betreiben macht dem Personal offensichtlich viel Spaß. So lässt sich der monotone KWEA Alltag wenigstens ein bisschen angenehmer für das Personal gestalten. Doch bei näherer Betrachtung bleibt einem das Lachen im Halse stecken. Fragt jemand diejenigen, welche sich durch die Intimuntersuchung entwürdigt fühlen? Nein!

Wie viele Männer mögen unter uns leben, denen es so geht, die sich aber schämen, darüber zu sprechen? Die Meisten werden versuchen, ein solches Erlebnis einfach zu verdrängen. Doch zu jeder Zeit kann es wieder ins Bewusstsein zurückkommen und dann Probleme machen. Ich habe dies selbst erlebt und weiß deshalb wovon ich spreche.

Es wird Zeit, dass sich alle Deutschen einmal Gedanken darum machen, was so alles mit ihren Nächsten angestellt wird. Aber mit Empathie haben die meisten Menschen ihre Schwierigkeiten. Nach dem Motto, was geht es mich an, was anderen geschieht und wie sie sich fühlen. Es gibt nachweislich Betroffene, die unter ihrer Musterung noch Jahre danach leiden, weil sie nicht den Mut aufbrachten, die Intimuntersuchung unter schon genannten Bedingungen bei der Musterung zu verweigern. Es gibt diese Menschen bestimmt in großer Anzahl. Manche leiden sogar ein Leben lang darunter.

Für atavistisches Brauchtum des Militärs sollte in unserer modernen Gesellschaft kein Platz mehr sein, die es als vordringlichstes Ziel anvisiert hat, dass die Würde des Menschen unantastbar zu sein hat.

Man könnte wirklich meinen, Deutschland befindet sich in einer Art Starre, was Systemerneuerungen in allen Bereichen angeht. Jetzt, bereits 64 Jahre nach dem Krieg, bilden die Deutschen immer noch ein Schlusslicht in Bezug auf die Abschaffung der allgemeinen Wehrpflicht in Europa. Wo sind die Feinde an unseren Grenzen, die uns bedrohen? Sind die Feinde nicht eher im eigenen Land zu suchen, wenn man an die vielen verletzten Seelen junger Menschen denkt?

Das Festhalten an rigiden Untersuchungsmethoden, die noch aus der Kaiserzeit stammen, müsste eigentlich schon alleine als eine Schande für das gesamte Deutsche Volk angesehen werden. Einfach aus dem Grund, weil es schon zu lange dazu schweigt, wie junge Männer in den KWEÄ erniedrigt werden.

Die Militärs brauchen natürlich ein Feindbild, um ihre Präsenz rechtfertigen zu können. Und so wird auch gerne von der Verweichlichung der Gesellschaft gesprochen, wenn man sich gegen dieses System auflehnt. So sagte kürzlich noch ein Musterungsarzt bei der Musterung zu einem Wehrpflichtigen:

„Wir entscheiden hier, ob sie tauglich sind oder nicht.“

Das ist weiter nichts als eine pure Machtdemonstration über das Schicksal des einzelnen und man sollte sich auch den Zweck der Wehrpflicht genau vor Augen führen – ein Wehrpflichtiger soll in erster Linie gehorchen und das Töten lernen.

Doch in Wirklichkeit müsste man vor einem anti-militärisch eingestellten Volk hohe Achtung haben, das neue Wege des friedlichen Zusammenlebens beschreiten will. Ein Volk, das dabei ist, Missstände in seinem Staat zu erkennen und versucht, diese auch endlich zu beseitigen, ist auf dem richtigen Weg.

Ist es nicht schon lange an der Zeit, den Mund aufzumachen?

Was die Intimuntersuchung bei der Musterung betrifft, möchte ich zum Schluss noch einmal meinen Lieblingssatz niederschreiben, der eigentlich alles beinhaltet und der ein Ansporn sein soll, über diese Sache nachzudenken und sich ebenfalls für eine Abschaffung, zumindest der Intimuntersuchung, einzusetzen. Dieser Satz stammt von Lars Petersson:

„Die Musterung ist eine staatlich genehmigte seelische Vergewaltigung junger Männer, für die es keine Entschuldigung gibt.“

44 Replies to “Musterung ist Erniedrigung – unnötige „Doktorspielchen“ auf dem Amt”

  1. Wurde auch vor 12 Jahre gemustert und konnte mich bis zum Lesen dieses Artikels gar nicht an eine Intimuntersuchung erinnern. Diese fand zwar statt („Husten Sie mal!“), ich empfand Sie aber nicht als erniedrigend… im Gegensatz zu einer Intimuntersuchung ein paar Monate später: Damals, kurz vor meiner Einberufung, als wir zu viert (3 Jungs, 1 Mädchen) an der Grenze zur Tschechei einen Striptease mit nachfolgender Befummelung über uns ergehen lassen mussten, weil der Obermeister meinte „Wenn i Euch so anschau, denk I automatisch an Marijuana!“ – Wir hatten weder illegalisierte Drogen dabei noch welche konsumiert und sahen einfach so fertig aus, weil wir ca. 10 Stunden Autofahrt hinter uns hatten… Nach ca. einer Stunde intensivster Suche des Zolls (unser Auto wurde komplett auseinandergenommen) waren die Zöllner frustiert und brauchten wohl „was für´s Gemüt“ und verpassten uns ne Intimuntersuchung!
    DIESES Ereignis hat mich traumatisiert! => LEGALIZE IT!

  2. #30 gast
    >Für ein Problem, welches an Lächerlichkeit nicht zu überbieten ist!

    Muss leider wiederum feststellen, dass Dir in dieser Angelegenheit die Fähigkeit zur Empathie fehlt. Du scherst genau so alle Menschen über einen Kamm, wie es die (Musterungs-)Behörden mit Ihren Vorschriften machen. Was für dich lächerlich klingt oder ist, wirkt auf andere traumatisierend. Aber es nützt ja nichts, Dir das zu erklären.

    >Lebst du in einemgoldenen Käfig?

    Tun wir in Deutschland das nicht alle?

    >Alle 5 Sekunden verhungert ein Kind!
    Hungertod(und/oder Folter) oder “Spatzikontrolle”
    Your Choice?

    Du bringst hier Sachen in Zusammenhang, die nichts miteinander zu tun haben.
    Die Deutsche Geschichte würde ich nie und nimmer verharmlosen!
    Außerdem beleidigst Du mich!
    Ist aber kein Wunder und ich verzeihe Dir, weil es Dir nämlich wie schon gesagt an Empathie fehlt.

  3. #31 Bushdoctor

    Gut, dass Du diesen Vergleich hier gezogen hast. Aber die Hemmschwelle, Toleranzgrenze und das Schamgefühl liegt bei jedem Menschen anders.
    Ich finde beides sehr schlimm, weil Menschen kein Recht dazu haben, so etwas anderen Menschen anzutun. Die Intimsphäre eines Menschen ist sein alleiniges Eigentum über das kein anderer verfügen darf. Wenn der Betreffende das nicht will oder sich nur unter Druck darauf einläßt, ist es falsch das zu machen. Es gibt wenige Ausnahmen, wo es nicht anders geht. Aber das betrifft dann in der Regel Krankheit oder wenn man anderen ganz freiwillig erlaubt, in seinen Intimbereich einzudringen.

  4. @ 32 Jochen
    gehört zwar nicht zum Thema – wollte es aber bemerkt haben:

    Ich finde es bedauerlich; daß auch bei Dir die deutsche Geschichte erst 1933 beginnt. War vorher denn ein geschichtliches Vacuum von ca.2000 Jahren??!! Noch nie etwas von Mozart oder M.Luther gehört? Es gab auch mal einen Krieg der 30 Jahre dauerte. Lang ist’s her. Sagt Dir das Wort ‚Inquisition‘ etwas?! Stell Dir vor ,alles vor ’33. Wieviel % sind 13 von 2000 ? Es wird hier über einen Zeitraum von 0,6 % der deutschen Geschichte fabuliert. Genau…fabuliert – denn ich war nicht dabei und falle somit auch als Zeitzeuge aus. Halte deswegen auch meinen Mund darüber.
    Aber in dem dunkelsten Zeitalter leben wir jetzt gerade.
    Reichlich Grüße aus dem tropischen Myanmar
    Han Solo

  5. >Ich finde es bedauerlich; daß auch bei Dir…

    @Han Solo
    Hört sich an, als wärest Du ein Fan von mir.

    >…die deutsche Geschichte erst 1933 beginnt.

    Thema meines Artikels ist die Musterung und nicht die Deutsche Geschichte. So etwas wie die Musterung gab es bei uns auch schon im 15. Jhd., aber ich wollte das Thema jetzt nicht aus historischer Sicht beleuchten. Und was jetzt die Inquisition mit der Intimuntersuchung bei der heutigen Musterung zu tun hat, müßtest Du mir erklären.

    >Aber in dem dunkelsten Zeitalter leben wir jetzt gerade.

    Darin stimme bestimmt nicht nur ich mit Dir überein. Gerade weil so getan wird, als sei alles völlig in Ordnung. Natürlich ist bei genauer Betrachtung überhaupt nichts in Ordnung. Dieses Zeitalter hat gerade erst begonnen.

    „Reichlich“ Grüße stimmt mich bedenklich. Ich bleibe lieber bei:
    Viele Grüße, Jochen

  6. Jochen, noch was zum Musterungsthema.
    Richtig wäre es ganz alleine, den Militärdienst grundsätzlich zu verweigern und dafür zu werben, dann erübrigt sich das ganze Gerede über Musterung. Die ganze Herangehensweise ist also schon verkehrt. Es werden sich bald krasse Einschnitte auf der Erde ergeben, dann ist das Thema Musterung hinfällig. Wer sich zum Militärdienst vereinnahmen läßt, wählt den Tod.

    Psalmen 49,4: Mein Mund soll von Weisheit reden und mein Herz von Verstand sagen.

  7. Da stimme ich Dir eigentlich voll zu Harold. Stell Dir aber vor, wir wären mit dieser Forderung gleich an das Bundesverteidigungsministerium oder an die Bundesregierung allgemein heran getreten. Die hätten unsere Brief gleich kalt lächelnd in den Papierkorb wandern lassen und sie noch nicht einmal zu Ende gelesen. So fanden wir aber, die Intimuntersuchung ist ein guter Ansatzpunkt, um auch die Bevölkerung auf das Thema Militärdienst und die Unsinnigkeit von all dem aufmerksam werden zu lassen. Bundeswehr läuft im Alltag so nebenher ab, es betrifft eben nur die, welche Wehrdienst leisten müssen eine Zeit lang oder eben die Berufssoldaten. Wann sieht man bei uns mal auf der Straße Soldaten? Empfindsamkeit für dieses Thema zu wecken bei allen, ist zunächst unser Ziel. Man kann nicht gleich mit der Tür ins Haus fallen. dann erreicht man überhaupt nichts.
    Gerne junge Leute, verweigert den Militärdienst allg. und total. Zeigt Mut, zeigt den Mächtigen was Ihr wollt: Keine Zwangsdienste mehr!

  8. Ich schliesse mich euren Meinungen an – es ist eine Erniedrigung.
    Wenn z.B. ein Arzt ein 18-jähriges Mädchen untersucht und ein 20-Jähriger männlicher Schreiber wäre dabei – dann würde das einen riesigen Aufschrei geben.
    Warum das umgekehrt als „völlig normal“ angesehen wird kann ich/ könnt wahrscheinlich auch ihr nur mutmaßen.
    Da heißt es dann nämlich so in etwa: „Stell dich doch nicht so an Junge, wir haben hier alle Schweigepflicht“ etc.
    Ich geh aber jede Wette ein, dass die Schreiberin ihren Freundinnen das alles erzählt und bei der Untersuchung mit Sicherheit sich alles (wenn auch unauffällig) detalliert ansieht.
    Und wenn man dann noch aus dem selben Örtchen wie die „Dame“ kommt, weiß es schnell jeder und man wird ggf. psychisch schwer krank.

    Ach, Jochen: Hast du den Link noch von dem Forum/ der Seite wo sich die sogenannten reinen Schreibkräfte über die Männer lustig machen?

    Wenn ja schick den Link bitte an: fritz.blitz@gmx.net

    Danke!

  9. Ich bin sehr betroffen darüber, dass diese Unerträglichkeiten und Entwürdigungen wie ich sie bei meiner Musterung vor mehr als 20 Jahren erleben musste – und dies speziell vom weiblichen Personal – auch im Jahre 2009 noch praktiziert werden. Haben in diesem unserem Lande nur Frauen eine Menschenwürde? Ich habe für mein Leben einen „Knacks“ wegbekommen und kann es mir beim besten Willen auch nach 20 Jahren nicht „schönreden“. Ich bin heute als Lehrer tätig und habe mich durch Nachfragen von Schülern mit dem Thema beschäftigt, um die Jungs zu beruhigen, sehe dazu aber keinen Anlass. Man kann nur jeden Versuch unterstützen diese Unart mit Menschen umzugehen anzuprangern. Und meinen Schülern rate ich dringend, den Mund aufzumachen und sich den „Spielchen“ zu verweigern!!

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