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Silvester-Schuh-Demo in Berlin: Schuhe werfen – nur auf wen?

Die Bloggerin thunderhand aus Berlin hat eine witzige Idee:

In der Silvester-Nacht soll jeder Besucher der großen Party am Brandenburger Tor  ein altes Paar Schuhe mitbringen und demonstrativ vor dem Reichstag ablegen.

Es wäre natürlich viel publikumswirksamer, würde man die Schuhe auf die Abgeordneten oder die Regierenden der BRD werfen, anstatt sie nur vor den Reichstag zu legen – genauso wie es der mutige irakische Journalist am 15.12.2008 mit George W. Bush tat.

Aber wir sind ja brav hier, schön unterwürfig, obwohl das Werfen nicht wirklich gefährlich wäre, denn auf den Kopf gezielt, würde es keinen unserer Politiker lebensbedrohlich verletzen – sie benutzen ihre Rübe ja sowieso nicht.

Die Begründung von thunderhand für die Aktion ist symbolisch:

Auf dem Weg zur Silvesterparty am Brandenburger Tor sollte jeder ein paar Schuhe vor dem Deutschen Bundestag ablegen, die Aufmerksamkeit der Presse wäre uns gewiss, denn die Politik der Bundesregierung zieht einem ja die Schuhe aus, doch damit nicht genug!

Zusätzlich schlägt sie noch einen Bonus oben drauf:

Wir sollten noch eins drauflegen! Man plündert den Steuerzahler und vermutlich die kommende Generation ja bis aufs letzte Hemd aus – also packen wir es dazu, unser letztes Hemd!

Diese Aktion erlebte schon Gerhard Schröder zu seiner Zeit als Bundeskanzler:

Der elektronisch versandte Kettenbrief mit dem Betreff „Hemden für Schröder“ brachte eine bundesweite E-Mail-Lawine ins Rollen. Den Überblick behält Stein, der um Rückmeldungen gebeten hatte.

„Pro Tag landen rund 1000 Mails von Leuten bei mir, die gerade ein Hemd an den Kanzler geschickt haben“, erzählt er. Eine Firma habe die Kettenmail mit einem Mausklick an 30 000 Adressaten weitergeleitet. „Bis zum Ende der Woche erreichen wir jeden zweiten deutschen Internet- Nutzer“, prognostiziert Stein. Ein anderes Unternehmen habe sogar die Portokosten für 250 Hemden spendiert.

Hat diese Aktion für Silvester auch so ein Potenzial? Nun, ein paar Dutzend Schuhe und  Hemden eher weniger. Ein paar hundert kommen bestimmt schon im Radio und mehrere zehntausend gehen ganz bestimmt in Richtung 20:00 Tagesschau am 1.1.2009.

Die Idee hat noch einen weiteren Bonus:

Und man kann das ganze noch toppen! Alle sollten auf dem Rasen ein Zelt aufschlagen und dort in warmen Schlafsäcken übernachten, weil die Mieten in keinem Verhältnis mehr zu den Einkommen stehen.

Was meinen sie wohl, wie schnell das Fernsehen da vorbeischauen würde an Silvester, wenn die Party vor dem deutschen Bundestag abgeht und nicht am Brandenburger Tor, na die Augen der Regierung will ich sehen, wenn wir da unsere Meinung über sämtliche Kanäle tröten!

Also, alle Berliner die alten Schuhe in eine Tüte packen, für den Silvesterabend neben der Tür deponieren und dann schön demonstrativ kurz vor Mitternacht unseren Regierigen vor die Nase legen.

Performante Unterstützung könnte die Aktion bekommen, wenn ein Berliner Radiosender mitmachen würde. Falls Sie zufällig Kontakt zu einem solchen haben sollten – Sie wissen, was zu tun ist.

Und wenn Sie nicht aus Berlin sind, aber Freunde dort wohnen, dann schicken Sie diese Information direkt weiter. Bewahren auch Sie als Nicht-Berliner Ihre alten Schuhe am besten schon mal auf – man weiß nie, wo demnächst noch ein „Berlin“ ist.

6 Kommentare zu “Silvester-Schuh-Demo in Berlin: Schuhe werfen – nur auf wen?

  1. Tolle Idee. Wir müssen mehr und mehr solche Aktionen starten. Früher gab es sogar eine Schwarzfahrer Versicherung in der jeder Teilnehmer monatlich einen Betrag einzahlte und wenn er erwischt wurde, dann bekam er das Geld zurück. Ich bin für Aktionen die wirken und nicht einfach von den Politikern ausgesessen werden können.
    Ich bin ein Freund der Ideen von Leo Tolstoi – die Nichtzusammenarbeit- Ein System kann ja nur funktionieren weil alle mitmachen und klagen über die Verhältnisse. Eigene Akzente zu setzen und nicht mitzumachen ist die Lösung und die Loslösung vom Übel.
    Nehmt euch die Freiheit sonst kommt sie nie !

  2. …warum gehen wir nicht gegen Bänker vor, die sind doch die Verursacher…Politiker sind nur Marionetten…
    stehen meist allein gegen alle, weil Lakeien und Speichellecker um sie herum den Bänkern in den Arsch kriechen

  3. @nur auf wen?
    Da laufen doch genug Ziele herum – wozu diese Frage. Aber es gibt doch eine viel schönere Möglichkeit: im nächsten Jahr sind Wahlen, und da werden Leute wie Merkel und ihre Steine, Münte u.a öffentlich auftreten. Wer sich berufen fühlt – bei jedem Wahlkampfauftritt gibt es Ziele und Gelegenheit, Schuhe zu werfen.
    Die offene Frage dazu lautet: ab welchem Fußgeruch gilt das als Angriff mit chemischen Waffen?
    mfg zdago

  4. Schuld hat immer der andere ! Die Politik die gemacht wird, ist das Resultat der Bevölkerung.

    Die Politiker sind die Volksvertreter. Leider wird das ausgenutzt. Aber sind nicht alle gleich heutzutage ?

    Mein Rat an alle die sich beschweren, zunächst selbst besser machen und verstehen und dann Kritik anbringen.

    An die Politik empfehle ich, die Funktionäre stärker mit Eigenkapital an Entscheidungen zu binden, so wie es der Mittelstand oder der kleine Unternehmer vormachen. Denn wir wissen alle heutzutage, dass „Gier Hirn frisst…“.

  5. @5 Die Politiker sind die Volksvertreter.
    Ach ja ?
    Wer glaubt, das Volksvertreter das Volk vertreten, der glaubt auch, daß Zitronenfalter Zitronen falten!
    ROFL !

    mfg zdago

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