Strom aus Solarzellen ist größtmöglicher Schwachsinn – “Grüne” ohne Internet

© Martin Luther / PIXELIO

Lassen Sie uns einmal annehmen, man könnte Solarstrom problemlos im großen Stil per Wasserelektrolyse in H2 und O2 umwandeln und ebenso wieder zurück in Strom.

Nehmen wir weiterhin an, wir sind so großzügig und verwenden 10% der Fläche der BRD, um darauf die Solarzellen zu installieren.

Was würde dieses Unterfangen im Vergleich zu Kernkraftwerken kosten?

Dr. Arman Nyilas, Materialwissenschaftler aus der Nähe von Karlsruhe, hat eine Vergleichkalkulation zwischen Kernkraftwerken und derselben Versorgungsleistung auf Basis von Solarzellen, also Photovoltaik, erstellt.

Nun mögen mich die ganzen Gründenker und Ökos beschimpfen, weil ich die Kernkraft positiv darstelle – einzig mangels praktikabler Alternativen. Fakt ist, dass sie verhältnismäßig preiswert ist und zudem 24h am Tag zur Verfügung steht. Die Damen und Herren der grünen Fraktion dürfen gerne ihren Kühlschrank und den Fernseher mit Solarstrom oder Windenergie betreiben. Aber ich möchte dann kein Gejammer hören, wenn der Computer nicht geht, weil nachts gerade kein Windchen weht.

Eckdaten:

Durchschnittliche jährliche Leistung der Solarzellen (Tag/Nacht/Sommer/Winter) beträgt ungefähr 10 W/m2 gemäß 12jähriger kumulierter Erfahrungswerte.

Die Fläche Deutschlands beträgt 358.000 km2 oder 3,6 x 1011 m2.

Die BRD verbraucht heute in etwa 80 GW elektrische Leistung.

Annahme:

Von dieser Fläche (Ackerflächen sind etwa 1/3 der Gesamtfläche) werden 10 % für die Sonnenenergie reserviert. Damit ergibt sich eine Fläche für Solarzellen von etwa 3,6 x 1010 m2. Durch Zufahrtswege und notwendige 30°-Schrägstellung der Solarzellen-Installation kann man etwa von einem Flächenverlust von 10 % ausgehen.

Das ergibt 3,24 x 1010 m2 gesamte Solarzellenfläche.

Mit 10 W/m2 erhalten wir eine Gesamtleistung von 3,24 x 1011 W oder 324 GW. Da Solarstrom intermittierend, also nicht ständig verfügbar ist, wird dieser vor Ort durch Wasserelektrolyse in H2 und O2 umgewandelt.

Wirkungsgrade:

Elektrolyse: ~ 0,7
Transport zum Kraftwerk mittels Pipeline-Technologie: ~ 0,9
Verstromung durch Gaskraftwerke: ~ 0,4
Gesamtwirkungsgrad:  ~ 0,25 oder 25%

Verfügbare Gesamtleistung: 324 x 25% = 81 GW

Kosten:

Solarzelle mit Installation: ~ 400 €/m2

Gesamtinvestition: 400 € x 3,24 x 1010 m2 = 13.000 Mrd € oder 13 Billionen € (~ Staatsverschuldung der USA). Hierbei sind die Kosten für die Gaskraftwerke noch nicht mitgerechnet!
Auf 30 Jahre umgerechnet: Da keine Brennstoffkosten entstehen, ergibt sich für den solaren Strom jährlich eine Summe von 433 Mrd € an Kosten.

Ein Kernkraftwerk kostet etwa 4 Mrd € pro 1 GW Leistung oder für 81 GW 324 Mrd € Anfangsinvestition. Jährliche Fixkosten (Brennstoff/Wartung etc.) etwa 2% oder 7 Mrd €.
Auf 30 Jahre umgerechnet 210 Mrd €.
D. h. die Kosten für Kernkraftwerke über 30 Jahre betragen 324 + 210 = 534 Mrd €, pro Jahr 17,8 Mrd €.

Solarstrom ist damit um den Faktor 25 teurer als Kernkraft!

Die Kritiker sagen jetzt, Faktor 25 ist gar nichts, wenn so ein Kernkraftwerk in die Luft fliegt. Nun, der Faktor ist noch viel höher, da die Kosten für Elektrolyse, Pipelines und Gaskraftwerke nicht mitgerechnet wurden.

Zudem, was müsste man an Kosten gegenrechnen, wenn 10% der Fläche Deutschlands unter Solarzellen verschwinden? Auch die Albedo hat in dieser Dimension einen nicht unbedingt zu vernachlässigenden Effekt.

Und welchen Energieaufwand plus herstellungsbedingte Umweltverschmutzung muss man dafür kalkulieren, diese unglaubliche Menge an Solarzellen erst einmal herzustellen?

Diese ganze Geschichte mit Solarstrom und Windkraftanlagen ist ja nett gedacht, aber keine Lösung. Das geht eher in die Richtung von größtmöglicher Volksverdummung mit gleichzeitiger Ausbeutung.

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Literatur zum Thema

10 Kommentare

  1. am 30. November 2008 um 10:02 6 Karsten

    Es gibt bereits Städte mit regenerativer Vollversorgung. Diese ist auf Grundlage der regenerativen Kombikraftwerkstechnik aufgebaut. Wer mehr zu diesem Thema wisse möchte schaue sich die Nachrichten beim VDI an.

    Grüße K

  2. am 3. Dezember 2008 um 08:59 7 thomas

    Sehr geehrter Dr. Arman Nyilas,

    haben Sie Kinder ? Wenn ja, wohnen die in Tschernobyl ?
    Nicht, oh schade … Dort hat man den besten Strom hergestellt.
    Und billig war der. Ach, das wussten Sie nicht. So so.
    In was haben Sie denn Ihren Doktor ? In Philosphie nehm ich mal an.

    Ich hab in meinem Leben schon viel geistigen Dünnschiss gelesen, das was Sie da von sich geben, ist aber kaum zu toppen.

    Zum Rest sei gesagt, es gibt nirgends in der Technik eine 100% Lösung. Lösungen hängen immer von den Randbedingungen ab. Es gibt also auch keine non plus ultra Energiegewinnung, denn sie muß jedesmal im Kontext Ihrer Randbedingungen neu geprüft werden.

    Einzig das Argument Nachhaltigkeit gilt für alle.

  3. am 3. Dezember 2008 um 09:01 8 thomas

    Entschuldigung, es sollte denn Philosophie lauten, möglicherweise bedeutet es aber auch etwas anderes.

  4. am 9. Dezember 2008 um 14:58 9 Arno

    Sehr geehrte Damen und Herren der Organisation Wahrheit.org,

    man sollte sich schon etwas mit der Materie befassen bevor man einen Artikel schreibt. Von den vielen haarsträubenden Fehlern möchte ich zwei besonders gravierende herausnehmen:

    1.) Der Ertrag einer Photovoltaikanlage in Deutschland beträgt je nach Standort und Art 100-150 kWh/m2 im Jahr! Mit ihrer Angabe von 32.400 km2 nutzbarer Fläche ergäbe das einen Ertrag von ca. 3-5 Millionen GWh (3000-5000 TWh).

    2.) Der Stromverbrauch von Deutschland betrug 2007 ca. 600TWh und nicht 80 GW(h) – das wäre der Stromverbrauch einer Kleinstadt mit ca. 10.000 Einwohnern.

    Mit der geplanten Anlagen würden sie das 5-8fache des benötigten Stromes erzeugen.

    Nebenbei bemerkt: die derzeitigen Stromentstehungskosten von Photovoltaik (20-40cent/kWh) sind gegenüber denen von Atomstrom tatsächlich um ein vielfaches höher (ca. 3-5cent/kWh).

    All diese Daten sind in gängiger Literatur aber auch im Internet nachzulesen.

    mfg

  5. am 18. Dezember 2008 um 11:45 10 caro

    Zur Speicherung von elektr. Energie stehen doch Millionen von Autos mit Batterie, die als Zwischenspeicher genutzt werden können, rum.

    Ausserdem kann das Energieproblem nur gelöst werden, wenn die Industrieländer ihren Verbrauch massiv senken. Sonst können wir nur hoffen, dass weiterhin 80% der Menschenheit ein menschenunwürdiges Leben führen, dh durch ihre Armut unseren Wohlstand nicht gefährden.

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