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Ein Dankeschön an alle Solarzellenbesitzer – für die nächste Strompreiserhöhung

Erinnern Sie sich noch an die guten alten Zeiten, als eine Kilowattstunde Strom nur zehn Pfennig kostete? Wie, Sie meinen, die gab es nie?

In Anbetracht der gerade heranrollenden neuen Verteuerung klingt dieser Preis tatsächlich unglaubwürdig, erhöht sich doch demnächst der Strompreis schon allein um die Hälfte dieses Betrags.

Und zwar nur deswegen, weil einige liebe Mitbürger ihre Dächer mit subventionierten Photovoltaikplatten zugepflastert haben.

Ja, der Strompreis lag im Jahre 1970 tatsächlich bei unter zehn Pfennigen. Als dann im Jahre 1998 die Liberalisierung des Strommarktes begann, sanken die Preise erstmalig wieder über die folgenden zwei Jahre lang immerhin wieder auf den Stand von zehn Jahren zuvor. Doch dann begann der Anstieg von neuem und hält unvermindert an, so wie alle Energieträger seit zehn Jahren nur noch stark am Steigen sind.

Früher war die Werbung der Energiekonzerne noch ehrlich. Ich erinnere mich, dass ich in meiner Kindheit einmal an einem Preisausschreiben der EVS – Energieversorgung Schwaben – teilnahm. Nun mag es aufgrund der typisch schwäbischen Sparmentalität zwar absurd klingen, aber diese Schwabenfirma rief doch tatsächlich die Kinder dazu auf, ein Bild zu malen und einzusenden, auf dem möglichst viele Geräte gezeichnet waren, welche Strom verbrauchen.

Welchen Platz ich damals belegte, weiß ich nicht mehr, aber ich habe ganz stolz einen kleinen Preis erhalten. Nun, heute steht in jedem der Hausmagazine der großen Energiekonzerne nur noch etwas von Energiesparen, Umwelt- und Klimaschutz. Also völlig das Gegenteil von dem, was diese Konzerne eigentlich wollen: Immer mehr Umsatz durch mehr Energieverbrauch. Verkehrte Welt?

Naja, dieses Verhalten ist gar nicht so seltsam, wie es auf den ersten Blick erscheinen mag. Mehr Stromverbrauch bedeutet nämlich auch, dass mehr Kraftwerke und immer leistungsfähigere Infrastuktur zur Energieversorgung benötigt werden. Das bedingt seitens der Versorger jedoch ständig hohe Investitionen, welche nicht sofort Rendite versprechen.

Aus diesem Grund ist es für diese Unternehmen viel lukrativer, lediglich die bereits bestehenden Kraftwerke zu erhalten – siehe die Diskussion um die vorzeitige Abschaltung von Kernkraftwerken. Der Stromverbrauch der Kunden sollte daher möglichst konstant bleiben, die Preise dürfen dagegen ständig steigen.

Versteckt hinter Steuern, zusätzlichen Abgaben und weiterem finanziellen Ökoterror, packen die Energieversorger auch immer eine kleine versteckte Erhöhung ihrer Marge mit hinein. Wir Kunden können dagegen nicht wirklich etwas unternehmen – außer noch mehr zu sparen.

Sicher, seit der Liberalisierung des Strommarktes kann man seinen Stromanbieter zwar wechseln, doch zum einen ist der Spareffekt aufgrund der immer geringeren Preisunterschiede inzwischen eher bescheiden und zum anderen bestimmen im Hintergrund die vier großen Energie-Riesen den Preis.

Unsere Lobbyisten-durchtränkte Regierung duldet seit fast zehn Jahren die Oligopol-Bildung durch EnBW, RWE, Eon und Vattenfall. Seitdem steigen die Preise für Strom wieder unaufhörlich. Selbstverständlich gibt es zwischen diesen Unternehmen keinerlei Preis- oder sonstige Absprachen, denn das ist schließlich verboten. Daher tun diese ehrlichen Unternehmen das natürlich auch niemals.

Bevor Sie jetzt aus Protest und Wut zu Ihrem Stromzähler in den Keller gehen, bedenken Sie bitte, dass Magnete nichts helfen und ein Aufbohren des Gerätes nicht gestattet sowie lebensgefährlich ist.

Die Stromkunden werden nach Strich und Faden durch die Energiekonzerne und die Regierung belogen, denn allein drei Gesetze brachten ihnen immer weiter steigende Stromkosten:

  • Seit 1998 das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG)
  • Seit 1999 die Stromsteuer bzw. „Ökosteuer“
  • Seit 2000 das Kraft-Wärme-Kopplungs-Gesetz (KWKG)

Allen drei Gesetzen liegt derselbe „Schutzgedanke“ zu Grunde. Umweltschutz ist sinnvoll und wichtig, doch es geht hierbei nicht um Umweltschutz, sondern um verlogenen Klimaschutz und sinnlose Subventionen. Was halten Sie von dieser Meldung bei Stromtarife.com vom 21.03.2010:

Der Photovoltaik-Boom bringt die Strompreise zum explodieren. Der Stromanbieter Vattenfall erwartet nach eigenen Berechnungen, dass im nächsten Jahr die Strompreise um bis zu zehn Prozent steigen werden. […] Schuld an diesem zu erwartenden starken Kostenanstieg sei die hohe Anzahl von Solarkraftanlagen, die auch in den nächsten Jahren nicht abreißen werde.

Nach diesen Informationen wird der Strompreis pro kWh um 1,8 bis zwei Cent steigen, was sich bei einer Familie mit einem durchschnittlichen Verbrauch von 3.600 kWh auf 70 € Mehrkosten pro Jahr auswirken wird.

Achtung, diese Erhöhung kommt schon alleine dadurch zustande, dass in 2009 mehr Solaranlagen als geplant auf deutschen Dächern montiert wurden. Anstatt insgesamt 4.000 Megawatt für die Jahre 2009 und 2010 zusammen, wurde bereits im letzten Jahr diese Zahl erreicht und für 2010 werden weitere 5.000 Megawatt erwartet.

Hoffen wir, dass es viel regnet und die Sonne nicht so stark scheint, denn je mehr diese auf Kredit finanzierten Solarzellen an Strom produzieren – wohlgemerkt nicht plan- und nicht speicherbar – desto teurer wird der Strom für uns alle.

Welche Kosten hierbei tatsächlich entstehen, hat der Spiegel am 19.03.2010 berechnet:

Damit lässt sich folgende Rechnung aufstellen: 3.000.000 kW * 900 kWh/kW pro Jahr * 20 Jahre * 0,27 Euro/kWh = 14,58 Milliarden Euro. Mit anderen Worten: Die Verbraucher müssen in den kommenden 20 Jahren mehr als 14 Milliarden Euro zahlen – wohlgemerkt: nur für die Anlagen, die 2009 ans Netz gingen. […]

Setzt man statt dieser tatsächlich erreichten Menge den Wert ein, den der Bundesverband Solarwirtschaft in seinen bisherigen Planungen angegeben hat – nämlich 682 Megawatt -, so ergeben sich abgezinste Gesamtkosten von lediglich 2,4 Milliarden Euro. Das heißt: Im Vergleich zur ursprünglichen Prognose müssen die Verbraucher gut viermal mehr zahlen.

Das wird wohl in Zukunft jedes Jahr so weitergehen. Macht richtig Spaß, sich unter diesen Umständen die fast unzähligen Anlagen auf den Dächern der Nachbarschaft zu betrachten.

Vielen Dank, liebe Nachbarn, Dank eurer Gutgläubigkeit und euren fehlenden Taschenrechner-Kenntnissen dürft nicht nur ihr, sondern wir alle für Euren blinden „Glauben“ mitbezahlen. Dabei wolltet ihr doch nur was für die Umwelt tun. Oder war es eher die Gier, mit Hilfe der Sonne viel Geld zu verdienen?

Immerhin, diese Nachbarn sind fast alles Schuldsklaven, da ihre strombringende Dachbedeckung auf Kredit finanziert ist. Somit sind die meisten von ihnen in Zukunft gestraft genug, wenn die Subventionen aufgrund des wahrscheinlich kommenden Staatsbankrottes komplett wegfallen werden. Denn dann erst wird offensichtlich, dass sich diese Anlagen finanziell und auch energetisch niemals rechnen können.

Photovoltaik- und Windstrom sind nach wie vor – und wohl auch für immer – nicht grundlastfähig, weil weder Wind noch Sonne 24h am Tag sowie völlig unvorhersagbar zur Verfügung stehen. In diese Technik zu investieren, insbesondere in dem Ausmaß, ist Unsinn und energiepolitisch sehr riskant. Doch Weitsicht kennt man in Berliner Regierungskreisen üblicherweise nicht.

Außerdem steht diese Energieform auf der Basis einer verlogenen Milchmädchenrechnung, denn es muss immer exakt die Kapazität an herkömmlicher Energieerzeugung vorgehalten werden, welche durch Wind und Sonne maximal produziert werden kann. Schließlich soll auch bei Bewölkung und Windstille der Strom weiterfließen.

Natürlich kommen jetzt die üblichen Aufschreie, dass doch die Kernenergie so gefährlich und teuer sei. Sie sei hochsubventioniert und die Endlagerkosten sowie die Versicherungskosten für einen GAU seien nicht miteingerechnet. Doch zum einen sind die tatsächlichen Schäden sehr fragwürdig und zum anderen sollten die Kritiker bedenken, dass wir aktuell nur wenig vernünftige Alternativen zur Verfügung haben.

Neben all den Umweltschutzdiskussionen, die man sicherlich führen kann und muss, geht es jedoch im Wesentlichen bei diesem Thema nur um die versteckte Abzocke. Wenn Sie nicht gerade die Voraussetzungen, das technische Können und das nötige Kleingeld für eine eigene Autarkie-Lösung besitzen, werden Sie sich der Preisdiktatur der Energieriesen leider nicht entziehen können. Es sei denn, Sie kommen ganz ohne Strom aus.

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16 Kommentare zu “Ein Dankeschön an alle Solarzellenbesitzer – für die nächste Strompreiserhöhung

  1. Hallo,

    ich stimme dem zu, daß Solarzellen sinnlos sind, wenn es darum geht Co2 einzusparen, das ist wirklich Nonsens!
    Allerdings: die ganze Subventionsdebatte bez. PV ist pure Ablenkung. Es geht und ging schon immer nur um zentrale Energie vs. dezentrale Energie.
    Man schaue sich nur die Offshore Projekte der Multis an, die sind alle zentrale angelegt und kassieren auch enorme Subventionen, zumal Windstrom wesentlich schlechter vorhergesagt werden kann und die noch aufzustellenden WindKW wesentlich mehr Energie produzieren werden als Solar in den nächsten 15 Jahren je könnte!

    Also mein lieber Rolf; ein Fokus auf die zentrale Energieversorgung
    hätte mehr gebracht.

    Gruß Amadeus

  2. Hallo, ich erlaube mir mich zu fragen, wie lange wir alle eigentlich noch Täter-Retter-Opfer spielen wollen und den schwarzen Peter im Kreis schieben?. Das was nun kommt haben wir alle selbst gemacht alle miteinander, denn wir wollten genau das erleben und zwar solange bis wir alle verstanden haben, dass wir wieder endlich lernen wollten uns selbst zu versorgen, die Verantwortung samt den Konzequenzen für unser eigenes Leben zu übernehmen, für den ganzen Kaufrausch, für das ganze Luxusgetue, das in Wahrheit keine Sau braucht, ja das wollten wir lernen um wieder ein einfaches Leben führen zu dürfen, im Einklang mit der Natur, dem Rhytmus und den Jahreszeiten. Wir wollten ja alle unbedingt selbst nachts Licht haben. Das Licht muss in unserer Seele angezündet werden, dort sind die Verdrängungen, die ganze Wut, die ganze Habgier, der ganze Neid, der ganze Hass, gut verdrängt, stattdessen kämpfen wir im außen für oder gegen das Licht. Wir werden mit Holz heizen die nächsten Jahre…Gruss

  3. @ Henrietta
    Nun bleib mal auf dem Teppich.
    Auch wenn ich es doof finde, muss ich mich meinem Umfeld anpassen.
    ICH und viele andere gehöre bestimmt nicht zu denen, die es SO gewollt haben.
    Sicherlich ist Dir noch nicht aufgefallen, dass es eine Menge Gesetze, Vorschriften und Verordnungen gibt zu denen auch Du nicht befragt wurdest.
    In einer Welt voller Lügen und Machtbessenheit sind es bestimmt nicht
    die Menschen die hier lesen und schreiben die Du angreifen solltest.

  4. Immer wieder erstaunlich, wieviele Menschen es gibt, denen es unglaublich schwer fällt, zwischen Dichtung und Wahrheit zu unterscheiden. Nun gehört Energie ja zum Thema Klima. Und Klima ist ja die neue Ideologie. Und so, wie vor 70 Jahren die Menschenmasse an Hitlers Ideologie glaubte, so glauben heute noch immer Hunderttausende an die Ideologie der DDR und weitere Millionen an die gekonnte „Kommerzialisierung des Wortes Klimakatastrophe“. Vielleicht sind viele von den immer noch „Gläubigen“ illiterat. Jedenfalls, wer sich bilden will, wie die Klimakatastrophe entstand:
    Hier ist die böse Wahrheit:
    http://www.klima-ueberraschung.de

  5. Aufbau einer autarken Energieversorgung für ein Ein-/ Zweifamilienhaus in Deutschland auf Basis einer Pufferspeicherheizung und 48V Batteriesystem

    Aufgrund der Tatsache, daß durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) die Strompreise erheblich angestiegen sind, fing ich an mir Gedanken zu machen, ob ich nicht meinen Strombedarf auf Basis von erneuerbarer Energie (EE) selbst erzeugen kann ohne mein sauer verdientes Geld in den Rachen von Flächenbesitzern aller Art ( FbaA ) ( Landwirte, Einkaufsmärkte, usw. ) zu werfen.

    Beim derzeitigen kWh Preis von ca. 26,5 c/kWh + 85 € Arbeitspreis/a ergeben sich für einen Verbrauch von 4000 kWh/a monatliche Kosten in Höhe von 95,42€ respektive 1145€/a.

    Ich wähle genau diesen Bereich, da er halbwegs repräsentativ für ein Einfamilienhaus mit 4 Personen ist.

    Die derzeitigen Strompreiserhöhungen bewegen sich im Bereich von min.4%/a, hierbei habe ich mir die Erhöhungen noch schön gerechnet.
    Somit komme ich im Verlauf von 12 Jahren Strombezug bei konstantem Verbrauch auf eine Gesamtsumme von: 1145+1191+1238+1288+1339+1393+1449+1507+1567+1630+1695
    +1763=17205€. Diese 17205€ nehme ich als Basiskalkulation für meine autarke Stromversorgung.
    Jetzt rechnen wir es uns eher schlecht, da die derzeitigen Stromerhöhungen eher im Bereich von 6% sind und sagen es handelt sich um 17500€/12a respektive 1458,33/a bzw. 121,53€/Monat auf zwölf Jahre gerechnet.

    Ich denke, da läßt sich doch was machen, schau mer ma‘:

    Was brauchen wir ?

    a) Eine richtig große Batteriebank ( ca. 1700 Kg Bleibatterien (AGM), alle anderen Batterien sind sowieso nicht bezahlbar ), Bruttokapazität zwischen 40 und 60 kW mit Fähigkeit zur Entnahme von 6kWh-12kWh, weil ich (bzw. die beste Ehefrau von allen) mein Alltagsverhalten kaum ändern möchte. So, jetzt können wir schon mal Strom für ein paar Tage speichern. Kosten: 7000€

    b) Zwei Wechselrichter (1*Schwachlast, 1*Hochlast), 4kW+8kW. Kosten ca.3000€

    c) Eine PV-Anlage von ca. 3,4 kWp. Kosten ca. 3000€

    d) Ein Windrad mit ca. 2,5m Durchmesser + Mastanlage. Kosten ca. 2500€

    c] Ein BHKW Kit für mein Motorrad (Gas basiert), so daß es im Winter nicht nur dumm rumsteht, sondern auch Wärme und Strom erzeugt. Kosten ca. 1200€

    d) Kabelage, Sicherungen, Verrohrung, und sonstiger Schrunz. Kosten ca. 1500€

    e) vorhandener Gasanschluß oder ca. 2500l Gastank. Kosten 0€, weil ich einen Gasanschluß habe.

    Somit kommen wir auf eine Gesamtsumme von 18200€.
    Also ist das schon mal 700 Euro teurer wie Strombezug vom Netz.
    Aber: Das Motorrad erzeugt auch Wärme, also ziehe ich schonmal kurzerhand 700€ ab, wg. des Wärmezugewinns und bin bei 17500€.
    Da ich keinen Dienstleister benötige um mir den ganzen Kram zusammen zu dengeln, mach ich es also, weil ich

    a) Kein AKW mit Brennstablagerungsproblemen mehr brauche
    b) Kein Kohlekraftwerk mehr brauche
    c) mein eigenes Gaskraftwerk habe ( Mein Motorrad )
    d) keine Emissionskontrollen für eine Feuerstätte benötige die mit Kosten verbunden sind.

    All dies setzt voraus, daß Ihr einen wasserführenden Kaminofen oder Pelletofen habt mit 1000l Pufferspeicher und solarthermischer Anlage um den Wärmebedarf des Hauses zu decken.

    Dämmung ist Schwachsinn: schlecht für das Hausklima, zu hoher Primärenergieverbrauch für die Herstellung der Dämmung, zu teuer.

    Umweltfreundliche Energieproduktion durch Technik steht vor.

    Zum Zustand meines Hauses:
    Bj. 1959, ca. 210qm Wohn-/Nutzfläche, massiv gebaut (40er Außenstein), Dachausrichtung SW.
    Thermischer Energiebedarf ca. 28.000 kWh/a, elektrisch ca. 4000 kWh/a.
    Durch Dämmung könnte ich im Idealfall mit 18.000 kWh thermischer Energie auskommen, jedoch stellt eine solche Dämmung für mein Haus eine wohnklimatische Veränderung dar, die sowieso viel zu teuer ist also lassen wir das.

    Also:

    1. 1000 l Pufferspeicher mit einem Solarregister und Durchlaufwarmwasser ( sog. Kombispeicher )in den Keller schaffen. Bruttowärmekapazität um 138 kW
    2. Solarthermische Anlage von 12kW in exakter Südausrichtung auf ca. 62° Neigungswinkel irgendwo hinschrauben wo Platz ist. Der steile Winkel ist nötig weil der Wärmebedarf im Februar somit am besten abschöpfbar ist, hier ist die Heizlast hoch, die Sonne aber schon da, nur halt sehr flach über dem Horizont. Dezember und Januar sind sowieso zu dunkel um die paar Grad steilere Inklination zu rechtfertigen, die nötig für diese Monate wäre. Im Sommer hat man sowieso soviel thermische Energie im System, daß Ihr Wärme exportieren könntet. Ihr müßt auch bei einer Winterinklination im Sommer Wärmeenergie vernichten.
    3. Entweder wasserführenden Kaminofen oder Pelletofen mit 12kW Gesamtleistung, davon 9kW wasserseitig im Wohnzimmer aufstellen. So was kostet keine Emissionskontrollen sondern lediglich die Kaminkehrkosten.

    ……wir bauen uns ein BHKW…..

    4. Motorrad auf bivalente Kraftstoffzufuhr ( Gas und Benzin ) umbauen. Kits hierfür gibt’s im Web. Kosten so um die 220€.
    5. Den Kühlkreislauf des Motorrads ( Ihr seht, man braucht ein wassergekühltes Motorrad ) vor dem Kühler mit 3-Wege Ventilen abfangen und mittels thermischem Mischer und Heizungsregelungsgesteuertem 3-Wege Ventil in das Solarregister mit einspeisen.
    Ihr braucht also eine Heizungsregelung, die min. 2 Kollektorfelder ansteuern kann. Das Motorrad ist sozusagen mein zweites Kollektorfeld.
    6. An den Sekundärantrieb des Mopeds einen Riemen- oder Kettenantrieb anbauen, der einfach rückbaubar ist ( z.B. Ersatzhinterrad ) welcher zwei 24V100A LKW Lichtmaschinen antreibt. Die Lichtmaschinen sind mit Ladereglern auszustatten, die 28,2 V nicht überschreiten ( im Regelfall haben die 28,8V ). Eure Batteriebank bedankt es euch mit Lebensdauer.
    7. Die beiden Lichtmaschinen in Reihe schalten => Es entsteht ein Ladestrom von 56,4V100A, sprich 5640 Watt Brutto. Genug um den Tagesbedarf an Strom in zwei Stunden zu erzeugen.
    Wer sich auskennt weiß, daß ich jetzt eine 48V Batteriebank benötige zum laden.
    Da man möglichst nicht mit mehr wie 10% der Batteriekapazität laden sollte, ergibt sich jetzt hier die Batteriegröße: 48V1000A also 48kW.

    Jetzt: 24+2 Ersatzbatterien ( falls mal eine den Geist aufgibt ) 2V1000A DeepCycle Batterien kaufen mit mindestens zwei, besser vier Terminals pro Pol kaufen.
    Schwerlastregal in den Keller stellen, Batterien drauf parken, mit sinnvollen Querschnitten in Reihe schalten. ( Ich rate davon ab, die Batterien irgendwo hinzustellen wo die Statik nicht genau bekannt ist. In meinem Fall muß ein Regalfuß ca. 230kg aushalten und die 20 qcm Fußboden darunter auch.
    Dies entspricht einer fiktiven Belastbarkeit von 115 Tonnen/qm ). Ich will nur nicht, daß Ihr morgens aufwacht ( sofern noch möglich ) und statt der besten Ehefrau von allen eure Batteriebank in eurem Bett liegt, weil das Dachgeschoß eingestürzt ist.

    Batteriebank mit 250A absichern, somit kann sie rechnerisch 12kWh liefern, real aber nur ca. 10 kWh, weil bei der Abnahme von hohen Strommengen die Spannung in die Knie geht.

    4kW und 8kW 48V Inverter mit min. 150% Surge Capacity an die Wand dübeln. ( Einphasige Variante ), alternativ: 3 synchrone 4kW Inverter für 400V 3Phasen Wechselstrom. Ist etwas teurer aber besser.

    Jetzt schrauben wir die PV-Anlage und das Windrad auf’s Dach. In meinem Fall, ca 3,4 kWp PV + 2200 Wp Windrad, weil SW Ausrichtung und wenig Wind ( wer in windigeren Ecken wohnt, braucht kein so großes Windrad ). In meinem Fall produziert das Windrad nur ca. 200 Wh im Jahresmittel, deswegen die Größe.
    Die Wahl sollte auf ein HAWT und nicht auf ein VAWT fallen, da die Cut-In speed vom VAWT zu hoch ist für die hiesigen Verhältnisse.
    PV und Windrad flanschen wir an die zwei Inverter, die natürlich integrierte MPPT-Regler haben.
    Zusätzlich leisten wir uns einen separaten Standalone MPPT Regler (60A), falls mal was kaputt geht.

    PV-Anlage, Windrad, Moped, Batteriebank und Hausversorgung fachgerecht miteinander verbinden, Potentialausgleich gewährleisten, Moped einhausen und schallisolieren damit der Nachbar nicht aus dem Bett fällt, wenn es anläuft. Kleine Ersatzbatteriebank zusammenschnorren, falls mal wieder die Welt untergeht. System starten !!

    Stromanschluß abmelden ( Alternativ bündig zur Straße abflexen und nix mehr zahlen :,)

    Was können wir jetzt ?

    – Spülmaschine, Trockner und Fön gleichzeitig laufen lassen.
    – Mit der sommerlichen Überproduktion das Wohnzimmer klimatisieren.
    – Die Wippsäge anschmeißen ( nur bei 3-Phasen System ) ( zieht enorm ), alternativ Wippsäge mit Generator oder Schlepper betreiben ( 1-phasig )

    Vom 15.03 – 31.10. hat das System volle Deckung ohne daß das Moped anläuft.
    Also fahr ich in der Zeit damit herum und stelle es nur in den kalten Monaten dem System zur Verfügung.

    Der Sommer ist sonnig, der Winter ist windig. Im Regelfall solltet Ihr mit einer BHKW Laufzeit von max. ca. 50h/a auskommen. Im schlechtesten Fall ( 21. Dezember ) produziert die PV immer noch 1,2 kWh/Tag das Windrad aber 6 kWh/Tag, das heißt es fehlen euch pro Tag 3,8 kWh.
    Diese werden entweder über eine tägliche Laufzeit des BHKW von 45min kompensiert ( am besten morgens, weil da der Puffer kalt wird, weil die Heizung anläuft ) oder aufgrund der Größe der Batteriebank alle drei Tage mit 2h15min Laufzeit, je nach Gegebenheiten.

    Zur Haltbarkeit: Die Batterien geben nach ca. 12 Jahren den Geist auf ( weil zyklisch belastet ), Schrottwert 1000€, neue Batteriebank kaufen. Bis dahin ist die technologische Innovation aber soweit fortgeschritten, daß mit einer Preis pro kWh Steigerung aber nicht zu rechnen ist.
    Trafolose Inverter sind zickiger was Haltbarkeit betrifft, aber deutlich leiser.
    Die PV degradiert, 20 Jahre stellen aber kein Problem dar.
    Das Windrad muß so aufgebaut werden, daß man durch Kippung Wartungsarbeiten an Stator, Alternator oder Repeller vornehmen kann.

    Da ja in regelmäßigen Abständen die Welt untergeht, sollte man immer einen Generator zur Verfügung haben.

    Alles in allem werdet Ihr bei solch einem Heizungs-/Strom Versorgungssystem ca. 40.000€ los.
    Die jährlichen Verbrauchskosten von thermischer und elektrischer Energie belaufen sich trotzdem noch auf 1200€, wenn Ihr das Holz selber macht, also 100€ monatlich für beides zusammen.
    Hierbei sind Gasverbrauch, Maschinenbetrieb und Reparaturen aber miteinberechnet.

    Der sinnvolle Aufbau eines solchen Systems erfordert erweiterte Kenntnisse in Elektrotechnik, Thermodynamik und Strömungslehre sowie handwerkliche Fähigkeiten. Wer dies nicht kann, sollte es lassen.

    Für die technisch unbegabten, die dies lesen: Kauft euch ein BHKW von der Stange und arbeitet rein damit. Ich will unabhängig vom Gaspreis sein und die natürlichen Ressourcen bestmöglich nutzen.

    Es gibt Leute die Versuchen aufgrund der Wandlungsverluste ein Haus nur mit Gleichstrom zu betreiben, dies halte ich für Nonsens, da die AC Geräte den Markt beherrschen ( billiger ).
    Wärmepumpen ( auch Erdwärme ) jeglicher Art werden immer an der Mutterbrust des Energieversorgers hängen.
    Rückt nicht vom Methan ( Erdgas ) ab. Im Moment beziehen wir zwar viel von den Russen, aber sind die globalen Reserven an Methanhydrat so groß, daß Sie die Energieversorgung der Zukunft darstellen werden. Das Energie-Oligopol hat z. Zt. noch kein Interesse diese Ressourcen auszubeuten. Ich mache hier keine Stellungnahme zu Fracking.

    Mein Haus hat einen Gasherd, sowie komplette LED-Beleuchtung, eine Wasch- und Spülmaschine mit Warmwasseranschluß. Gasverbrauch ca. 2000 kWh/a, daß KfZ wird mittels 4-Stufen Kompressor mit Erdgas betankt.

    Zukunftsvision: Den sommerlichen PV-Überschuß zur HHO Generierung verwenden und mittels CO2 Substitution nach dem Sabatier Prozeß zu Methan umzuwandeln und zu speichern.
    Damit wären die 100% regenerativ erreicht. Mein Geld ist aber alle. Mach ich halt später….

    Schlußwort: Ich liebe Kritik, nehmt dieses Pamphlet auseinander wie Ihr wollt. Druckfehler und ähnliches könnt Ihr behalten. Falls ich irgendwo Mist erzählt habe, nehme ich alles zurück und behaupte das Gegenteil. Aber sagt mir wenigstens Bescheid.

    Copyright

    Biebertal, den 03.08.2014 Hans Georg Schröder, Biebertal

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