© Götz Wiedenroth

Ökoterrorismus durch grüne Polizei – Wehret den Anfängen!

Als „stark überzeichnende Bilder“ betitelte ein bekannter deutscher Autohersteller seinen Fernsehspot zum US Super Bowl am 07.02.2010.

AUDI: „Der Spot nimmt mit Augenzwinkern satirischen Bezug auf teils überzogene, fast dogmatische Appelle an das Öko-Gewissen der Bürger, die gegenwärtig in öffentlichen Diskussionen zu hören sind.“

Was AUDI als „humorvolle Spitze“ bezeichnet, ist nicht mehr weit von der Wirklichkeit. Verblendung oder Absicht?

Der Karikaturist Götz Wiedenroth hat sich Anfang Februar 2010 an die Kundenbetreuung der Firma AUDI gewandt, um seiner Empörung über den Werbespot der Firma zum Ausdruck zu bringen. Machen Sie sich zunächst einmal selbst ein Bild von diesem Werbefilm:

Am 08.02.2010 schrieb Herr Wiedenroth an AUDI:

Sehr geehrte Damen und Herren,

mit Bestürzung und schockiert habe ich Ihren Werbefilm unter dem Motto „Green Police“ gesehen.

Darin schikaniert eine offenbar fiktive Umweltpolizei Bürger, die zu warm baden, Glühbirnen benutzen oder mit Plastikkarten an der Kasse zahlen wollen.Zunächst habe ich geglaubt, hier solle der herrschende, grassierende Öko- und Klima-Irrsinn persifliert werden.

Aber dann erschien zum Schluß der Slogan: „Green has never felt so right“. Der „Audi A3 TDI clean diesel“-Fahrer wird an einem Straßenkontrollpunkt von der Öko-Polizei nicht behelligt und darf an der Schlange vorbeifahren, weil er das politisch-korrekte Auto fährt. Der Film ist mithin nicht als Satire gemeint, sondern bitterer Vermarktungsernst. Entsprechend hymnisch kommt auch das Hintergrund-Lied daher.

Mit diesem Werbefilm verprellen Sie den größeren Teil der Öffentlichkeit und Ihrer Kundschaft, die die Nase von dem politisch-fiskalisch motivierten Umwelt-und-Klimakirchen-Dogma gestrichen voll haben.

Ihr Film stellt genau die furchterregende Vision staatlicher Willkürgewalt dar, die wir Grund haben zu fürchten. Sie feiern eine Liquidierung der Grundrechte, der der Bürger in den letzten Jahren bereits hilflos zusehen mußte und weiter zusehen muß.

Ich bin äußerst empört über Ihre filmische Anbiederung an eine menschenfeindliche Politikströmung. Dieser Werbefilm ist für mich entschieden ein Grund, Ihr Produkt nicht zu kaufen. Das Haus Audi AG sollte sich schämen, totalitäre Systeme zu verherrlichen oder sie grinsend-bösartig in einer Werbebotschaft einzusetzen.

Gern erwarte ich Ihre Stellungnahme.

Mit freundlichen Grüßen
Götz Wiedenroth

Wenige Tage später, am 12.02.2010, erreichte ihn eine – möglicherweise aus Textbausteinen bestehende – Antwort aus Ingolstadt:

Sehr geehrter Herr Wiedenroth,vielen Dank fuer Ihre Nachricht.

Der Audi Spot „Green Police“ wurde speziell fuer die Fernsehuebertragung waehrend des US Super Bowl produziert. Hier werden von verschiedenen Marken traditionell aussergewoehnliche, meist humorvolle Spots gezeigt. In diese Tradition reiht sich der diesjaehrige Werbefilm von Audi of America ein. Der Spot nimmt mit Augenzwinkern satirischen Bezug auf teils ueberzogene, fast dogmatische Appelle an das Oeko-Gewissen der Buerger, die gegenwaertig in oeffentlichen Diskussionen zu hoeren sind. In stark ueberzeichneten Bildern treibt der Spot diese Aspekte der Umweltdebatte auf eine humorvolle Spitze. So stuerzt sich ein in kurzen Hosen albern wirkender amerikanischer „Green Police“-Officer auf einen sympathischen US Buerger, der es im Supermarkt wagt, eine Plastiktuete zu waehlen: „Wrong choice, plastic boy…!“

Hinter solch ueberzogenen Massnahmen steht jedoch nach wie vor der sinnvolle Ansatz: Wir alle muessen – wirkungsvoll und pragmatisch, nicht fanatisch – effizienteren Konsum umsetzen. Und so endet der Spot mit einer Loesung von Audi: Dem Audi A3 TDI clean diesel – der im Dezember 2009 auf der Los Angeles Autoshow zum „Green Car of the Year“ gekuert wurde. Mit dieser schon heute verfuegbaren Technologie koennen sich Kunden ohne Verzicht auf Sportlichkeit, Komfort und tollem Design verantwortungsbewusst im Hinblick auf die Schonung der Umwelt verhalten. Und dabei – so vermittelt das augenzwinkernde Ende des Films – selbst strengen Umweltauflagen gerecht werden.

Sehr geehrter Herr Wiedenroth, bei weiteren Fragen sind wir gerne wieder fuer Sie da.

Freundliche Gruesse nach Flensburg

AUDI AG

Da die Fragen von Herrn Wiedenroth nicht wirklich beantwortet wurden, schrieb er der Firma mit den vier Ringen und dem neuerlichen „grün-terroristischen“ Image am selben Tag zurück:

Sehr geehrte Frau … und Herr …,

für Ihre Zeilen vielen Dank.

Ich muß annehmen, daß es sich um eine Textbaustein-Antwort handelt, da Sie mit keinem Wort konkret auf meine Anmerkungen eingehen. Darüber kann ich mich nicht freuen.

Ebenso wenig erfreulich finde ich den Inhalt Ihrer Stellungnahme. Sie stellen darauf ab, der Film sei lediglich „augenzwinkernd“ gemeint und eine „humorvolle Spitze“ gewesen.

Als Beweis hierfür führen Sie an, daß ein Polizist in dem Filmchen albern kurze Hosen getragen habe. Pardon, aber diese Argumentation ist in genau dem Maße unglaubwürdig wie der Filmbeitrag unwitzig ist.

Sie wissen sicher, daß die dargestellten Verhältnisse eins zu eins den Träumen real existierender politischer Kräfte entsprechen, die lieber heute als morgen Mülltonnen durchsuchen lassen würden, um „Umweltsünder“ zur Rechenschaft zu ziehen. Die anderen angeführten Szenen reihen sich nahtlos ein in diese Wunschvisionen politisch totalitär denkender Zeitgenossen, für die „oil peak“ und „Klimaschuld des Menschen“ religiöse Kategorien sind, die über alle Zweifel erhaben zu sein haben.

Der Subtext Ihres Films lautet vor dem realen politischen Hintergrund denn auch sehr eindeutig: wenn du unseren Audi kaufst, bist du auf die Green Police, die für „effizienteren Konsum“ sorgt und damit für die Rettung des Planeten, gut vorbereitet. Wir als Audi-Anbieter können so eine Öko-Erzwingungstruppe nur gut finden, weil sie die Vorzüge unseres Produkts besonders herausstellt.

Freie Fahrt beim Eco-Check. Die Green Police wird dein Freund sein, wenn du Audi fährst.

Warum sollte man „Green Police“ nicht genau in dieser Weise verstehen? Für eine nichtstandardisierte Stellungnahme wäre ich dankbar.

Freundliche Grüße nach Ingolstadt
Götz Wiedenroth

Antwort aus Ingolstadt folgte am 17.02.2010 mit folgendem Inhalt:

Sehr geehrter Herr Wiedenroth,vielen Dank fuer Ihre Rueckmeldung auf unsere E-Mail vom 12. Februar 2010.

Unser Ziel ist es, allen Kunden Fahrspass und ressourcenschonende Mobilitaet zu bieten. Sportlichkeit, emotionales Design, Qualitaet und Umweltbewusstsein finden in den vier Ringen eine gemeinsame Ausdrucksform.

Mit dem Umweltbericht zieht Audi eine Zwischenbilanz der Aktivitaeten auf dem Weg in eine nachhaltige Gestaltung der Zukunft.

Den Bericht und weitere detaillierte Informationen zum Umweltschutz bei der AUDI AG finden Sie auf unserer Website unter www.audi.de – Unternehmen – Umweltschutz

Sehr geehrter Herr Wiedenroth, auch wir sind bei weiteren Fragen oder Anregungen gern wieder fuer Sie da.

AUDI AG

Herrn Wiedenroths karikaturistische Reaktion auf diese zweite Textbaustein-Antwort brachte es wie üblich gekonnt und klar auf den Punkt und man kann trotz der unübersehbaren Annäherung der surrealen Öko-Fiktion an die baldige bittere Realität darüber schmunzeln – noch zumindest. Der Bilduntertitel lautete:

Die Grüne Polizei tobt in meinem Kopf. Die Grüne Polizei kommt zu mir in mein Bett. Die Grüne Polizei kommt, um mich zu verhaften – oh nein.

Mit Hinweis auf seine Karrikatur schrieb er erneut den Kundenservice von AUDI an und erhielt am 18.02.2010 diese Antwort:

Sehr geehrter Herr Wiedenroth,

vielen Dank fuer Ihre E-Mail vom 17. Februar 2010.

Wie Sie bereits selber angemerkt haben, tritt in dem Audi Spot „Green Police“ eine fiktive Umweltpolizei auf. In offensichtlich satirisch-ueberspitzten Szenen werden Oeko-Appelle aus der nicht nur in den USA gefuehrten oeffentlichen Klimadiskussion aneinander gereiht.

Dazu passend endet der Spot mit der im Zusammenhang zwar humorvollen, aber dennoch real existierenden Loesung von Audi, dem Auftritt des „Green Car of the Year 2009“, dem Audi A3 TDI clean diesel.

Unbestritten ist der Audi A3 TDI clean diesel im Vergleich zu den in den USA traditionell genutzten grossvolumigen Ottomotoren, im Hinblick auf die Schonung der Umwelt, die bessere Wahl.

Wir hatten auf keinen Fall die Absicht, mit dem Spot Aehnlichkeiten zu totalitaeren Systemen herzustellen.

Die AUDI AG als Fahrzeughersteller stellt sich der Verantwortung allen Kunden Fahrspass und ressourcenschonende Mobilitaet anzubieten. Die kontinuierliche Verbesserung der Umweltvertraeglichkeit der Produkte und Produktionsstaetten sowie der umweltgerechte Umgang mit natuerlichen Ressourcen sind bereits heute fest in der Praeambel der Audi-Umweltpolitik verankert.

Sehr geehrter Herr Wiedenroth, wir freuen uns, wenn wir Ihnen den Sachverhalt transparent machen konnten und sind bei weiteren Fragen oder Anregungen sind wir gern wieder fuer Sie da.

Freundliche Gruesse nach Flensburg

AUDI AG

Man sieht, manchmal hilft es durchaus, mit etwas Nachdruck vorzugehen, um Menschen die Wahrheit vor Augen zu halten. Vor lauter „Öko-Bewusstsein“ können die meisten Leute überhaupt nicht mehr normal und realitätbezogen denken. Der Same der Öko-Lüge geht mehr und mehr auf.

Wenn Sie Lust auf mehr „grünen Humor“ haben, schauen Sie sich den Youtube-Kanal von Green Police an. Man fragt sich wirklich, welche Art von Humor das sein soll.

Haben Sie auch schon Albträume, wenn Sie an die zehn Glühbirnen in Ihrem Haus, an die 25 Grad Zimmertemperatur in Ihrem Wohnzimmer wegen der klimaerwärmungsgestörten Saukälte draußen oder an die heiße Badewanne vergangene Woche denken? Nein? Ach, Sie fahren einen AUDI? Na dann…

7 Kommentare zu “Ökoterrorismus durch grüne Polizei – Wehret den Anfängen!

  1. Audi, wie auch die anderen deutschen Hersteller schießen sich mit ihren Konzepten auf dem amerikan. Markt selbst ins Knie.
    Mein am. Kollege hat es am Montag nach dem „Super-Scheiß“-Wochenende auf den Punkt gebracht, indem er den Audi A3 als reines Nieschenauto bezeichnete, mit dem hier in den USA nur sehr wenige pot. Käufer angesprochen werden.
    Merken denn diese Nieten in Nadelstreifen immer noch nicht, daß die dt. Autos hier nur sehr begrenzt ankommen? Der Grund ist der Preis, denn die hochgebildeten Amis kennen das Wort Qualität nicht und würden nie den Unterschied zwischen einem Japaner und einem gleichgroßen dt. Auto kennen. Neueste Technologien sind denen unbekannt. Kürzlich haben die sich im Radio über Dieselautos unterhalten und hier fielen Worte, wie laut, stinkt und haben keine Leistung. Von Direkteinspritzertechnologie, die in Deutschland seit en 90ern im Golf-III eingeführt wurde, ist denen unbekannt!
    Somit schaden sich Firmen, wie Audi durch ihre eigenen Dummheit selbst!

  2. Ressourcendepletion und Umweltbelastung aufgrund unserer auf exponentiellen Verbrauch basierenden Zivilisation sind Realitäten an denen wir uns nicht weiter vorbei mogeln können. Die Konsum-Party der letzten 60 Jahre war eine einzigartige Zeit, die nun bald aufgrund natürlicher Ressourcenkonstriktionen zu Ende gehen wird.

    Der Abschied vom Konsumzeitalter wird den meisten Menschen unendlich schwer fallen. Sie werden sich ihrer Konsumrechte beraubt fühlen und an böse Verschwörungen glauben, doch die große Wahrheit ist nun einmal, dass die industrielle Zivilisation niemals nachhaltig mit den Grundlagen ihrer Existenz umgegangen ist. Sie rezyklierte praktisch nichts, nicht einmal als das für ertragreichen Ackeranbau lebensnotwendige Phosphat im Jahre 1989 peakte, schwemmte sie es weiter mit ihren Schlacken in die Weiten der Ozeane.

    Wir werden die industrielle Konsumkultur bald ressourcelich bedingt gänzlich aufgeben müssen und die meisten werden dies nicht verstehen können.

  3. Ich denke dieser Ökowahn und Klimagesülze gibt es nur um uns weiter einzuengen. Um ein z.B. Bio / ÖkoSiegel zu bekommen muss richtig Geld locker gemacht werden, da können kleine Firmen nicht mithalten.

    Unser Geldsystem ist ein Schuldsystem und wenn nicht konsumiert wird funktioniert es nicht. Unter dem Deckmäntelchen des Umweltschutz kann dem anständigem Bürger alles verkauft und angedreht werden.

    ICH verschmutze meine Umwelt nicht, aber schaut mal nach wo grosse Fa. ihren Dreck entsorgen. (im Meer, dritte Welt udgl.)
    ICH benutze Glühlampen – ja, grüne Polizei, denn ich denke nicht daran mit den teuren Eneriesparlampen bei deren Entsorgung Quecksilber in die Umwelt zu entlassen.

    Biologische Gefahren durch moderne Lichtquellen – 30 Min.

    http://www.youtube.com/watch?v=72BoyQQX3F0&feature=player_embedded

  4. Hallo Blogger,

    ich hatte auch meinen Unmut über das Video bei Audi bekundet. Und bekam auch die gleichen Antworten. Ich denke, die werden nicht mal gelesen. Einfach ne blöde Antwort zum abwimmeln.
    Vor 10 Jahren kaufte ich mir aus dem Konzern einen T4 Multivan Syncro für ca. 40000 Euro. Das Fahrzeug wurde damals auch als ein Super Clean Diesel beworben. Wie auch die Dieseltechnologie im Allgemeinen.
    Nach 10 Jahren und gerade einmal 60000km hat sich das grundlegend geändert. Es ist nicht möglich, durch Rußfilter Nachrüstung die grüne Euro4 Plakette zu bekommen. Niemand bei diesem „Weltkonzern“ und deren Kundenzentren interessiert sich für treue Kunden. Keine Nachrüstung im Angebot!
    Ab Januar 2010 darf ich nun mit dem Fahrzeug nicht mehr in die Berliner City fahren. Das Fahrzeug ist für mich stark eingeschränkt nutzbar. Man bezahlt aber nach wie vor die volle Steuer.
    Für eine Privatperson ein großes Ärgernis. Was lernt man daraus?
    NIE WIEDER EIN FAHRZEUG VON DIESEM HERSTELLER!

  5. Es spielt keine Rolle welche Auto Marke man auch kauft, sie sehen alle gleich aus und die Bestandteile kommen von den selben Herstellern. Sie haben die selben Formen, sind alle aus Fiberglass und haben sogar die selben Farben. Wenn die Automacher es fertigbringen koennten, wuerden sie das ganze Fahrzeug aus einem Stueck Material machen um Kosten zu sparen, also Standart „run of the mill“. Das einzige was die Fahrzeuge noch unterscheidet sind die Preise. Eine altbekannte Marke wie Audi kann sich einen hoeheren Preis leisten, aber das Fahrzeug steht nicht weit vor einem Billigen Auto.
    Gruss Otto

  6. Nun, Audi hatte schon immer eine sehr staats-affine Seite.
    Insofern knüpft man hier an alte deutsche Tradition an, von der ich irrtümlich glaubte, das sei nach 1945 eigentlich erledigt.

  7. Ich verstehe euch wirklich nicht und halte den Karikaturisetn für humorlos.
    Der Spot ist doch toll. Er zeigt eine erschreckende Zukunftsvision.
    Wenn wir nicht bald umkehren wird sie in wenigen Jahren Realität sein.
    Wenn ein paar Leute die Realität an dieser Vision reflektieren und merken, was läuft, ist schon viel gewonnen.

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