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Hört die Signale – das Volk hat ein Machtwort gesprochen

Japan hat am 30.08.2009 gewählt und sein Volk hat dabei ein deutliches Machtwort gesprochen. Ein Tor hat sich geöffnet.

Zum ersten mal in meinem Leben benutze ich den Superlativ „erdrutschartiger Sieg“ für die Beschreibung des Resultats einer Wahl.

Ja, es scheint mir noch zu schwach, um das zu beschreiben, was am 30. August 2009 bei den Wahlen in Japan geschehen ist.

Da gab es eine seit über 50 Jahren regierende Partei. Ja, man kann schon von einem System sprechen, das alle gesellschaftlichen Schichten durchtränkte, wie Wasser einen Schwamm. Ganze Generationen haben ihre Erziehung, ihre gesellschaftlichen und politischen Werte, sowie ihre Existenz aus diesem System abgeleitet.

Wenn diese Menschen nun mit Ihrem Stimmzettel dieses System beenden und zwar in einer Eindeutigkeit, wie nun in Japan geschehen, dann ist das ein weltweit wahrnehmbares Signal. In Japan haben die Menschen mit ihrem eindeutigen Votum ein Machtwort gesprochen:

  • Dabei wurde der Stimmungsumschwung nicht durch PR-Agenturen stimuliert.
  • Der epochale Wandel kommt aus der Mitte der Gesellschaft.
  • Er wurde nicht von milliardenschweren Spekulanten und auch nicht durch Geheimdienste finanziert und zu einer bunten Revolution hoch gejubelt.
  • Diesen epochalen Wandel kann daher auch niemand für sich Instrumentalisieren.
  • Japans Wähler dürfen darauf stolz sein und sie können sicher sein, dass es weltweit wahrgenommen wird.

Das Schweigen der Qualitätsmedien zeigt für mich den Schock, unter dem die Welt-Geld-Elite noch steht. Es scheint so, als seien ihnen die Fäden entglitten und sie müssen nun nach Fassung ringen. Zwar stammeln einige Medien von „nicht finanzierbar“ oder „Japan süchtig nach Schulden“ usw.

Mögen auch einige meiner Freunde und Leser alles als Wahlkampfversprechungen abtun, dann sollen sie mir bitte ein Land nennen, in dem ein so gewaltiger und breiter Umschwung durch Wahlkampfversprechungen und Propaganda erreicht wurde. Mit dem Resultat dieser Wahl bringen die Japaner in einem demokratischen Akt ihren Volkswillen zur Veränderung zum Ausdruck.

Diesen Volkswillen können die Mächtigen nicht kolportieren, er ist eine eindeutige Absage an das alte System mit seinen Werten, seinen Machenschaften und seiner Menschenfeindlichkeit. Ein Politik-System das sich weltweit immer mehr als menschenfeindlich herausstellt und dabei ist, unsere fundamentalen Lebensgrundlagen zu zerstören, wurde vom japanischen Volk in einem beispiellosen Umdenkprozess erkannt und nun abgewählt.

So wie sich im eigenen persönlichen Leben Erfolgserlebnisse als Motor für weitergehende Veränderungen auswirken, genauso wirken sich gemeinsam erreichte Veränderungen auf die Allgemeinheit aus. Viele Menschen haben in ihrem Leben sicherlich schon die befreiende Kraft erlebt, nach langem Zögern endlich den Mut aufzubringen, alte überlebte Bindungen aufzulösen. Solche Erlebnisse stärken in unserem persönlichen Leben das Selbstbewusstsein. Wir erkennen, dass wir unser Schicksal beeinflussen können und wagen uns danach selbstbewusst an weitere Baustellen.

Das Gleiche gilt auch für Gemeinschaften, wie z. B. das hier betrachtete japanische Volk. Das befreiende Gefühl und die Erkenntnis, dass Freunde, Nachbarn und andere Mitbürger das Gleiche spüren und nun gehandelt haben, wird eine Dynamik der Veränderung in Japan und auf der Welt auslösen, die an die Veränderungen von Perestroika und Glasnost erinnern werden. Jedem Einzelnen von uns darf nun Gorbi wieder zurufen:

Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben.

Weitreichende Veränderungen

Einige der bisherigen Programmpunkte und Taten der demokratischen Partei Japans DJP sowie angekündigte Veränderungen und Zitate, die ich ohne Anspruch auf Vollständigkeit und genaue Wiedergabe hier anfügen möchte.

Außenpolitik:

  • Das Verhältnis zu China, Korea und ganz Asien soll in Zukunft von einer Atmosphäre der Gleichberechtigung geprägt sein.
  • Ein selbstbewusster Umgang mit dem Imperium.
  • Grundsätzliche Infragestellung des militärischen Engagement Japans in Afghanistan.
  • Stattdessen echte Entwicklungshilfepolitik und ein Ende der militärischen Besatzung.

Inneres:

  • Eine Arbeitsmarktpolitik, die sich an den Menschen und nicht am Kapital orientiert.
  • Stützung der Familie und der Bildung über Förderprogramme.
  • Erhöhung der Kaufkraft der Bevölkerung statt Milliarden für die Finanzgangster.
  • Beibehaltung des Friedensartikels (Artikel 9 der Japanischen Verfassung). Die DJP setzt sich dafür ein, dass Japans pazifistische Tradition, die seit 1945 besteht, erhalten bleibt.

In einem Artikel in der New York Times vom 26. August schreibt Yukio Hatoyama (Parteivorsitzender und designierter Ministerpräsident) unter anderem folgendes:

„In diesen Zeiten müssen wir zurückkehren zur Idee von Brüderlichkeit – wie in dem französischem Ausspruch “liberté, égalité, fraternité” “

„Die derzeitige Wirtschaftskrise resultiert aus einer Denkart, die auf der Idee des Stils der amerikanischen Wirtschaft des freien Marktes basiert und eine universelle und wirtschaftliche Ordnung propagiert, in der alle Länder ihre Traditionen und Regeln im Sinne eines globalen (oder amerikanischen) Standarts verändern sollen.“

„Die Globalisierung ist vorangeschritten ohne Rücksicht auf nichtwirtschaftliche Werte, ohne Rücksicht auf die Umwelt oder Rücksicht auf Probleme der Beschränkung von Resourcen.“

„Ich glaube, es ist keine Übertreibung zu sagen, dass die globale Wirtschaft traditionellen wirtschaftlichen Aktivitäten geschadet hat und lokale Gemeinschaften zerstört hat.“

„Unter dem Prinzip der Brüderlichkeit würden wir nicht eine Politik betreiben, die Bereiche mit Bedeutung für menschliches Leben und menschliche Sicherheit – wie die Landwirtschaft, die Umwelt und die Medizin – der Gnade der Globalisierung ausliefert.“

Das sind für mich Sätze, die Reife und einen neuen Zeitgeist zum Ausdruck bringen. Zusammen mit dem Mandat der Wähler ist das der Stoff, aus dem fundamentale Veränderungen entstehen. Daher werde ich in nächster Zeit intensiv die Ereignisse in Japan und ihre Auswirkungen auf die Menschen beobachten und studieren.

Mir geht es wie vielen Freunden und Lesern auch, manchmal überrennt mich das Gefühl, dass sich nichts ändert und der stinkende Moloch, das vorherrschende System nicht vom Planeten verschwinden will. Wie ein nicht enden wollender Albtraum, der auf uns allen lastet. Dann wird mir aber wieder bewusst:

„Steter Tropfen höhlt den Stein“.

In diesem Sinne sehe ich die Wahlen und die zukünftigen Ereignisse in Japan. Je mehr die Menschen ihr gemeinsames Schicksal in die Hände nehmen, umso mehr höhlt es den Moloch und sein Ende naht.

27 Replies to “Hört die Signale – das Volk hat ein Machtwort gesprochen”

  1. wie schön – die Japaner hatten also eine Alternative, die nicht korrumpiert ist.

    Nun stellt sich die Frage, wer stellt hier in Deutschland die Alternative – ich kenne keine Partei, die eine glaubhafte Alternative bietet.

    Der Wahl-o-mat gibt mir DVU, REP und Linke in dieser Reihenfolge vor – so richtig überzeugt mich das auch nicht.

    Was nun ?
    mfg zdago

  2. Hallo Uteee und titus,

    und ihr meint das dann jemand für euch die BRD legalisiert das Land zurück und die Blüte führt und alle Pläne stoppt???

    Diese Hoffnung habe ich nun nicht mehr! Der evtl./sicherlich kommende Abgang ist wahlunabhängig und systembedingt und ich scheiß drauf!

    Wie habe ich es hier schonmal gelesen? Demokratie ist eine glitzernde Fatamorgana auf der Talfahrt ins Verderben…

    So oder so ähnlich…

    Ihr könnts ja versuchen, soll euch der Wunsch nach Menschlichkeit zur Gerechtigkeit gerechnet werden…

    Wir werden ja bald sehen was wird…
    Aber ich bin draußen…

    LG

  3. @ Martin

    Ich bin davon überzeugt, dass es KEINE Partei gibt, die uns von all dem schon bestehenden Übel und globalen Völkermordplänen befreien oder schützen kann.
    Aber ich halte es dennoch für WICHTIG das Machbare zu machen, nicht die Hände in den Schoss zu legen und später auf andere zu zeigen.>> Warum habt ihr nicht …
    Jede Veränderung fängt klein an. Ich kann nicht andere verändern, sondern nur mich selbst. Deshalb nützt palavern nichts sondern handeln.
    „Blühende Landschaften“ erwarte ich nicht (das hat damals schon nicht geklappt).
    Die BRD wird auch nicht legalisiert, jedoch besteht die Chance das noch mehr Menschen aufwachen und nicht einen Schock bekommen, wenn das System sich selbst entlarvt.

  4. Doch, es gibt in Deutschland eine Partei, die den neuen Zeitgeist verkörpert (Die Violetten):
    Achtung und Liebe gegenüber Mensch und Natur stehen beim Wirtschaften im Vordergrund. Ökonomie und Ökologie sind dabei keine Gegensätze. Das Tauschmittel Geld ist ein Äquivalent für Werte (Leistung und Güter). Geben und Nehmen sind zwei gleichwertige Aspekte des Wirtschaftens. Statt Geldhortung wird der Geldumlauf gefördert. Die Kluft zwischen arm und reich soll verringert werden. Das Einkommen muss im rechten Verhältnis zur erbrachten Leistung stehen. Die Konsumgesellschaft soll sich zu einer Bedarfsgesellschaft entwickeln. Die Staatsverschuldung wird durch Einsparungen auf vielen Gebieten, wie z.B. Subventions- und Bürokratieabbau sowie Reduzierung der Bundeswehr, abgebaut. Das Steuersystem soll so vereinfacht werden, daß es für jeden zu verstehen und anzuwenden ist. Boden, Wasser, Luft und Nahrung sind ein Geschenk des Göttlichen an alle Wesen; sie werden entsprechend sorgfältig behandelt.

  5. #23

    Hallo Sparkonzepte,

    klingt ja nett… Hmmm, habe ich auch schon dran gedacht…Aber neee…

    Wenn es jemanden gäbe der glaubhaft macht dass er die Fa. BRD sofort nach der Wahl gegen den Baum setzt und Insolvenz anmeldet dann könnte ich mir vorstellen dass es ein Weg wäre…

    Und damit den (un-)kontrollierten Crash und danach alles einmal neu…

    Das wählt aber keiner, lieber sterben auf Raten…

    Und darum halte ich alles für Augenwischerei und achte es als Unrat…

  6. Hallo!
    Es existiert in diesem besetzten Land eine Partei, die die bestehenden Verhältnisse wieder vom Kopf auf die Füße stellen wird.
    Diese Partei kämpft das erste Mal um den Einzug in ein Länderparlament in Schleswig-Hollstein. Es ist die IPD. Für mich ist von allem, was ich bisher gelesen und gehört habe, die einzigste Partei, die wirklich DRUNDLEGNDE Veränderung im Programm stehen hat.
    Wer sich wirklich dafür interessiert, dem kann ich Veranstaltungen empfehlen, bei den die Wahrheit gesagt wird.
    Gruß Uli

  7. Bei keiner Wahlveranstaltung wird die Wahrheit gesagt! Wie denn auch? Um die Wahrheit zu sagen muss man die Wahrheit erst mal kennen! Kennt man die Wahrheit, ist der Wunsch Politiker zu sein pfutsch!

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