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Wie plant man eine Revolution?

Wir stehen zweifelsohne vor weitreichenden Änderungen in unserem gesamten Politik- und Wirtschaftssystem. Die „Überraschungen“ werden schon 2009 größer sein, als die meisten von uns sich das überhaupt vorzustellen vermögen.

Gehen Sie jedoch davon aus, dass diese Veränderungen weniger positiv im Sinne von Wohlstand und Besinnlichkeit sein werden. Im Gegenteil, es dürfte ziemlich ungemütlich werden für diejenigen, die das neue Jahr bereits in 365 Fernsehabende eingeteilt haben.

Für die Menschen unter uns – Sie gehören bestimmt dazu – welche die Ursachen der aktuellen Probleme verstanden haben, wird es neben den Unzulänglichkeiten vor allem um eines gehen: Das Ende eines unerträglichen Systemes zu erleben. Und dafür nehmen wir auch gerne ein paar Hürden mehr als sonst in Kauf.

Was ist die Definition von Revolution?

Eine „Revolution“ bezeichnet in der Soziologie sowie umgangssprachlich einen radikalen und meist, jedoch nicht immer gewalttätigen sozialen Wandel (Umsturz) der bestehenden politischen und gesellschaftlichen Verhältnisse.

Eine Revolution wird entweder von einer organisierten, möglicherweise geheimen, Gruppierung von Neuerern (vgl. Avantgarde, Elite) getragen und findet die Unterstützung größerer Bevölkerungsteile, oder sie ist von vornherein eine Massenbewegung.

Kamen die großen Revolutionen eigentlich wirklich aus dem Volk, von „unten“? Wer steckte hinter der französischen Revolution? Waren das nicht die Jesuiten?

Und der Fall der Berliner Mauer, war das wirklich „Wir sind das Volk“? Es gibt hierzu auch etliche Meinungen, die allein Pläne in Moskau dafür verantwortlich machen. Uns kann das im Grunde egal sein. Ich denke nicht, dass alle Revolutionen manipuliert wurden, sondern dass in vielen Fällen wirklich eine Volksmehrheit dahintersteckte.

Möglicherweise standen nicht immer alle Teilnehmer einer Revolution hinter den Absichten derer, welche die konkreten Pläne hatten – viele waren einfach nur mit dabei, sie wollten ihren Unmut und Zorn kundtun. Bestimmt haben sich auch immer wieder Trittbrettfahrer gefunden, welche die planlose Situation für sich ausnutzen wollten.

Das ist mit der entscheidende Punkt: Entsteht von ganz unten ein Aufstand, beispielsweise durch existenzielle Probleme wie Hunger oder Massenarbeitslosigkeit, dann kann dies tatsächlich drastische Folgen haben, welche so gar nicht beabsichtigt waren.

Natürlich ist in so einem Falle direkt beabsichtigt, dass die Probleme angesprochen und gelöst werden bzw. das Ziel ist einfach nur, dass die Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen werden. Was hierbei jedoch zusätzlich passieren kann ist, dass mangels konkretem Plan ein ungewolltes Chaos entsteht oder nicht erwünschte Kräfte das Sagen bekommen. Denken Sie an die 30er Jahre des letzten Jahrhunderts.

Insofern macht ein ungeplanter Aufstand wenig Sinn. Viel zu gefährlich ist, dass die jetzigen Machthaber über Mittelsmänner hintenherum versuchen, die Macht wiederzuerlangen und damit zu behalten. Im schlimmsten Falle durch die Einführung einer Diktatur. Oder eben, dass andere Gruppierungen, die nur auf diesen Moment des Chaos gewartet haben, die Macht übernehmen.

Unsere jetzigen Machthabenden sind sicherlich nicht erfreut über die sich anbahnenden Ereignisse. Dumm sind sie nicht, nur käuflich. Sie haben zudem den Vorteil, dass sie die Stimmung im Volk gut einschätzen können, sie müssen nur die vielen kritischen Webseiten und bösen Schreiben an Abgeordnete regelmäßig zählen.

Also haben sie einen Informationsvorsprung und sind in der Lage, sich vorzubereiten. Das birgt die Gefahr, dass hier Leute extra dafür gekauft werden, welche im entscheidenden Moment, dem Tag X, eingreifen und so tun, als wären sie die Alternative. Diese Machtübernahme würde dann den jetzigen Verbrechern erlauben, mit einem blauen Auge davonzukommen. Es müsste nur weiterhin die Justiz „beeinflusst“ werden, was ja über Jahrzehnte hinweg schon kein Problem darstellte.

Gibt es überhaupt eine Chance, eine Revolution so konkret zu planen? Und das von Privatleuten, keinen Politikern oder Militärs?

Es muss vom ersten Moment an offensichtlich sein, was eine aktiv ausgelöste Revolution zum Ziel hat und wer was warum in Zukunft tun will. Unterstützung vom Volk ist ansonsten unwahrscheinlich – vielmehr werden diese Machtnachfolger bei Nichtgefallen schnell ebenso entmachtet. Denn wenn man schon mal als Masse auf den Straßen unterwegs ist, dann kann man ja auch gleich Due Dilligence bei den „Neuen“ machen.

Was läuft denn im Moment, gibt es Pläne für eine gewollte Revolution? Ich vermute schon, dass sich jetzt in diesem Moment aus ganz verschiedenen Lagern die Leute vorbereiten. Diese müssen nur noch den entscheidenden Moment abwarten oder selbst auslösen.

Falls es mehrere solcher Lager gibt, wissen diese wahrscheinlich nichts voneinander. Sollten es Lager derselben Gesinnung sein, werden sie das am Tag X vermutlich schnell erkennen und sich verbünden.

Und falls es gar keine konkreten Pläne gibt, dann bleibt es einfach nur spannend. 2009 werden sich garantiert viele Dinge klären, da die Geschwindigkeit, mit der wir uns Richtung Systemende bewegen, immer größer wird.

Sie sollten auch keine Angst haben. Angst ist grundsätzlich der schlechteste Berater, den wir wählen sollten. Wer einem Hund gegenüber seine Furcht zeigt, vor dem hat dieses Tier auch keinen Respekt. Wenn aber genügend Leute dem Hund entschlossen gegenüberstehen, wird dieser – egal wie bissig – das Weite suchen.

Verabschieden wir unsere Tyrannen ins nächste Jahr, in ihr hoffentlich letztes in ihren aktuellen Positionen.

Sehen Sie entschlossen und mutig nach vorne. „Wir“ sind mehr als die meisten denken und wenn es soweit ist, werden aus allen Ecken die vielen Enttäuschten hervorkriechen und mitmachen. Es werden so viele sein, dass auch kein Wolfgang S. aus B. mit den härtesten BKA-Gesetzen noch etwas dagegen tun kann – vielleicht noch die Lager seines Gefährtes ölen…

Jeder kann etwas tun, keiner ist machtlos. Das wird uns nur immer wieder eingeredet. Gemeinsam – ganz wichtig – sind wir stark.

4 Replies to “Wie plant man eine Revolution?”

  1. Die Antwot liegt nicht in einer Revolution.
    Das alte System muss enden, aber seht bitte ein das Revolutionen es in der Vergangenheit nur am Leben gehalten haben
    alle 80 Jahre im Grobem Schnitt, mal was dazwischen, mal hier und da, gibt es Umbrüche und der Unmut der Menschen macht sich Luft, bis zur nächsten großen Revolution

    Und jeden morgen grüßt das Murmeltier

    Ich weis nicht wie wir aus diesem Kreislauf ausbrechen können.Ich weiß aber das wir uns dessen bewusst werden müssen um es überhaubt zu schaffen

    meine allerbesten Wünsche an alle Menschen dadraußen
    und dafür, das wir endlich wieder werden was wir sind

  2. Ein sehr gelungener Artikel, dessen Inhalte und Aussagen ich nahezu 1:1 teilen kann. Und das will etwas heißen … Revolution? Ich bin dabei, falls es eine gibt. Und falls nicht, wäre ich gern dabei gewesen, hätte es eine gegeben. ;-)

  3. @Wie plant man eine Revolution?
    Zwei Punkte:
    1. sie brauchen eine Gruppe von Helfern,
    der Preis : sie verdienen daran
    Die Bedingung: ausreichend dumm, den Unsinn zu
    glaube, den sie ihnen erzählen
    skrupellos egoistisch
    2. der Rest soll wollen, was sie sollen
    sie brauchen ein gesteuertes Bedrohungsszenarium,
    mit dem sie die Masse unter Druck halten, außerdem
    halten sie diese ziemlich uninformiert
    Beispiel heute: Terrorismus, CO2-klima-Katastrophe
    Sie finden eine recht schöne Strategiebeschreibung bei:
    Naomi Klein – die Schockstrategie

    Wichtig : Die Meinungsherrschaft über die Medien, damit die Mehrheit nicht begreift, was mit Ihnen geschieht.

    Sie können das aktuell bei der Machtübernahme der Neocons in der „Finanzkrise“ recht gut beobachten. Am Ende wird die Herrschaft weitaus strikter sein als vor dem Jahr 2000 – und die Mehrheit wird es für gut und richtig halten.
    mfg zdago

  4. r-evolution? ist das nicht eine etwas beschleunigte evolution? derzeit wissen wir doch nichtmal, WOFÜR wir eigentlich revolutionieren sollten. bankiers wegjagen? was soll das bringen? parlament besetzen? wozu?

    wenn in 2009 was passiert, dann eine diskussion darüber, wo der laden eigentlich hingehen soll. ala society conspiracy. ansonsten bleibt das alles heiße luft…

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