Experten unter sich – Weisheit mit großen Löffeln essen

© Gerd Altmann / pixelio.de

In Zeiten von Fukushima wimmelt es immer ganz besonders stark von sogenannten „Atom-Experten“ in allen Medien. Dem Wissenden rollen sich jedoch bereits alleine beim Wort „Experte“ die Fußnägel hoch, weil es sich bei den präsentierten Personen in aller Regel um Pseudo-Fachleute oder gar fach-fremde Selbstdarsteller handelt.

Warum ist der Expertenwahn denn so unzuverlässig und wem können wir tatsächlich vertrauen? Den Zeitungen oder den TV-Sendern oder lieber Youtube? Warum werden wir überhaupt so belogen, hat das System oder ist es einfach nur journalistische Inkompetenz?

Für den Durchschnittsbürger – in der Regel ein Schlafschaf – stellt sich die Frage sicherlich kaum, ob er einem ihm präsentierten Experten vertrauen kann oder nicht. Wenn er selbst von der behandelten Materie keine oder nur geringe Ahnung hat, wird er nicht ohne Weiteres feststellen können, was der vermeintliche Fachmann tatsächlich weiß oder ob er vielleicht nur eine bestimmte Lobby vertritt.

Beim Thema „Atom“ ist es relativ leicht, die Pseudo-Experten zu identifizieren, denn ein echter Spezialist für Kerntechnik würde niemals „Atomkraft“, „Atomenergie“ oder „Atomkraftwerk“ sagen, sondern den korrekten Begriff Kernenergie verwenden. In Fernsehberichten sind die „Atom“-Spezies daher recht leicht zu identifizieren, während das im rein geschriebenen Wort schwieriger ist, weil nicht in jedem Fall klar wird, ob lediglich der – in der Regel linksgrüne – Redakteur aus einem Kernkraftwerk mal eben ein „AKW“ gemacht hat.

Wer sich dieser Tage auf verschiedenen Internetseiten der Massenmedien umschaut und beispielsweise die Leserkommentare zu Berichten über Fukushima liest, der wird feststellen, dass sicherlich 90% der Leser „hochkarätige Experten“ sind, die weit besser über den Sachverhalt Bescheid zu wissen scheinen, als jeder echte Spezialist vom Fach. Es wimmelt geradezu von vermeintlichen „Experten“ und die Frage ist, wer quält uns mehr, die offiziell erwählten Gurus der Medien oder die selbsternannten?

Da wird über Halbwertszeiten von Millionen von Jahren geschimpft, ohne zu wissen, was der Unterschied zwischen Alpha-, Beta- und Gammastrahlung ist, über „Verstrahlung“ spekuliert, ohne die Unterschiede zwischen Gray, Sievert und Becquerel auch nur einmal gehört zu haben. Die selbsternannten Experten wissen einfach viel besser Bescheid und das Schlimmste, die meisten anderen Leser stimmen deren Behauptungen zu, weil sie eben genauso wenig Ahnung vom Thema haben.

Häufig werden diese haarsträubenden Kommentare auch noch mit Wikipedia-Auszügen und -Links belegt, was quasi als Totschlagargument dienen soll, denn wenn dort etwas steht, dann muss es selbstverständlich korrekt sein, so der allgemein verbreitete Glaube. Wikipedia stellt – aus welchem Grund auch immer – für sehr viele Menschen eine Art verifizierte, absolut wahre und verlässliche Enzyklopädie dar. Von lobbyistischer Manipulation haben diese Leute offenbar noch nie etwas gehört, außer natürlich im Zusammenhang mit der bösen „Atom“-Lobby.

Dieses Verhalten kennen wir aus der eigenen Erfahrung nur zu gut. Erzählen wir beispielsweise einem Schlafschaf ein paar unbekannte und höchst ungewohnte Fakten über den 11. September 2001, ernten wir in der Regel nur Kopfschütteln und Stirnrunzeln. Der Verweis auf „handelsübliche Verschwörungswebseiten“ hilft kaum, die Glaubwürdigkeit der vermeintlich „abstrusen Thesen“ und „kruden Verschwörungstheorien“ zu verbessern. Viel eher kontert das Schlafschaf dann mit der üblichen Parole, das sei wohl „rechtsextrem“.

Können Sie dagegen einen Artikel aus den bekannten Massenblättern vorlegen, sieht die Sache gleich ganz anders aus. So hatte Focus Money dank dem unermüdlichen Engagement von Journalist Oliver Janich am 05.01.2010 einen sehr kritischen Bericht über den 11. September veröffentlicht, der sehr klar die Unstimmigkeiten der offiziellen Theorie in Frage stellte.

Papier ist jedoch geduldig, daher sind Fernsehbeiträge sicherlich am überzeugendsten. Der Film ZERO zum selben Thema wurde bereits mehrfach im Fernsehen gezeigt und bringt damit auch stark kurzsichtige und halbblinde Schafe durchaus ins Grübeln. Die Alternative dieser manipulierten Schafe ist dann höchstens noch, einfach den Sender zu diskreditieren, was natürlich auch gern gemacht wird.

Video wirkt tatsächlich sehr stark, ganz besonders im gewohnt seriösen Umfeld. Wer würde schon auf die Idee kommen und einen Fernsehbericht der tagesschau in Frage stellen? Dieser Sender könnte sich doch niemals erlauben, in aller Öffentlichkeit dreist zu lügen. Daher verbinden die allermeisten Zuschauer mit den öffentlich-rechtlichen Nachrichtensendungen automatisch eine fast absolute Glaubwürdigkeit und bringen den Sendern entsprechend hohes Vertrauen entgegen.

Auch der Aufgeklärte ist durchaus dafür anfällig, einem gut gemachten Film auf den Leim zu gehen, selbst wenn dieser eine Lüge darstellt. Das liegt in der Natur der Sache, weil wir das Behauptete schließlich mit eigenen Augen gesehen haben. Youtube ist voll mit guten und wichtigen Augenöffnern, aber das Zigfache an unglaublichem Unsinn ist dort ebenfalls zu finden.

Eine wichtige Besonderheit der Informationsvermittlung – oder eben auch Manipulation – durch Videos, Film- und Fernsehbeiträge ist, dass dem Zuschauer suggeriert wird, glaubwürdige und verlässliche Erläuterungen zu erhalten. Wird darin ein „Prof. Dr. Irgendwer“ gezeigt und als angeblicher „Experte“ zum Thema befragt, wirken seine Ausführungen unmittelbar als Fakten und Beweise, ohne dass tatsächliche Belege nachgewiesen werden müssen. Das Gehörte und Gesehene bekommt damit beim Zuschauer automatisch eine entsprechend hohe Relevanz, sodass er sich nur sehr selten weiterführende Gedanken über den Wahrheitsgehalt machen wird.

Umgekehrt kann mittels visuellen Beiträgen auch besonders einfach die unerwünschte Sichtweise diskreditiert, verunglimpft oder gar lächerlich gemacht werden. In beiden Fällen wird der unkritische Zuschauer kaum die Kompetenz der Sendeanstalt in Frage stellen, denn „die würden doch niemals im Fernsehen so offensichtlich die Unwahrheit bringen“.

Tja, schön wär’s, aber vermutlich haben dort manche Leute sogar nur sehr wenig Skrupel, einem Millionenpublikum direkt ins Gesicht zu lügen. Das ist einer der wesentlichen Punkte, warum es so schwer ist, Schlafschafe zum Nachdenken zu bewegen. Wenn jedoch einmal das Vertrauen eines Senders oder einer Zeitung beschädigt wurde, dann wird es schwer, die Gunst des Publikums zurückzugewinnen, wie überall, wo ein schwerwiegender Vertrauensbruch begangen wurde.

Sind denn wirklich alle Medien, besonders die Fernsehjournalisten, gekauft und verbreiten absichtlich Unwahrheiten? Das dürfte mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht der Fall sein. Jedoch ist die politische Gesinnung der meisten Schreiberlinge ziemlich weit links, und weil auch kein noch so guter Journalist seine persönlichen Ansichten immer hundertprozentig ausblenden kann, färbt das natürlich stets auf seine Arbeit ab.

Hinzu kommt, dass beim Beispiel Kernenergie sowieso eine sehr starke Voreingenommenheit in unserem Lande vorherrscht und damit das mediale Gesamtbild im Grunde genommen schon ganz klar vorgezeichnet ist, bevor auch nur ein einziger echter Fachmann zu Wort gekommen ist. Entsprechend fällt daher die Auswahl der „Experten“ aus.

Kein Journalist der Welt kann sich in allen Themenbereichen perfekt auskennen, daher konzentrieren sie sich manchmal auf bestimmte Bereiche, sofern das ihr Brötchengeber zulässt. Aber am Beispiel von Auslandskorrespondenten wird deutlich, dass diese Zwei- oder Dreimannveranstaltungen in der Regel nur sehr beschränkte Fachkenntnisse haben können.

Geschieht nun auf der Welt irgendein Ereignis, bei welchem zwingend fachkundiges Wissen dazugehört, um darüber vernünftig berichten zu können, haben die Journalisten zwei Möglichkeiten: Sie können sich selbst in die Materie einarbeiten, was vermutlich viele Tage und Wochen dauert oder sie suchen sich einen – Sie ahnen es schon – Experten.

Doch welcher Experte ist der richtige? Die Journalisten und Redakteure werden sich vermutlich zunächst denjenigen zuwenden, die ungefragt auf der Bildfläche erscheinen, am lautesten schreien und Kompetenz vortäuschen, denn woran soll ein einfacher Spiegel-, Bild- oder tagesschau-Schreiberling auch erkennen, ob die jeweilige Expertenmeinung stimmt? Im Fall Japan griffen sie daher natürlich hauptsächlich auf die selbsternannten „Atom-Experten“ von Greenpeace und den Grünen zurück, die sich plötzlich überall aufdrängten und die Chance ihres Lebens witterten.

Es ist eine Gratwanderung für fast alle großen Medien, den Menschen objektive Informationen zu liefern. Einige von ihnen wollen leider tatsächlich nur bestimmte gewünschte Meinungsbilder prägen, weswegen diese Leute auch nicht zwingend Wert auf gute Qualität legen. Außerdem müssen die Journalisten bei den meisten Nachrichtenformaten unter Zeitdruck arbeiten – im schlimmsten Fall wird bis zum Redaktionsschluss einfach irgendwas zusammengeschustert, was dann eben um 20 Uhr gesendet wird.

Dass dabei eine tiefer gehende Einarbeitung in die jeweilige Materie, die Überprüfung der Quellen und der vermeintlichen Experten sowie eine eventuelle Gegenüberstellung zweier gegensätzlicher Aussagen ganz klar zu kurz kommen, das ist wohl offensichtlich.

Am Ende bleibt es dem Zuschauer und Leser überlassen, mit den ihm gelieferten Informationen das Richtige anzufangen, denn alles nur immer blind zu glauben geht sogar in manch vorbildlicher Ehe schief. Wer noch dazu berücksichtigt, dass neben fehlender Fachkenntnis, hohem Zeitdruck und übermäßig stark ausgeprägter politischer Gesinnung unter Journalisten auch eine heimliche Lobbytätigkeit die gelieferte Information beeinflusst haben könnte, der weiß ganz genau, wie er damit umzugehen hat.

Leider sind jedoch die allermeisten Menschen viel zu gutgläubig und naiv in dieser Hinsicht. Je seriöser die Krawatte, je teurer der Anzug und je perfekter die Aufmachung und Präsentation z.B. bei Fernsehnachrichten sind, desto glaubwürdiger. Umgekehrt hat ein schlapphütiger Aufklärer mit seinem Amateur-Internetblog kaum eine Chance, bei den Systemgläubigen zu punkten.

Allerdings gibt es für die Aufklärer aus der riesigen Masse an Menschen in unserem Land dennoch ein gewisses Potenzial an Lesern und Zuschauern. Außerdem sind die meisten Menschen, nachdem bei ihnen einmal der Groschen gefallen ist, selbst wiederum als Aufklärer tätig, eine Ausweitung ist damit also dennoch möglich, wenngleich ziemlich viel Geduld notwendig ist.

Daher muss das Motto weiterhin lauten: Steter Tropfen höhlt den Stein. Mit das Wichtigste ist jedoch, dass jeder immer die ihm zur Verfügung stehenden Möglichkeiten nutzt, um nicht einfach alles blind zu glauben und weiter zu erzählen, sondern vorher selbst zu prüfen. Wer das nicht tut, läuft Gefahr, gerade in der kleinen Randzone der Nichtmehrschafe zum Gläubigen abstruser Theorien zu werden oder gar dem New Age zu verfallen, ohne es zu bemerken.

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15 Kommentare

  1. am 18. April 2011 um 00:27 1 Franz-Harro Horn

    Eine Tatsache bleibt bei allen Kommentaren wie allen Artikeln bestehen:
    Die Erpressbarkeit all der Länder, die sich für Kernkraftwerke entschieden, ist bei kriegerischen Angriffen oder gar nur für deren Androhungen letztlich total!
    Eine Rakete oder ein Jumbo – siehe 9.11, ob fake oder tatsächlich… – ist wohl stärker, als ein Starfighterabsturz und würde somit auch jede europäische Region erschüttern!

    Als Ausfluß unseres besetzten Landes wurde wohl über das Atomgesetz jegliches weitere ernsthafte Beforschen zur Kernkraft ausgebremst. Damit wurde alle weitereichende Grundlagenforschung in den 80-iger Jahren in Sachen Atom unmöglich, um z. B. auch nur eine Verwertung der jetzt schon vorhandenen strahlenden Atomabfälle zu beforschen und nicht auf Gefahr und Verderb endlagern zu müssen, sondern zu recyceln und in einen Kreislauf wieder einzubringen. Der Teufel tanzt und wir schauen zu!

    Solange wir uns die nötigen politischen Freiräume (Stichwort: Souveränität) nicht schaffen, werden wir weiter mit der Kernkraft einmal als auch mit dem Wahn von Biogas-, Windkaft- und Solaranlagen auf eine andere aber letztlich gleich hinauskommende Weise erpreßt.
    Daß das Arbeitsplatzdenken permanent geschürt ist der Hebel. Daß die Wirtschaftsform restlos – und das seit 40 Jahren – umgestellt werden muß auf Grund von Mechanisierung und Auromatisierung mit immer weniger produktiven Arbeitsplätzen sollte sich langsam rumsprechen. Also muß in diesem Sinne gehandelt werden mit Produktsteuer, Grundgehalt etc., etc..

    Wer ist dazu in der Lage mit all diesen Lügen aufzuräumen bis hin zur Schaffung eines neuen und souveränen Deutschlands?

    Nur der Souverän – das Deutsche Volk! Also klärt auf, da draußen im Einzelgespräch, in kleinen Gruppen usw.. Die Zeit ist reif, der kleine Mann, ja die jungen Leute spüren es und wären dankbar für die klärenden Antworten und positive Wegzeiger.

    Wir müssen das Rad nicht neu erfinden. Bismarck und seine Mannschaft hatte sehr, sehr gute Arbeit geleistet, die seinerzeitige Verfassung ist da, das Deutsche Reich als einziges z. Zt. vorhandenes Staatskonstrukt aller Deutschen vorhanden! Alle Rechte waren und sind auch heute absolut modern und quasi sofort anwendbar. Wir sollen nur seine Wiedereinsetzung erzwingen – Wir sind das Volk!

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