{"id":2055,"date":"2008-12-14T00:02:52","date_gmt":"2008-12-13T23:02:52","guid":{"rendered":"\/blog\/?p=2055"},"modified":"2017-04-16T21:22:28","modified_gmt":"2017-04-16T19:22:28","slug":"des-merkels-neue-kleider-willkommen-in-muenchhausen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.wahrheiten.org\/blog\/2008\/12\/14\/des-merkels-neue-kleider-willkommen-in-muenchhausen\/","title":{"rendered":"Der Merkels neue Kleider &#8211; Willkommen in M\u00fcnchhausen"},"content":{"rendered":"<p>Kennen Sie das M\u00e4rchen &#8222;Des Kaisers neue Kleider&#8220;? Wer h\u00e4tte gedacht, dass <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Hans_Christian_Andersen\">Hans Christian Andersen<\/a> die heutige Situation schon im 19. Jahrhundert so genau beschreiben k\u00f6nnte.<\/p>\n<p>Aus purer Angst spielt darin ein ganzes Volk ein L\u00fcgenm\u00e4rchen mit, nur um unter keinen Umst\u00e4nden aufzufallen durch die eigene Unf\u00e4higkeit. Dabei durchschaut offenbar niemand, dass sie alle einer gro\u00dfen L\u00fcge auf den Leim gehen. Erst ein einzelnes Kind kl\u00e4rt die Menge auf.<\/p>\n<p>Das macht Mut und gibt Hoffnung, dass selbst wir wenigen aufgekl\u00e4rten Streiter es schaffen k\u00f6nnen, das ganze Volk irgendwann aufzuwecken!<!--more--><\/p>\n<p>Lassen Sie uns \u00fcberlegen, wer f\u00fcr welche Rolle im M\u00e4rchen am besten geeignet ist. Frau Merkel, machen Sie doch den Anfang als Kaiserin:<\/p>\n<blockquote><p>Des Kaisers neue Kleider<\/p>\n<p>Vor vielen Jahren lebte ein Kaiser, der so ungeheuer viel auf neue Kleider hielt, da\u00df er all sein Geld daf\u00fcr ausgab, um recht geputzt zu sein. Er k\u00fcmmerte sich nicht um seine Soldaten, k\u00fcmmerte sich nicht um Theater und liebte es nicht, in den Wald zu fahren, au\u00dfer um seine neuen Kleider zu zeigen. Er hatte einen Rock f\u00fcr jede Stunde des Tages, und ebenso wie man von einem K\u00f6nig sagte, er ist im Rat, so sagte man hier immer: &#8222;Der Kaiser ist in der Garderobe!&#8220;<\/p>\n<p>In der gro\u00dfen Stadt, in der er wohnte, ging es sehr munter her. An jedem Tag kamen viele Fremde an, und eines Tages kamen auch zwei Betr\u00fcger, die gaben sich f\u00fcr Weber aus und sagten, da\u00df sie das sch\u00f6nste Zeug, was man sich denken k\u00f6nne, zu weben verstanden. Die Farben und das Muster seien nicht allein ungew\u00f6hnlich sch\u00f6n, sondern die Kleider, die von dem Zeuge gen\u00e4ht w\u00fcrden, sollten die wunderbare Eigenschaft besitzen, da\u00df sie f\u00fcr jeden Menschen unsichtbar seien, der nicht f\u00fcr sein Amt tauge oder der unverzeihlich dumm sei.<\/p>\n<p>,Das w\u00e4ren ja pr\u00e4chtige Kleider&#8216;, dachte der Kaiser; wenn ich solche h\u00e4tte, k\u00f6nnte ich ja dahinterkommen, welche M\u00e4nner in meinem Reiche zu dem Amte, das sie haben, nicht taugen, ich k\u00f6nnte die Klugen von den Dummen unterscheiden! Ja, das Zeug mu\u00df sogleich f\u00fcr mich gewebt werden!&#8216; Er gab den beiden Betr\u00fcgern viel Handgeld, damit sie ihre Arbeit beginnen sollten.<\/p>\n<p>Sie stellten auch zwei Webst\u00fchle auf, taten, als ob sie arbeiteten, aber sie hatten nicht das geringste auf dem Stuhle. Trotzdem verlangten sie die feinste Seide und das pr\u00e4chtigste Gold, das steckten sie aber in ihre eigene Tasche und arbeiteten an den leeren St\u00fchlen bis sp\u00e4t in die Nacht hinein.<\/p>\n<p>,Nun m\u00f6chte ich doch wissen, wie weit sie mit dem Zeuge sind!&#8216; dachte der Kaiser, aber es war ihm beklommen zumute, wenn er daran dachte, da\u00df keiner, der dumm sei oder schlecht zu seinem Amte tauge, es sehen k\u00f6nne. Er glaubte zwar, da\u00df er f\u00fcr sich selbst nichts zu f\u00fcrchten brauche, aber er wollte doch erst einen andern senden, um zu sehen, wie es damit stehe. Alle Menschen in der ganzen Stadt wu\u00dften, welche besondere Kraft das Zeug habe, und alle waren begierig zu sehen, wie schlecht oder dumm ihr Nachbar sei.<\/p>\n<p>,Ich will meinen alten, ehrlichen Minister zu den Webern senden&#8216;, dachte der Kaiser, er kann am besten beurteilen, wie der Stoff sich ausnimmt, denn er hat Verstand, und keiner versieht sein Amt besser als er!&#8216;<\/p>\n<p>Nun ging der alte, gute Minister in den Saal hinein, wo die zwei Betr\u00fcger sa\u00dfen und an den leeren Webst\u00fchlen arbeiteten. ,Gott beh\u00fcte uns!&#8216; dachte der alte Minister und ri\u00df die Augen auf. ,Ich kann ja nichts erblicken!&#8216; Aber das sagte er nicht.<\/p>\n<p>Beide Betr\u00fcger baten ihn n\u00e4her zu treten und fragten, ob es nicht ein h\u00fcbsches Muster und sch\u00f6ne Farben seien. Dann zeigten sie auf den leeren Stuhl, und der arme, alte Minister fuhr fort, die Augen aufzurei\u00dfen, aber er konnte nichts sehen, denn es war nichts da. ,Herr Gott&#8216;, dachte er, sollte ich dumm sein? Das habe ich nie geglaubt, und das darf kein Mensch wissen! Sollte ich nicht zu meinem Amte taugen? Nein, es geht nicht an, da\u00df ich erz\u00e4hle, ich k\u00f6nne das Zeug nicht sehen!&#8216;<\/p>\n<p>&#8222;Nun, Sie sagen nichts dazu?&#8220; fragte der eine von den Webern.<\/p>\n<p>&#8222;Oh, es ist niedlich, ganz allerliebst!&#8220; antwortete der alte Minister und sah durch seine Brille. &#8222;Dieses Muster und diese Farben! &#8211; Ja, ich werde dem Kaiser sagen, da\u00df es mir sehr gef\u00e4llt!&#8220;<\/p>\n<p>&#8222;Nun, das freut uns!&#8220; sagten beide Weber, und darauf benannten sie die Farben mit Namen und erkl\u00e4rten das seltsame Muster. Der alte Minister merkte gut auf, damit er dasselbe sagen k\u00f6nne, wenn er zum Kaiser zur\u00fcckkomme, und das tat er auch.<\/p>\n<p>Nun verlangten die Betr\u00fcger mehr Geld, mehr Seide und mehr Gold zum Weben. Sie steckten alles in ihre eigenen Taschen, auf den Webstuhl kam kein Faden, aber sie fuhren fort, wie bisher an den leeren St\u00fchlen zu arbeiten.<\/p>\n<p>Der Kaiser sandte bald wieder einen anderen t\u00fcchtigen Staatsmann hin, um zu sehen, wie es mit dem Weben stehe und ob das Zeug bald fertig sei; es ging ihm aber gerade wie dem ersten, er guckte und guckte; weil aber au\u00dfer dem Webstuhl nichts da war, so konnte er nichts sehen.<\/p>\n<p>&#8222;Ist das nicht ein ganz besonders pr\u00e4chtiges und h\u00fcbsches St\u00fcck Zeug?&#8220; fragten die beiden Betr\u00fcger und zeigten und erkl\u00e4rten das pr\u00e4chtige Muster, das gar nicht da war.<\/p>\n<p>,Dumm bin ich nicht&#8216;, dachte der Mann; es ist also mein gutes Amt, zu dem ich nicht tauge! Das w\u00e4re seltsam genug, aber das mu\u00df man sich nicht merken lassen!&#8216; Daher lobte er das Zeug, das er nicht sah, und versicherte ihnen seine Freude \u00fcber die sch\u00f6nen Farben und das herrliche Muster. &#8222;Ja, es ist ganz allerliebst!&#8220; sagte er zum Kaiser.<\/p>\n<p>Alle Menschen in der Stadt sprachen von dem pr\u00e4chtigen Zeuge. Nun wollte der Kaiser es selbst sehen, w\u00e4hrend es noch auf dem Webstuhl sei. Mit einer ganzen Schar auserw\u00e4hlter M\u00e4nner, unter denen auch die beiden ehrlichen Staatsm\u00e4nner waren, die schon fr\u00fcher dagewesen, ging er zu den beiden listigen Betr\u00fcgern hin, die nun aus allen Kr\u00e4ften webten, aber ohne Faser oder Faden.<\/p>\n<p>&#8222;Ja, ist das nicht pr\u00e4chtig?&#8220; sagten die beiden ehrlichen Staatsm\u00e4nner. &#8222;Wollen Eure Majest\u00e4t sehen, welches Muster, welche Farben?&#8220; und dann zeigten sie auf den leeren Webstuhl, denn sie glaubten, da\u00df die andern das Zeug wohl sehen k\u00f6nnten.<\/p>\n<p>,Was!&#8216; dachte der Kaiser; ich sehe gar nichts! Das ist ja erschrecklich! Bin ich dumm? Tauge ich nicht dazu, Kaiser zu sein? Das w\u00e4re das Schrecklichste, was mir begegnen k\u00f6nnte.&#8216; &#8222;Oh, es ist sehr h\u00fcbsch&#8220;, sagte er; &#8222;es hat meinen allerh\u00f6chsten Beifall!&#8220; und er nickte zufrieden und betrachtete den leeren Webstuhl; er wollte nicht sagen, da\u00df er nichts sehen k\u00f6nne. Das ganze Gefolge, was er mit sich hatte, sah und sah, aber es bekam nicht mehr heraus als alle die andern, aber sie sagten gleich wie der Kaiser: &#8222;Oh, das ist h\u00fcbsch!&#8216; und sie rieten ihm, diese neuen pr\u00e4chtigen Kleider das erste Mal bei dem gro\u00dfen Feste, das bevorstand, zu tragen.<\/p>\n<p>&#8222;Es ist herrlich, niedlich, ausgezeichnet!&#8220; ging es von Mund zu Mund, und man schien allerseits innig erfreut dar\u00fcber. Der Kaiser verlieh jedem der Betr\u00fcger ein Ritterkreuz, um es in das Knopfloch zu h\u00e4ngen, und den Titel Hofweber.<\/p>\n<p>Die ganze Nacht vor dem Morgen, an dem das Fest stattfinden sollte, waren die Betr\u00fcger auf und hatten sechzehn Lichte angez\u00fcndet, damit man sie auch recht gut bei ihrer Arbeit beobachten konnte. Die Leute konnten sehen, da\u00df sie stark besch\u00e4ftigt waren, des Kaisers neue Kleider fertigzumachen. Sie taten, als ob sie das Zeug aus dem Webstuhl n\u00e4hmen, sie schnitten in die Luft mit gro\u00dfen Scheren, sie n\u00e4hten mit N\u00e4hnadeln ohne Faden und sagten zuletzt: &#8222;Sieh, nun sind die Kleider fertig!&#8220;<\/p>\n<p>Der Kaiser mit seinen vornehmsten Beamten kam selbst, und beide Betr\u00fcger hoben den einen Arm in die H\u00f6he, gerade, als ob sie etwas hielten, und sagten: &#8222;Seht, hier sind die Beinkleider, hier ist das Kleid, hier ist der Mantel!&#8220; und so weiter. &#8222;Es ist so leicht wie Spinnwebe; man sollte glauben, man habe nichts auf dem K\u00f6rper, aber das ist gerade die Sch\u00f6nheit dabei!&#8220;<\/p>\n<p>&#8222;Ja!&#8220; sagten alle Beamten, aber sie konnten nichts sehen, denn es war nichts da.<\/p>\n<p>&#8222;Belieben Eure Kaiserliche Majest\u00e4t Ihre Kleider abzulegen&#8220;, sagten die Betr\u00fcger, &#8222;so wollen wir Ihnen die neuen hier vor dem gro\u00dfen Spiegel anziehen!&#8220;<\/p>\n<p>Der Kaiser legte seine Kleider ab, und die Betr\u00fcger stellten sich, als ob sie ihm ein jedes St\u00fcck der neuen Kleider anzogen, die fertig gen\u00e4ht sein sollten, und der Kaiser wendete und drehte sich vor dem Spiegel.<\/p>\n<p>&#8222;Ei, wie gut sie kleiden, wie herrlich sie sitzen!&#8220; sagten alle. &#8222;Welches Muster, welche Farben! Das ist ein kostbarer Anzug!&#8220;<\/p>\n<p>&#8222;Drau\u00dfen stehen sie mit dem Thronhimmel, der \u00fcber Eurer Majest\u00e4t getragen werden soll!&#8220; meldete der Oberzeremonienmeister.<\/p>\n<p>&#8222;Seht, ich bin ja fertig!&#8220; sagte der Kaiser. &#8222;Sitzt es nicht gut?&#8220; und dann wendete er sich nochmals zu dem Spiegel; denn es sollte scheinen, als ob er seine Kleider recht betrachte.<\/p>\n<p>Die Kammerherren, die das Recht hatten, die Schleppe zu tragen, griffen mit den H\u00e4nden gegen den Fu\u00dfboden, als ob sie die Schleppe aufh\u00f6ben, sie gingen und taten, als hielten sie etwas in der Luft; sie wagten es nicht, es sich merken zu lassen, da\u00df sie nichts sehen konnten.<\/p>\n<p>So ging der Kaiser unter dem pr\u00e4chtigen Thronhimmel, und alle Menschen auf der Stra\u00dfe und in den Fenstern sprachen: &#8222;Wie sind des Kaisers neue Kleider unvergleichlich! Welche Schleppe er am Kleide hat! Wie sch\u00f6n sie sitzt!&#8220; Keiner wollte es sich merken lassen, da\u00df er nichts sah; denn dann h\u00e4tte er ja nicht zu seinem Amte getaugt oder w\u00e4re sehr dumm gewesen. Keine Kleider des Kaisers hatten solches Gl\u00fcck gemacht wie diese.<\/p>\n<p>&#8222;Aber er hat ja gar nichts an!&#8220; sagte endlich ein kleines Kind. &#8222;H\u00f6rt die Stimme der Unschuld!&#8220; sagte der Vater; und der eine zischelte dem andern zu, was das Kind gesagt hatte.<\/p>\n<p>&#8222;Aber er hat ja gar nichts an!&#8220; rief zuletzt das ganze Volk. Das ergriff den Kaiser, denn das Volk schien ihm recht zu haben, aber er dachte bei sich: ,Nun mu\u00df ich aushalten.&#8216; Und die Kammerherren gingen und trugen die Schleppe, die gar nicht da war.<\/p><\/blockquote>\n<p>Und wenn sie nicht entmachtet sind, regieren sie noch heute&#8230;<\/p>\n<p>In diesem M\u00e4rchen wird beschrieben, dass die Menschen aus Angst vor der Entdeckung der eigenen Unf\u00e4higkeit oder ihrer Dummheit einfach nur so tun, als w\u00e4re alles so, wie es zu sein hat und wie es der Kaiser vorgibt. Denn wenn die Menschen die neuen besonderen Kleider des Kaisers nicht sehen k\u00f6nnten, dann w\u00e4ren sie f\u00fcr ihr Amt nicht w\u00fcrdig oder nicht f\u00e4hig. Und daher gibt nat\u00fcrlich keiner zu, dass er die Kleider nicht sieht, sondern es wird sch\u00f6n brav mitgespielt.<\/p>\n<p>Das erinnert mich sehr an die t\u00e4glichen Kommentare von <a href=\"http:\/\/www.hartgeld.com\">Herrn Eichelburg<\/a> wenn er schreibt, dass viele Leute immer noch unglaublich systemgl\u00e4ubig sind. Insbesondere betrifft das diejenigen, welche in den Finanzbranchen und der Politik t\u00e4tig sind. Offenbar ist es in unserer Realit\u00e4t noch viel schlimmer als im M\u00e4rchen.<\/p>\n<p>Anstelle der Kleider k\u00f6nnte man z. B. Derivate oder andere Geldspielereien sehen oder ganz einfach unser normales <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Buchgeld\">Giralgeld<\/a>. <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Fiat_money\">FIAT-Money<\/a> ist doch im Grunde auch nur ein M\u00e4rchen, an das die Menschen so lange glauben, wie sie es nicht verstanden haben.<\/p>\n<p>Also wird munter drauf los gelogen. Und jeder einzelne im ganzen Volk zieht mit, damit die ande-ren nicht denken, man sei als einziger dumm. Und keiner stellt Fragen, nicht eine einzige. Hier wird schlicht alles geglaubt, weil der Kaiser befiehlt.<\/p>\n<p>Es braucht wirklich nicht besonders viel Fantasie, um dieses alte M\u00e4rchen passend in aktuellen Far-ben gl\u00e4nzen zu sehen. Schnell die Rollen durch unsere jetzigen Politiker und Banker getauscht, schon wird das M\u00e4rchen zur grausamen Realit\u00e4t.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Kennen Sie das M\u00e4rchen &#8222;Des Kaisers neue Kleider&#8220;? Wer h\u00e4tte gedacht, dass Hans Christian Andersen die heutige Situation schon im 19. Jahrhundert so genau beschreiben k\u00f6nnte. 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