{"id":17263,"date":"2011-03-04T00:03:40","date_gmt":"2011-03-03T23:03:40","guid":{"rendered":"http:\/\/www.wahrheiten.org\/blog\/?p=17263"},"modified":"2017-04-16T21:14:33","modified_gmt":"2017-04-16T19:14:33","slug":"entschuldung-per-inflation-ein-gefaehrlicher-trugschluss","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.wahrheiten.org\/blog\/2011\/03\/04\/entschuldung-per-inflation-ein-gefaehrlicher-trugschluss\/","title":{"rendered":"Entschuldung per Inflation? Ein gef\u00e4hrlicher Trugschluss"},"content":{"rendered":"<p>Viele Vorhersagen in Bezug auf eine weiter stark steigende Inflation und einen W\u00e4hrungszusammenbruch beinhalten auch die Warnung vor bestehenden Krediten. Die Kreditsklaverei stellt tats\u00e4chlich eine erhebliche Gefahr in der nahen Zukunft dar.<\/p>\n<p>Doch warum sollten Schulden ausgerechnet in einer hochinflation\u00e4ren oder gar in einer Hyperinflation m\u00fcndenden Krise so gef\u00e4hrlich sein? Ist es nicht vielmehr eine ideale Gelegenheit, sich auf diese Weise seiner Verschuldung bequem zu entledigen, indem auf unseren Geldscheinen immer mehr Nullen angeh\u00e4ngt werden?<!--more-->Vielen denken so und manche st\u00fcrzen sich jetzt sogar genau deswegen blindlings in hohe Kredite und kaufen Immobilien, ohne sich jedoch konkrete Gedanken \u00fcber ein derartiges Szenario gemacht zu haben. Der Knackpunkt ist n\u00e4mlich, dass sich hyperinflation\u00e4re Zust\u00e4nde nicht \u00fcber Nacht einstellen, sondern sich langsam und allm\u00e4hlich hochschaukeln. Diese Entwicklung wird von den meisten leider schlicht \u00fcbersehen oder ignoriert, sodass sie mit ihren Schulden ins offene Messer laufen.<\/p>\n<p>Was sich in Zeiten von Staatsbankrott, Hyperinflation und schwersten Wirtschaftskrisen tats\u00e4chlich abspielt, k\u00f6nnen wir gut in der Historie betrachten. Ein Musterbeispiel f\u00fcr eine immer schnellere und existenzielle Inflation beschreibt die Zeit von <a href=\"http:\/\/www.kollektives-gedaechtnis.de\/texte\/weimar\/ohe\/inflation1923.htm\">1921 bis 1923 in Deutschland<\/a>. Die <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Schwedische_Bankenkrise_von_1990_bis_1992\">Bankenkrise in Schweden<\/a> in den 90ern und auch die <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Argentinien-Krise\">argentinische Wirtschaftskrise<\/a> von 1998 bis 2002, die bis heute noch nicht \u00fcberwunden wurde, demonstrieren jeweils brutale Details.<\/p>\n<p>Vielfach wird in Beziehung auf diese und \u00e4hnliche Krisen damit argumentiert, dass es sich um andere L\u00e4nder und ganz andere Zeiten handelte. Was in naher Zukunft auf uns wartet, d\u00fcrfte eine Kombination verschiedener Probleme sein, die es in der Dimension noch nicht gegeben hat. Immerhin ist dieses Mal die gesamte industriealisierte Welt betroffen und einen weltweiten Rettungsanker oder eine Rettungsw\u00e4hrung gibt es nicht mehr.<\/p>\n<p>Betrachten wir daher einmal ein paar Stationen auf der Zeitschiene eines fiktiven Beispielfalles. Hans M\u00fcller, 39, zweifacher Familienvater und Abteilungsleiter beim Automobilzulieferer Bochs, baute im Jahr 2005 ein sch\u00f6nes Einfamilienh\u00e4uschen f\u00fcr 350.000 Euro. An Eigenkapital brachte er 150.000 Euro mit, die restlichen 200.000 Euro finanzierte er f\u00fcr 5% Zinsen mit einer Sollzinsbindung von zehn Jahren bei der \u00f6rtlichen Bank &#8222;Sparviel&#8220;.<\/p>\n<p>Familie M\u00fcller f\u00fchrt ein unauff\u00e4lliges, jedoch in ihr soziales Umfeld gut integriertes Leben. Neben zwei modernen Autos leisten sie sich einen gr\u00f6\u00dferen Urlaub pro Jahr. Monatlich stehen der Familie 3.500 Euro Nettogehalt zur Verf\u00fcgung. 1.200 Euro davon gehen direkt an die Bank f\u00fcr Zinsen und Tilgung des Kredits, der voraussichtlich im Jahr 2028 abbezahlt sein wird. F\u00fcr Strom und Heizung muss Familie M\u00fcller pro Monat 250 Euro ausgeben, f\u00fcr Bekleidung durchschnittlich 200 Euro und f\u00fcr Lebensmittel rund 600 Euro. Die Finanzierung der beiden Autos schl\u00e4gt mit zusammen 500 Euro monatlich zu Buche.<\/p>\n<p>Als 2008 die Finanzkrise beginnt, wird Herr M\u00fcller erstmals hellh\u00f6rig, was seine Verm\u00f6genssituation betrifft. Er begreift, dass seine private Altersvorsorge in diversen Fonds und Lebensversicherungen keine gute Investition darstellt und k\u00fcndigt nach langen Diskussionen mit seinem Anlageberater s\u00e4mtliche dieser Vertr\u00e4ge. Von dem Erl\u00f6s erwirbt er damals auf Dr\u00e4ngen eines Freundes Edelmetalle im Wert von etwa 30.000 Euro. Mittlerweile ist deren Wert bereits auf knapp 50.000 Euro angestiegen.<\/p>\n<p>Dieser Freund, welcher die Finanzkrise sehr intensiv studiert, spricht ihn immer wieder auf seinen hohen Immobilienkredit an. Doch Hans M\u00fcller spekuliert darauf, sich mit seinem Edelmetall am H\u00f6hepunkt der fortschreitenden Krise bequem auf einen Schlag entschulden zu k\u00f6nnen, dann n\u00e4mlich, wenn sein gl\u00e4nzender Schatz etwa das zwanzigfache seines heutigen Wertes erreicht haben wird.<\/p>\n<p>Zun\u00e4chst w\u00e4hnt sich Herr M\u00fcller auf der richtigen F\u00e4hrte. Er freut sich \u00fcber den stetigen Aufw\u00e4rtstrend bei Gold und Silber und glaubt, einen klugen Weg gew\u00e4hlt zu haben. Allerdings f\u00e4llt ihm beim w\u00f6chentlichen Gro\u00dfeinkauf auf, dass seine Lieblingsbiermarke pl\u00f6tzlich pro Kiste einen Euro teurer wurde. Seine Frau deutet auf die Nudeln und meint, dass dieselbe Packung f\u00fcr jetzt 69 Cent zwei Wochen zuvor noch 49 Cent gekostet h\u00e4tten.<\/p>\n<p>Da jedoch diese 1,20 \u20ac Mehrkosten nun wirklich nicht den Weltuntergang bedeuten, wiegelt Herr M\u00fcller zun\u00e4chst ab. Abends bei den Nachrichten flammt das Thema dann erneut auf, weil n\u00e4mlich \u00fcber den steigenden \u00d6lpreis aufgrund der sich weiter ausdehnenden Unruhen berichtet wird. Herrn M\u00fcller betrifft das unmittelbar, da er dies durch die t\u00e4glich 25 km hin und zur\u00fcck zu seinem Arbeitgeber beim Tanken zu sp\u00fcren bekommt.<\/p>\n<p>In den folgenden Wochen erh\u00f6ht sich der Benzinpreis um bereits insgesamt 15 Cent pro Liter und auch auf verschiedene Lebensmittel dr\u00fccken die dadurch gestiegenen Transportkosten inzwischen durch. Aus den 69 Cent-Nudeln wurden inzwischen 85 Cent und der gern verzehrte Thunfisch kostet gar pl\u00f6tzlich das Doppelte.<\/p>\n<p>Nachdem der \u00f6rtliche B\u00e4cker sein Badisches Landbrot von 3,25 Euro auf 3,99 Euro verteuert, kauft Herr M\u00fcller kurzerhand eine Brotbackmaschine. Da er gleich voll einsteigen will, f\u00e4hrt er zur M\u00fchle und kauft 25 kg Weizen zum Preis von 28 Euro. Von seinem Freund war ihm allerdings ein Preis von 13,50 Euro bekannt, gerade noch vor einem Jahr.<\/p>\n<p>Dann kommt der gro\u00dfe Schock. In den Nachrichten wurde zwar schon einige Tage lang beil\u00e4ufig von einem &#8222;unerwarteten Konjunktureinbruch&#8220; gesprochen, doch damit hatte Herr M\u00fcller in Zeiten des Aufschwungs nicht gerechnet: Sein Arbeitgeber, die Firma Bochs, teilt allen Angestellten mit, dass aufgrund der R\u00fcckkehr der Rezession die Auftragslage sehr schlecht sei und bis auf Weiteres nur noch vier Tage pro Woche gearbeitet w\u00fcrde. Gleichzeitig wolle aber die Regierung die Lohnminderung auffangen, zumindest f\u00fcr ein halbes Jahr.<\/p>\n<p>Wenige Monate sp\u00e4ter sitzen die M\u00fcllers abends am Esstisch und haben ihr erstes Krisengespr\u00e4ch. Es geht um die Reduzierung der Ausgaben, denn die Kosten f\u00fcr Lebensmittel sind inzwischen von 600 Euro auf 950 Euro im Monat gestiegen, Heizung und Strom wurden ebenfalls um 50 Euro teurer und stehen nun bei 300 Euro. Zwar muss im Haushalt noch kein Posten gestrichen werden, aber der kommende Urlaub wird kurzerhand von all-inclusive in der Karibik in eine Autoreise zu den Gro\u00dfeltern umgeplant.<\/p>\n<p>Leider wird die Situation nicht besser. Vier von drei\u00dfig Mitarbeitern in Herrn M\u00fcllers Abteilung m\u00fcssen entlassen werden. Noch nie war er so niedergeschlagen, weil er seiner stets sehr motivierten Mannschaft diese Botschaft pers\u00f6nlich \u00fcberbringen muss.<\/p>\n<p>Die folgenden Wochen bringen immer schlechtere Nachrichten. Nachdem nun Spanien durch den neuen Rettungsschirm von f\u00fcnf Billionen Euro &#8222;gerettet&#8220; wurde, steigt der Goldpreis auf 1.814 Euro. Immerhin haben nun Herrn M\u00fcllers Sch\u00e4tze im Tresor einen Wert von gut 80.000 Euro erreicht.<\/p>\n<p>Als sich Herr M\u00fcller kurze Zeit sp\u00e4ter wieder mit seinem Freund trifft und sie sich \u00fcber die aktuelle Lage austauschen, mahnt ihn der Freund erneut dazu, das Haus doch lieber zu verkaufen und den Kredit zur\u00fcckzuzahlen. Herr M\u00fcller erwidert, dass daf\u00fcr dann sein gesamter Edelmetallbestand draufginge und er von der zuk\u00fcnftigen Preisexplosion so \u00fcberhaupt nicht mehr profitieren k\u00f6nne.<\/p>\n<p>Nachdem sich die politischen Unruhen in China inzwischen bis nach Russland ausgeweitet haben, steigt der \u00d6lpreis erneut drastisch an. Die Tankstellen haben l\u00e4ngst die &#8222;zwei&#8220; vorne stehen und Herr M\u00fcller ist halbwegs froh, inzwischen nur noch einen Wagen tanken zu m\u00fcssen, denn den Zweitwagen f\u00fcr seine Frau hat er nach Ablauf der Finanzierung verkauft. Gut, dass es nur ein gefragter Kleinwagen war, so erhielt er noch einen vern\u00fcnftigen Preis.<\/p>\n<p>Wenig sp\u00e4ter sitzt Familie M\u00fcller wieder einmal am K\u00fcchentisch. Diesesmal sieht es sehr viel ernster aus. Die Lebensmittelkosten betragen inzwischen 1.200 Euro, obwohl die Familie ausschlie\u00dflich Billigprodukte beim Discounter kauft. Durch den drastisch gestiegenen Gaspreis sind nun auch die Heizkosten regelrecht explodiert und der kalte Winter trieb die monatliche Kostenbelastung durch Gas und Strom auf 450 Euro.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend Herr M\u00fcller in den folgenden Wochen gr\u00fcbelt und gr\u00fcbelt, wie er seine Kosten senken k\u00f6nnte, zieht er auch schweren Herzens in Erw\u00e4gung, nun doch vorzeitig den Kredit abzul\u00f6sen. Der Goldpreis steht inzwischen bei 2.239 Euro, doch dies reicht noch lange nicht zur Tilgung. Also beschlie\u00dft er, in der kommenden Woche mit seiner Frau \u00fcber den Verkauf des Eigenheimes zu sprechen. Doch es sollte ganz anders kommen.<\/p>\n<p>Noch bevor Herr M\u00fcller das Thema am Esstisch auch nur anschneiden kann, erh\u00e4lt er Post. Der Brief ist von der Sparviel-Bank. Darin wird ihm eine Frist von 21 Tagen gew\u00e4hrt, um eine zus\u00e4tzliche Kreditsicherheit in H\u00f6he von 60.000 Euro zu hinterlegen, ansonsten m\u00fcsse der Kredit wegen mangelnder Absicherung sofort f\u00e4lliggestellt werden. Herr M\u00fcller reibt sich verwundert die Augen. In dem Schreiben wird sein Haus nach aktueller Lage nur noch auf einen Marktwert von 100.000 Euro gesch\u00e4tzt, die Restschuld betr\u00e4gt aber noch rund 160.000 Euro. Als Begr\u00fcndung wird ihm kurz und knapp der inzwischen v\u00f6llig eingebrochene Immobilienmarkt genannt.<\/p>\n<p>Auf einmal wird Herrn M\u00fcller bewusst, wie ernst seine Lage ist. Sein Haus zu verkaufen w\u00fcrde ihm vermutlich nur noch 100.000 Euro einbringen. Als er sich dann im Internet nach dem derzeit g\u00fcltigen Zins zur Umschuldung umsieht, trifft ihn fast der Schlag: 14,2% bei nur f\u00fcnfj\u00e4hriger Zinsbindung. Eine l\u00e4ngere Zinsfestschreibung kann er in den ganzen Angeboten gar nicht mehr finden. W\u00fcrde sich unter diesen Umst\u00e4nden \u00fcberhaupt noch ein K\u00e4ufer f\u00fcr sein Eigenheim finden lassen?<\/p>\n<p>Und selbst wenn der Verkaufsversuch erfolgreich w\u00e4re, die Restschuld w\u00fcrde mehr als die H\u00e4lfte seiner Edelmetallr\u00fccklagen auffressen. Doch wie soll ein Verkauf binnen 21 Tagen vonstatten gehen? V\u00f6llig unm\u00f6glich. Er sitzt in der Falle.<\/p>\n<p>Schweren Herzens trennt sich Herr M\u00fcller in der folgenden Woche von gut der H\u00e4lfte seines Gold und Silbers und bezahlt der Bank den geforderten Betrag. Wohlwissend, dass sein Haus mit jedem weiteren Tag der Krise und weiter steigenden Zinsen bald noch weniger wert sein und die Bank sich dann wahrscheinlich wieder melden w\u00fcrde. Doch was bleibt ihm anderes \u00fcbrig?<\/p>\n<p>Die nachfolgenden Sitzungen am Esstisch sind gepr\u00e4gt von versteinerten Gesichtern und der Gewissheit, sich im W\u00fcrgegriff der Bank auf der einen und der sich immer schneller drehenden Preisspirale auf der anderen Seite zu befinden. Hier hilft auch Herrn M\u00fcllers Gehaltserh\u00f6hung von 600 Euro netto &#8211; nach den langen Streiks der Gewerkschaften &#8211; nur wenig, denn inzwischen sind die Kosten f\u00fcr Lebensmittel der Familie auf \u00fcber 1.500 Euro angewachsen und auch der Gas- und Benzinpreis schwingen sich hinauf in immer neue H\u00f6hen.<\/p>\n<p>Wie lange wird es wohl noch dauern, bis alleine die Spritkosten f\u00fcr die Fahrt zur Arbeit den Gro\u00dfteil des Einkommens aufzehren werden? Doch ohne Auto ist der Weg kaum zu schaffen, \u00f6ffentliche Verkehrsmittel sind mittlerweile fast genauso teuer und die Fahrtzeit w\u00fcrde sich mehr als verdoppeln. Wo also noch sparen? Weniger essen? An Strom und Gas sparen die M\u00fcllers bereits so sehr, dass die Schwaben neben ihnen wie gnadenlose Verschwender wirken.<\/p>\n<p>Um die Haushaltskasse aufzubessern, versucht Frau M\u00fcller schon seit geraumer Zeit, wieder eine Teilzeitstelle zu finden. Aber sie steht mit diesem Wunsch nicht alleine da und erh\u00e4lt nur eine Absage nach der anderen. Der Arbeitsmarkt gibt kaum mehr etwas her.<\/p>\n<p>Ein anderes, zwar noch nicht akutes, aber unabwendbares Problem wartet zus\u00e4tzlich auf die M\u00fcllers: Wie ein Damoklesschwert h\u00e4ngt die kommende Umschuldung \u00fcber ihren K\u00f6pfen, denn in wenigen Jahren l\u00e4uft der Kredit aus und die Restschuld wird ihnen dann zu den kommenden Zinskonditionen am Kreditmarkt sicherlich den Gnadensto\u00df verpassen.<\/p>\n<p>Das alles hatte sich Hans M\u00fcller wirklich ganz anders vorgestellt. Ein stattliches Verm\u00f6gen wollte er sich aufbauen durch seine wirklich besonnene Umschichtung von Papiergeld in Werthaltiges. Gleichzeitig beabsichtigte er, im Zuge der von ihm prognostizierten massiven Inflation, sein Haus mit einem Schlag bequem abbezahlen zu k\u00f6nnen. Dabei hatte ihn sein Freund mehrmals davor gewarnt, den Kredit zu behalten, aber Herr M\u00fcller wusste es besser.<\/p>\n<p>Wenn auch Sie noch einen Kredit an der Backe haben, gleichzeitig jedoch die M\u00f6glichkeit besteht, diesen loszuwerden, dann tun Sie&#8217;s jetzt. Sie k\u00f6nnen obiges Beispielszenario auch einmal mit Ihren eigenen Zahlen durchrechnen, aber Sie werden schnell merken, dass diese Gleichungen sehr viele Unbekannte haben und eine genaue Prognose schlichtweg unm\u00f6glich ist.<\/p>\n<p>Es k\u00f6nnte gutgehen, wenn die Ihrem Kredit entgegenstehenden und nicht durch die Krise gef\u00e4hrdeten Realwerte, wie z.B. Edelmetalle, eine entsprechende Menge betragen. Aber ob Sie wirklich genau den Punkt treffen oder sich stattdessen s\u00e4mtliche nur denbaren Widrigkeiten multiplizieren, ist nicht vorhersagbar. In gewisser Weise bleibt das ganze ein Spiel mit dem Feuer und hat starke \u00c4hnlichkeit mit Russisch Roulette.<\/p>\n<p>In obiges Beispielszenario geh\u00f6ren eigentlich auch noch diverse Steuererh\u00f6hungen f\u00fcr Immobilienbesitzer, sowie f\u00e4llige gr\u00f6\u00dfere Reparaturen und viele weitere Faktoren hinein. Es ist damit zu rechnen, dass gerade in schlechten Zeiten die Gemeinden jede Gelegenheit zur Erh\u00f6hung ihrer schrumpfenden Einnahmen nutzen werden und insbesondere Immobilien daf\u00fcr eine gern genutzte M\u00f6glichkeit darstellen.<\/p>\n<p>Bitte seien Sie sich au\u00dferdem im Klaren dar\u00fcber, dass die Banken und Kreditgeber nicht dumm sind und nat\u00fcrlich ihr t\u00e4gliches Gesch\u00e4ft im Auge behalten. Das bedeutet, sollte sich eine hyperinflation\u00e4re Entwicklung abzeichnen, werden die Banken entsprechend reagieren, und zwar zeitnah. Bevor also die Schuldner allesamt in die Insolvenz rutschen oder die beliehenen Objekte ihren Wert nahezu vollst\u00e4ndig verloren haben, werden die Kreditinstitute alles Notwendige veranlassen, um am Ende nicht in die R\u00f6hre zu schauen.<\/p>\n<p>Relativierend muss hierbei ber\u00fccksichtigt werden, dass eine massenhafte F\u00e4lligstellung von Krediten und die darauffolgenden unz\u00e4hligen Zwangsversteigerungen mit einem noch st\u00e4rkeren Immobilienpreisverfall, den Banken durchaus gr\u00f6\u00dferen Schaden zuf\u00fcgen k\u00f6nnen, als die faulen Kredite einfach unbereinigt in den B\u00fcchern stehen zu lassen. Denn jeder Zahlungsausfall eines gr\u00f6\u00dferen Schuldners f\u00fchrt zu Abschreibungen, welche schlussendlich die Bankenstabilit\u00e4t gef\u00e4hrdet.<\/p>\n<p>Sich allerdings auf diese scheinbare Entwarnung zu verlassen und darauf zu hoffen, im Zusammenhang mit seinem Hauskredit mit einem blauen Auge davonzukommen, ist pures Gl\u00fccksspiel. Wer wei\u00df denn heute schon, welche &#8222;Ma\u00dfnahmen&#8220; sich die Geldinstitute und die Regierung in Zukunft noch einfallen lassen, nur um ihren Fall zu verhindern?<\/p>\n<p>In einem Punkt k\u00f6nnen Sie n\u00e4mlich absolut sicher sein: Weder die Banken noch der Staat werden die Probleme l\u00f6sen, sondern wie immer wird der B\u00fcrger f\u00fcr alle Verluste geradestehen m\u00fcssen. Daher, werden Sie so schnell wie m\u00f6glich jedes unn\u00f6tige Risiko los, auch wenn es im ersten Moment noch so schmerzt. <a href=\"\/blog\/2011\/02\/11\/garantien-gehen-garantiert-verloren-gefangen-in-der-kreditfalle\/\">Weg mit dem Kredit<\/a>.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Viele Vorhersagen in Bezug auf eine weiter stark steigende Inflation und einen W\u00e4hrungszusammenbruch beinhalten auch die Warnung vor bestehenden Krediten. Die Kreditsklaverei stellt tats\u00e4chlich eine erhebliche Gefahr in der nahen Zukunft dar. 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