{"id":17002,"date":"2011-03-08T00:03:39","date_gmt":"2011-03-07T23:03:39","guid":{"rendered":"http:\/\/www.wahrheiten.org\/blog\/?p=17002"},"modified":"2012-10-16T13:54:23","modified_gmt":"2012-10-16T11:54:23","slug":"generation-big-brother-wenig-sensibilitat-vor-uberwachung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.wahrheiten.org\/blog\/2011\/03\/08\/generation-big-brother-wenig-sensibilitat-vor-uberwachung\/","title":{"rendered":"Generation Big Brother: Wenig Sensibilit\u00e4t vor \u00dcberwachung"},"content":{"rendered":"<p>Es war der 28. Februar des Jahres 2000, als sich zehn junge Menschen freiwillig in einen Container sperren und rund um die Uhr von zahlreichen Kameras beobachten lie\u00dfen. Gro\u00dfe Streits entbrannten im Vorfeld, ob diese Art des Voyeurismus den Fernsehzuschauern \u00fcberhaupt zugemutet werden darf.<\/p>\n<p>Ein moralischer Aufschrei zog damals durch das Land, dennoch, das Spiel begann und geh\u00f6rt heute l\u00e4ngst zum Programm dazu, wie die Nachrichten. Kaum jemand erbost sich mehr, ganz im Gegenteil, Kritiker und Mahner werden als zur\u00fcckgeblieben bel\u00e4chelt oder verspottet. <\/p>\n\t\t<div style=\"overflow:hidden; position: relative; height: 0px; padding-bottom: 56.25%;\">\n         <iframe width=\"780\" height=\"438\" src=\"https:\/\/www.youtube-nocookie.com\/embed\/jLrFl2v4p24?autoplay=0&modestbranding=1&rel=0\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture\" allowfullscreen><\/iframe>\n      <\/div>\n\t<!--more-->Die Rede ist nat\u00fcrlich von Big Brother. Inzwischen l\u00e4uft das Bewerbungsverfahren f\u00fcr die elfte Staffel. Von Skandalen spricht niemand mehr, h\u00f6chstens die Produzenten und f\u00fcr diese ist das der Garant f\u00fcr ihr Gesch\u00e4ft.\n<p>Einer der Teilnehmer der ersten Staffel war <a href=\"http:\/\/www.alex-bonn.de\/\">Alexander Jolig<\/a>, der vermeintliche Macho dieser bunt zusammengew\u00fcrfelten Containermannschaft. Doch hier erscheint schon das erste Fragezeichen, denn wieviel von diesem \u00f6ffentlich gepr\u00e4gten Bild entspricht der Realit\u00e4t? Am 24.02.2011 war Alexander Jolig im Interview mit Wahrheiten.org.<\/p>\n<p>Wahrheiten.org: Herr Jolig, am 28. Februar war es genau elf Jahre her, dass Sie sich in den seinerzeit umstrittenen Container sperren und rund um die Uhr mit Kameras beobachten lie\u00dfen. Warum haben Sie damals mitgemacht? War es als Spa\u00df gemeint, waren Sie versessen darauf, bekannt zu werden oder was war Ihr Antrieb?<\/p>\n<blockquote><p>Alexander Jolig: Wir waren ja die allerersten, die eine Sendung dieser Art mitgemacht haben und wussten \u00fcberhaupt nicht, was da auf uns zukommt.<\/p>\n<p>Jeder hatte nat\u00fcrlich einen anderen Grund gehabt, mitzumachen. Aber mein Grund war, dass ich es satt hatte, als mittelst\u00e4ndischer Unternehmer nur gequ\u00e4lt zu werden. Mir waren in dieser Zeit mehrere Dinge zuwider, u.a. wurde ich um einen gro\u00dfen Geldbetrag betrogen, wobei die Person schlussendlich sogar noch durch zwei gerichtliche Instanzen hindurch Recht bekam.<\/p>\n<p>Dann hatte ich vier Steuerpr\u00fcfungen und selbst der Steuerpr\u00fcfer meinte: &#8222;Ihr seid ja richtig gestraft.&#8220; Ich erwiderte darauf, das Gef\u00fchl h\u00e4tte ich auch, und zwar offenbar deswegen, weil ich ein deutscher Steuerzahler bin, der ordentliche Arbeit macht und auch noch leicht greifbar ist.<\/p><\/blockquote>\n<p>In welcher Art und Weise wurden Sie denn konkret ge\u00e4rgert?<\/p>\n<blockquote><p>Beispielsweise haben wir in einem neuen Lokal einen riesigen Fettabscheider installiert. Wegen der hohen Fixkosten pro Leerung planten wir, dass dieser f\u00fcr jeweils zw\u00f6lf Monate ausreichen sollte. Sp\u00e4ter allerdings beschloss die Verwaltung &#8211; zugunsten der Entsorgungsfirma, die in irgendeiner Weise mit der Stadt zusammenh\u00e4ngt &#8211; dass Fettabscheider nun dreimonatlich gereinigt werden m\u00fcssen.<\/p>\n<p>Damit hatten wir pl\u00f6tzlich alle drei Monate eine fixe Belastung von 400-600 Euro. Und wieder etwas sp\u00e4ter wurde die Vorschrift sogar auf vierzehnt\u00e4gige Leerung versch\u00e4rft.<\/p><\/blockquote>\n<p>Da hat es Ihnen dann gereicht?<\/p>\n<blockquote><p>Jeder hatte das Recht, mich st\u00e4ndig zu pr\u00fcfen, ob es Sozialkassen waren, das Finanzamt usw. &#8211; jeder durfte mich \u00e4rgern. Ich hatte einfach die Nase voll.<\/p>\n<p>Hinzu kam die Geldverschwendung durch den Umzug der Regierung von Bonn nach Berlin, dank welchem Millionen und Milliarden vergraben wurden und sich einige Leute die Taschen gef\u00fcllt haben. Und wir B\u00fcrger, das Fu\u00dfvolk, wir m\u00fcssen das bezahlen. Auch das brachte mich auf die Palme. Ich wollte einfach nur noch weg und ben\u00f6tigte eine Auszeit.<\/p><\/blockquote>\n<p>Wie kamen Sie dabei ausgerechnet auf Big Brother?<\/p>\n<blockquote><p>Ich war jemand, der nie RTL oder \u00e4hnliche Sender geschaut hat. Die Liste &#8222;meiner&#8220; Fernsehsender begann bei ARD, ZDF, dann kamen die Nachrichtensender, dann die Sportsender, dann die Musiksender und dann der Rest.<\/p>\n<p>Damals hatte ich eine dieser neuen TV-Karten in meinem PC und zappte im B\u00fcro einmal durch die Kan\u00e4le. RTL2 warb hier gerade mit dem Titel: &#8222;100 Tage abgeschlossen von der Au\u00dfenwelt&#8220;. Und ich sagte zu mir: &#8222;Das ist genau das, was du jetzt brauchst.&#8220;<\/p><\/blockquote>\n<p>Konnten Sie sich darunter etwas vorstellen?<\/p>\n<blockquote><p>Zun\u00e4chst ging es mir einfach nur um dieses Abgeschlossensein. Ich wollte keine Informationen mehr haben, nichts mehr h\u00f6ren, nichts mehr sehen.<\/p>\n<p>Aber keiner von uns wusste richtig, was Big Brother ist und was sich da entwickeln w\u00fcrde. Die Teilnehmer der zweiten Staffel dagegen wussten ganz genau, auf was sie sich einlie\u00dfen und gingen gerade deswegen bewusst in den Container.<\/p><\/blockquote>\n<p>Wie war das f\u00fcr Sie, als Sie sich mit neun weiteren, v\u00f6llig unbekannten Personen, wie Versuchskaninchen in einem medialen Experimentierk\u00e4fig wiederfanden?<\/p>\n<blockquote><p>Das waren einfach nur wir. Kameras sah und h\u00f6rte man zwar manchmal, aber das war mir vollkommen egal. Ich war einfach ich und alles andere interessiert mich nicht.<\/p><\/blockquote>\n<p>Wenn Sie im Vorfeld gewusst h\u00e4tten, was durch Big Brother alles auf Sie zukommt, h\u00e4tten Sie dann trotzdem mitgemacht?<\/p>\n<blockquote><p>Jein, jein. Ein paar Sachen haben mir Spa\u00df gemacht und andere, die h\u00e4tte ich mir v\u00f6llig ersparen k\u00f6nnen. Beispielsweise gab es Journalisten, die sich mit mir selbst gar nicht auseinandergesetzt, sondern die offensichtlich nur drauflos geschrieben haben.<\/p><\/blockquote>\n<p>Als Sie sich hinterher zum ersten Mal im Fernsehen r\u00fcckwirkend alles anschauen konnten, erschraken Sie da, als Sie sahen, wie pers\u00f6nlich diese Einblicke doch gewesen waren oder hatten Sie sich wochenlang verstellt?<\/p>\n<blockquote><p>Nein, ich hab mich \u00fcberhaupt nicht verstellt, ich war, wie ich bin. Das, was man daraus geschnitten hat, das war, was mich ein bisschen&#8230;<\/p><\/blockquote>\n<p>Sie waren erstaunt oder vielleicht sogar ein bisschen w\u00fctend dar\u00fcber, welches Bild sich die Zuschauer von Ihnen inzwischen gemacht hatten?<\/p>\n<blockquote><p>Als ich einen Ausschnitt gesehen habe, machte ich den Fernseher aus, ich konnte mir das nicht ansehen. Ich bin da als Macho verkauft worden und jeder meiner Freunde wei\u00df genau, ich bin das ganze Gegenteil von einem Macho.<\/p>\n<p>Die Zuschauer bekamen den Eindruck, dass ich nie den Tisch gedeckt habe, nie gekocht habe, nie geputzt habe &#8211; wobei ich die Toilette genauso geputzt habe, wie andere auch. Ich habe sogar den Putzplan aufgestellt, weil ich es leid war, dass sich einige immer davor gedr\u00fcckt haben. Das alles wurde nicht gezeigt, stattdessen sah man mich mit M\u00e4dchen links und rechts und wie ich mich bedienen lie\u00df.<\/p><\/blockquote>\n<p>Haben Sie heute noch Kontakt zu den anderen &#8222;Mith\u00e4ftlingen&#8220;?<\/p>\n<blockquote><p>Nein, gar keinen. Sie gingen ja zum Teil viel zu sehr in dieser Sache auf und sahen wohl ihr &#8222;Starpotenzial&#8220;, was ich recht bald als nicht meine Welt erkannte.<\/p><\/blockquote>\n<p>W\u00fcrden Sie sich heute nochmal bei Big Brother bewerben?<\/p>\n<blockquote><p>Nein, bestimmt nicht mehr.<\/p><\/blockquote>\n<p>Was ist inzwischen Ihre hauptberufliche T\u00e4tigkeit?<\/p>\n<blockquote><p>Ich arbeite als outgesourcter Unternehmer f\u00fcr <a href=\"http:\/\/www.suzuki-club.eu\/\">Suzuki in Europa<\/a>.<\/p><\/blockquote>\n<p>Inwiefern hat sich Ihr Leben durch den Container bis heute ver\u00e4ndert?<\/p>\n<blockquote><p>Es gibt Vor- und Nachteile. Ein ganz banales Beispiel: Ich sitze im Flieger, die Stewardess erkennt mich und ich bekomme einfach so einen Kaffee, bevor jemand anderes \u00fcberhaupt irgendwas bekommt.<\/p><\/blockquote>\n<p>Wie hat sich Ihr Vertrauen in die Medien ver\u00e4ndert?<\/p>\n<blockquote><p>Ich wei\u00df sie abzusch\u00e4tzen und nehme sie nicht mehr ernst. Alles, was im Fernsehen, in Zeitschriften oder an sonstiger Stelle ver\u00f6ffentlicht wird, ist selbstverst\u00e4ndlich immer in bestimmter Art und Weise von der Person gelenkt, welche a) schreibt und b) derjenigen, welche bezahlt &#8211; und nat\u00fcrlich welcher politischen Gesinnung das Ganze angeh\u00f6rt.<\/p>\n<p>Eigentlich kann man sich kaum noch ein neutrales Bild machen. Ich als Alex Jolig bilde mir daher selber meine Meinung von den Dingen. Das, was ich lese und h\u00f6re, hat meist eine Einf\u00e4rbung und alles hat zwei Seiten. Meine Entscheidungen, auch die ich beruflich f\u00e4lle, versuche ich m\u00f6glichst gerecht und ohne Einf\u00e4rbungen zu treffen.<\/p><\/blockquote>\n<p>Vor der ersten Staffel wurde Big Brother noch sehr emotional diskutiert. Warum st\u00f6rt sich eigentlich heute kaum mehr jemand an dieser oder \u00e4hnlichen, viel drastischeren &#8222;Unterhaltungssendungen&#8220;?<\/p>\n<blockquote><p>Ich wei\u00df noch, dass George Orwells &#8222;big brother is watching you&#8220; im Vorfeld st\u00e4ndig erw\u00e4hnt wurde. Aber der Mensch ist ein Gewohnheitstier, wir gew\u00f6hnen uns an alles. Bis wir explodieren, weil uns etwas nicht mehr gef\u00e4llt, brauchen wir sehr lange.<\/p><\/blockquote>\n<p>Neben der skurrilen Container-Show gibt es inzwischen viele vergleichbare Sendungen wie z.B. das Dschungelcamp, Germany&#8217;s Next Topmodel oder DSDS, wo Kandidaten bis in teilweise intimste Bereiche durchleuchtet und quotengerecht blo\u00dfgestellt werden. Was glauben Sie, wie weit geht es noch talabw\u00e4rts mit dem Niveau?<\/p>\n<blockquote><p>Damals habe ich mich gewundert, dass nach der ersten Staffel \u00fcberhaupt eine zweite folgte, aber Profit leitet und regiert eben die Welt.<\/p>\n<p>Die Regeln werden ver\u00e4ndert oder versch\u00e4rft. Beim Casting wird den Bewerbern gesagt, was von ihnen erwartet wird. Da wird Sex dann schon mehr oder weniger gefordert. Ein Sender k\u00e4mpft gegen den anderen und die Latte wird immer h\u00f6hergelegt. Irgendwann hat dieses Spiel vielleicht ein ganz \u00fcbles Ende.<\/p><\/blockquote>\n<p>Einen Live-Querschnittsgel\u00e4hmten gab es bereits, kommt bald der Live-Tod im Fernsehen?<\/p>\n<blockquote><p>Ich habe einmal eine sehr hohe Pers\u00f6nlichkeit beim Fernsehen sagen h\u00f6ren, dass er am liebsten eine Sendung produzieren w\u00fcrde, in welcher zehn Leute in einem Flugzeug sitzen, aber mit nur neun Fallschirmen im Gep\u00e4ck. Er ging fest davon aus, f\u00fcr eine solche Show zehn Probanden finden zu k\u00f6nnen. Zwar kann er eine derartige Sendung nicht in die Tat umsetzen, aber er meinte es wirklich ernst.<\/p>\n<p>Soweit sind wir freilich noch lange nicht, aber ich denke, wenn die Entwicklung so weitergeht, dann erreichen wir Derartiges vielleicht auch noch.<\/p><\/blockquote>\n<p>Was bedeutet Fernsehen f\u00fcr Sie heute?<\/p>\n<blockquote><p>Ich schaue kaum Fernsehen und wenn, dann Krimis, Nachrichten oder Sport. Alles andere interessiert mich nicht.<\/p><\/blockquote>\n<p>Hat sich Ihre Sicht dazu ver\u00e4ndert?<\/p>\n<blockquote><p>Ja, sie hat sich total ver\u00e4ndert. Ich lag einmal einen Monat lang im Krankenhaus und schaute gezwungenerma\u00dfen viel fern. Nachrichten und Berichte im Fernsehen sind ja durchaus noch sehenswert, aber wenn man bei den Privaten wie RTL und Konsorten landet und vom einen zum anderen Programm springt, dann w\u00fcrde man am liebsten die Fernbedienung aus dem Fenster werfen. Die \u00d6ffentlich-Rechtlichen sind dabei nicht wirklich besser. Speziell Fernsehen am Nachmittag war f\u00fcr mich damals der blanke Horror.<\/p>\n<p>Da frage ich mich wirklich, welches Publikum wollen die Sender damit erreichen und was wollen sie den Menschen erkl\u00e4ren? Fernsehen sollte in meinen Augen den Kindern und Jugendlichen und auch den anderen Zuschauern den Weg weisen, sich auch einmal neu zu orientieren.<\/p><\/blockquote>\n<p>Sie sind ja sozusagen einer der Urv\u00e4ter der freiwilligen und st\u00e4ndigen Total\u00fcberwachung, die zum damaligen Zeitpunkt noch sehr stark abgelehnt und im Vorfeld von Big Brother auch sehr kontrovers er\u00f6rtert wurde. Hat dieses Voyeur-Fernsehen, welches heute zur Normalit\u00e4t geworden ist und in st\u00e4ndig versch\u00e4rfter Form neu aufgelegt wird, einen Einfluss auf die \u00dcberwachungssensibilit\u00e4t der B\u00fcrger?<\/p>\n<blockquote><p>Ich glaube, die Menschen sind \u00fcberhaupt nicht sensibel. Keiner regt sich mehr dar\u00fcber auf, aber in gewisser Weise ist es auch verst\u00e4ndlich, weil die \u00dcberwachung in erster Linie den Sinn hat, die Kriminalit\u00e4tsrate zu senken. Und daf\u00fcr ist dies in meinen Augen absolut in Ordnung.<\/p>\n<p>Wenn ich als B\u00fcrger nichts zu verstecken habe, warum sollte ich dann Angst davor haben? Nat\u00fcrlich gilt dies nur, sofern es nicht \u00fcbertrieben wird. Aber wenn das Google-Auto hier durch die Stra\u00dfe f\u00e4hrt und Aufnahmen von meinem Haus macht, interessiert mich das nicht, denn jeder kann schlie\u00dflich hier vorbeifahren und mein Haus anschauen.<\/p>\n<p>Solange man nicht alles auf links dreht, was der B\u00fcrger macht, ist \u00dcberwachung wichtig &#8211; es geht in erster Linie um Sicherheit.<\/p><\/blockquote>\n<p>Mit dem <a href=\"\/blog\/911-luege\/\">Anschlag im September 2001<\/a> auf die Zwillingst\u00fcrme in New York begann die politische Legitimation f\u00fcr eine Total\u00fcberwachung aller B\u00fcrger, insbesondere in den USA, die heute mit den sogenannten Nacktscannern wieder einen vorl\u00e4ufigen H\u00f6hepunkt erreicht hat. Wie haben Sie das Ereignis damals wahrgenommen?<\/p>\n<blockquote><p>Ich war wirklich erstaunt, dass es Menschen gibt, die so abgrundtief b\u00f6sartig sind, dass sie anderen Menschen das Leben nehmen. Mich hat das schon ganz, ganz hart getroffen &#8211; wie ein Schlag ins Gesicht.<\/p><\/blockquote>\n<p>Glauben Sie an die offizielle Version? War es wirklich so, wie es erz\u00e4hlt wird?<\/p>\n<blockquote><p>Das wei\u00df ich nicht. Wenn es nicht so gewesen ist, dann w\u00e4re es eine noch gr\u00f6\u00dfere Hinterh\u00e4ltigkeit.<\/p><\/blockquote>\n<p>Halten Sie diesen Terrorzirkus, wie beispielsweise vor Weihnachten 2010, und die vermeintliche Bedrohung durch islamistische Terroristen f\u00fcr real?<\/p>\n<blockquote><p>Also ich halte das schon f\u00fcr real. Die Einstellungen, welche diese Menschen zum Teil aufweisen, k\u00f6nnen wir rational nicht nachvollziehen. Solche &#8222;Hasskapaden&#8220;, die kommen irgendwoher. Vielleicht bekommt ein Bin Laden auch von irgendjemandem Geld f\u00fcr seine Reden, das wei\u00df ich nat\u00fcrlich nicht.<\/p>\n<p>Aber wer geht denn freiwillig in den Tod? Wer tut sowas?<\/p><\/blockquote>\n<p>Kann \u00fcber die Beeinflussung mit dem Argument Sicherheit auch erreicht werden, dass die B\u00fcrger immer mehr Einschr\u00e4nkungen in Kauf nehmen?<\/p>\n<blockquote><p>Damit ist es nat\u00fcrlich einfacher, bestimmte Dinge durchzusetzen. Aber wenn ich mir als B\u00fcrger nichts zu Schulden kommen lasse, m\u00fcsste es mir eigentlich auch nicht weh tun.<\/p><\/blockquote>\n<p>Sehen Sie neben der \u00dcberwachung auch andere, sich versch\u00e4rfende Probleme vor uns?<\/p>\n<blockquote><p>Die Verschuldung unseres Staates nimmt langsam extrem \u00fcberhand. Und eigentlich kann man das alles gar nicht mehr \u00e4ndern, erst recht nicht &#8222;mal eben so&#8220;.<\/p>\n<p>Man k\u00f6nnte auf die Stra\u00dfe gehen, man k\u00f6nnte demonstrieren &#8211; man k\u00f6nnte aber auch f\u00fcr sich beschlie\u00dfen, dem Staat einfach nichts mehr zu bezahlen. Wenn alle steuerzahlenden B\u00fcrger einen Monat lang keine Steuern mehr bezahlen w\u00fcrden, dann w\u00fcrde der Staat in diesem Moment bestimmt hellh\u00f6rig werden.<\/p><\/blockquote>\n<p>Dazu br\u00e4uchte es wohl eine Revolution. K\u00f6nnen Sie sich vorstellen, dass die derzeitigen Unruhen in Nordafrika auch zu uns kommen k\u00f6nnten?<\/p>\n<blockquote><p>Warum nicht. Aber die Frage ist, wer geht von uns auf die Stra\u00dfe? Noch gibt es keinen Grund dazu.<\/p>\n<p>Ich h\u00e4tte Gr\u00fcnde, weil ich es einfach satt habe, insbesondere der Umgang mit den Finanzen in unserem Land.<\/p><\/blockquote>\n<p>Wie lange glauben Sie, wird der Euro noch \u00fcberleben?<\/p>\n<blockquote><p>Die Frage ist, welche Verpflichtungen hier bestehen und ob die anderen uns einfach aussteigen lie\u00dfen. Aber vermutlich gehen wir alle zusammen mit dem Euro unter. Ich glaube, die ziehen ihr Programm bis zum Schluss durch.<\/p>\n<p>Ich w\u00fcrde es mir zwar w\u00fcnschen &#8211; unsere D-Mark h\u00e4tte nie aufgegeben werden d\u00fcrfen &#8211; kann mir aber nicht vorstellen, dass es einen Ausstieg aus dem Euro gibt.<\/p><\/blockquote>\n<p>Die Machthaber wollen ihre Positionen retten. Vielleicht haben sie Angst, dass es ihnen geht wie den Kollegen in \u00c4gypten?<\/p>\n<blockquote><p>Alle, die bei uns an der Macht sind, haben Angst um ihren Posten. Daher verbiegen sie sich auch alle wahnsinnig und keiner von ihnen hat den Mut, etwas zu ver\u00e4ndern.<\/p><\/blockquote>\n<p>Sind \u00c4nderungen damit unm\u00f6glich?<\/p>\n<blockquote><p>Dazu m\u00fcsste man fast schon wieder diktatorisch vorgehen, aber nicht im B\u00f6sen.<\/p>\n<p>Doch ganz egal wen ich w\u00e4hle, es kommt am Ende immer dasselbe heraus, weil &#8222;die da oben&#8220; sich einfach nicht trauen, etwas zu \u00e4ndern, au\u00dfer leichten Verschiebungen. Gro\u00dfe Dinge sind nicht machbar, das ist sehr m\u00fc\u00dfig.<\/p>\n<p>Eigentlich ist es vollkommen egal, wen oder was wir w\u00e4hlen. Es ist wie beim Hamster im Rad, man kann seine Runden drehen und es wird sich nie etwas \u00e4ndern.<\/p><\/blockquote>\n<p>Wenn Sie politische Macht und Durchsetzungsverm\u00f6gen h\u00e4tten, welche drei Dinge w\u00fcrden Sie unmittelbar \u00e4ndern?<\/p>\n<blockquote><p>Als erstes w\u00fcrde ich die D-Mark wieder einf\u00fchren.<\/p>\n<p>Dann w\u00fcrde ich die Steuergesetzgebung \u00e4ndern, z.B. 15% Steuern pauschal f\u00fcr jeden, f\u00fcr H\u00f6chstverdiener vielleicht auch 25%. Daf\u00fcr keine Ausnahmen mehr. Der Staat muss dann mit dem auskommen, was er zur Verf\u00fcgung hat.<\/p>\n<p>Zudem w\u00fcrde ich jeden wieder zur Arbeit holen &#8211; ob er will oder nicht. Wenn er nicht will, erh\u00e4lt er eben nichts.<\/p>\n<p>Und als Zugabe w\u00fcrde ich den Volksentscheid einf\u00fchren.<\/p>\n<p>Au\u00dferdem, das schlage ich h\u00e4ufig vor, w\u00fcrde ich alle zwei Jahre unsere Verkehrsteilnehmer, egal ob Motorrad, LKW, KFZ usw., zu einem Fahrsicherheitstraining schicken, bei dem sie dann auch rund um die \u00c4nderungen im Verkehrsrecht und im Umgang mit ihrem Fahrzeug geschult werden.<\/p><\/blockquote>\n<p>Vielen Dank f\u00fcr das Interview.<\/p>\n<div id=\"_mcePaste\" style=\"position: absolute; left: -10000px; top: 86px; width: 1px; height: 1px; overflow: hidden;\">Produzenten<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es war der 28. Februar des Jahres 2000, als sich zehn junge Menschen freiwillig in einen Container sperren und rund um die Uhr von zahlreichen Kameras beobachten lie\u00dfen. 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