{"id":13609,"date":"2010-10-27T00:03:13","date_gmt":"2010-10-26T22:03:13","guid":{"rendered":"http:\/\/www.wahrheiten.org\/blog\/?p=13609"},"modified":"2017-04-16T21:18:24","modified_gmt":"2017-04-16T19:18:24","slug":"kernenergie-eine-erfahrung-aus-naechster-naehe","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.wahrheiten.org\/blog\/2010\/10\/27\/kernenergie-eine-erfahrung-aus-naechster-naehe\/","title":{"rendered":"Kernenergie \u2013 eine Erfahrung aus n\u00e4chster N\u00e4he"},"content":{"rendered":"<p>Sie sei extrem gef\u00e4hrlich, unbeherrschbar, teuer und die Menschen wollen sie nicht. Die immer selben Parolen werden von Kernkraftgegnern vorgebracht, um die Bev\u00f6lkerung in Angst und Panik zu versetzen.<\/p>\n<p>Dabei wissen die meisten \u00fcberhaupt nicht, von was sie reden und verstehen weder die Technologie dahinter, noch haben sie sich jemals n\u00e4her damit befasst, obwohl es ganz leicht m\u00f6glich w\u00e4re, sich fast auf Tuchf\u00fchlung mit einem Reaktor zu begeben, wie ein Kernkraftwerks-Besuchsbericht beweist.<!--more-->An einem eiskalten Vormittag &#8211; sicherlich in Folge der Klimaerw\u00e4rmung &#8211; Mitte Oktober 2010 hatte ich die Gelegenheit, das Kernkraftwerk Philippsburg zu besichtigen. Hoch umz\u00e4unt von Stacheldraht liegt das gro\u00dfe Gel\u00e4nde auf der <a href=\"http:\/\/maps.google.de\/maps?f=q&amp;source=s_q&amp;hl=de&amp;geocode=&amp;q=Rheinschanzinsel,+Philippsburg&amp;sll=49.250495,8.436298&amp;sspn=0.041291,0.054674&amp;gl=de&amp;ie=UTF8&amp;hq=&amp;hnear=Rheinschanzinsel&amp;ll=49.254697,8.446512&amp;spn=0.041288,0.054674&amp;t=h&amp;z=14\">Rheinschanzinsel<\/a> beim kleinen Ort Philippsburg zwischen Karlsruhe und Mannheim.<\/p>\n<p>Der Weg f\u00fcr die Besucher des <a href=\"\/blog\/wp-content\/uploads\/2010\/10\/KKP.jpg\">InfoCenters<\/a>, welches bereits seit 1983 \u00d6ffentlichkeitsarbeit leistet, f\u00fchrt durch ein schweres Eingangstor. Die ungeheuren Sicherheitsvorkehrungen werden unmittelbar deutlich. Auch im Inneren ist alles hochgesichert. Das InfoCenter befindet neben den K\u00fchlt\u00fcrmen und damit noch au\u00dferhalb des Anlagenbereichs mit den Reaktoren.<\/p>\n<p>Dieser Reaktor-Sicherheitsbereich ist nochmals separat abgesichert. Ein Doppelzaun mit Bewegungssensoren, \u00dcberwachungskameras und regelm\u00e4\u00dfigen Kontrollg\u00e4ngen durch Sicherheitspersonal wird auf der Innenseite zus\u00e4tzlich noch durch eine massive Panzersperre verst\u00e4rkt. Ein Durchdringen, selbst f\u00fcr eine Maus, ist unm\u00f6glich. Einzig die Selbstschussanlagen fehlen noch &#8211; das ist der zynische Gedanke beim Betrachten dieser Ma\u00dfnahmen.<\/p>\n<p>Das Kernkraftwerk Philippsburg, kurz KKP, mit seinen beiden Reaktorbl\u00f6cken k\u00f6nnte rechnerisch die gesamten Privathaushalte in Baden-W\u00fcrttemberg, bzw. kleinere Bundesl\u00e4nder sogar inkl. deren Industrie, vollst\u00e4ndig mit Strom versorgen. 1979 wurde der erste Block als <a href=\"http:\/\/upload.wikimedia.org\/wikipedia\/de\/b\/bd\/Schema_siedewasserreaktor_gro%C3%9F.png\">Siedewasserreaktor<\/a> mit 926 Megawatt und 1984 der zweite als <a href=\"http:\/\/upload.wikimedia.org\/wikipedia\/commons\/thumb\/5\/54\/Kernkraftwerk_mit_Druckwasserreaktor.png\/800px-Kernkraftwerk_mit_Druckwasserreaktor.png\">Druckwasserreaktor<\/a> mit   1.468 MW in Betrieb genommen.<\/p>\n<p>Nach einer Einf\u00fchrung im InfoCenter durch dessen Leiter Michael Maurer, welcher den Betreiber EnBW mit diversen Unternehmens-Details vorstellte und grob \u00fcber die Gesamtanlage informierte, begann der Rundgang in kleinen Gruppen von ca. f\u00fcnf Personen. Die Mitarbeiter des InfoCenters haben viel zu tun, denn von montags bis samstags werden Besucher in verschieden umfangreichen Rundg\u00e4ngen durch das KKP gef\u00fchrt. Fotos d\u00fcrfen leider keine gemacht werden, daher stammen die verlinkten Bilder aus <a href=\"http:\/\/www.regleo.de\/070802Philippsburg.htm\">anderen Quellen<\/a>.<\/p>\n<p>Zun\u00e4chst konnten wir einen Blick in einen der beiden <a href=\"\/blog\/wp-content\/uploads\/2010\/10\/KKP.jpg\">K\u00fchlt\u00fcrme<\/a> werfen. Die freistehende 14 Meter hoch <a href=\"http:\/\/www.regleo.de\/bilder\/070802Philippsburg\/070802Philippsburg27.jpg\">Gitterrosttreppe<\/a> au\u00dfen am K\u00fchlturm ist nichts f\u00fcr Leute ohne Schwindelfreiheit. Im Zentrum des 140 m hohen K\u00fchlturmes angekommen war der Blick nach oben durch das riesige kreisrunde Loch sehr eindrucksvoll. Satte 10 MW Energie verbrauchen alleine die Pumpen, um das K\u00fchlwasser umzuw\u00e4lzen und die 14 m hochzupumpen &#8211; 20 MW f\u00fcr beide K\u00fchlt\u00fcrme zusammen.<\/p>\n<p>Hundert Kubikmeter Wasser pro Sekunde sind n\u00f6tig, um die entsprechende K\u00fchlleistung zu erreichen. Der Rhein f\u00fchrt im Schnitt 1.100 Kubikmeter pro Sekunde, weswegen es problemlos m\u00f6glich ist, das leicht erw\u00e4rmte K\u00fchlwasser wieder dem Fluss zuzuf\u00fchren, ohne Vegetation oder Fischbestand zu beeintr\u00e4chtigen.<\/p>\n<p>Allerdings ist das KKP nicht vom baden-w\u00fcrttembergischen Wasserpfennig ausgenommen, einer willk\u00fcrlichen Besteuerungsma\u00dfnahme aus dem Jahre 1988. Nicht nur das kostenlos vom Himmel fallende Wasser, sondern inzwischen auch die Luft &#8211; durch indirekte Klimasteuern &#8211; sind vom Staat kommerzialisiert worden, eigentlich eine Unglaublichkeit.<\/p>\n<p>Dieser Wasserpfennig f\u00fchrt dazu, dass die im KKP zur K\u00fchlung ben\u00f6tigten 20 MW je nach Strompreis entweder an der Leipziger Stromb\u00f6rse EEX verkauft oder f\u00fcr den K\u00fchlturmbetrieb verwenden werden. Ist der Strompreis hoch genug, bleiben die K\u00fchlt\u00fcrme aus und die 20 MW flie\u00dfen mit Erl\u00f6s ins Netz.<\/p>\n<p>Lediglich in Perioden mit sehr niedrigem Wasserpegel im Rhein werden statt der 100 nur 40 Kubikmeter pro Sekunde aus dem Fluss entnommen und 60 Kubikmeter durch die K\u00fchlt\u00fcrme wiederverwendet. Ansonsten bestimmt der Strompreis, ob sich die K\u00fchlt\u00fcrme in Nebel h\u00fcllen oder nicht. Kurios: St\u00fcnde das Kraftwerk nur wenige hundert Meter auf der anderen Seite des Rheins, in Rheinland-Pfalz, w\u00fcrde kein Wasserpfennig anfallen.<\/p>\n<p>Die Besichtigungstour f\u00fchrte uns dann in den inneren Sicherheitsbereich hinter den Panzersperren. Grunds\u00e4tzlich wird hier jeder beim Rein- und Rausgehen elektronisch erfasst. Vergleichbar mit den Kontrollen an Flugh\u00e4fen werden alle Nicht-Mitarbeiter, wie z.B. Besucher oder externe Arbeiter, gar einer Personenkontrolle mit Abtasten unterzogen.<\/p>\n<p>Diese Kontrollen wirken auf den ersten Blick paranoid und \u00fcberzogen. Im Hinblick auf die potenzielle Bedrohung durch Terrorismus sch\u00fcttelt nat\u00fcrlich jeder Informierte den Kopf, denn diese Bedrohung existiert im Grunde ja nur seitens der Geheimdienste im Auftrag der Regierungen.<\/p>\n<p>Dennoch, falls irgendein rotgr\u00fcn-\u00f6kostromfanatischer Sabotteur auf die Idee k\u00e4me, im Sicherheitsbereich Unsinn anzustellen, w\u00fcrde jedes noch so unbedeutende Ereignis sofort durch die Presse wandern. Daher ist der hohe Sicherheitsstandard sicherlich berechtigt, um den geradezu nach &#8222;St\u00f6rf\u00e4llen&#8220; auf der Lauer liegenden Medien zuvorzukommen.<\/p>\n<p>Kernkraftwerke unterliegen einer peniblen Meldepflicht von St\u00f6rf\u00e4llen, die in sieben Stufungen unterteilt sind. \u00dcbertrieben gesagt f\u00fchrt bereits ein nicht <a href=\"http:\/\/www.enbw.com\/content\/de\/presse\/meldepflichtige_ereignisse\/2010\/06\/ME_20100617_kkp2_ys01\/index.jsp\">funktionierender Kugelschreiber<\/a> im Sicherheitsbereich zu einer Meldung der Stufe &#8222;INES 0&#8220;.<\/p>\n<p>\u00dcbrigens, auch s\u00e4mtliche Mitarbeiter, die au\u00dferhalb des internen Sicherheitsbereichs arbeiten, m\u00fcssen f\u00fcr den mitt\u00e4glichen Gang in die Kantine durch die Einlasskontrolle. Zwar k\u00f6nnen die Angestellten im Werk eine Vereinzelungsanlage mit manueller Ausweis- und Kamera-Gesichtskontrolle passieren, doch per Zufallsprinzip werden sie ebenfalls zur K\u00f6rperabtastung bzw. der R\u00f6ntgenschleuse f\u00fcr Werkzeug- oder Aktentaschen herausgewunken. Mal eben in die Kantine kann also durchaus zur Geduldsprobe werden, gerade in Sto\u00dfzeiten.<\/p>\n<p>Ebenfalls werden wie beim Zoll an den fr\u00fcheren DDR-Grenzen s\u00e4mtliche Fahrzeuge mit Spiegeln genauestens untersucht und vor der Ausfahrt auf Strahlung gepr\u00fcft. Freilich, ein LKW mit pr\u00e4pariertem Tank oder manipulierter Ladung, kann nat\u00fcrlich nicht v\u00f6llig auseinandergenommen werden, ohne den Betrieb g\u00e4nzlich zum Erliegen zu bringen. Es geht hier jedenfalls ums grunds\u00e4tzliche Sicherheitsprinzip und die Glaubw\u00fcrdigkeit nach au\u00dfen. 100%ige Sicherheit ist und bleibt eine Illusion und ist weder machbar noch bezahlbar.<\/p>\n<p>Nachdem die zeitfressende Einlasskontrolle durchlaufen war, ging es weiter in Richtung <a href=\"\/blog\/wp-content\/uploads\/2010\/10\/KKP.jpg\">Maschinenhaus des Druckwasserreaktors<\/a>, vorbei an zwei riesigen Transformatoren, welche die 27.000 Volt des Generators in 380.000 Volt Hochspannung wandeln. Lediglich drei unscheinbare Leitungen in ca. zehn Metern H\u00f6he transportieren die enorme Leistung weiter in Richtung <a href=\"\/blog\/wp-content\/uploads\/2010\/10\/KKP.jpg\">Umspannstation<\/a> auf dem gro\u00dfen Betriebsgel\u00e4nde.<\/p>\n<p>Im Maschinenhaus angekommen, stehen wir im Erdgeschoss vor drei monstr\u00f6s erscheinenden Kondensatordeckeln. Wenige Minuten sp\u00e4ter und rund zw\u00f6lf Meter weiter oben im Geb\u00e4ude beeindruckte uns dann die Turbinenanlage endg\u00fcltig. Die Ebenen der Geb\u00e4ude werden &#8211; z.B. in den Aufz\u00fcgen &#8211; nicht in Etagen, sondern in Metern angegeben.<\/p>\n<p>Der ganze Boden des Maschinenhauses vibrierte, es war warm und sehr laut. Die lange durchgehende Welle, welche die Hochdruckturbine und die drei <a href=\"http:\/\/www.regleo.de\/bilder\/070802Philippsburg\/070802Philippsburg22.jpg\">Niederdruckturbinen<\/a> mit dem gigantischen Siemens-Generator verbindet, dreht sich mit 1.500 Umdrehungen pro Minute. Da der Generator ungeheure Vibrationen verursacht, ist er auf einem vier Meter dicken Betonsockel gelagert und gegen das Geb\u00e4ude mit dicken Gummimanschetten gepuffert.<\/p>\n<p>Aus dem Reaktor trifft der Dampf des Sekund\u00e4rkreislaufs mit einer Temperatur von 280\u00b0 C bei 65 bar Druck zun\u00e4chst auf die Hochdruckturbine. Danach ist bereits ein gro\u00dfer Teil der Energie an den Generator abgegeben, dennoch besitzt der Dampf mit 180\u00b0 C bei 11 bar noch gen\u00fcgend Kraft, um die drei Niederdruckturbinen anzutreiben. Der Prim\u00e4rkreislauf innerhalb des Sicherheitsbeh\u00e4lters arbeitet \u00fcbrigens mit 326\u00b0 C und das bei einem Druck von 158 bar.<\/p>\n<p>Die <a href=\"http:\/\/upload.wikimedia.org\/wikipedia\/commons\/thumb\/4\/43\/Turbine_Philippsburg-2.jpg\/800px-Turbine_Philippsburg-2.jpg\">Fl\u00fcgel der riesigen Niederdruckturbinen<\/a> drehen au\u00dfen mit einer Geschwindigkeit von 1.700 km\/h. Daher muss der Dampf nach Durchstr\u00f6men der Hochdruckturbine zun\u00e4chst mittels Zentrifugen &#8222;getrocknet&#8220;, also von bereits kondensierten Wassertr\u00f6pfchen befreit werden, da ansonsten die Turbinenschaufeln alleine durch die Aufprallgeschwindigkeit besch\u00e4digt werden k\u00f6nnten. Wer schon einmal vom Sprungbrett im Schwimmbad ung\u00fcnstig auf dem Wasser aufkam, wei\u00df, wie &#8222;hart&#8220; Wasser sein kann.<\/p>\n<p>Neben dem Maschinenhaus steht ein sogenannter Fremdstromtransformator, der bei Stromausfall oder in der allj\u00e4hrlichen Revisionsphase die Energie f\u00fcr die Anlage liefert. Beeindruckende 70 MW betr\u00e4gt der Eigenbedarf des KKP w\u00e4hrend des Betriebs.<\/p>\n<p>Aus Sicherheitsgr\u00fcnden steht neben dem Fremdstromtrafo ein Geb\u00e4ude mit vier <a href=\"\/blog\/wp-content\/uploads\/2010\/10\/KKP.jpg\">Diesel-Aggregaten<\/a>, st\u00e4ndig vorgeheizt und batteriegepuffert, um im Ernstfall sofort Energie f\u00fcr das KKP liefern zu k\u00f6nnen. F\u00fcr den Fall eines Flugzeugabsturzes auf dieses Geb\u00e4ude steht auf der anderen Seite des Maschinenhauses ein weiteres Geb\u00e4ude, welches nochmals <a href=\"\/blog\/wp-content\/uploads\/2010\/10\/KKP.jpg\">vier weitere Aggregate<\/a> besitzt, allerdings befinden sich diese unterirdisch und das Geb\u00e4ude besitzt zudem einen zus\u00e4tzlichen unterirdischen Kommandostand.<\/p>\n<p>Anschlie\u00dfend f\u00fchrte uns die Mitarbeiterin des InfoCenters in den <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Kontrollbereich\">Kontrollbereich<\/a>. Dieser umfasst den Zugang zur <a href=\"\/blog\/wp-content\/uploads\/2010\/10\/KKP.jpg\">Reaktor-Kuppel<\/a>, dem sogenannten Sicherheitsbeh\u00e4lter, mit entsprechenden Sicherheitsschleusen. Zun\u00e4chst wurde jeder mit kniehohen Schuhh\u00fcllen, einem <a href=\"http:\/\/media.news.de\/resources\/thumbs\/7c\/b9\/855064963_800x600\/60658f4f4a06a46b18fefa93b66e.jpg\">wichtig aussehenden wei\u00dfen Mantel<\/a> und wei\u00dfem Helm ausgestattet.<\/p>\n<p>Zus\u00e4tzlich erhielt jeder ein digitales Dosimeter und los ging es durch die n\u00e4chste <a href=\"http:\/\/www.regleo.de\/bilder\/070802Philippsburg\/070802Philippsburg16.jpg\">Vereinzelungsanlage<\/a>. Kurz dahinter erm\u00f6glichte die Schleuse zur Kuppel einen Blick auf die eindrucksvollen 1,80 Meter der Stahlbetonh\u00fclle des Sicherheitsbeh\u00e4lters. In der <a href=\"http:\/\/www.regleo.de\/bilder\/070802Philippsburg\/070802Philippsburg17.jpg\">Schleuse<\/a> war es bereits ziemlich warm, doch innen im Sicherheitsbeh\u00e4lter angekommen, nach dem Aufstieg \u00fcber viele Treppen oben auf dem Dampferzeuger des Sekund\u00e4rkreislaufes, war es dann erst so richtig warm.<\/p>\n<p>Von dort oben konnten wir den sch\u00e4tzungsweise 20 Meter unter uns liegenden und mit Betonplatten <a href=\"http:\/\/www.regleo.de\/bilder\/070802Philippsburg\/070802Philippsburg18.jpg\">zugedeckten Reaktordruckbeh\u00e4lter<\/a> erahnen. Der Blick auf das Abk\u00fchlbecken, in welchem abgebrannte Brennelemente f\u00fcnf Jahre lang vorlagern m\u00fcssen, bevor sie in einen Castor zum Abtransport kommen, sah aus wie auf <a href=\"http:\/\/meteo.vu\/wp-content\/uploads\/afp\/photo_1282736171740-1-0.jpg\">typischen Fotos<\/a>. Ebenfalls stand ein noch leerer Castorbeh\u00e4lter neben dem Abk\u00fchlbecken.<\/p>\n<p>Nach dem R\u00fcckweg durch die Schleuse, heraus aus dem hermetisch abgedichteten und st\u00e4ndig mit leichtem Unterdruck versehenen Sicherheitsbeh\u00e4lter, wurde eine mehrstufige Kontaminationspr\u00fcfung durchlaufen:<\/p>\n<ol>\n<li>Direkt nach der Schleuse wurden H\u00e4nde und Schuhe durch ein station\u00e4res Messger\u00e4t auf Kontamination \u00fcberpr\u00fcft.<\/li>\n<li>Anschlie\u00dfend ging es zum H\u00e4ndewaschen in einen Waschraum.<\/li>\n<li>Danach musste eine Vereinzelungsanlage mit Ganzk\u00f6rperpr\u00fcfung, noch inkl. Schutzanzug und Fu\u00df\u00fcberz\u00fcgen, durchlaufen werden.<\/li>\n<li>Nach dem Ausziehen von Schuhh\u00fcllen, M\u00e4nteln und Helm stand nochmals eine Vereinzelungsanlage mit intensiver Pr\u00fcfung des gesamten K\u00f6rpers bevor. Eine Teilnehmerin kam beim ersten Versuch nicht durch und die automatische Frauenstimme der Schleuse sagte &#8222;kontaminiert&#8220;. Die Teilnehmerin solle ihre langen Haare leicht ausklopfen sagte unsere G\u00e4stef\u00fchrerin &#8211; danach klappte es dann beim zweiten Versuch auch.<\/li>\n<\/ol>\n<p>Die Dosimeter, welche wir vorne im wei\u00dfen Schutzmantel trugen, zeigten nach dem Rundgang durch die Reaktor-Kuppel keinerlei Strahlung an &#8211; wie nat\u00fcrlich zu erwarten war. Zum Schluss verlie\u00dfen wir den Kontrollbereich, nochmals durch eine Personenvereinzelungsanlage, bei der lediglich erfasst wird, wer rein- und wer rausgeht, und kamen dann zum <a href=\"http:\/\/www.regleo.de\/bilder\/070802Philippsburg\/070802Philippsburg21.jpg\">Leitstand<\/a>.<\/p>\n<p>Auch wenn dieser Raum voller Schaltpulte und -tafeln, unz\u00e4hligen Anzeigen, Kn\u00f6pfen und L\u00e4mpchen ist, die vier Videoprojektoren waren neben ein paar Flachbildschirmen das Einzige, was nicht nach 80er Jahren aussah. Doch ein hypermodernes Erscheinungsbild muss keinesfalls auf zuverl\u00e4ssige Technik schlie\u00dfen lassen, genauso wie umgekehrt &#8211; jeder PC-Benutzer kennt das Problem.<\/p>\n<p>Auf dem R\u00fcckweg zum InfoCenter sagte die Mitarbeiterin, dass sie es schade f\u00e4nde, wie mancher aus ihrem pers\u00f6nlichen Umfeld reagieren w\u00fcrde. Sie habe schon oft Freunde zur F\u00fchrung eingeladen, aber viele lehnten dies kategorisch ab &#8211; einfach aus Prinzip.<\/p>\n<p>Das Nicht-Wissen-Wollen ist nun einmal eine verbreitete schwere Schafskrankheit. Selbst wenn jemand absolut contra Kernenergie eingestellt ist, sie liefert nun einmal 25% des Gesamtstroms in der BRD und wird das auch weiterhin tun. Anstatt in blinder Angst davor zu leben, k\u00f6nnte sich so mancher durch Wissen davon befreien, wenn er es denn wollte.<\/p>\n<p>Herr Maurer f\u00fchrte danach die Abschluss-Diskussion im InfoCenter. Er meinte, wir k\u00f6nnten zwar wieder Kohlekraftwerke bauen, aber zum einen sei der Rohstoff endlich und zum anderen h\u00e4tten wir damit ja wieder das CO2-Problem. Auf meine Frage, wieviel <a href=\"\/blog\/klimaluege\/bestellformular-fur-klima-flyer\/\">CO2 denn in der Luft enthalten <\/a>sei und wieviel Prozent davon der Mensch zu verantworten h\u00e4tte, sch\u00e4tzte er den Anteil auf 2-3%. Nun, wir wissen ja, dass es nur ein hundertstel seiner Sch\u00e4tzung ist.<\/p>\n<p>Gaskraftwerke w\u00e4ren seiner Ansicht nach eine Option, weil diese deutlich weniger CO2 produzieren w\u00fcrden. Allerdings fehlen verl\u00e4ssliche Partner, denn 85% des Gases in der BRD werden bereits heute importiert, zumeist aus Russland. Kein Energiebetreiber w\u00fcrde sich daher derzeit freiwillig davon abh\u00e4ngig machen und in mit Gas betriebene Gro\u00dfkraftwerke investieren.<\/p>\n<p>Auch das Thema Endlagerung war Teil der Diskussion. Herr Maurer stellte klar, dass im werkseigenen <a href=\"\/blog\/wp-content\/uploads\/2010\/10\/KKP.jpg\">Standortzwischenlager<\/a> mit Platz f\u00fcr 152 Castoren bisher nur <a href=\"http:\/\/www.regleo.de\/bilder\/070802Philippsburg\/070802Philippsburg25.jpg\">33 Castoren<\/a> deponiert seien, w\u00e4hrend neuerlich die Medien f\u00e4lschlicherweise \u00fcber 100 eingelagerte berichteten. Das 2007 fertiggestellte Standortzwischenlager besitzt eine Betriebsgenehmigung f\u00fcr 40 Jahre.<\/p>\n<p>Die Betreiber von Kernkraftwerken wurden mit der Neuerung des Atomgesetzes &#8211; dem Atomkonsens &#8211; zum Bau von Standortzwischenlagern verpflichtet. Transporte von Castoren sind seither verboten, abgesehen von wenigen restlichen R\u00fccktransporten aus den ausl\u00e4ndischen Wiederaufarbeitungsanlagen.<\/p>\n<p>Herr Maurer wies auch darauf hin, dass J\u00fcrgen Tritin vor 10 Jahren s\u00e4mtliche Forschungen am Endlager Gorleben ausgesetzt hatte, obwohl die Regierung bis 2035 eine L\u00f6sung vorlegen m\u00fcsse. Nun bleiben nur noch 25 Jahre und falls die Ergebnisse negativ w\u00e4ren, m\u00fcsste ggfls. erneut bei Null mit der Suche nach einer Lagerst\u00e4tte begonnen werden.<\/p>\n<p>Selbst wenn morgen der Stecker gezogen und alle 17 KKWs in der BRD abgeschaltet w\u00fcrden, lie\u00dfe sich damit das Problem der schon bestehenden &#8222;Abf\u00e4lle&#8220; schlie\u00dflich auch nicht beseitigen, so der Leiter. Also habe die Regierung schlicht zehn Jahre sinnlos vergeudet. Nun, in dieser Hinsicht ist wirklich Verlass auf unsere politische &#8222;Elite&#8220; im Lande, keine Frage. Die machen lieber gar nichts, denn wer nichts tut, der begeht auch keine Fehler.<\/p>\n<p>Mit einer alten Binsenweisheit r\u00e4umte Herr Maurer auf: Eine kurzfristige Regelbarkeit der Reaktorleistung binnen Minuten w\u00e4re problemlos m\u00f6glich. Gedrosselte Reaktoren k\u00f6nnten kurzfristig z.B. 10% in der Leistung hochfahren, im konkreten Fall entspr\u00e4che dies 140 MW &#8211; welches Kraftwerk kann so etwas schon? Aber gew\u00fcnscht ist nat\u00fcrlich der Volllastbetrieb, denn damit ist der Profit auch maximal.<\/p>\n<p>F\u00fchrungen durch die EnBW-Kernkraftwerke in Neckarwestheim und Philippsburg sind kostenlos und fast ganzj\u00e4hrig m\u00f6glich, jedoch muss wegen des hohen Interesses mit langen Wartezeiten f\u00fcr die F\u00fchrungen der Sammeltermine gerechnet werden. Anmelden k\u00f6nnen sich Interessenten \u00fcber die jeweiligen <a href=\"http:\/\/www.enbw.com\/content\/de\/der_konzern\/enbw_gesellschaften\/enbw_kernkraft\/dialog_besichtigung\/infocenter_philippsburg\/index.jsp\">InfoCenter<\/a>.<\/p>\n<p>Alle Kernkraftgegner sollten bitte so fair sein, s\u00e4mtliche elektrischen Ger\u00e4te abzuschalten, sobald es dunkel wird und kein Wind weht. Nun, sie werden das sowieso bald freiwillig tun, dann n\u00e4mlich, wenn alle 17 Kernkraftwerke abgeschaltet sind und die Kilowattstunde Strom zwei Euro kostet.<\/p>\n<p>Solange es keine wirklich brauchbaren und ohne Subventionen auch \u00f6konomisch sinnvollen Alternativen zur Kernkraft gibt, und solange die gesamte Welt in <a href=\"http:\/\/www.nuklearforum.ch\/_upl\/files\/Kernkraftwerke_der_Welt_10.pdf\">neue Kernkraftwerke<\/a> investiert &#8211; au\u00dfer eben die BRD &#8211; solange ist ein Alleingang im &#8222;Atom-Ausstieg&#8220; der v\u00f6llige Wahnsinn.<\/p>\n<p>Bei all dem darf nicht \u00fcbersehen werden, dass, neben der gesamten Wirtschaft, auch die <a href=\"\/blog\/wp-content\/uploads\/2010\/10\/klimaneckarwestheim.jpg\">Kernenergiebranche voll auf den CO2-Zug aufgesprungen<\/a> ist. Wenn es um die <a href=\"\/blog\/klimaluege\/\">Klima-L\u00fcge<\/a> geht, sch\u00e4lt die Gier offenbar ausnahmslos \u00fcberall das Gehirn ab. Leider Chance vertan, liebe EnBW.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Sie sei extrem gef\u00e4hrlich, unbeherrschbar, teuer und die Menschen wollen sie nicht. Die immer selben Parolen werden von Kernkraftgegnern vorgebracht, um die Bev\u00f6lkerung in Angst und Panik zu versetzen. 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