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Die Folgen imperialer Figuren – eine Reform allein genügt nicht mehr

Jener Mensch, meint eine altchinesische Weisheit, kann sich glücklich schätzen, der in spannenden Zeiten lebt.

So gesehen können wir uns wohl glücklich schätzen?

Tatsächlich schätzt niemand große Veränderungen, doch genau hier liegt der tiefste Sinn des griechischen Wortes Krise, sie eröffnet die Chance auf die Gestaltung der Zukunft, in der die Fehler der Vergangenheit aufgehoben werden können.

Der amerikanische Ökonom Robert Barro äußerte sich skeptisch im Hinblick auf die aktuelle Krise, die, so meint er nach einer Untersuchung der wirtschaftlichen Zusammenbrüche des Kapitalismus, ihre Wirkung noch weiter verstärken wird. Bereits im ersten hier erschienenen Artikel vertraten wir die These, dass die Geschichte des Kapitalismus eine Geschichte von Zusammenbrüchen und Krisen sei. Barro präzisiert diesen Zusammenhang und spricht von insgesamt 148 Krisen seit 1870.

Wir machten ebenfalls darauf aufmerksam, dass der Kapitalismus, die mit der Krise heraufziehenden Fragestellungen lediglich mit einer neuen Masche Geld zu „schöpfen“ beantwortete, aber nie mit einer grundlegenden Reform. Diese Reformverweigerung liegt in seinem Wesen begründet, weil die hinter dem globalen Kapitalismus stehenden Interessen zu eindeutig formuliert sind, als dass sie ein gänzlich neues Niveau in der gesellschaftlichen Diskussion zulassen könnten.

Ähnlich geht es den meisten linken Denkmustern, die die Welt nur in den Kategorien des 20. Jhd. als Kampf der Teile gegeneinander erklären können. Rosa Luxemburg wusste noch, was imperiale Kräfte sind, alles was danach von linker Seite kam, hatte keine Ahnung mehr, weil es auch hier das Diktat der Interessen gibt.

Das löste einen permanenten Bürgerkrieg aus, der immer noch geführt wird, und ist zu einer Notwende ungeeignet. Klassenkampf ist in diesem Sinne Bürgerkrieg, wenn man anerkennt, dass sich eine Gemeinschaft aus unterschiedlichen Teilen zusammensetzt.

Michael Hardt und Antonio Negri diagnostizierten in ihrem Buch „Empire“ im Jahre 2000 noch das Aufgehen der Nationalstaaten des Westens in einer imperialen Struktur und damit das Überleben des Kapitalismus. Davon ließen sich jedoch nur simple Gemüter täuschen, führende Philosophen bemerkten die gesellschaftlichen Verwerfungen und wiesen rechtzeitig auf Alternativen hin.

Hardt und Negri übersahen nämlich, dass der Wandel, den sie zwar richtig erkannten, vorerst lediglich ein gesteuerter Wandel blieb, der keine weitere Tiefenschärfe erlangen konnte. Er steht und fällt mit unserer Zustimmung oder Ablehnung! Allerdings müssen wir als Grundlage jeder gesellschaftlichen Veränderung zuerst die imperialen Figuren und Gestalten der Weltgeschichte erkennen, weil sie die eigentlichen Triebkräfte hinter den Entwicklungen sind. Die führende Rolle der Arbeiterklasse im Kommunismus ist eine imperiale Figur, die, mit bestem Gewissen, über alle anderen herrschen sollte.

Bei den imperialen Gestaltungskräften der Geschichte müssen wir grundsätzlich zwischen zwei völlig gegensätzlichen Motiven unterscheiden: Das Imperium als Machtinstrument und das Reich als Trutz- und Schutzraum. Das Britische Empire ist aus dem Zerfall des Römischen Reiches sowie der Weiterführung eines Teils seiner Ideen – Markterweiterung durch Unterwerfung – entstanden und wird davon bis heute getragen.

Das Deutsche Reich ist ebenfalls aus dem Zerfall des Römischen Reiches hervorgegangen, es führte allerdings mit der translatio imperii, der Krönung Ottos des Großen in Aachen, andere Ziele ein und schuf so die deutsche Reichsidee, als einen freiwilligen Zusammenschluss freier Völker in einem Schutz- und Trutzraum unter dem Schirm des stärksten Volkes. Beide Ideen sind insofern geschichtsmächtig geworden, als dass die eine die andere Idee bis auf das Blut bekämpft.

Lassen wir uns durch die Geschichtsbücher nicht verwirren, sie beschreiben, frei nach Napoléon, nur die Lügen, auf die sich die Historiker geeinigt haben. Die deutsche Reichsidee als Verbrechens­geschichte darzustellen ist so durchsichtig, dass man darüber eigentlich gar nicht zu sprechen brauchte. Eigentlich, denn die „britische Fraktion“ in Deutschland tut alles, um die eigene Vergangenheit als Fahrt durch die Geisterbahn darzustellen. Ob richtig oder falsch ist uninteressant, es geht um die Interessen bestimmter Kreise, nicht um Aufrichtigkeit dem eigenen Volk gegenüber…

Der beherrschende imperiale Gedanke der City of London und ihrer Dependance an der Wallstreet, alles und mit allem Mitteln dominieren zu müssen, führt dazu, dass, wie in Rom, Politiker gekauft, bestochen, erpresst werden, um Verrat an ihren eigenen Völkern zu üben.

Mit der hier skizzierten Schablone können wir auch verstehen, wie Großbritannien den Unabhängigkeitskrieg in Amerika verlieren und doch die amerikanische Revolution am Ende unterwandern konnte, und wie es nach dem Zerfall des Empire im I. Weltkrieg gelang, die Welt indirekt weiter zu dominieren und in Kriege zu stürzen, ungebrochen bis heute!

Imperiale Figuren sind etwas anderes als imperiale Gestalten und durch ihre Unterscheidung lernen wir aktuelle Ereignisse auf ihre eigentliche Substanz hin zu deuten. Eine Gestalt wäre zum Beispiel der britische Gentleman, der durch eine gewisse liebenswerte Unverschämtheit zahlreiche Romane, Opern und Schauspiele inspirieren konnte und so eine ganze Epoche prägte. Jedenfalls im angelsächsischen Raum.

Die hässliche Seite des „Gentleman“ entlockte Karl Marx allerdings entlarvende Gedanken über das brutale englische Kolonialregime in Indien. Marx sah die geschichtliche Aufgabe der Briten darin, die Traditionen zu zerstören. Später, nachdem viel Blut geflossen und die Tradition kaputt sein würden, sollte der Kommunismus die zerstörten Gesellschaften übernehmen! Das ist beileibe keine Historie, es ist noch immer aktuell und zeigt uns die Brüder im Geiste ohne Maske. Das könnte zu dem Gedanken verleiten, dass der kalte Krieg auch nicht ganz so ernst gemeint war.

Eine imperiale Figur dagegen ist ein Machtinstrument, dessen Kräfte nicht über die Bajonette seiner Soldaten hinaus reichen. Nehmen wir den Klimaschwindel. Ob sich das Klima ändert oder nicht, und wenn aus welchem Grund, ist nicht Gegenstand unserer kleinen Erörterung, deshalb wollen wir uns auf die hintergründigen Aspekte konzentrieren.

Mit dem Klimawandel als Hebel werden andere Völker gezwungen, ihren Volkswirtschaften Lasten aufzubürden, die sie unmöglich bewältigen können und die in der Folge zu einer Deindustrialisierung führen sollen. So werden sie weiter in der Abhängigkeit von IWF, Weltbank und zahlreichen NGOs gehalten, die uns hier als weitere imperiale Figuren auffallen, weil sie Instrumente sind, um den gegenwärtigen Zustand der Welt zu erhalten.

Stichworte sind hier die Abhängigkeit der Afrikaner, die sie gut und gerne allein bewältigen könnten. Das aber ist nicht gewollt und die bekannten Figuren spielen ihre Rolle als Helfershelfer der Geldmächte. Dabei ist die Obszönität der Live-Aid Konzerte kaum zu überbieten, wenn man bedenkt, dass sie die Folgen der verlogenen Politik sozialisieren! Und die Geldmächte können weiter machen ohne sich um die Folgen zu scheren, wir veranstalten einfach einen neuen Spendenaufruf und beruhigen unser Gewissen…

Nun ist es nicht so, dass wir keine nachhaltige Wirtschaft benötigten oder keinen Umweltschutz, die brauchen wir dringend, weil der gewissenlose Raubbau an unseren Ressourcen, wozu auch der Mensch an sich gehört, inzwischen einen Umfang angenommen hat, der die Welt, sollte es so weiter gehen, in eine lebensfeindliche Wüste verwandeln wird.

Die Verödung der menschlichen Intelligenz, unseres Mitgefühls und unserer schöpferischen Kraft ist ebenso ein Ergebnis imperialer Figuren, die heute unser ganzes Leben durchdringen und diesen Kreislauf zu zerbrechen ist die Aufgabe der Generationen, die heute auf der Erde leben.

Deutschland ist das einzige Land der Welt, welches in der Lage wäre, diese Moderne in einer neuen Form aufzuheben. Das ist gleichzeitig der innere Grund für die zwei verheerenden Kriege und die andauernde Besetzung Deutschlands, mit all ihren negativen Folgen für uns, alles andere ist Theaterdonner.

Im einem der kommenden Artikel wollen wir uns näher mit der Rolle der Medien als imperiale Figuren befassen, sowie einen Blick hinter die Kulissen der Geopolitik werfen. Wir werden dabei herausarbeiten, dass es grundlegende Unterschiede zwischen der englischen Geopolitik von Halford Mackinder und der deutschen Geopolitik von Karl Haushofer gab und wir werden versuchen, beide in die jeweilige imperiale Politik, bzw. die deutsche Reichsidee einzuzeichnen.

Um diese Artikelserie abzuschließen, werden wir einen Ausblick in die nächsten zwanzig Jahre wagen und dabei die deutsche Sozialtradition untersuchen, die ihre Wurzeln bereits in germanischer Zeit hatte. Dabei bedauern wir ausdrücklich, dass der Rahmen einer solchen Seite recht eng bemessen ist und wir uns lediglich auf grobe Skizzen zu beschränken haben.

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4 Kommentare zu “Die Folgen imperialer Figuren – eine Reform allein genügt nicht mehr

  1. Natürlich kann man die einzelnen Entwicklungen schildern, jedoch steht hinter allem eine treibende Kraft. – Macht und Herrschaft. Zunächst waren es die Kaiser, Könige, Monarchen, dann kamen die Industriellen und nun sind es die Banker ( Wer das Geld hat, hat die Macht.
    Wer die Macht hat, hat das Recht.
    Wer das Recht hat, kann es nutzen und verändern, zu seinem und anderer Nutzen) die alles versuchen unter Ihrer Kontrolle zu bringen und dabei schon weit voran gekommen sind.
    „Die Stunde hat geschlagen für die Hochfinanz, öffentlich ihre Gesetze für die Welt zu diktieren, wie sie es bisher im Verborgenen getan hat … Die Hochfinanz ist berufen, die Nachfolge der Kaiserreiche und Königtümer anzutreten, mit einer Autorität, die sich nicht nur über ein Land, sondern über den ganzen Erdball erstreckt.“

    Erklärung anlässlich der Gründung der internationalen Bankenallianz im Jahre 1913 in Paris

    Da sie aus den Hintergrund handeln ist es sehr schwer sie zu benennen.
    Politiker und Staatsmänner sind heute sehr oft nur noch wechselnde Marionetten.

  2. Vielen Dank für den Artikel.
    Ich finde es sehr gut beschrieben und freue mich schon auf die nächsten Artikel, da ich auch momentan auf Altertumsforschung bin.
    Ein Umbruch in der Gesellschaft und den germanischen Werten der Merowinger hat damals unter den Pabst, Hausmeier und den Karolinger stattgefunden.
    Vielleicht hilft dieser Link:
    http://gedankenfrei.wordpress.com/2008/11/08/karlsruhe/#more-3802

    Für mich passt alles immer besser zusammen, so von wegen:
    „Die Kultivierung des Sklaventums“, oder so.

  3. Die kultivierung des Sklaventums? Vielleicht eine Untertreibung…oder Übertreibung. Für mich wird es vor allem interissant, weil ich mir gerade die Kommentare durchlese^^

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