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Island: es geht weiter voran – mit der Megakrise

Es ist eine faszinierende und spannende, jedoch auch beängstigende Entwicklung, die wir in den letzten wenigen Wochen in Island sehen können. Der einzige Vorteil dabei ist, dass wir uns anschauen können, was auf uns zukommen wird.

Besser kann man es eigentlich nicht mehr haben, als live und quasi hautnah mitzuerleben, was in einer so großen Krise passiert. Alternativ kann man auch in der deutschen Geschichte kramen, was dann jedoch viele Jahrzehnte alte Informationen sind.

Der Vorteil für uns hier ist, wir können uns die Angst dadurch nehmen, indem wir sehen, was auf uns zukommt. Wir können uns somit auf das Herannahende wissentlich vorbereiten.

Zugegeben, für einige Dinge ist die Vorbereitungszeit wahrscheinlich längst abgelaufen. Wer beispielsweise noch einen hohen Kredit hat oder von einem Arbeitsplatz mit großer Kündigungswahrscheinlichkeit abhängt – zum Beispiel im Bereich Automotive – für den dürfte es nun auf Notfallplanung hinauslaufen. Denn so kurzfristig den Kredit abzulösen, durch Hausverkauf oder ähnliches, oder sich einen neuen, krisensicheren Job zu suchen, dürfte schwierig werden.

Dennoch, lassen Sie sich nicht entmutigen, sondern nutzen Sie diese einmalige Gelegenheit, sich zu informieren über das, was uns blüht. Durch Schließen der Augen verpassen Sie einzig die Chance der vorbereitenden Maßnahmen, die Krise selbst findet auch bei verschlossenen Augen statt.

Jetzt werfen Sie einmal einen aktuellen Blick nach Island mit Hannes Gamillscheg von Die Presse.com:

„Ich bin mit hohen Schulden ausgestiegen, und die Schulden wachsen weiter“, sagt die 30-jährige Jungunternehmerin. Denn sie hat auf Anraten ihrer Bank einen Fremdwährungskredit aufgenommen, wegen der günstigen Zinsen. Jetzt, im Island der Finanzkrise, hat die isländische Krone zwei Drittel ihres Werts verloren, und die Kreditsumme hat sich verdreifacht. „Ich habe mein Haus verpfändet, also muss ich weiterzahlen, sonst nehmen sie uns das Haus weg.“

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Der Verfall der Krone macht das früher so teure Island zu einem Schnäppchenland für Touristen. Für die Isländer ist die Wirklichkeit eine andere. Die sehen eine Inflation, die auf 20 Prozent zusteuert, und Lebensmittelpreise, die sich teilweise verdoppelt haben. Die Isländer, die sonst wahllos kauften, was sie haben wollten, schauen jetzt auch beim Diskonter sehr genau auf die Kosten.

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Ganz normale Arbeitnehmer luden sich Schulden auf, die sie nicht tragen können. In Reykjavik gibt es mehr dicke Schlitten als in Londons City, schicke Häuser, wo man vor einer Generation noch sehr primitiv wohnte, rasanten Lebensstil, alles auf Pump. Doch die Kredite wachsen mit der Inflation, der Leitzins beträgt 18 Prozent, die Schulden auf den Häusern sind höher als deren fallender Wert, und jetzt bangen alle um den Job.

[…]

Ehe es besser wird, wird alles noch viel schlimmer. Das nächste Jahr wird hart, ein Einbruch um zehn Prozent ist realistisch, jeder Dritte denkt daran abzuwandern.

Panik nützt uns allen nichts. Den Kopf in den Sand zu stecken ebensowenig. Augen auf, einmal kräftig schlucken und dann damit beginnen, sein eigenes Lebensumfeld genau zu prüfen und die notwendigen Maßnahmen zu ergreifen.

Wenn es doch nicht so schlimm kommen sollte, dann freuen Sie sich einfach. Falls es übel wird, dann wussten Sie es schon vorher und haben zumindest einiges dafür getan. Packen wirs an!

2 Kommentare zu “Island: es geht weiter voran – mit der Megakrise

  1. Ob die Flucht in den Euro etwas nutzen wird? Ich bin da skeptisch, weil auch dem Euro nachgesagt wird, er sei inzwischen ausgehöhlt.

    Im übrigen gehören alle sogenannte „Eliten“ des Westens abgelöst! Sie haben alle mitgemacht oder gekuscht oder nur weggesehen. Wenn ich nur sehen muß, wie unsere Neocons Merkel und Steimeier – nebst ihrem unappetitlichen Anhang – versuchen ihr perfides System zu retten wird mir schlecht und Wut macht sich breit.

  2. Gebot der Stunde wird wohl sein, Schrebergärten anzulegen und langsam wieder autark werden, wem solches möglich ist.

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