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Die Erde ist eine Scheibe

Es ist wirklich erstaunlich, wie manche Menschen – jung wie alt – an ihrem Weltbild festhalten können. Grundsätzlich mag der Mensch Stabilität, er braucht eine minimale Sicherheit. Er kann sich jedoch nur fortentwickeln, wenn er sein Wissen nie als unumstößlich betrachtet, sondern immer nur als sich ständig in Frage zu stellende Informationen.

Menschen, die diese Einstufung nicht hinbekommen, bleiben zwangsläufig an dem Punkt stehen, an dem ihnen ihr Weltbild zusagt. Sie werden von sich aus keine Tür öffnen, der ihr Weltbild in Gefahr bringen könnte.

Dieser Punkt entsteht zufällig. Es hängt von äußerlichen Einflüssen genauso wie von der inneren Reife ab, wann ein Mensch diesen Punkt erreicht und sich unterbewusst auf dieser Position „einfriert“.

Dennoch gibt es für die meisten Menschen einen Trigger, der dieses festgelegte Weltbild ins Wanken bringt und damit den Weg frei für das Lernen eines neuen Wissensstands macht. Dieser Trigger kann ein dramatisches Erlebnis sein oder auch eine einflussreiche Person im jeweiligen Umfeld, die einem unterbewusst den nötigen Anschub verpasst.

Einige Menschen jedoch sind regelrecht festgefahren. Kein noch starker Trigger, kein noch so traumatisches Erlebnis bringen diese dazu, ihr Weltbild in Frage zu stellen. Sie „wissen“ ja, genauer gesagt glauben sie zu wissen – was ein wesentlicher Unterschied ist. Dieses Festgefahrensein hängt unmittelbar mit Angst zusammen. Angst davor, bisher falsch gedacht oder gehandelt zu haben.

Die Erkenntnis, in der Vergangenheit auf einer vollkommen falschen Fährte gewesen zu sein, verunsichert diese Person so sehr, dass sie unbedingt versuchen wird, die neue wahrscheinliche Erkenntnis faktisch umzudrehen. Natürlich ohne Erfolg – wie man an der Scheibenform der Erde erkennen kann.

Letztlich muss sich jeder immer mit der Wahrheit arrangieren. Was nützt es, die Fakten zu verdrehen, um sein Weltbild zu retten? Schnell lügt man sich was in die eigene Tasche. Beginnt man dadurch ein beweisloses Argumentationsgebilde aufzubauen kommt man aus dieser Sackgasse nicht mehr heraus.

In Diskussionen sind diese Menschen schnell zu erkennen. Sie argumentieren schlicht ohne Argumente. Methodisch werden dafür z.B. folgende Wege verwendet:

  • Sie bezeichnen den anderen als Spinner oder Verschwörungstheoretiker.
  • Sie reagieren empört in der Art „Was fällt Dir ein, so etwas zu behaupten!“.
  • Sie ziehen das Thema und damit den Gegenüber ins Lächerliche.
  • Sie stellen sich dumm und tun so, als würden sie es nicht verstehen.

Gibt es einen Schlüssel, um diese Menschen zu „knacken“?

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