Aufschwung oder finale Propaganda?

© Gerd Altmann/Shapes:AllSilhouettes.com / pixelio.de

Niemand hat die Absicht, einen Aufschwung zu erfinden. Dieser findet real hier und heute statt. Zwar kann ihn nicht jeder sehen und schon gar nicht spürt ihn die Masse, aber es gilt bis zum bitteren Propagandaende: Unser Land erlebt einen Aufschwung XXL.

Die Geschichte lehrt uns jedoch, dass die Lügen stets umso größer werden, je aussichtsloser die Lage ist. Und tatsächlich, täglich hören wir neue Lügen. Dabei hat die finale Krise noch gar nicht begonnen.

Über den aktuellen Streit um das Streikverbot der Fluglotsen dürfte so mancher Arbeitsloser den Kopf schütteln, denn er wäre froh, überhaupt eine Arbeitsstelle zu haben. Andererseits ist die Forderung der Fluglotsen nach 6,5% mehr Lohn sehr bescheiden, schließlich müssen wir alle eine Inflationsrate von derzeit gut 10% pro Jahr hinnehmen. An die offiziellen 2-3% Propagandainflation glauben sicherlich nur noch die allerdümmsten Idioten, die weder tanken noch im Supermarkt einkaufen.

Während die einen vorübergehend freiwillig ihre Arbeit niederlegen wollen, trifft es an anderen Orten viele tausend Menschen unfreiwillig, weil sie nämlich gleich ganz zu Hause bleiben können: Sie stehen kurz vor dem Verlust ihrer Anstellung. Und das mitten im Jahrhundertaufschwungs-Getrommel der Bundesregierung.

Dabei leidet unser Land nach Aussagen der obersten „Experten“ doch eigentlich sogar unter einem Fachkräftemangel, der ganz dringend mit noch mehr Zuwanderung von hochkarätig ausgebildeten Menschen aus aller Herren Armenländer gedeckt werden muss. Gleichzeitig strömt uns das Geld aus allen Poren, sodass wir genügend Kapazitäten haben, um nicht nur ein paar kleine Euro-Krisenländer zu stützen, sondern die Schulden der gesamten Eurozone aufkaufen und die kränkelnden Länder retten könnten – und wohl auch werden.

Ganz so weit her kann es mit diesem Aufschwung allerdings nicht sein, denn laut Presseberichten sind insbesondere die Mittelständler bedroht, weil sie von den Banken kein zusätzliches Kapital mehr erhalten würden. Nun, wieso fehlt es denn so sehr an Geld in Zeiten eines behaupteten gigantischen Konjunkturhochs?

Angeblich sei dies ein bekanntes „Phänomen“ nach einer tiefen Rezession. Wahr ist vermutlich eher, dass der gesamte Aufschwung eine Kombination aus Kreditblase und Lüge ist. Doch es ist bereits wieder irrelevant, sich darüber den Kopf zu zerbrechen, denn die Wirtschaftsachterbahn setzt gerade wieder an zum fast senkrechten Absturz:

Das Handelsblatt am 01.08.2011:

Telekom streicht bis zu 1600 Stellen

[…]

Das sind knapp acht Prozent aller Posten in der Konzernverwaltung.

Der Unternehmer.de am 01.08.2011:

Drohende Entlassungen bei EnWB

Bei dem in die Verlustzone geratenen Energieversorger EnBW wird ein Stellenabbau immer wahrscheinlicher.

Der Spiegel am 01.08.2011:

Der Energieriese E.on verärgert seinen Betriebsrat: Der Konzern plant nach SPIEGEL-Informationen Hunderte Stellen abzubauen und Standorte zu schließen.

Die Markenpost am 26.07.2011:

Rote Zahlen: 3000 Entlassungen bei Media Markt und Saturn

Natürlich berichten die Medien vorrangig von den Konzernen, aber im Kleinen sieht die Lage insgesamt natürlich kein bisschen besser aus. Genausowenig im Ausland, auch von dort werden stattliche Negativzahlen genannt:

Der Focus am 19.07.2011:

Cisco Systems entlässt rund 6.500 Mitarbeiter

Die Computerworld am 26.07.2011:

Der Blackberry-Hersteller Research in Motion (RIM) entlässt 2000 Mitarbeiter.

Der Tages-Anzeiger am 25.07.2011:

Stellenabbau bei UBS und CS erwartet

[…]

Die Schuldenkrise und das Frankenhoch bereiten Schwierigkeiten. Experten rechnen gar mit Massenentlassungen.

Die Berliner Morgenpost am 02.08.2011:

Die britische Großbank HSBC tritt mit Wucht auf die Kostenbremse und streicht trotz eines Milliardengewinns jede zehnte Stelle. Konzernchef Stuart Gulliver kündigte am Montag den Abbau von insgesamt 30 000 Arbeitsplätzen weltweit an.

Die Tagesschau am 02.08.2011:

Vorboten des Abschwungs

Über viele Banken rollt derzeit eine Entlassungswelle – vor allem im Investmentbanking. Getroffen wird auch der Finanzplatz London. Doch die Entlassungen sind nach Überzeugung des Bankenexperten Parker ein Zeichen für eine abflauenden Konjunktur.

Vermutlich bekommt all diesen Unternehmen das hohe Tempo des Aufschwungs nicht und sie erliegen ganz einfach einem wirtschaftlichen Geschwindigkeitsrausch.

Wahrscheinlicher dagegen dürfte sein, dass den Propagandisten ihr erlogenes Ende der Finanz- und Wirtschaftskrise allmählich um die Ohren fliegt. Die Krise war nämlich nie zu Ende, sie wurde lediglich mit weiterem Kreditgeld zugeschüttet.

Lange hält eine derartige Maßnahme nicht vor, wie wir augenblicklich speziell an der Euro-Krise erleben – aber natürlich handelt es sich dabei nach einhelliger Meinung der Politik nicht um eine Euro-Krise, sondern lediglich um eine Schuldenkrise. Das Resultat ist freilich dasselbe, denn zum einen kollabiert die Wirtschaft, zum anderen die Währungen und schlussendlich auch noch die Staaten.

Aber Politiker benötigen schließlich eine Existenzberechtigung – zumindest in ihren Augen – und daher kämpfen sie zur Zeit mit Worten wie noch selten zuvor. So richtig trauen sie sich zwar noch nicht, die Wahrheit zu sagen, aber der Trend hin zum verbalen Offenbarungseid ist unverkennbar. Die Welt zitierte am 25.07.2011 Angela Merkels diesbezügliches kleines Vorstößchen:

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) schließt nicht mehr aus, dass deutsche Steuerzahler für die Rettung Griechenlands zahlen müssen. […] Bislang hatte die Kanzlerin gern darauf verwiesen, dass Deutschland mit Hilfskrediten für klamme Euro-Länder am Ende sogar Gewinn machen könne.

Wen genau Merkel mit „Deutschland“ meinte, ist nicht überliefert. Aber vermutlich meinte sie die Deutsche Bank, denn die systemrelevanten Banken waren bisher immer Profiteure der Krise.

Wieviel wird uns Griechenland denn nun tatsächlich kosten, Frau Merkel? Bitte nicht so neugierig sein, lieber Bürger, es kostet eben „was“ – sicherlich nur ein paar Erdnüsse, zu neudeutsch Peanuts.

Und was passiert, wenn zu Griechenland auch noch Spanien oder Italien oder beide hinzukommen? Dann kostet es eben „nochmal was“. Ist die lineare Interpolation denn wirklich so schwer, lieber Bürger bzw. Bürge?

Merkels Gelassenheit ist selbstverständlich gespielt, denn so blind und naiv kann kein Mensch sein, schon gar nicht in solch einer Position. In Wirklichkeit bangen und zittern die Machthabenden samt ihrer Laiendarsteller nämlich ununterbrochen, sprich die Bänker und ihre Politiker haben wohl fast nur noch schlaflose Nächte.

Wie diesen Leuten der Angstschweiß in Bächen von der Stirn rinnt, wird im dem Artikel des Spiegel vom 14.07.2011 deutlich:

Der Vorstandschef des zweitgrößten US-Geldhauses JP Morgan Chase macht sich Sorgen – wegen der US-Schuldenkrise und vor allem wegen des noch immer ungelösten Streits über die Anhebung der gesetzlichen Verschuldungsgrenze.

Klar macht der Mann sich Sorgen. Diese Mächtigen haben fürchterliche Angst vor dem großen Knall, weil sie dann schlagartig vor dem Nichts stünden und ihre schon heute real bankrotten Banken zumachen könnten.

Da stellt sich die Frage, wenn das ganz große System wirklich gesteuert ist, wer steuert es denn zentral? Die Großbänker sind es damit nicht, denn warum sollten diese eine solche Schau abziehen? Nein, diese Leute haben wirklich Angst davor, ihr Geld und damit ihre Macht zu verlieren.

Gesteuert sind vielleicht noch am ehesten die vorbereitenden Maßnahmen, welche bezüglich der Folgen eines schnellen oder auch langsamen Crashs seitens der Machtelite eingeleitet wurden und werden. Überall tendieren die Regierungen nämlich in Richtung Überwachungsstaat, mit fadenscheinigen Begründungen. Aber das System selbst ist aller Wahrscheinlichkeit nach schon längst völlig außer Kontrolle.

Anhand des jüngsten 109 Milliarden Euro Rettungspaketes für Griechenland ist genau dieser Kontrollverlust deutlich zu erkennen, denn dieser gigantische Geldregen hat lediglich für eine Woche Ruhe an den Finanzmärkten gesorgt. Eine zentrale Steuerung der Welt sieht aber anders aus.

Mehr oder weniger wissen Bänker und Politiker über das Kernproblem zwar Bescheid, aber sie arbeiten nur jeweils solange kooperativ zusammen, bis es ihnen persönlich an den Kragen geht. Dann werden auch die scheinbar besten Freunde zu erbitterten Feinden. Diese Phase wird erst noch kommen.

Schlussendlich wird das System in naher Zukunft völlig unkontrolliert gegen die Wand fahren, es sei denn, die Mächtigen schaffen es auf unvorhersehbare und wundersame Weise doch noch, die Welt in eine Großdiktatur zu verwandeln – möglicherweise am Zenit des großen Knalls unter der Deckung von weltweiten Konflikten.

Uns bleibt wohl nichts weiter übrig, als abzuwarten, wie sich die Lage entwickelt, denn beeinflussen können wir sie nicht. Wer schlau ist, verlässt sich dabei nicht auf die heutigen, noch immer perfekt funktionierenden Versorgungssysteme, sondern sorgt entsprechend für das Undenkbare vor.

Besonders spaßig dürfte die kommende Katastrophenveranstaltung insgesamt kaum werden, daher können Sie in Sachen Vorsorge auf Popcorn weitestgehend verzichten. Ach ja, wer schon einmal spickeln will, wie das große Spiel enden wird, der kann das gleich damit verbinden, sich in wirkliche und ewige Sicherheit zu bringen.

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12 Kommentare

  1. am 7. August 2011 um 23:12 1 Eso-Vergelter

    Der Widerstand gegen die Nato und die chinesische Volksbefreiungsarmee wächst explosionsartig. Siehe dazu
    http://www.icasualties.org/oef
    Und in Europa wächst der Widerstand gegen Kapitalismus und Völkervermischung explosionsartig. Bei der Wahl in Berlin werden die FW und Pro D viele Stimmen bekommen. Dann werden u. a. die herkömmlichen Autos durch 1-Liter-Autos ersetzt. Und der €uro wird durch regionale Gelder mit Umlaufgebühr ersetzt.

  2. am 8. August 2011 um 14:24 2 Matt Sorum

    @Eso-Vergelter, die nächste Stadt, die dem hier folgt
    http://www.regiogeld.de/initiativen.html
    wird m. W. Braunschweig sein und die ist nicht gerade sehr klein. Deine Beobachtungen sind richtig.

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