Erst noch ausschlachten oder direkt auf den Biomüll?

© Thorben Wengert / pixelio.de

Für die meisten Menschen ist das Thema Tod während ihres Lebens weitestgehend tabu. Dementsprechend wird auch kaum ein Gedanke über die umstrittene Organspende verloren.

Das soll sich nun möglicherweise ändern, per Gesetzeszwang, wie auch bereits in anderen Ländern. Doch kaum einer der potenziellen Spender ist sich dessen bewusst, auf was er sich dabei in Wahrheit einlässt, denn die Frage nach dem wirklichen Todeszeitpunkt ist mehr als unklar.

Organspende ist auf jeden Fall ein unterstützenswertes Thema – zumindest für typisch obrigkeitshörige Gutmenschen, für die es schließlich völlig unüblich ist, sich über solche Themen in Eigeninitiative umfassend zu informieren. Der Verblödungsverstärker genügt in aller Regel, um dieses Publikum für jedes entsprechendes Vorhaben zu gewinnen.

Daher findet diese gerade neu aufgelegte Diskussion sicherlich auch entsprechenden Zuspruch und wir müssen davon ausgehen, dass in der üblichen Manier unserer Volksvertreter wie gewohnt eine Entscheidung gegen jede Vernunft und wider alle Fakten gefällt wird. Alles andere wäre erstaunlich und wirklichkeitsfern und würde die ansonsten bereits vollständig entmündigten Bürger positiv überraschen, denn auch bei der Organspende geht es – wie könnte es anders sein – um Geld.

Konkret soll nun entschieden werden, ob eine Neuregelung auf der Entscheidungs- oder der Widerspruchslösung basieren soll. Die Entscheidungslösung sieht vor, Bürger nach ihrer Zustimmung zu befragen und niemanden gegen seinen Willen zur Spende zu zwingen. Bei der Widerspruchslösung dagegen müsste jeder von sich aus aktiv werden, wenn er nach seinem Tode nicht automatisch und unfreiwillig ausgeweidet werden möchte. Am 29.06.2011 schrieb der Focus zum Thema:

Ärzte in Spanien dürfen jedem Toten Organe entnehmen und transplantieren, sofern kein Widerspruch vorliegt. Mangel an Spenderorganen kennt man dort nicht. […]

Die Gesundheitsminister von Bund und Ländern haben sich am Mittwoch in Frankfurt getroffen, um über eine neue Regelung für Organspenden zu beraten.

Ist das Thema denn wirklich so wichtig? Schließlich geht es doch nur um die Frage, ob sich jemand vollständig begraben oder einäschern lassen möchte oder ob er zuvor noch das Verwertbare zur medizinischen Verfügung stellt. In der Theorie mag die Organspende zwar völlig harmlos daherkommen, denn auf die folgende Frage antworten sieben von zehn Bürgern pauschal mit „Ja“:

Würden Sie einer Organentnahme nach Ihrem Tod zustimmen?

Aber ist diesen Leuten denn tatsächlich auch bewusst, was sie da sagen? Sofern sie im konkreten Fall einmal vor einem toten Menschen stünden, der offiziell zur Organspende bereit war, wüssten sie, was das Problem ist: Wann ist dieser Mensch denn nun definitiv tot? Wenn er erkaltet ist? Sicher, doch dann taugen seine Organe höchstens noch fürs medizinkundliche Museum.

Der Kern der Problematik ist, wie kann ein für eine Transplantation brauchbares und damit noch lebendes Organ aus einem toten Körper entnommen werden? Ab wann ist eigentlich ein Mensch wirklich tot? Ist es sein Hirntod? Und selbst wenn, wie sicher ist dieser denn überhaupt feststellbar? Könnte es nicht sein, dass die „moderne Medizin“ mit dieser Art von Diagnose genauso im Dunkeln tappt, wie in der gesamten Ursachenforschung von Krankheiten auch?

Wer sich gegen Organspende ausspricht, wird gerne mit Fragen konfrontiert, ob er sich selbst im schlimmsten Falle nicht auch ein Spenderorgan wünschen würde. Diejenigen, welche mit solcher Argumentation daherkommen, sollten sich einmal den Bericht der Bild vom 24.06.2011 zu Gemüte führen:

Nach einem Zusammenbruch […] wird die Russin Fagilyu Mukhametzyanov (49) in ein Krankenhaus eingeliefert. Wenig später erklären die Ärzte die Frau für tot.

[…]

Rasch wird eine Trauerfeier ausgerichtet. […]

Schließlich öffnet sie ihre Augen und begreift, wo sie ist. […]

Sie ist auf ihrer eigenen Beerdigung […]. Erschrocken schreit sie los, dann erleidet sie eine Herzattacke.

[…]

Die Ärzte können seine Frau nicht retten, ihr Herz versagt.

Die Dame hatte wirklich Pech, denn ihr zweiter Tod wäre ihr wahrscheinlich erspart geblieben, hätte sie einer Organspende zugestimmt, weil dann hätten die Ärzte garantiert ganze Arbeit geleistet.

Wer einigermaßen bei Verstand ist, meidet bereits zu Lebzeiten die Weißkittelfraktion so weit es geht und sollte sich erst recht nicht nach seinem – vielleicht nur vermeintlichen – Tod in deren Hände begeben. Der Verein „Kritische Aufklärung über Organtransplantation KAO“ schreibt in diesem Zusammenhang:

Wussten Sie schon…?

  • Der vollständige Ausfall aller Gehirnfunktionen – „Hirntod“ – ist nicht feststellbar.
  • Hirntod ist eine Definition, um dem Sterbenden ungestraft Organe entnehmen zu können.
  • Hirntote müssen ernährt, gepflegt, überwacht, getestet und mit Medikamenten versorgt werden.
  • Notfalls werden sie wiederbelebt!
  • Sie sind warm, der Stoffwechsel funktioniert.
  • Hirntote Frauen können Kinder gebären, hirntote Männer können Erektionen haben.
  • Hirntote können Reaktionen auf äußere Reize zeigen. Bewegungen der Arme und Beine sind möglich.

Zu Recht kommt daher nun auch gleichzeitig die Debatte um den Todeszeitpunkt auf. So zumindest stellt es sich in einem Artikel des Ärzteblattes vom 29.06.2011 dar:

Hirntote Frauen hätten noch nach Wochen gesunde Kinder zu Welt gebracht […]. „Wir brauchen eine grundsätzliche Debatte darüber, wann ein Mensch tot ist, und zwar sehr offen und ohne Tabus.“

Hier befinden wir uns wieder einmal ganz offensichtlich an einer Grenze der Wissenschaft, denn wie wir diese Branche inzwischen von vielen anderen Seiten her kennengelernt haben, regiert auch in der Forschung nicht das Gute, sondern lediglich der Ehrgeiz, der brutale Wettbewerb und schlussendlich das Geld. Wer möchte sich denn gerne von diesen in weiten Teilen abhängigen und käuflichen Fraktionen seinen persönlichen „CO2-Fußabdruck“ diktieren lassen? Und wer seinen Sterbezeitpunkt?

Jedem, der sich schon einmal näher mit der Germanischen Heilkunde befasst hat, wurde irgendwann klar, wie korrupt und verlogen unser gesamtes Medizinwesen heute ist. Hier besteht daher mehr als nur eine klitzekleine Unsicherheit in Bezug auf die Vertrauenswürdigkeit von Ärzten. Es geht bei der Organspende schließlich nicht nur um Leben und Tod, sondern auch immer um viel Geld. Letzteres spielt sich zwar nicht unbedingt offen ab, was die Sache aber kaum seriöser macht.

Sofern es nun gar um die offizielle Feststellung des eigenen Todes geht, wird die Sache mehr als fragwürdig, wenn der diagnostizierende Arzt oder entsprechende Kollegen gleichzeitig dringend ein Spenderorgan für einen „wichtigen“ Patienten benötigen. Warum sollten denn ausgerechnet in diesem Falle Ärzte ethischer vorgehen als in anderen Fällen, wie beispielsweise bei der tödlichen Chemotherapie, wo es ebenfalls um sehr viel Geld geht?

Die Neuregelung in der Form der Widerspruchslösung würde außerdem einer weiteren Problematik Tür und Tor öffnen: Dem Organhandel. Wenn eine Leiche nämlich erst einmal auf dem Seziertisch liegt und auf die Schnelle kein Widerspruch zur Organentnahme bei der Person gefunden wird, dann wird großzügig ausgeschlachtet. Der Schritt zur absichtlichen Tötung, um Organe eines ganz bestimmten Typs zu erhalten, ist dann nicht mehr weit.

Wir sind zwar nur eine endliche Zeit auf der Erde und können unsere Körper nach unserem Tod auch selbst für nichts mehr gebrauchen, doch solange nicht hundertprozentig geklärt ist, ab wann ein Mensch tatsächlich unumkehrbar tot ist, bleibt diese ganze Metzgerei an Menschen ein Spiel in der dilettantischen Art nach Frankenstein.

Zum Schluss noch ein Zitat des Vereins KAO:

Erst nachdem unsere Kinder beerdigt waren, haben wir begriffen, wozu wir ja gesagt hatten. Wir haben begriffen, dass lebende Organe nicht von Menschen entnommen werden können, die so tot sind, wie wir es uns vorgestellt hatten. Wir haben unsere Entscheidung daher bitter bereut. Durch unsere Zustimmung waren unsere Kinder in ihrem Sterbeprozess, in dem sie unserer besonderen Liebe bedurften, ungeschützt alleingelassen und einer Organentnahme überantwortet, die uns hinterher wie das Ausschlachten eines Autowracks erschien.

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Literatur zum Thema Überwachung

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9 Kommentare

  1. am 1. Juli 2011 um 14:26 1 Thorben

    Bisher habe ich einen Organspendeausweis dabei, in dem ich nur spezielle Organe zur Entnahme angegeben habe. Sollte es eine Entscheidungspflicht geben, ob Organe gespendet werden oder nicht, werde ich mich gegen die Entnahme entscheiden. Somit steht dann ein Organspender weniger zur Verfügung, der ansonsten in Teilen zugestimmt hätte für den Zeitpunkt. Denn bisher habe ich ja die Möglichkeit bei veränderten Lebens-Umständen einfach den Organspendeausweis zu vernichten.
    Man weiß doch vorher nie welche Veränderungen das Leben bringt, daher bin ich gegen eine Festlegung auf Lebenszeit.
    Diese ganze Bürokratie wird viele Organspendewillige abhalten weiterhin ihre Organe anderen zur Verfügung zu stellen.

    In meiner jetzigen Lebenssituation bin ich gerne bereit anderen Menschen nach meinem klinischem Tod einige Organe abzugeben, damit diese Menschen eine Hoffnung auf ein besseres Leben haben.

    Bei einer entgültigen „Pflicht-Entscheidung“ auf Lebenszeit, werde ich mich aber gegen eine Organentnahem entscheiden!

    Organspende ist ein sehr sensibles Thema, sollte jedoch viel mehr in der Öffentlichkeit angesprochen werden.
    Aber diese Zwangsentscheidung halte ich für grundsätzlich verkehrt.

    Gehört unser Körper etwa auch schon den Politiker, Ärteverbänden,… , daß sich diese Leute darüber den Kopf zerbrechen?
    Die bisherige freiwillige Angabe der Organspende genügt doch allen.
    Was fehlt ist nur die gesunde Öffentlichkeitsarbeit zu dem Thema Organspende.

    Wie es jetzt gemacht werden soll, könnte es ungesund sein, und es wird vielleicht noch weniger Organspender geben.

    Alles nur meine Meinung.

  2. am 1. Juli 2011 um 14:58 2 Charly W.

    Ein Mensch ist tot wenn er riecht: „Oh Herr er riecht schon“

    Viele „Gutmenschen“ wollen so schnell wie möglich andere Menschen mit den Organen noch warmer Hirntoter retten.

    Es würde mich nicht wundern wenn demnächst Menschen der organerhaltende Suizid empfohlen wird um die noch verwertbaren Teile spenden zu können. So absurd kann ich mir das gut vorstellen, analog zur Selbstzerstörung unseres Volkes (Selbstkasteiung) und seiner Zukunft weil eben „Tätervolk“.

    Schrecklich, wir sind Opfer einer wohlgeplanten gefühlsbetonten Gehirnwäsche. Alles ist in Wirklichkeit ein Riesengeschäft wo Superreiche sich mit Organen eindecken können wenn eine neue Leber, Niere oder Hornhaut nötig ist. Die Händler und Operateure verdienen dabei lustig mit.

  3. am 3. Juli 2011 um 10:23 3 Maria Jansen

    Hallo zusammen
    ich würde nie einer Transplantation zustimmen auch für mich nicht. Ich bin so geboren und werde auch so gehen wenn das so kommen sollte. Das ganze richt für mich wieder nach Geschäft.
    Wenn ein armer da liegt der das Organ benötigt und ein Reicher ich wüßte nicht wer es bekommt. Allles klar. Für mich kein Thema und ob es von Gott gewollt ist wage ich zu bezweifeln. Lebt gesund entsäuert euch dann werdet ihr auch nicht so schnell krank.
    Liebe Grüße an euch alle

  4. am 7. Juli 2011 um 12:29 4 Juli66

    Danke für den Artikel. Die Feststellung des Todeszeitpunktes ist seit Menschengedenken keine sichere Angelegenheit. Eltern müßte es daher verboten werden eine Zustimmung zur Organentnahme ihrer Kinder zu erteilen.
    Da dies aber nicht einmal in Erwägung gezogen wird sollte man sich fragen wer die Interessen der Gesetzgebung lenkt.

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