Großer Knall oder Krise auf Raten?

© Gerd Altmann / pixelio.de

Die vergangenen drei Jahre haben gezeigt, dass eine zerstörerische Finanzkrise, ausgelöst durch ein kaputtes Schneeball-Geldsystem ohne Deckung durch reale Werte, durchaus über einen erstaunlich langen Zeitraum unter Kontrolle gehalten werden kann.

Bereits Anfang 2008 war für viele Informierte der Fall klar: Dieses Finanzsystem ist am Ende und der leichteste Hauch eines Krisenwindes wird es sofort umhauen. Doch wider Erwarten hielt das Gebilde bisher sogar einigen Stürmchen stand, nur wie lange noch?

Falsche Frage, denn unser Finanzsystem steht doch heute sogar besser da als vor der Krise. Nun ja, Letzteres ist lediglich die offizielle Aussage und eine glatte Lüge, allerdings glauben durchaus die meisten Leute diese beispiellose Propaganda blind. In Wirklichkeit knirscht und kracht das System an jeder Ecke und ständig werden irgendwo neue Finanzdübel hineingedreht, in der Hoffnung, dem maroden Murks wieder echte Stabilität zu verpassen.

Ob die Führungselite tatsächlich daran glaubt, die große Katastrophe, den finalen Zusammenbruch mit ihren panischen Rettungsversuchen verhindern zu können, ist unklar. Wäre ihnen bewusst, dass jegliches Herumhantieren an den Stellschrauben des Finanzsystems und das Zuschütten mit immer mehr und mehr neuen Geldern, nur eine Verzögerung des Endes bringt und die Fallhöhe vergrößert, hätten die meisten von ihnen längst das Weite gesucht.

Einige haben das zwar schon getan, aber wir können hier nur spekulieren, ob ihr jeweiliger Abgang mit dem Bewusstsein über das Kommende und Unaufhaltsame zusammenhängt. Trieb z.B. den hessischen Ministerpräsident Roland Koch, den Bundespräsidenten Horst Köhler und den Chef der Bundesbank Axel Weber das Wissen über drohendes Ungemach vorzeitig aus ihren Ämtern oder wird dabei zuviel hineininterpretiert?

Tatsache ist jedoch, dass ein so penetrantes Kleben an den Sesseln wie bei Angela Merkel, Wolfgang Schäuble und der gesamten EU-Führerschaft entweder aus unglaublicher Naivität, aus purer Blindheit oder aus einem besonderen Wissen heraus geschieht. Glauben diese Figuren wirklich, sie könnten das sterbende Geldsystem in der fast senkrechten Exponentialkurve noch retten? Oder wissen sie von einem absolut wasserdichten Plan, der das mathematisch logische Ende doch noch verhindern kann?

Vielleicht ist es auch nur eine Kombination aus unbändigem Machthunger à la „freiwillig bringt mich hier keiner von meinem Posten“ und einem bereitstehenden Rettungshubschrauber in die Karibik, aber in jedem Fall muss die Liebe zum jeweiligen Amt unglaublich groß sein. Es sei denn, diesen Figuren droht bei Zuwiderhandlung Gefahr aus dem Hintergrund von den wahren Steuerern der Welt und sie agieren rein aus Angst oder weil sie ihren Lohn erst nach vollständiger Erfüllung diverser Aufgaben erhalten, fast alles ist denkbar.

An die Dummheit dieser Leute sollten wir weniger glauben. Doch ohne genau zu wissen, was ihr eigentlicher Antrieb für diese Art von Kamikaze ist, kommen wir nicht weiter und es bleibt nur das Kopfschütteln.

Immerhin wachen so nach und nach nicht nur die Medien auf – es hat ja auch nur Jahre gedauert – sondern einige wenige Exemplare aus der „niederen“ Politik begreifen ebenfalls, was uns allen bevorsteht. Wollen uns unsere „Volksvertreter“ plötzlich etwa wirklich vertreten? Oder ist es einfach nur die nackte Angst vor dem unglaublichen Zorn der eigenen Wähler aus dem Wahlbezirk, der ihnen allmählich den Schweiß auf die Stirn treibt?

Noch gibt es kaum Widerstand in der Berliner Politik. Nur ein paar unbelehrbare Zweifler unter den Abgeordneten scheinen sich der angeblich alternativlosen Strategie zu verweigern. Diese Minderheit wird sich allerdings schlagartig in eine große und wiederum plötzlich völlig einige Mehrheit verwandeln, wenn erst einmal unsere Euro-Mitgefangenen in der EU ihre Abgeordneten das Fürchten gelehrt haben. Dann wird auch bei der rückgradlosen Masse im Reichstag der Überlebensreflex aktiviert werden, wetten?

Ein Artikel in RP-Online am 12.06.2011 zeigte sehr eindrücklich, wie einerseits mit verdeckten und gleichzeitig mit ganz offenen Karten seitens der Politik gespielt wird:

An dem Grundgedanken, private Gläubiger an den Kosten der Krise zu beteiligen, sei nichts falsch […]. „Im Gegenteil, es wäre sinnvoll, weil so die Gläubiger mit in die Verantwortung für ihre Anlageentscheidungen genommen werden, und es entlastet die Steuerzahler.“

Gemeint ist hier, die Banken ihre Verluste zum Teil selbst tragen zu lassen, anstatt ihnen ständig und unaufhörlich das Geld der Steuerzahler billig hinterherzuschmeißen. Doch zum einen ist diese Aussage populistisch, weil der Bundesbank-Präsident Jens Weidmann natürlich weiß, dass die Banken gerettet werden müssen, soll das System nicht direkt in sich zusammenklappen.

Und zum anderen ist es einfach nur verlogen, weil diese Beteiligung in letzter Konsequenz bedeutet, den Anlegern und Sparen eben doch wieder ihr Geld zu rauben. Diesesmal zwar nicht durch den Staat, dafür aber durch den Verlust der Sparguthaben und Vermögensanlagen. Dieses wird ganz konkret und offen angesprochen, denn zu Beginn des Artikel hieß es:

Nach Ansicht von FDP-Generalsekretär Christian Lindner wären nicht nur Aufschwung und Beschäftigung hierzulande stark gefährdet. Die Ersparnisse der Bürger seien ebenfalls bedroht.

Diese schöne Umschreibung von der „freiwilligen Beteiligung der privaten Gläubiger“ verdeckt wunderbar, dass hier eigentlich ganz offen die Rede vom Geld der Anleger ist. Somit wird auch klar, warum insbesondere unsere Regierung darum bemüht ist, Griechenland vor der Staatspleite zu retten bzw. ständig von einer Umschuldung spricht, denn im Falle der Pleite könnten die deutschen Forderungen gegenüber griechischen Schuldnern komplett abgeschrieben werden. Das würde sicherlich in einem Volksaufstand enden.

Während die einen noch um jeden Preis die Verbreitung der bitterbösen Wahrheit bzw. deren Geschehen verhindern möchten und lediglich durch die Blume in versteckter Politikersprache herumstottern, rufen andere bereits offen zur Revolution auf. Der folgende Ausschnitt ist ein Auszug aus der Harald Schmidt-Sendung vom 02.06.2011 – der letzte Teil aus dem Gespräch mit dem Dramatiker Rolf Hochhuth – und ist ein echter, konkreter Aufruf zu einer gewaltsamen Revolution:

Video in neuem Fenster ansehenVideo gelöscht?

An der Reaktion von Harald Schmidt und am Gelächter des Publikums können Sie erkennen, wie das dumpfe Volk in der Mehrheit total verblendet und regelrecht betäubt ist, sodass diese absolut ernst gemeinte Aufforderung von Herrn Hochhuth, die EU-Herrschaft mittels Gewalt zu beenden, offensichtlich als reine Satire betrachtet wird. Das verwöhnte und gesteuerte Publikum kann sich beim besten Willen nicht vorstellen, dass dieser ältere Herr wirklich das meint, was er sagt.

Es ist höchst tragisch, an einem Punkt angekommen zu sein, der offensichtlich tatsächlich keinerlei friedliche Lösung mehr ermöglicht, um das Übel zu beseitigen und den korrupten Betrug zu beenden. Aber noch viel tragischer ist, dass den Menschen scheinbar überhaupt nicht bewusst ist, dass wir unmittelbar an dieser Schwelle stehen und es theoretisch nur wenige Tage dauern könnte, bis sie überschritten wird.

Wir werden sehen, ob sich die voranschreitende Krise auch weiterhin auf ein Zeitlupentempo drosseln lässt oder ob es am Ende doch noch zu einem großen und fatalen Knall kommen wird. Im Moment ist das schwer vorherzusagen, aber die langsame Variante ist sicherlich das bevorzugte Modell unserer Noch-Elite.

Allerdings stehen die Zeichen nicht gut für die Hinauszögerer, denn irgendwann brechen die bereits aufgeweichten Deiche, wenn der Druck dahinter nicht abgebaut, sondern stattdessen sogar immer weiter erhöht wird. Sind Sie denn vorbereitet auf das Undenkbare, in jeder Hinsicht?

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Literatur zum Thema Krise

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18 Kommentare

  1. am 21. Juni 2011 um 00:54 1 durchgangsposten

    Schön, dass jemand mal diese Gedanken anschneidet. Geht sicher vielen durch den Kopf.

    Todgesagte leben länger!

    Ich vermute mal mit 2008 hat man das Finanzsystem an den Abgrund gerollt, auf Kippe gelegt. Wenn irgendwer bestimmtes (Strippenzieher) mit dem Finger schnippen, kippt das System gen Abgrund. Zu einem gewählten Zeitpunkt. Da alles schon über dem Limit ist, kann man den sicherlich jetzt besser koordinieren und erklären.

    Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Herrscher dieses Finanzsystems derart verschlafen sind.

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