Glaub doch, was du willst

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Nach dem Grundgesetz genießt der Glaube bzw. die Religion eines jeden Bürgers uneingeschränkten Schutz. Im Gegensatz zu vielen Ländern der Welt darf bei uns niemand wegen seines Glaubens verfolgt oder benachteiligt werden.

Soweit die Theorie. In der Praxis beschäftigen sich jedoch Gerichte mit Kruzifixverboten und verbalen Glaubensbekenntnissen von Angestellten. Echte Glaubensfreiheit ist in Wahrheit längst nicht mehr gegeben, der gesellschaftliche Druck engt insbesondere gläubige Christen immer stärker ein.

Artikel 4 des Grundgesetzes besagt:

  • (1) Die Freiheit des Glaubens, des Gewissens und die Freiheit des religiösen und weltanschaulichen Bekenntnisses sind unverletzlich.
  • (2) Die ungestörte Religionsausübung wird gewährleistet.
  • (3) Niemand darf gegen sein Gewissen zum Kriegsdienst mit der Waffe gezwungen werden. Das Nähere regelt ein Bundesgesetz.

Zunächst einmal klingt das alles wirklich prima und das Gesetz scheint sogar Gutmenschen-tauglich zu sein. Doch halt, ganz so viel Freiheit hat der Gläubige dann doch nicht, denn sobald er den Mund aufmacht, um seine Überzeugung kund zu tun, gibt es Ärger.

Ein Beispiel für die offensichtlichen Grenzen dieser Freiheit ist der jüngst beendete Rechtsstreit eines Call-Center-Mitarbeiters, der seinen Arbeitsplatz wegen „zuviel gelebten Glaubens“ verlor, wie der Focus am 20.04.2011 berichtete:

Der Mitarbeiter in der Bestellannahme des Teleshoppingsenders QVC hatte sich nach jedem Verkaufsvorgang mit den Worten „Jesus hat Sie lieb, vielen Dank für Ihren Einkauf bei QVC und einen schönen Tag“ verabschiedet. Der Verweis auf Jesus war ihm aber von seinen Vorgesetzten ausdrücklich untersagt worden.

Der Mitarbeiter gewann zunächst in der ersten Instanz, aber in der Berufung urteilten die sogenannten „Richter“ plötzlich anders. Was wie nach Willkür klingt, ist natürlich auch Willkür, denn wie kann ein Gericht zum absoluten Gegenteilsurteil eines anderen Gerichtes kommen, wo doch die Gesetze immer dieselben sind? Nun, das ist ein anderes Thema.

Ganz so weit her ist es insofern mit der „ungestörten Religionsausübung“ offenbar nicht. Bemerkenswert ist, dass sich laut eigener Aussage von QVC nicht ein einziger Kunde jemals über diese Schlussformel des Mitarbeiters am Telefon beschwerte. Trotzdem musste der Mann gehen, denn auch in diesen Unternehmen haben die Gutmenschen längst die Macht übernommen und diktieren ihren Angestellten, was diese denken, sagen und sogar glauben dürfen.

In vorauseilendem Gehorsam wird heute gerade in größeren Unternehmen jegliche Art von Diskriminierung versucht zu vermeiden, um bloß nicht angreifbar zu sein. Verrückterweise führt diese Anti-Diskriminierung im Endeffekt zu ihrem genauen Gegenteil. Ist das nicht erstaunlich? Oder ist es vielleicht sogar beabsichtigt?

Eine andere Argumentation lautet in diesem Fall, dass sich der Mitarbeiter nun mal nach den Regeln seines Arbeitgebers zu richten habe. Wenn dieser ihm untersage, seinen Glauben zu bekennen, müsse sich der Mitarbeiter danach richten. Dann stellt sich jedoch unmittelbar die Frage, ob arbeitsrechtliche Bedingungen damit über dem Grundgesetz stehen? Offensichtlich tun sie das.

Unser Land wird doch eigentlich mit der christlichen Kultur gleichgesetzt – zumindest ist es nicht lange her, da war das noch der Fall. Erst im November des vergangenen Jahres hat sich beispielsweise die CDU in ihrem Beschluss „Verantwortung Zukunft“ auf diese Aussage geeinigt:

Unsere kulturellen Werte, geprägt durch die Philosophie der Antike, die christlich-jüdische Tradition, die Aufklärung und historischen Erfahrungen sind die Grundlage für den gesellschaftlichen Zusammenhalt und bilden die Leitkultur in Deutschland, der sich die CDU besonders verpflichtet weiß.

Kurz zuvor klang der Satz im entsprechenden Arbeitspapier allerdings noch etwas anders, wie in einem Artikel des Spiegel vom 20.10.2010 nachzulesen ist:

„Unsere kulturellen Werte, geprägt durch eine christlich-jüdische Tradition, der sich die CDU besonders verbunden fühlt, und historischen Erfahrungen sind die Grundlage für den gesellschaftlichen Zusammenhalt und bilden unsere Leitkultur“, heißt es nun in einem Antrag der CDU-Spitze für den Bundesparteitag im November.

Diese kleine Änderung zeigt, dass hier etwas passiert sein muss, wodurch die „christlich-jüdische Tradition“ an die zweite Stelle gerückt wurde. Warum ist die Philosophie der Antike plötzlich wichtiger geworden als die christliche Tradition? Was verbinden Sie denn gedanklich mit „Antike“?

Der Auslöser für diese politisch korrekte Anpassung des CDU-Leitbildes dürfte die Rede von Bundespräsident Wulff vom 03.10.2010 gewesen sein. Darin sagte er:

Ein Verständnis von Deutschland, das Zugehörigkeit nicht auf einen Pass, eine Familiengeschichte oder einen Glauben verengt, sondern breiter angelegt ist. Das Christentum gehört zweifelsfrei zu Deutschland. Das Judentum gehört zweifelsfrei zu Deutschland. Das ist unsere christlich-jüdische Geschichte. Aber der Islam gehört inzwischen auch zu Deutschland.

Herrn Wulff ist offenbar unbekannt, dass der Islam nicht einfach nur eine Religion oder eine Kultur darstellt, sondern vor allem eine politische Gesinnung repräsentiert, welche mit knallharten Blutgesetzen für islamisches Recht und ebensolche Ordnung sorgt. Vielleicht sollte sich der Bundespräsident einmal über die verfolgten Christen in genau jenen Ländern informieren, welche den „zu Deutschland gehörenden Islam“ seit Jahrzehnten ganz konkret erleiden müssen – oder mussten, bis sie wegen ihres Glaubens ermordet wurden.

Leider ist von Seiten der Politik kein so klares Bekenntnis zu erwarten, wie von diesem Call-Center-Mitarbeiter. Im Gegenteil, von dort wird unser Land und unser Selbstverständnis von innen heraus zerstört. Ein Beitrag von kath.net vom 21.05.2011 zeigt das sehr eindrücklich:

Scharfe Kritik am Konzept einer jüdisch-christlichen Leitkultur in Deutschland hat der Bremer Bürgerschaftsabgeordnete Hermann Kuhn (Bündnis 90/Die Grünen) geübt. Diese Vorstellung der CDU sei „ein Phantom, das dem Geist unserer Verfassung widerspricht“ […].

Dieses „Phantom“ setze den Islam und andere Religionen bewusst herab, sagte der 66-jährige Politiker dem Redeprotokoll zufolge. Das Grundgesetz kenne keine Rangfolge von Religionen oder Nicht-Religion und setze keine Kultur vor eine andere.

Unser Land ist inzwischen durchsetzt von diesem linksgrünen, gefährlichen und zerstörerischen Gedankengut. Auf wirklich jeder Ebene ist deren Ideologie dabei, allmählich alles Etablierte in Gänze zu zerstören. Dieses menschenverachtende Denken und Handeln hat mittlerweile einen breiten Rückhalt in der Bevölkerung gewonnen, was daher immer bedenklichere Ausmaße annimmt.

Unsere Kultur muss nach deren Ansichten unterwandert und „bereichert“ werden, die Familie aufgelöst, Homosexualität bevorzugt und Frauen über die Männer gestellt werden. Bildung soll auf niedrigem Niveau vereinheitlicht und engagierte Arbeit nicht mehr belohnt werden, sondern die Umverteilung soll alle Probleme lösen. Besonders schlimm ist die Zerstörung im Bereich Energie und Wirtschaft zu erkennen, denn wir sind auf direktem Wege zurück in eine Art tiefsozialistische Steinzeit.

Auch auf den Glauben hat diese Manipulation immer größeren Einfluss, eben durch die Anti-Diskriminierung bzw. durch den vermeintlichen Schutz von Minderheiten. Unter demselben Deckmantel finden auch immer häufiger Angriffe auf das Fundament des christlichen Glaubens – die Bibel – statt, wie jüngst am 20.05.2011 durch den Welt-Blogger Gideon Böss:

Brief an die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien

[…]

Ich denke, diese Publikation sollte nur an Erwachsene verkauft werden, weswegen ich für eine Altersfreigabe ab 18 Jahren plädiere.

Was der Autor hier völlig selbstverständlich mit unverkennbar bösartiger Absicht betreibt, würde er sich niemals mit dem Koran trauen. So ironisch er sein Werk auch versuchte zu verpacken, sein Ziel ist eindeutig. Niemand schreibt so etwas aus Lust und Laune heraus. Und er ist damit in bester Gesellschaft, denn es gibt noch mehr Menschen, welche die Bibel verbieten lassen möchten. Warum jedoch wollen sie das tun? Die angebliche Gewalt ist doch nur ein billiger Vorwand.

Wie lange werden gläubige Christen bei uns noch „toleriert“ von der immer stärker herrschenden gutmenschlichen Gesellschaft? Wann beginnt auch bei uns die Hatz wegen der Religionsfreiheit? Wie bitte, wieso „wegen“? Der Schlüssel ist die Anti-Diskriminierung. Weil das Christentum jeden anderen Gott, außer den Gott der Bibel, ablehnt, erscheint es daher intolerant, zumindest in den Augen der nach heutigen Denkmustern erzogenen Gutmenschen. Damit ist der Weg zum Verbot des wahren Bibelglaubens längst geebnet.

Es ist insofern nur eine Frage der Zeit, wann sich auch hier bei uns ein ausreichend hoher öffentlicher Druck gegenüber den Christen aufbaut, sodass die christliche Leitkultur offiziell zu verschwinden hat. In diesem Zusammenhang muss es dann allerdings nicht verwundern, wenn derartige Auswüchse nur geringen Einfluss auf die Kirchen haben. Diese werden, wie schon in der dunklen Vergangenheit, brav mit dem Strom schwimmen.

Christ ist eben nicht immer gleich Christ. Das rührt daher, weil es elementare Unterschiede im Christentum gibt, die von der Allgemeinheit nur wenig wahrgenommen werden. In der öffentlichen Diskussion und der Meinung vieler Bürger werden Kirche und Glaube ständig in ein und denselben Topf geworfen.

Dabei haben diese beiden Begriffe nur sehr wenig miteinander zu tun. Bibeltreue Christen meiden nämlich in den meisten Fällen Kirchen und „christliche“ Gemeinden völlig, weil diese mittlerweile zum größten Teil der katholisch gesteuerten Ökumene angehören und zudem eine nicht unerheblich angepasste, kaum mehr auf den Fundamenten der Bibel aufgebaute Lehre vertreten.

Glaubensfreiheit wird uns zwar nach wie vor durch das Grundgesetz zugesichert sein, doch sie wird bei gleichbleibender Entwicklung der Gesellschaft und dem vermeintlich modernen Zeitgeist zur Ausnahme werden und schlussendlich mittels Gleichstellung und Anti-Diskriminierung immer weiter ausgehöhlt, am Ende faktisch aufgelöst sein.

Hohn und Spott müssen Christen bereits heute ertragen, weil sie sich nicht alleine auf den Staat und sich selbst, sondern auf unseren Schöpfer und sein Wort verlassen. Warten wir ab, wie lange es noch allgemein hingenommen wird, seine Mitmenschen mit einem „Grüß Gott“ zu begrüßen, ohne eine ernste Ermahnung zu erhalten.

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13 Kommentare

  1. am 2. Juni 2011 um 00:47 1 Alles ist Anders

    >Mich kotzt es jedenfalls derbe an und ich will und werde diese 30 Euro nicht bezahlen.

    Jesus antwortete ihm: Willst du vollkommen sein, so geh hin, verkaufe, was du hast, und gib’s den Armen, so wirst du einen Schatz im Himmel haben; und komm und folge mir nach! 22 Als der Jüngling das Wort hörte, ging er betrübt davon; denn er hatte viele Güter. (Matthäus 19,21-22)

    Denn wo dein Schatz ist, da ist auch dein Herz. (Matthäus 6,21)

    Es ist leichter, dass ein Kamel durch ein Nadelöhr gehe, als dass ein Reicher ins Reich Gottes komme. (Matthäus 19,25)

    Amen.

    Dank sei Gott dem Herrn Jesus Christus

  2. am 6. April 2012 um 14:46 2 Alex
  3. am 6. April 2012 um 15:15 3 Alex

    ZEICHEN DER ENDZEIT.
    Eine Predigt von Karl-Herrmann Kaufmann

    http://www.youtube.com/watch?v...re=related

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