Freiwillige Selbstzensur – immer schön im Strom mitschwimmen?

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Wer traut sich, die Schafe mit der Wahrheit zu konfrontieren? Und wo bietet sich die beste Gelegenheit dafür, im Internet, persönlich oder in der Öffentlichkeit?

Entscheidend ist, wer unabhängig für die Sache eintreten kann, ohne Angst vor dem eiskalten Gegenwind zu haben. Doch häufig gelangen wir an Grenzen, die unsere persönliche Situation in Frage stellen. Wer ist unabhängig genug, sich nicht selbst zu zensieren?

Da die aufgeklärten Menschen allmählich zahlreicher werden, bleibt es natürlich nicht aus, dass auch in ganz normalen und politisch korrekten Internetforen, hin und wieder ein Teilnehmer mit provokanten Themen für Empörung sorgt – zumindest für die überwiegende Mehrheit der Mitlesenden.

Wer es in einem solchen Umfeld wagt, die offiziellen Wahrheiten u.a. über 9/11, über das Impfen oder die behauptete Klimaerwärmung zu erwähnen, der wird heftigen Gegenwind ernten. Manchmal traut sich dann auch noch ein weiterer Teilnehmer, dem ersten Ketzer beizupflichten, bringt sich aber durch die Distanzierung von den verlinkten Webseiten gleich wieder in Sicherheit. Wer kennt das nicht.

In der Regel greift dann irgendwann ein „allwissender Moderator“ ein, der unglaublich gut informiert und mit höchstem Sachverstand sämtliche Inhalte sofort als Verschwörungstheorie oder überlicherweise als „rechts“ entlarvt und disqualifiziert, womit die ursprüngliche Ruhe wieder hergestellt und die heile Gutmenschenwelt gestreichelt werden.

Was im Internet noch einigermaßen offensiv und von vielen Mitstreitern engagiert betrieben wird, das ist in der realen Welt schon deutlich schwieriger. Im persönlichen Gespräch unter vier Augen trauen sich durchaus die meisten, Klartext zu reden. Dabei hängt es allerdings davon ab, wie wichtig der zukünftige Kontakt oder die Beziehung zum Gegenüber eingeschätzt wird, um von moderat tastend bis hin zu ganz direkt auf den Tisch hauend vorzugehen.

Je mehr der Aufgeklärte von der anderen Person abhängig oder untergeordnet ist, desto vorsichtiger wird er sein Anliegen vorbringen und vielleicht am Ende sogar lieber ganz den Mund halten, beispielsweise beim Vorgesetzten, dem Geschäftspartner, den Eltern oder dem Ehepartner. Oft steht viel auf dem Spiel und wer von uns kann nicht darüber berichten, den einen oder anderen „Freund“ verloren zu haben, nur weil die eigene Ansicht einmal zu klar zum Ausdruck gebracht wurde?

In kleinen oder größeren Gruppen wird es dann riskant. Manche würden es Kamikaze nennen, sich in diesem Umfeld im Alleingang als Andersdenkender laut zu äußern, wenn es sich dabei um politisch inkorrekte Mitmenschen handelt. Freilich, wer nichts zu verlieren hat, z.B. in der Straßenbahn, der kann durchaus mal ein solches Experiment wagen. Ob es sich allerdings anbietet, dies im Kollegenkreis oder innerhalb der nahen Verwandtschaft auszuprobieren, ist fraglich.

Der mutige Held der Aufklärung sollte nicht unbedingt davon ausgehen, dass er es in diesen Gruppen ebenfalls nur mit Mutigen zu tun hat, sondern dass die meisten Menschen dabei ganz stark dem Gruppenzwang unterliegen und sich der Gegenwind schnell multiplizieren kann. Möglicherweise hegt sogar der eine oder andere in der Gruppe ähnliche Gedanken oder würde gerne zustimmen, aber höchstwahrscheinlich werden nur diejenigen den Mund aufmachen, welche sich in keinem abhängigen Verhältnis zur Gruppe befinden. Und das ist sicherlich die Minderheit.

Neben dieser Art freiwilliger Selbstzensur haben wir es auch häufig mit Menschen zu tun, die vor ihrer eigenen Realität flüchten, wenn ihnen diese bewusst wird. Und natürlich gibt es diese Erscheinung nicht nur unter den Schafen. Ein berichteter Beispielfall:

In einem Forum lernte ich eine Gleichgesinnte kennen. Wir haben uns über Glaubensfragen unterhalten und hatten einen sehr interessanten Austausch. Nach einiger Zeit kamen wir auf das Thema Gesundheit und ich erzählte ihr von der GNM. Sie äußerte sich zunächst kritisch darüber, aber beim Nachhaken wurde mir klar, sie hat sich überhaupt nicht wirklich mit der Materie auseinandergesetzt. Leider war sie nicht bereit, sich näher darauf einzulassen und blockte mit fadenscheinigen Argumenten das ganze Thema ab.

Während unserer Diskussion argumentierte sie plötzlich damit, dass sie vom Fach sei und die GNM Unsinn wäre. Es stellte sich heraus, dass sie Mitarbeiterin eines Pharma-Unternehmens war. Offenbar hätte das Thema ein Zuviel an Wahrheit und damit entsprechende persönliche Konsequenzen für ihren Beruf bzw. sogar dessen Aufgabe bedeutet.

Derartige Fälle gibt es in den unterschiedlichsten Ausprägungen und zu verschiedensten Themenbereichen. Mancher engagierte Aufklärer blockt auf einmal unerwarteterweise ab, wenn seine Existenzgrundlage in Frage gestellt wird. Es ist eine verständliche Reaktion, allerdings stellt sich die Frage, wie lange ein solches Problem tabuisiert werden kann, denn auf Dauer wird der Betroffene nicht damit leben wollen, sich selbst in die Tasche zu lügen.

Auf diese Weise zensieren sich manche Aufgewachten selbst und verbauen sich so den eigenen Weg. Oft wird dann versucht, einen Ausweg oder Umweg zu finden, der einen vor der erneuten Konfrontation mit dem unliebsamen Thema bewahrt, eine tatsächliche Lösung des Problems ist das allerdings nicht.

Solange eine Abhängigkeit jedweder Art besteht, sind wir nicht wirklich frei und unterliegen offensichtlichen oder unsichtbaren Zwängen. Der eine traut sich nicht, vor seinem Arbeitgeber aufzumucken und schluckt jede Kritik am Unternehmen lieber runter und der andere sucht möglicherweise nach irgendwelchen scheinbaren Alternativen, weil die Wahrheit für ihn zu große Konsequenzen bedeuten würde.

Daher muss das Ziel sein, von den kritischen Punkten unabhängig zu werden. In unserer wohlstands- und statusbewahrenden Gesellschaft fällt es leider auch einem aufgewachten Menschen schwer, bewährte Bequemlichkeiten gegen unbekannte Herausforderungen einzutauschen oder das Bisherige gar ganz aufzugeben.

Denken Sie z.B. an das Thema Arbeitsplatzwechsel. Wer zehn oder gar 20 Jahre beim selben Unternehmen arbeitete, dem ist es oft bereits zuviel, auch nur eine Bewerbung zu schreiben, weil schlicht die Übung fehlt und der Gedanke an einen neuen Arbeitsplatz unzählige Fragezeichen aufwirft. Hier kann manchmal schon eine kleine „Probefahrt“ helfen, indem sich der Betreffende konkrete Detailüberlegungen über die tatsächlichen Folgen eines Wechsels macht und diese einmal gedanklich durchspielt.

Die Scheu ist verständlich. Alleine schon die Unsicherheit über neue Kollegen, die Entfernung zur Firma, neue, unbekannte Aufgaben, Angst vor Fehlern oder Bloßstellung bauen für viele eine riesige Hemmschwelle auf. Lieber beißen sie in den sauren Apfel und spielen das alte Spiel ewig weiter. Die Frage ist jedoch, lohnt sich das?

Eine andere Herausforderung ist der ständig drohende Erkenntnisstillstand. Wer einmal begriffen hat, wie die Welt in Frage gestellt werden muss und was hinter dem Vorhang tatsächlich abläuft, der sollte davon ausgehen, dass es noch weitere Vorhänge gibt, die ihm zum jetzigen Zeitpunkt noch verborgen sind. Es gibt keinen Grund zu der Annahme, dass ein einmaliges Aufstehen vom Fernsehsessel und dem Wechseln hinüber zum PC genügt, um ab dann die Welt zu verstehen. Als Aufgeklärter haben wir einen Stehplatz.

Leider sind wir Gewohnheitstiere und die Masse der Menschen bleibt am liebsten im Rudel, sowohl die Schafe, als auch die Aufgewachten. Daher verwundert es nicht, dass sich die identische Besitzstandswahrung auch nach dem einmaligen Umdenken bzw. Aufwachen der Menschen recht schnell zeigt. Ein neues Revier ist erobert und wird fortan verteidigt. Das war’s. Wirklich?

Es gibt keine Website, kein Buch und keinen Film, in dem alle Fragen beantwortet würden, die sich uns hinter den Vorhängen stellen. Wir müssen uns von dem Gedanken verabschieden, dass es eine finale und endgültige Klärung aller Fragen geben könnte – zumindest in unserem irdischen Dasein werden wir hier nicht den Stein der Weisen finden, sondern höchstens einige kleine Kiesel.

Immerhin, wer sich der freiwilligen Selbstzensur möglichst vollständig entzieht, hat die Chance, immer wieder neue Wahrheiten zu entdecken. Voraussetzung dafür ist, dass scheinbar etabliertes Wissen auch mal über Bord gekippt oder zumindest in Frage gestellt werden kann.

Das ist wirklich nicht einfach und es bedeutet, sich nicht fest an das zu klammern, was wir gerade in unserem Leben besitzen oder wissen. Doch wie bei einer Wanderung belastet auch im übertragenen Sinne ein leichter Rucksack viel weniger, als ein schwerer Weltreise-Koffer, mit dem wir vermeintlich auf alles vorbereitet sind. Weniger ist oftmals mehr.

Übrigens, am Ende der Reise nehmen wir weder Rucksack noch Koffer mit, sondern allein das, was wir im Herzen tragen. „Licht und Liebe“ wird dabei wenig nützen, genauso wie ein vermeintliches Punktesammeln und die Hoffnung darauf, dass es wohl nicht stimmen wird, was über den Tod gesagt wird. Nur was ist, wenn es doch stimmt?

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8 Kommentare

  1. am 11. Januar 2011 um 07:57 1 TRUTH – FIGHTER!!!

    > Nur tote Fische schwimmen mit dem Strom.

    Wie wahr, demnach müsste ich JA quicklebendig sein XD

    Kann es sein, wenn ich einen belieb. Text in Klammern setzte also folgendermaßen [] das dann der Text verschwindet??? Das habe ich nämlich gemacht…

    LG…

  2. am 11. Januar 2011 um 08:00 2 TRUTH – FIGHTER!!!

    Ok, Frage beantwortet… Das scheint wirklich der Fall zu sein XD

    LG…

  3. am 11. Januar 2011 um 23:06 3 nina

    Wer ist das ?
    gemieden von den „Freunden“
    belaechelt von den Geschwistern
    verlassen vom Partner
    kritisch beaeugt von Bekannten

    der Andersdenkende, der sich den Mund fusslig geredet hat mit Fakten.
    Ich warne: nur wer gerne alleine ist, sollte seine Schlaf-familie aufwecken wollen, die schlafen mit voller Absicht!

    nina

  4. am 17. Januar 2011 um 14:49 4 mitleser

    Wer da bissl längerin der Szene ist, weiss wie es geht.

    Die die zuhörenwollen und einen Austausch wollen, mit denen kann man den auch betreiben. Die die nicht zuhören wollen, ist ihr Ding.

    Kreative Truther machen halt kreative Dinge (z.B. Kreideaktionen). Entweder die Menschen kommen zu Bewusstsein oder nicht.

    Leute die nicht offensind für Themen, die versuch ich gar nichterst ztu überzeugen, geschweige denn mich mit denen auseinander zusetzen. Dazu gehören ALLE die irgendetwas GLAUBEN – egal was.

    Glaube ist immer nur ein Konzept, kein Sein. Ob ich nun an besseres Wetter glaube oder an religiöse Schriften, an gesunde Nahrungsmittel oder den Co2-Killer.

    Aber der Artikel warwirklich wieder malsehr gut, weil er Grundlegendes betrachtet und ehrlich das Abbild des Seins analysiert – fast frei von Weltbildern, objektiver.

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