Experten und der Traum vom immerwährenden Aufschwung

© Gerd Altmann / pixelio.de

War das etwa schon alles, ist die Krise vorbei? Ganz genau, wir erleben einen Aufschwung der Superlative und werden schon in wenigen Monaten wieder auf Vorkrisenniveau angekommen sein.

Das Gerede vom Ende des Euro ist Unsinn und Angstmacherei, so lehren es uns die Experten. Und die müssen es schließlich wissen, oder?

Vor zwei Jahren noch war es tabu, überhaupt von Krise zu sprechen. Inzwischen geht jedoch sogar unsere Gemeinschaftswährung vor die Hunde und sämtliche Medien sind voll von Rettungsschirmen und -gipfeln. Doch auch das Gegenteil macht sich breit. Propaganda vom Feinsten. Der Spiegel schwärmte am 20.12.2010 in einem Artikel von „Europas Wundergeld“, dem Euro:

Deutschland ergeht sich in Euro-Pessimismus, Untergangspropheten warnen vor dem Zusammenbruch der gesamten EU. Ist die Lage wirklich so dramatisch? Keineswegs – unser Geld steht mindestens so gut da wie der Dollar: Der Wechselkurs ist stabil, die Inflation gering.

Intensive Beobachter der Lage um die europäische Einheitswährung und den Dollar fragten sich beim Lesen dieser Einleitung, ob es sich beim Artikel wohl um eine Parodie handelte. Doch der Verfasser, immerhin ein ehemaliger und langjähriger Chefredakteur des Manager-Magazins, meinte seine Aussage toternst. Und eigentlich hat er ja Recht: Der Euro steht tatsächlich mindestens so gut da wie der Dollar, beide standen nämlich am Abgrund und sind jetzt einen großen Schritt weiter.

Es ist wirklich sehr lustig, wie der Autor vom Euro und dessen kerniger Gesundheit schwärmte. Der Euro sei dem Dollar stark überlegen und die Endzeitstimmung in Bezug zur europäischen Einheitswährung sei vollkommen daneben, weil diese keinerlei Anstalten machen würde, den Untergangspropheten Folge zu leisten.

Vielleicht behält er sogar Recht und der Dollar stirbt noch vor dem Euro, aber mit dem Dollar sterben zeitgleich alle daran gekoppelten Währungen, was bei seiner Eigenschaft als Weltreservewährung zu weitreichenden Folgen führen wird. Damit endet dann auch der Euro.

Die belustigende Aussage von einer „geringen Inflation“ ist typisch für Leute, deren Zeithorizont vermutlich keine fünf Jahre weit reicht, denn auch scheinbar geringe zwei Prozent Inflation pro Jahr führen nach zehn Jahren bereits zu 22% Wertverlust und nach 20 Jahren gar zu knapp 50%. Dass dies auch zu entsprechend drastischen Preissteigerungen – meist ohne Einkommensausgleich in der Bevölkerung – führt, fällt zusätzlich noch unter den Tisch.

Dabei gibt es ein mehr als eindeutiges Warnsignal dafür, was diesbezüglich droht. Der Goldpreis hat sich, in Dollar gerechnet, allein seit 2008 verdoppelt und ist in Euro seither um ca. 80% gestiegen. Es handelt sich dabei aber keineswegs um eine spekulative Entwicklung des Goldpreises, sondern um eine Widerspiegelung der ach so großen Stabilität des Dollars und eben auch des Euros.

Ob diese Experten jemals darüber nachgedacht haben, dass Gold kein einfacher Rohstoff, sondern eine Art Fieberthermometer des Finanzmarktes ist? Vermutlich nicht, dabei stellt Gold im Grunde die Nulllinie der Währungen dar und sein Preis in Euro oder Dollar zeigt lediglich an, wieviel ihres „Wertes“ diese Währungen inzwischen eingebüßt haben.

Offensichtlich spielt dieser Zusammenhang im Moment noch keine Rolle, weil er von den „Experten“ nicht erkannt wird. Vielleicht sind zur Zeit auch nur die falschen Experten am Mikrofon, denn sobald der angebliche Mega-Aufschwung endet, werden die Euroliebhaber ins Stottern kommen.

Was hinter dem vermeintlichen Aufschwung steckt, scheint niemanden zu interessieren. Allein die scheinbare Tatsache genügt, um sich als Politiker in Hysterie zu reden. Was die Süddeutsche am 18.12.2010 aus Berlin zitierte, spricht für sich selbst:

Die Bundesregierung bleibt bei den wirtschaftlichen Aussichten für 2011 optimistisch.

[…]

«Die Arbeitslosigkeit wird weiter sinken. […]», betonte Brüderle. Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt rechnet sogar damit, dass das Wachstum 2011 «deutlich über zwei Prozent liegen» wird.

In einem theoretischen Modell mag dieser Optimismus vielleicht passen, aber in unserer Realität hat derartiger Unsinn eher den Geschmack eines Baron Münchhausen. Vermutlich ist es jedoch weit schlimmer und diese Leute glauben wirklich an das, was sie verbreiten.

Ein Auszug aus der Märkischen Allgemeinen vom 20.12.2010 bringt in Bezug auf den Aufschwung ein bisschen Wahrheit ans Licht:

Zugleich weise die Auftragsentwicklung darauf hin, dass sich die ausländische Nachfrage nach deutschen Investitionsgütern „merklich“ abschwäche.

Der private Konsum dürfte seinen Erholungskurs aus BMF-Sicht auch im Schlussquartal fortsetzen. Besonders die günstige Lage auf dem Arbeitsmarkt und die moderaten Preissteigerungen für die Verbraucher dürften die reale Einkommenssituation der privaten Haushalte verbessern.

Seit Wochen hören die Bürger nur noch von der Euro-Krise und erleben den finanziellen Untergang unserer EU-Nachbarn bis hin zu Ausschreitungen auf den Straßen. Ob diese Beobachtungen nicht vielleicht im Wesentlichen zu dem starken Anstieg des privaten Konsums geführt haben? Einfach aus Angst vor drastischem Wertverlust unserer Währung?

Vielfach wird behauptet, die Deutschen wären aus historischen Gründen allergisch gegen Inflation und würden bei entsprechenden Entwicklungen lieber ihr Geld ausgeben und in etwas Greifbares umwandeln. Das würde dann bedeuten, dieser „Aufschwung“ wäre in Wahrheit eine Flucht in reale Werte und sobald das Geld ausgegeben wurde, ist auch gleichzeitig Schluss mit dem Aufschwung. Genauso wie die Abwrackprämie nur einige Monate lang „Aufschwung“ brachte.

Auch wer ansonsten den Medien alles blind glaubt und keine Ahnung vom grundsätzlichen Fehler im Geldsystem hat, wird sich nicht ewig blenden lassen von den Propaganda-Aufschwungmeldungen seitens der Regierung. Denn die behaupteten Aussagen müssten sich zumindest nach einer gewissen Zeit auch im persönlichen Umfeld widerspiegeln und erkennen lassen.

Genau wie bei der Klimaerwärmung, welche wir seit Wochen fast täglich zentimeterhoch von der Straße schaufeln müssen, kommt auch beim vermeintlichen Konjunkturanstieg selbst dem müdesten Schaf irgendwann die mediale Einflüsterung unglaubwürdig vor. Dabei haben Aussagen von Seiten der Regierung durchaus große Macht, denken Sie an das Versprechen von Angela Merkel vom 05.10.2008:

Wir sagen den Sparerinnen und Sparern, dass ihre Einlagen sicher sind. Auch dafür steht die Bundesregierung ein.

Weil damals nichts Schlimmeres geschah, wurde dieser leere Satz geglaubt. Merkel konnte ihn aus diesem Grunde auch am 15.12.2010 wiederholen:

Was Herr Steinbrück und ich vor gut zwei Jahren gesagt haben, gilt und hat sich ja auch bewahrheitet.

Natürlich hat sich rein gar nichts bewahrheitet, denn die BRD bzw. die Bundesregierung musste schließlich nicht für die Spareinlagen garantieren, soweit kam es noch gar nicht. Sollte es jedoch einmal soweit kommen, dann wird diese Aussage im Falle eines Falles keinem Bürger auch nur irgendetwas nützen.

Außerdem wird nach einer Währungskatastrophe kein Mensch mehr solche oder ähnliche Sprüche glauben. Dann herrscht nämlich auch in Punkto Vertrauen in die Regierung eine Art Hyperinflation.

Dieses ganze Finanzgebilde ist dermaßen wackelig geworden, dass es einfach nur erstaunlich ist, wieso das Kartenhaus noch immer nicht in sich zusammenfiel. Da an keiner Stelle an einer Lösung gearbeitet wird, sondern immer nur größere Geldpflaster auf kranke Staatsfinanzlöcher in der EU geklebt werden, kann das Drama nur ein schlimmes Ende nehmen.

Eurobonds und die Übertragung des parlamentarischen Haushaltsrechts nach Brüssel werden ebenfalls keine Probleme lösen, sondern den Einsturz höchstens verzögern. Wann und wodurch der Zusammenbruch schlussendlich ausgelöst wird, werden wir in naher Zukunft erleben, denn ob sich das noch mehrere Jahre hinauszögern lässt ist höchst fraglich.

Klar ist, dass dieser Knall auch Teil eines großen Planes ist, nach welchem in Folge der drastischen Auswirkungen von großem Chaos eine Weltregierung installiert bzw. ermächtigt wird, um die Ordnung wieder herzustellen. Und zwar eine neue Ordnung, genannt Neue Weltordnung.

Auch wenn vieles in Bezug auf den Euro und die Finanzkrise relativ offensichtlich erscheint, so ist doch der wahrscheinlich parallel erfolgende Schritt zur Einführung einer Weltregierung kaum im Detail zu erahnen. Doch glauben Sie bloß nicht, der Plan wäre inzwischen aufgegeben worden, denn es wird, wie vorausgesagt, auch genau so eintreten.

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Literatur zum Thema Krise

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9 Kommentare

  1. am 24. Dezember 2010 um 16:58 1 Alois Debald

    Machen Sie bitte einmal folgende Analyse:

    Sammeln Sie bitte alle „Ergüsse“ von den „Experten“ chronologisch von dem Jahre 2005 an:
    Es dreht sich um das Thema Geld, Nahrungsmittel der Menschen weltweit, die Naturressourcen und das Mittel der Gewalt, der Kriege.

    Beurteilen Sie dazu die „Botschaften“ der Medien
    a) ob Wirtschaftsinstitute (z.B. IFO Prof.Dr. Sinn)
    b) Kommentare der Regierungsvertreter (weltweit)
    c) Wirtschaftsmagazine und deren „Experten“.

    Die Texte sind einfach „umwerfend“!
    Es gibt kein Handlungsgebiet des Menschen, wo die Lüge, die Manipulation so groß ist wie in der Welt des Mammons.
    Dass solche Figuren, die in den Medien ihr teufliches Geschäft vollbringen auch noch als „Experten“ bezeichnet werden, ist ungeheuerlich.

    Die Medien (Fernsehen, Rundfunk und Zeitungen) sind das unverzichtbare Instrument der Finanzoligarchie, welches die Herrschaft längst über die Politik, über die Demokratie errungen hat.

    Lösungen:Das Primat der Politik, der Demokratie muss zurück gewonnen werden.Ob dies ohne Revolution z.B.Überwindung des Feudalismus durch Franz.Revolution 1789 geht, ob ein Weltkrieg , ob das Blut von Millionen Menschen fließen muss, wer weiß?

    Hier wird klar: es geht um Menschenleben, um das Verhungern, um Mord im Krieg und wahrscheinlich um die Menschheit als ganze.

    Frohe Weihnachten
    und die Hoffnung,dass Gott hineinwirkt in die Welt.

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