Die Lösung der Krise: Verbot von Abschwung

© Gerd Altmann / pixelio.de

Während die Medien noch den Aufschwung bejubeln und niemanden mehr daran erinnern möchten, wie nahe die Weltwirtschaft samt dem Finanzsystem bereits am Abgrund standen, bekommt der Durchschnittsbürger von der großen Konjunkturerholung fast gar nichts mit.

Doch handelt es sich überhaupt um einen so großartigen Aufstieg wie behauptet oder wird lediglich der Vergleichsmaßstab ignoriert?

Ein Bergsteiger, welcher in eine 20 Meter tiefe Felsspalte stürzte und dann wieder zehn Meter nach oben krakseln konnte, ist noch längst nicht gerettet. Insbesondere dann nicht, wenn ihm ein Ankerpunkt für die Befestigung des Seiles an der Oberkante der Felsspalte fehlt.

Dass in Wahrheit der ganze Aufschwung eine einzige Exportblase sein könnte, scheint kaum jemanden zu interessieren. Im Spiegel war am 08.11.2010 vor lauter Euphorie nichts davon zu lesen, obwohl es genau zwischen den Zeilen stand:

Produkte aus Deutschland sind weltweit gefragt: Die Unternehmen verkauften im September Waren im Wert von 87 Milliarden Euro ins Ausland – drei Prozent mehr als im August. Besonders stark stieg die Nachfrage in Staaten außerhalb der Europäischen Union.

Verkaufen einerseits und werthaltige Bezahlung zu erhalten andererseits sind zwei Paar Schuhe. Auf Kredit wird produziert und darauf vertraut, dass die Abnehmer ihren finanziellen Verpflichtungen auch real nachkommen können. Ganz schön gläubig, diese Exporteure.

Sie rechnen sogar damit, dass die BRD „bereits Mitte kommenden Jahres wieder auf dem Niveau vor der Wirtschaftskrise liegen wird“. Allerdings ist ein kleines Wirtschaftswachstum nach einem drastischen Einbruch noch kein Zeichen für Heilung. Der Patient hängt noch an zig Schläuchen, die ihn künstlich finanziell ernähren.

Was ist los mit diesem hochgelobten Aufschwung, ist er doch nur ein letztes Aufbäumen? Einiges spricht genau dafür. Wie sich die vorübergehend positive Entwicklung derzeit schon wieder stark abkühlt, zeigten die am 08.11.2010 im Manager-Magazin veröffentlichten Zahlen:

Während es am Bau mit plus 0,4 Prozent und bei der Energie mit 1,2 Prozent bergauf ging, drosselten die Industriebetriebe ihre Produktion um 0,9 Prozent.

[…]

Konsumgüterproduzenten stellten 0,6 Prozent weniger her. Die Industrie musste im September auch einen unerwarteten Rückschlag im Neugeschäft hinnehmen.

Auch wenn in den Medien über Monate hinweg ständig von einem gigantischen Aufschwung die Rede war, der gefühlte Effekt der Bürger war wohl eher Stagnation oder gar weitere Rezession.

Trotzdem halten sich überall die Aufschwungsmeldungen und hartnäckig sogar das Gerücht von zu wenig Fachkräften. Es mag im Einzelfall durchaus beides den Tatsachen entsprechen, doch wer es wagt, über den Tellerrand hinauszublicken, dem müsste blitzartig klar werden, dass diese scheinbar stark anziehende Konjunktur keinerlei längerfristige Basis hat. Denn wer soll die vom Export lebende BRD noch weiter anschieben? Etwa das kollabierende Europa oder die bankrotten USA oder gar China, das Land der Blasen?

Dennoch, Aufschwung bleibt Aufschwung, wenn dies politisches Programm ist. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, die wahre Entwicklung zu leugnen. Da wäre beispielsweise der Trick, jegliche Realität zu ignorieren und das zu tun, was Angela Merkel macht, nämlich Sprüche zu klopfen. Merkel vollbrachte diese Meisterleitung in einem Interview mit dem Focus am 06.11.2010 wie folgt:

Wir haben wohl das Schlimmste hinter uns, aber von einer stabilen Weltwirtschaftslage kann noch nicht die Rede sein. Stabil scheint die Lage in Asien zu sein, aber in den USA und Teilen der EU gibt es noch schwerwiegende Probleme. Wir müssen den Weg aus der Krise sehr vorsichtig gehen. Und vor allem müssen wir die richtigen Lehren aus ihr ziehen. Europa braucht eine viel ernsthaftere Stabilitätskultur. Das ist die Voraussetzung für einen sicheren Euro.

Mit solchen Worthülsen ist rein gar nichts Konkretes gesagt, sodass Angela Merkel damit für jedes nur denkbare Szenario der Zukunft gut gewappnet ist. Auf diese Aussagen kann sie nämlich niemand festnageln. Wenn sie etwas kann, dann solche sinnentleerten Luftnummern in die Gegend zu blubbern.

Ein anderer Weg, der wirklich sehr pragmatisch anmutet, den Abschwung zu verhindern, zeigte der versteckte SED-Nachfolger Die Linke bereits im Herbst 2009 in ihrem Parteiprogramm:

Wir fordern ein Verbot von Massenentlassungen bei allen Unternehmen, die nicht insolvenzgefährdet sind. Es geht jetzt darum, die ständige Enteignung der Lohnabhängigen durch Arbeitsplatzverlust, Kurzarbeit und Lohndumping umzukehren.

Wieso kam eigentlich noch niemand vorher auf diese Idee? Einfacher geht es nun wirklich nicht, der Abschwung wird schlicht per Gesetz verboten. Wer trotzdem entlässt oder Insolvenz anmeldet, wird mit Schließung seines Unternehmens bestraft. Was gibt es da zu lachen? Immerhin stammt die Idee von einer großen Partei der BRD.

Dagegen klingt die angebliche Revolution in Sachen Steuer zunächst sehr spannend. Der Spiegel am 05.11.2010:

Offiziell plant Finanzminister Schäuble eine Steuerreform – in Wahrheit ist es eine Revolution. Städte und Gemeinden sollen künftig selbst entscheiden, wie stark sie ihre Bürger belasten wollen. Damit droht den Kommunen ein radikaler Finanzwettbewerb.

Wolfgang Schäuble will den Spitzensteuersatz von 42 auf 36% senken und auch den Eingangssteuersatz von 14 auf 12% etwas herunterschrauben. Die Gemeinden erhalten dafür dann keine Zahlungen mehr vom Bund, sondern dürfen stattdessen eine eigene kommunale Steuer erheben.

Zwar behauptet Schäuble, dies würde zu einem Wettbewerb unter den Gemeinden führen und nicht zu verschärftem Abkassieren, doch wären Sie etwa bereit, Ihre Heimat, Ihren aktuellen Wohnort oder gar Ihren Arbeitgeber aufzugeben, nur um in einer anderen Gemeinde vielleicht etwas Steuern zu sparen – bis auch diese ihren Satz irgendwann anhebt?

Solange die Steuern von benachbarten Kommunen sich nicht eklatant unterscheiden, wird hier keine relevante Völkerwanderung einsetzen, welche in Folge wiederum zu einer Steuersenkung führen könnte. Die beteiligten Unternehmen werden stattdessen ihre Beziehungen spielen lassen und hinter verschlossenen Türen Sondervereinbarungen aushandeln.

Das bedeutet, Schäuble eröffnet damit hinterrücks Tür und Tor zur nächsten ungebremsten Steuererhöhung und wie immer in der Politik geschieht dies auf Basis verlogener Scheinargumente, denen sicher die meisten Bürger auf den Leim gehen würden.

Machen Sie sich also lieber auf weiter stark sinkende Reallöhne gefasst, denn noch geht es ja angeblich aufwärts. Was meinen Sie, was erst dann kommt, wenn es offiziell wieder abwärts geht?

Der beste Weg ist und bleibt daher, selbst die Dinge in die Hand zu nehmen und sich ganz aus dem Hamsterrad zu verabschieden. Reduzieren Sie Ihre regelmäßigen Augaben möglichst drastisch und senken Sie bewusst Ihren Lebensstandard, denn weniger kann tatsächlich mehr sein, auch wenn es bestimmt vielen schwer fällt. Sie kommen als Konsumverweigerer jedoch mit erstaunlich wenig Geld über die Runden.

Außerdem steht uns dieses massive Abspecken sowieso bevor, warten wir einmal den großen Knall ab. Also besser, sich jetzt schon auf das Unvermeidliche vorbereiten und einstellen, dann schmerzt der kommende Einschlag nicht so sehr.

Sofern Ihnen das gelingt, wäre der nächste Schritt, Ihr Einkommen Arbeitgeber-unabhängig zu gestalten, d.h. sich selbst zum Chef zu machen. Gerade den Menschen, die ihr Leben lang immer nur Angestellte oder Arbeiter waren und auch keine Selbstständigen im näheren Umfeld kennen, fällt dies natürlich unglaublich schwer. Werfen Sie aber nicht gleich die Flinte ins Korn.

Leider werden wir unvermindert belogen und getäuscht, was die derzeitige Lage und auch die Zukunft angeht. Wer die Wahrheit kennt, für den ist es schon schlimm genug, sich darauf vorzubereiten. Doch wer wie die Mehrheit der Menschen keinerlei Ahnung von dem heranrollenden Tsunami hat, für den wird wahrscheinlich bald jede Hilfe zu spät kommen.

Lügen haben die Angewohnheit, irgendwann zusammenzubrechen. Niemand weiß zwar wann genau, aber ebensowenig kann dies auf ewig aufgehalten werden. Sind Sie bereit, viel Wasser zu schlucken und zu ertrinken oder sitzen Sie schon im kostenlosen Rettungsboot?

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Literatur zum Thema Krise

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8 Kommentare

  1. am 10. November 2010 um 20:41 1 WiKa

    Ich denke man kann es noch kürzer zusammenfassen. Auch die letzte Verlogenheit unseres selbsternannten Finanz-aus-misters wird daran nichts ändern. Das große Schiff (Titanic-Reloaded) ist abgefahren und gibt noch mal richtig Vollgas … diesmal wollen wir es wissen und wir werden den Eisberg in der Mitte durchfahren. Die Party auf der Brücke hat bereits begonnen und den ängstlichen Passagieren an Bord geben wir noch ein paar Alkoholika … zwecks Beruhigung der Nerven.

    Also fassen wir es in einer neuen Wortsch(r)öpfung zusammen…
    „Staatsbankschrott“ … Link

    …und danach ratscht die Titanic am Eisberg in die Tiefe, in ihr ewiges Grab. So in etwa stelle ich mir die aktuelle Regierungspolitik vor. Ich denke, da sind ohnehin schon alle Haltesignale überfahren worden, jetzt geht es nur noch um die Kür beim Sterben. Und da kann’s „Daumenschräuble“ machen was es will, Hauptsache es hört sich nett an und einige lassen sich das wärmende Bärenfell aufbinden, welches hernach in eisigen Wassern aber auch nix mehr hilft.

  2. am 10. November 2010 um 21:14 2 otto

    Ich hoehre vor ein paar Tagen an meinem Ignoramus apparatus, das die USA auf den Schienenstrng zum fiskalen Eisenbahn Crasch ist.

    Das Zenario sieht dann wie folgt aus. Der Zug kommt gerade mit seine 100 Wagons ueber den Berg. Die Lokomotive und ein paar Wagons habe es ueber den Berg geschaft. Leider hat die Loko kein Wasser mehr um Dampf zu erzeugen. Der Wasser turm ist schon in Sichtweite. Bernake fuellt gerade den Wassertank am Turm mit Eimern voller Geld. Der Zug jedoch schaft es nicht mehr bis zum Wasserturm. Die Bremsen am Zug konnten nicht mehr repariert werden, weil das Ersatzteildepo bis auf Wascher ( waschen, Scheiben fuer Schrauben und die Media welche alles fein waescht) und Nuts (Muttern oder auch Verueckte) leer ist. Auch ist die Werkzeugkiste ist, ausser einer Monkeywrench (Englanderschraubenschlessel Monkey ein Affe) und einem Vorschlaghammer leer.
    Die Monkeys (Affen) sind im Schalterhaus und fummeln mit den Weichenschaltern herum, um den Zug auf das richtige ekonomische Geleise zu leiten, was ihnen jedoch nicht gelingt. So kommt nun der Zug rueckwaerts mit immer groesserer Geschwindigkeit den Berg wieder herunter und kommt mit voller Geschwindigkeit auf ein Abstellgeleise, mit einem Prellbock am Ende des Schienenstranges.
    Die Waschington Post und Arianna Huffington (Die Nuts, die Secte der Verueckten) sagte schon Obama sollte das machen was F D Rosevelt gemacht hatte um die Wirschaft auf das richtige Geleise zu leiten. Mit diese Aussage meinte sie natuerlich, Obama solle den dritten Weltkrieg (Vorschlaghammer) in die Wegeleiten und Iran angreifen. Natuerlich waere soetwas schon eine gute Endloesung.
    Alles was die Verueckten nun noch brauchen ist, nach der Nut Lusitania, dem Nut Perl Harbour, Dem Nut Guff von Tonkin, der Nut 9/11, ein neues Perlhabour um eine Grund zu haben den Iran zum Handel zu zwingen, das er den ersten Schuss feuert. Ich hoffe nur, das der President von Iran nicht solche Selbstmoerdtendenzen hat wie Adolf. Wenn der President gute Nerven hat, kann er die Amis aussitzen.

    Mit den sogennten Printerbomben hat es einen guten Grund. Man hat jetzt ja eine schwarze Liste aufgestellt, wo man mit dem Flugzeug nicht mehr hinfliegen sollte. Somalien und der Sudan sollen dort drauf stehen. Ich wette, das der Iran jetzt auch darauf steht. So kann man dann neue Sanktionen und Schikanen gegen den Iran erheben, so das dieser gezwungen werden kann, den ersten Schuss zu feuern.

    Die Zauberkuenstler haben das magische Wort vergessen. Sie sind am Ende ihre Kunst. Die Reise ist zu Ende und sie haben kein Ticket fuer die Rueckreise. niemand glaubt mehr was die Affen sagen. Auch die verrueckten sind mit der Kunst am Ende. Es ist nur eine Frage der Zeit, wenn man sie aus dem nahen Osten vertreibt.

    Die im Artikel erwaehnte Selbstversorgung wird natuerlich den Eisenbahn Crasch beschlaeunigen, denn wenn alle sparen und nur noch an sich selber denken wird natuerlich nicht mehr viel gekauft und es komen mehr arbeitslose und weniger Geld in der Kasse.

    Dem Schaueble schwimmen die Felle weg. Er will jetzt den Schwarzen Peter an die Laender und Staedte abwimmeln. Rathaus zu verkaufen wird wohl bald die Devise sein.

    Wegen Reichtum geschlosen.

    Gruss otto

  3. am 11. November 2010 um 19:40 3 Melanie Gatzke

    hallo @Otto

    Ein gelungener Beitrag von Ihnen.. Ein schöner Vergleich….super..

    Zitat: Der Wasser turm ist schon in Sichtweite.
    Bernake fuellt gerade den Wassertank am Turm mit Eimern voller Geld.
    Der Zug jedoch schaft es nicht mehr bis zum Wasserturm.
    Die Bremsen am Zug konnten nicht mehr repariert werden, weil das Ersatzteildepo leer ist….
    So kommt nun der Zug rueckwaerts mit immer groesserer Geschwindigkeit den Berg wieder herunter und kommt mit voller Geschwindigkeit auf ein Abstellgeleise, mit einem Prellbock am Ende des des Schienenstranges.
    —– –
    Einfach klasse geschrieben, so ist es. Nur, der Zug wird mit rasender Gechwindigkeit rückwärts aufprallen, sobald er den Rückwärtsang eingelegt hat.. niemand kann ihn dann noch stoppen- da hilft nur noch: AUS DER BAHN———–

  4. Goldbarren & -münzen zu aktuellen Preisen
  5. am 14. November 2010 um 12:07 4 bingoman

    Ich lese die Artikel hier sehr gerne und stimme auch in vielen Punkten zu – *aaaber:* die propagierte Senkung des Lebensstandards ist ein zweischneidiges Schwert.

    Einerseits beschleunigt ‚Konsumverweigerung‘ durch Stagnation im Geldkreislauf exponenziell den Wertverlust.

    Andrerseits ist es natürlich gut und wichtig, wenn man nicht weiter (durch Zahlungszwang) erpressbar ist. Dazu genügt es aber, auf einem guten Standard zu leben und einfach die Bereitschaft zu haben, alles loszulassen. Die Geisteshaltung ist entscheidend. Das Geld, was man verdient, einfach beiseite zu legen (auch in Form von Gold / Silber etc) ist ohnehin fragwürdig bis schwachsinnig. Gold und Silber sind aber ein eigenes Kapitel.

    Und mit dem niedrigen Lebensstandard begiebt man sich auch nicht unbedingt in eine freiere Situation. Ich kenne beide Formen der Lebensführung, und bevorzuge hochwertige Nahrung, Reisefreiheit und die Annehmlichkeiten die technischer Schnickschnack so mit sich bringt.

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