Wer kann die Wahrheit von der Lüge trennen?

© P. Kirchhoff / PIXELIO

Jeder, der die einschlägigen Webseiten und Videos kennt, kann natürlich zwischen falsch und richtig unterscheiden. Zumindest besitzen zahlreiche Aufgewachte diese Auffassung.

Erst beim Hinterfragen des bisher brav Geglaubten, wird dem ein oder anderen sein Defizit klar: Ist es gar nicht Wissen, sondern blinder Glaube und ahnungsloses Papageien-Nachgeplapper?

Warum die Aufgeklärtenszene nicht das hält, was sie scheinbar verspricht.

Das sind deutliche Worte, aber diese kommen nicht von jemandem, der die Weltverschwörung in Gänze verstanden haben will, sondern der lediglich gewohnt ist, Fragen zu stellen, um der Wahrheit auf den Grund zu gehen und der keine Lust mehr auf blindes Vertrauen in andere hat.

Wer der Gemeinde der Aufgeklärten einen kritischen Blick auf angeblich längst enträtselte Themen zumutet, der muss auch damit rechnen, dass er nicht mit Fakten, sondern mit fanatischen Angriffen von denen beworfen wird, deren Weltbild er unverschämterweise in Frage gestellt hat. Am sehr umstrittenen Thema Chemtrails konnten wir erleben, wie einige der angeblich Aufgeklärten mit einer derartigen Infragestellung umgehen.

Der Autor erhielt zu dem Artikel eine nennenswerte Anzahl an Rückmeldungen – überwiegend in Form von persönlichen Verunglimpfungen. Er wurde als „blind, bezahlt, gekauft, bestochen, übergelaufen, bescheuert, lächerlich“ sowie als „Uboot, vom anderen Lager, Irrer, Leugner, Wahrheits-Leugner, Depp und Lügner“ bezeichnet. Seine Aussagen seien „Mainstream-Verdummungsquatsch, Manipulation, und bullshit“.

Das waren jedoch nur die stubenreinen Beleidigungen. Einige Kommentare unterhalb der Gürtel- bzw. eher Knöchellinie konnten nicht veröffentlicht werden, es musste die ebenfalls unterstellte „Zensur“ ausgeübt werden.

Ein Blog ist allerdings weder Nachrichtenmagazin noch demokratisches Plenum, sondern lediglich eine Plattform zur Meinungsäußerung seiner Autoren. Diese tragen am Ende die Verantwortung für den publizierten Inhalt, auch der Kommentare, daher ist der Vorwurf der Zensur eine höchst dümmliche Unterstellung. Mehreren Blog-Betreibern der „alternativen Medien“ ergeht es damit übrigens ganz ähnlich.

Um ihrer Empörung noch mehr Ausdruck zu verleihen, sah sich einer oder mehrere der Chemtrail-Aufgeklärten offenbar dazu genötigt, dem Autor mehrere Viren per E-Mail zuzusenden. Erstaunlich, wie vehement mancheiner seine Position verteidigt. Schade, dass derartige Energie nicht für sinnvollere Zwecke eingesetzt wird.

Dennoch waren auch etliche wache Selbstdenker mit von der Partie, die sich nicht aus dem Konzept bringen ließen, wenngleich auch mit ihnen kaum eine inhaltliche Diskussion geführt wurde. Ihre kritischen Fragen wurden jedenfalls nicht mit Argumenten und nachvollziehbaren Beweisen untermauert, sondern meist nur mit Videos und Fotos als „Beweis“ gekontert.

Durch dieses Verhalten wurde offensichtlich, dass eine Anzahl an angeblich Aufgeklärten gerne dieselben Methoden nutzt, welche auch von der Otto-Normal-Welt grundsätzlich verwendet werden: Wie mit der Nazi-Keule, wurde pauschal auf diejenigen dreingeschlagen, welche sich anmaßten, eine längst als geklärt behauptete Theorie in Frage zu stellen. Wer selbst denkt und prüft, ist sichtlich unwillkommen in deren Welt.

Seltsam, kennen wir das nicht genau so von den sogenannten Schlafschafen? Bei denen fällt ebenfalls sofort jeder durchs Raster, wer nicht das glaubt und nachplappert, was die Masse vorkaut und glaubt zu wissen. Wohlgemerkt „glaubt“.

Offenbar haben manche „Aufgewachte“ ihren Aufwachprozess lediglich als flüchtigen Moment erlebt, haben ihr Weltbild kurzerhand um 180 Grad gedreht und sind dann wieder in die vorherige Schlafschaf-Lethargie verfallen. Sie glauben wieder alles, was ihnen vorgekaut wird, jedoch nun völlig andere Dinge.

Eine unterschiedliche Meinung zu haben ist selbstverständlich völlig legitim. Ebenfalls darf jeder glauben, was er will. Kritisch wird es allerdings dann, wenn das eigene ungeprüfte Wissen – alias blinder Glaube – als fundierte Wahrheit betrachtet und entsprechend mit Gewalt verteidigt und anderen aufgezwungen werden soll.

Es genügt vielen dieser Leute ganz offensichtlich, bestimmte Sachverhalte aus dem Munde von anerkannten „Infokriegern“ gehört oder oft genug auf alternativen Webseiten gelesen zu haben, um damit die Glaubwürdigkeitsprüfung zu bestehen.

Wie machen es die Schlafschafe, wenn Sie denen etwas von 9/11 oder der Klima-Lüge erzählen wollen? Genauso. Deren Antwort lautet dann: „Wenn das wahr wäre, würde es längst die tagesschau verkündet haben.“ Die Menschen orientieren sich an der Masse, frei nach dem Motto: Viele Fliegen können nicht irren.

Hier zeigt sich ein kritisches Bild von Teilen der „Aufgeklärten“. Nicht alle verfügen tatsächlich über ein stabiles und neues Fundament, welches auf selbst angeeignetem Wissen basiert. Nachgeplapper bestimmt ganz offensichtlich einen gewissen Teil der Wahrheitsgemeinde. In der Tat zeigt sich immer erst im Belastungstest, wie tragfähig das eigene Fundament ist.

Aber dürfen wir uns solchen Belastungstests verweigern? Wir wollen doch erreichen, dass möglichst viele Menschen die Lügen der Welt erkennen. Was nützt es uns und der Sache, den schlafenden Leuten ungeprüfte und leicht zu widerlegende Behauptungen um die Ohren zu hauen? Wir werden dann nur noch als fanatische Spinner deklassifiziert. Denn so klar, wie viele glauben, ist die Wahrheit nicht immer – sie ist nicht in jedem Falle nur das Gegenteil des Mainstreams, sondern oft weitaus komplexer.

Dieser blinde Glaube ohne Hinterfragen und eigenes Prüfen, führt zwangsläufig dazu, dass diejenigen, welche Zugang zur Aufgeklärungsszene haben, die Leute steuern und für ihre Zwecke missbrauchen können. Es ist genau dasselbe wie im Mainstream, denn sie wissen oft nicht, was ihnen von wem untergejubelt wird. Nur wer kritisch hinterfragt, der wird gegebenenfalls skeptisch werden.

Eine weitere Gefahr geht von Agitatoren aus, die aus welchen Gründen auch immer, Verwirrung oder Unruhe stiften wollen. Deren typische Masche ist u.a., ein Streitthema als längst erwiesen darzustellen. Sie verlangen dann von den von ihnen als Leugner bezeichneten Kritikern, den Gegenbeweis ihrer These zu erbringen.

Das wäre in etwas dasselbe, wie wenn Ihre Mutter Ihnen sagen würde, dass Sie nicht geboren, sondern vom Storch gebracht wurden. Versuchen Sie doch einmal, diese Behauptung mal eben faktisch zu widerlegen, wenn Ihre Mutter steif und fest behauptet, den Storch mit eigenen Augen gesehen zu haben.

Wer die „Infokrieger“ auf seine Seite bekommen will, der muss möglichst das genaue Gegenteil des Üblichen behaupten. Skurriles und Unkonformes ist sehr förderlich für die Glaubwürdigkeit, und je weniger der Einzelne mit geringem Aufwand selbst überprüfen und nachvollziehen kann, desto besser, denn nur ein geringer Anteil der „Opfer“ fragt tatsächlich kritisch nach und verifiziert das Behauptete.

Wirkliche Verifikation findet allerdings nicht dadurch statt, dass die Aussagen der üblichen Szene-Vordenker nach Passendem durchforstet werden, denn genau das könnte ja die Falle sein. Eigenengagement ist gefragt, denn die Schlafschafe sind es doch, denen wir vorwerfen, alles blind zu glauben. Dann dürfen wir das aber nicht selbst auch tun.

Dennoch scheint diese Einstellung nicht sonderlich weit verbreitet zu sein. Interessant ist sogar im Gegenteil, wie derjenige als Verräter hingestellt wird, welcher die üblichen Verschwörungs-Dogmen nicht blind übernimmt und ungeprüft verbreitet, sondern sie hinterfragt und sie evtl. sogar in die Kritik oder zum Einsturz bringt.

Vielleicht ist genau dies das Problem? Das schöne neue Gedankengebilde stürzt ein, weil jemand zu viele Fragen gestellt hat und der Betroffene erkannt hat, dass er einer Lüge aufgesessen ist? Wird er dann erst recht wütend, weil er glaubte, als Aufgewachter könne ihm so etwas nicht mehr passieren?

Vor dem Aufwachen glaubten wir alle mehr oder weniger der tagesschau. Wenn wir nun aber anstatt dem Mainstream nur noch Youtube und den einschlägigen Webseiten glauben, worin besteht dann genau der Unterschied zu den Schlafschafen?

Auch solche pauschalen Aussagen wie „ich habe es mit eigenen Augen gesehen“ sind noch lange kein Beweis, auf den wir uns verlassen dürfen:

Video in neuem Fenster ansehenVideo gelöscht?

Wie wir insbesondere bei dem seltsam verzogenen Raum im Video sehen, genügt es längst nicht, sich auf die eigene Beobachtung zu verlassen. Zum einen könnten wir in verschiedenster Art und Weise absichtlich oder unabsichtlich getäuscht werden – nicht nur optisch – und zum anderen ist in vielen Fällen schlicht mehr Wissen nötig, um alles verstehen zu können.

Auch wenn wir natürlich schon oft äußerst schlechte Erfahrungen mit sogenannten „Experten“ und „Wissenschaftlern“ gemacht haben, müssen wir klar unterscheiden zwischen den Menschen und den nachprüfbaren Tatsachen. Menschen können lügen, Tatsachen nicht.

Jeder von uns muss außerdem damit rechnen, dass sich unsere Erkenntnisse wieder ändern können. Denn all diejenigen Resultate davon, welche nicht auf Fakten, sondern auf Vermutungen oder Beobachtungen beruhen, sind prinzipiell einsturzgefährdet. Sie müssen nicht, aber sie können einstürzen.

In bestimmten Fällen dagegen zeigt sich der gegenteilige Effekt: Die Beweise werden mehr und stabiler, aber nur in den seltensten Fällen haben wir es mit logisch überprüfbaren Gesetzmäßigkeiten zu tun wie beispielsweise bei der Germanischen Heilkunde. Solche Gesetzmäßigkeiten sind ein hervorragend stabiles und sehr tragfähiges Fundament, leider jedoch selten.

Diese Welt ist so falsch und verlogen, wir müssen einfach viele Dinge selbst hinterfragen und leider den Aufwand des Prüfens auf uns nehmen, auch wenn andere diese Aufgabe vermeintlich schon erledigt haben. Die Alternative ist, blind zu glauben. Dann sind wir allerdings nicht besser bedient wie das Otto-Normal-Schaf.

Folgendes hat ein Leser zum Thema geschrieben:

„Es ist für mich heute ganz klar, das wir alle mehr oder weniger verführt sind, alleine dadurch, dass wir glauben bzw. glaubten, dass diese Welt das reale Leben ist. Doch im Großen und Ganzen ist es nur eine Lüge, um uns zu täuschen. Denn wenn wir dem Wort Gottes gehorsam sind, erkennen wir die Lügen durch unseren Gott, Jesus Christus, der sie uns offenbart. Jedem ganz persönlich auf eine ganz individuelle Art und Weise.

Satan ist ein listenreicher Stratege und sein Ziel ist es, so viele Menschen in der Lüge zu binden wie möglich. Das macht zornig, weil man von Gott diese Lügen offenbart bekommt. Doch viele Menschen sehen das gar nicht und ich habe mich schon oft darüber geärgert, warum sie es nicht sehen.

Die Antwort ist ganz einfach. Sie WOLLEN es nicht sehen. Für sie ist diese Welt zwar nicht perfekt, aber sonst ganz ok. Sie haben sich damit abgefunden und wünschen sich keine andere Welt, sondern nur andere Lügen, denn die Wahrheit möchten sie auch nicht, das wäre ihnen zu unbequem.“

Lassen Sie sich nicht von anderen Lügen überzeugen, die vielleicht besser klingen als das alte Weltbild. Lüge bleibt Lüge und nur wer nachfragt und eigenhändig prüft, kann am Ende die Wahrheit erkennen.

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22 Kommentare

  1. am 6. Oktober 2010 um 22:58 1 uteeee

    Ich finde schon das sehr viel Flieger unterwegs sind insbesondere in Europe http://www.flightradar24.com/
    Wenn man einen gelben Flieger anklickt erscheinen Daten und die Flugroute
    Unter Jump to Area kann man eine Region wählen und mal Europa vergleichen mit USA oder Russia.

  2. am 14. Oktober 2010 um 07:55 2 Frank

    Das Vertrauen auf das, was wir (zu) sehen (glauben) ist enorm stark!

    Und scheinbar vor allem auf das, was man sehen WILL…

    Ich muss zugeben, dass es mir ziemlich schwerfiel, in dem Videobeitrag die Delphine auf dem einen Bild zu sehen – obwohl ich es „wollte“…

    Aber mein Gehirn wollte mir das „emotionalere Bild“ präsentieren, was mehr in mir auslöst – obwohl Delphine ja echt nett anzusehen sind… bzw. wären… bzw. sein müssten…

    Aber mit einem umschlungenes Liebespaar können sie nicht mithalten…

    (Jedenfalls nicht bei mir?!) ;-)

    Dass Flugzeugabgase nicht gesund sind und die Fliegerei zugenommen hat können wir als gesichert annehmen.

    Und weil das Chemtrail-Thema „Wasser auf den Mühlen“ von (uns) Verschwörungstheoretikern sein kann, weil „scheinbar für jeden sichtbar“, bedarf es gerade deshalb mehr als Foto- und Video-„Beweise“ – denn ich benötige eher die Antwort auf die Frage: Vergiften „die“ sich damit denn nicht selber?

    Jeder so, wie er es sehen möchte.

  3. am 9. Dezember 2010 um 18:01 3 Frank

    Und hier nochmal was zu den Chemtrails… Fotos aus dem 2. Weltkrieg – ähm… und da sind Chemtrails drauf? ähh… Contrails… ?

    picasaweb.google.com/Uncinus/WWIIContrails#

    50 Fotos!!! Nicht von 1996 oder 2008 sondern 1940 oder 1944

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