Steter Tropfen leert das Konto – Tarife und Preise ziehen an
Jeder hat mehr oder weniger viele regelmäßige Ausgabenblöcke zu bezahlen, die meistens nur beim monatlichen Überprüfen des Kontoauszugs ins Bewusstsein rücken oder gar nur dann, wenn vom Dienstleister die neue Jahresrechnung im Briefkasten liegt.
In der Regel kommen solche Rechnungen aber erst dann, nachdem die Kündigungsfrist für das neue Vertragsjahr längst abgelaufen ist. Wer aus einem solchen Vertrag aussteigen oder zu einem günstigeren Anbieter wechseln möchte, muss mühsam selbst aktiv werden und sich neben der fristgerechten Kündigung auch um einen Alternativanbieter kümmern. Je nachdem hat so ein Wechsel auch noch weitere Aktionen zur Folge.
Genau hier liegt das Problem. Solange die Kasse noch nicht gänzlich am Anschlag ist, überwiegt bei vielen die Bequemlichkeit und die Ausrede “wegen der paar Euros lohnt doch der ganze Aufwand nicht” liegt sofort parat.
Mein Stromanbieter meldete sich vergangene Woche mit “neuen Konditionen” für das kommende Abrechnungsjahr. Natürlich wurden wieder sowohl der Grundpreis als auch die Kilowattstunde deutlich teurer:
- Grundpreis: +25%
- Kilowattstunde: +5,5%
- Effektive Preiserhöhung bei gleichem Jahresverbrauch: +8%
Wenn das jedes Jahr so weitergeht, dann werde ich wohl immer schwächere Glühbirnen in meine Lampen schrauben und am Ende durch Kerzen ersetzen müssen, um die Erhöhungen auszugleichen.
Woher rührt dieser Preisanstieg? Nicht nur die stark steigenden Aufwendungen für die Photovoltaik-Subventionen verteuern den Strom, auch Margenerhöhungen und Preisabsprachen der Großkonzerne spielen neben einigen weiteren Faktoren eine Rolle.
Natürlich begab ich mich sofort auf die Suche nach einem billigeren Anbieter. Zu meinem Erstaunen fand ich keinen. Ich habe bereits den günstigsten. Immerhin. Dabei fiel mir auf, dass es so gut wie keine Stromanbieter mehr gibt, bei denen die Kilowattstunde für unter 20 Cent zu bekommen ist. Wahnsinn.
Vergleichen Sie am besten auch einmal Ihre Stromkosten mit dem aktuellen Angebot am Markt. Bei den meisten ist nämlich durchaus eine gewisse Einsparmöglichkeit drin und das bei so gut wie keinem Wechselaufwand. Vorsicht jedoch vor Angeboten mit Einmalprämien. Im ersten Jahr scheint der Preis erstaunlich günstig, während im Folgejahr das “Begrüßungsgeld” dann entfällt und sich der vermeintliche Preisvorteil in Luft auflöst.
Wer dabei allerdings so Schaf-manipuliert ist und auch noch freiwillig mehr Geld für sogenannten Öko- oder “grünen” Strom ausgibt, dem ist nicht mehr zu helfen. Das entspricht in etwa derselben Intelligenz, bei einer Flugbuchung freiwillig eine CO2-Kompensationsabgabe zu bezahlen. Eine tolle Erfindung übrigens, CO2 durch Geld zu vernichten. Wie das wohl technisch umgesetzt wird?
Auch die Krankenversicherung wird sich demnächst wie jedes Jahr “leider gezwungen sehen”, den Beitrag wieder zu erhöhen. Dabei hätten sie es doch so gerne vermieden. Und wie sie es immer so schön umschreiben mit “Beitragsanpassung”. Der Beitrag wird dabei lediglich an deren Bedürfnisse angepasst, nicht jedoch an die der Beitragszahler.
Meine Historie dieser Beitragsanpassungen sieht folgendermaßen aus:
- 2001: +5%
- 2002: +4%
- 2003: +11%
- 2004: +17%
- 2005: -1%
- 2006: -1%
- 2007: -1%
- 2008: +13%
- 2009: +20%
- 2010: +6%
Was auf den ersten Blick gar nicht auffällt, ist die gesamte Erhöhung über den Zeitraum von 10 Jahren. Insgesamt hat sich der Beitrag nämlich exakt verdoppelt, schön versteckt in vielen einzelnen und fast immer überschaubaren Erhöhungen sowie minimalen Senkungen.
Nun, auch bei Krankenversicherungen gibt es Möglichkeiten zum Wechsel – zumindest für Selbstständige und Freiberufler – wenngleich das teilweise deutlich schwieriger und viel aufwändiger ist, als mal eben den Stromlieferanten auszutauschen.
Hat man sich erst einmal für einen Anbieter entschieden, wird in fast allen Branchen gnadenlos jedes Jahr die Schraube etwas stärker angezogen. Einzelne Kündigungswillige besänftigen die Unternehmen dann nicht selten mit einem Einmalbonus. Diese Art der stetigen dreisten Umsatzerhöhung mit etwas Kundenschwund rechnet sich für die Firmen trotzdem enorm.
Ähnlich sieht es auch bei der KFZ-Versicherung oder den Gaspreisen aus. Hier wird’s ebenfalls stetig teurer, das kennt jeder. Wer jedoch schon einen der günstigsten Anbieter gewählt hat, für den gibt es keine Alternative, außer die Heizung runter zu drehen oder das Auto zu verkaufen.
Wenn Sie sich einmal die Mühe machen und Ihre Kosten für Strom, Gas sowie die ganzen Versicherungen über einen Zeitraum von etwa zehn Jahren zusammenzustellen, werden Sie erkennen, wie sich die scheinbar harmlosen Erhöhungen inzwischen zu unglaublichen Werten aufsummiert haben, ohne dass Sie dies konkret realisiert hätten. Hat sich Ihr Einkommen im selben Zeitraum auch ähnlich entwickelt? Ich gehe davon aus, dass dem nicht so ist.
Eine jährliche Erhöhung von nur vier Prozent ergibt über zehn Jahre gerechnet eine Steigerung von rund 50%. Beträgt der Anstieg pro Jahr im Schnitt sieben Prozent, verdoppelt sich der ursprüngliche Betrag binnen einer Dekade sogar.
Nutzen Sie daher wenigstens die Chancen, die Sie haben, denn Kleinvieh macht auch Mist. Alle Einsparmöglichkeiten zusammengenommen und über ein Jahr addiert, ergeben gerade bei denjenigen, die sich davor immer gedrückt haben, ein ordentliches Sümmchen, was monatlich oder jährlich eingespart werden kann.
Zudem ist diese Art von privater Inventur durchaus sinnvoll, denn wer weiß, wann Sie in die Situation geraten, kurzfristig eine Menge von “überflüssigen” – bis dahin noch notwendigen – Ausgaben einsparen zu müssen. Manche machen sich dabei bereits Gedanken, welche Posten sie in welcher Reihenfolge streichen würden.
Traurig dabei ist, dass bei immer mehr Menschen diese Streichliste bereits existenzielle Punkte enthält. Wenn wir jedoch einen Blick nach Island, Griechenland oder sogar in die USA werfen, wird uns klar: Das kommt auch bald zu uns.
Die richtigen Preiserhöhungen beginnen gerade erst. In der Vergangenheit rührten die Aufschläge vielfach noch aus börsengetriebenen Investorenanforderungen, bei denen die Unternehmen ganz banal dazu gezwungen werden, ihren Umsatz und auch die Margen Jahr für Jahr zu steigern. In Zukunft werden uns massive Preissteigerungen bevorstehen, speziell bei den essentiellen Gütern Energie und Lebensmittel, weil wir es zusehends mehr mit den Folgen der Inflation – der Vermehrung der Geldmenge in unglaublichem Ausmaße – zu tun haben werden.
Nur ein paar wenige Beispiele, wo bereits weitere Erhöhungen drohen: Aus der Bild vom 19.08.2010:
Gerade erst beschloss der Verkehrsverbund Oberelbe eine Preiserhöhung (plus 3,2% ab November) und die Kunden haben die bittere Pille murrend verdaut.
Schon droht der VVO für 2011 die nächste Erhöhung an!
Die Welt am 19.08.2010:
Lufthansa Cargo erhöht die Preise kräftig
Luftfracht ab Oktober 20 Prozent teurer – Konkurrenz dürfte folgen – Vor allem Elektronik und Lebensmittel werden mit Flieger befördert
AFP am 12.08.2010:
Mit Beginn der Heizsaison steigen für Millionen von Gaskunden in Deutschland laut Experten wohl die Preise. “Bei vielen Gasversorgern gibt es zum Herbst Preiserhöhungen voraussichtlich im zweistelligen Prozentbereich”, sagte eine Sprecherin den Tarifportals Verivox am Donnerstag in Heidelberg.
Die Welt am 06.08.2010:
Bäckerverband rechnet mit “scharfer Preiserhöhung”
Das Industriemagazin am 20.08.2010:
Aluminium-Walzprodukte werden für Europäer teurer
Novelis, US-Anbieter von Aluminiumfolien für den europäischen Markt, kündigte eine Preiserhöhung für Folienprodukte an.
[...]
Ebenso müssen auch die Preise für bandbeschichtetes Feinblech, das Novelis an das Bauwesen sowie die Transport- und Industriemärkte liefert, nach oben korrigiert werden, um sie den aktuellen Preisentwicklungen des Markts anzugleichen.
Der Westen am 29.07.2010:
Neunkirchen. Die Preiserhöhungen im Familienbad Freier Grund zum 1. August fallen teils drastisch aus: So kostet eine Familiensaisonkarte künftig 165 statt 65 Euro. Aber auch fast alle anderen Tickets werden deutlich teurer.
Bild am 20.08.2010:
Döner werden teurer
[...]
„In den nächsten Monaten ist davon auszugehen, dass Imbisse den Preis um etwa 20 Cent anheben werden“, sagte Mehmet Özkan, Vorstandsmitglied des Vereins türkischer Dönerhersteller in Europa.
Die Freie Presse am 30.07.2010:
Chemnitz: CVAG erhöht Preise gleich doppelt
Kurzstrecken-Ticket wird teurer – Zugleich müssen viele das teurere Stundenticket nutzen
swissinfo.ch am 04.08.2010:
Bahnfahren in der Schweiz wird teurer: Die SBB und die anderen Anbieter des öffentlichen Verkehrs erhöhen ihre Preise auf den Fahrplanwechsel im Dezember 2010 um durchschnittlich 5,9 Prozent.
Druck&Medien am 29.07.2010:
Die Preiserhöhung betrifft CWF- und UWF-Papiere. Die gestrichenen, holzfreien Papiere werden um sechs Prozent teurer. Die Steigerung schließt Bogen- und Rollenware ein. Die ungestrichenen holzfreien Papiere werden um neun Prozent verteuert.
Diese Liste ließe sich beliebig fortsetzen und es gibt wohl keinen Bereich, der nicht von einer Preiserhöhung spricht. Geben Sie sich keiner falschen Illusion hin, die Lage wird ernst werden, sehr ernst. Daher ist die persönliche Vorbereitung für jeden dringend anzuraten:
- Verschaffen Sie sich einen strukturierten Überblick über alle Ihre monatlichen und jährlichen Ausgaben sowie die Kündigungsfristen.
- Stoppen Sie jetzt schon möglichst alle Ausgaben für Annehmlichkeiten, die Sie im Grunde gar nicht wirklich brauchen. Stellen Sie grundsätzlich erst einmal jeden Posten auf den Prüfstand.
- Versuchen Sie, alle übrigen regelmäßigen Kostenblöcke zu senken durch Anbieter- oder Tarifwechsel. Achten Sie dabei auf möglichst kurze Vertragslaufzeiten, damit Sie auch hier im Notfall schnell wieder rauskommen.
- Stecken Sie das eingesparte bzw. sowieso übrige Geld nicht in sinnlose Käufe, sondern sorgen Sie – in gewissem Rahmen zumindest – für sich und Ihre Familie für den schlimmsten aller Fälle vor und wandeln Sie den verbleibenden Rest des Geldes um in Gold und Silber, damit es vor Währungsreform und Inflation geschützt ist.
- Machen Sie sich Gedanken über den Sinn Ihres Lebens und die Dinge, die offensichtlich auf uns zukommen werden. Finger weg dabei von New Age und Esoterik.
Wer nur den Kopf in den Sand steckt, obwohl jetzt schon wirklich mehr als spürbar ist, was geschehen wird, dem ist nicht zu helfen, denn der allmächtige und umsorgende Staat steht vor demselben Problem und wird Ihnen nicht zur Seite stehen können, ganz im Gegenteil.
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Sprüche 1,20-33 und Sprüche 8,1-21.32-36 ! Gottes Wort für alle, die die Weisheit zur Umkehr aufruft.
Der Herr segne uns! Danke!
Jetzt noch einmal in Kurzform: Im Großen und Ganzen kann man sich Versicherungen sparen. Bei der Zwangsmitgliedschaft in der “kranken”-Kasse empfehle ich die Technikerkrankenkasse. Da wurde mir bestätigt, dass sie auch im nächsten Jahr auf den Zusatzbeitrag verzichten. Kostenloses Girokonto und noch Geld obendrauf, wenn man seine Überweisungen online abwickelt – das gibt es bei der Sparda Bank. Noch ein Sparvorschlag zum Schluss: Die bunte Regierung Deutschland könnte man auch einsparen …. grins.