Alle Steuern rauf – das sind wir unseren EU-Nachbarn schuldig

© RainerSturm / PIXELIO

Ist Ihnen klar, dass Sie über viele Jahrzehnte deutlich über Ihren Verhältnissen gelebt haben? Schämen Sie sich!

Wie können Sie dieses persönliche Fehlverhalten jemals wiedergutmachen? Dank unserer „Regierung“ wird es in Kürze möglich sein, durch höhere und neue Steuern, die dringend nötige Abbitte zu leisten.

Wagen Sie es dabei bloß nicht, zu jammern oder zu seufzen, denn selbst bei Verdopplung aller Steuern sollte Sie Ihr schlechtes Gewissen weiterhin plagen. Wie konnten Sie nur so selbstherrlich Ihren schwer verdienten Wohlstand ausleben?

Haben Sie allen Ernstes geglaubt, Sie kommen nach der NRW-Wahl mit einem blauen Auge davon? Ganz schön naiv. Jedes Kind weiß doch, dass Politiker vor der Wahl lügen und unhaltbare Versprechungen äußern. Und es weiß auch, dass nach der Wahl gleich wieder vor der Wahl ist. Die Wahrheit werden Sie daher niemals aus eines Politikers Mund hören. Außer, wenn er wie Angela Merkel auf dem Kirchentag spricht.

Die Bild-Zeitung titelte am 14.05.2010 mit „Die Zeit der Nettigkeiten ist vorbei“ wunderbar treffend im Hinblick auf Merkels Worte:

„Gemessen an vielen Problemen in der Welt geht es uns so schlecht nicht.“ […] Und mahnend fügte die Kanzlerin hinzu: „Wir können nicht auf Dauer über unsere Verhältnisse leben.“ […]

Merkel kündigte an, deshalb werde man in den nächsten Wochen darüber sprechen müssen, wo gespart werden könne. Dabei werde sich der Zusammenhalt der Gesellschaft zeigen müssen.

Wie ehrlich sie sein kann, zeigt dieses Zitat aus dem selben Artikel:

„Liebe Kirchentagsbesucher, für etwas kurzsichtige Menschen wie mich ist das eine Riesenhalle.“

Immerhin gibt sie zu, dass sie keinen Weitblick hat. Allerdings wird das für die wenigsten Wähler etwas neues gewesen sein. Und was haben sie nun vor, die von Berufs wegen Bestechlichen? In der Welt sprach Roland Koch am 15.05.2010 deutliche Worte:

Der Sparkurs dürfe vor keinem Bereich Halt machen – die einzige Alternative seien Steuererhöhungen, warnte der hessische Ministerpräsident.

Um jegliche Schuld von sich zu weisen wusch Koch seine Hände in reinster Unschuld – man erinnere sich an Pontius Pilatus:

„Ich will keine Steuern erhöhen“, sagte Koch dem Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“. „Aber richtig ist auch: Wir können Steuererhöhungen nur vermeiden, wenn wir die staatlichen Ausgaben entsprechend den Vorgaben der Schuldenbremse senken.“

Man merkt, wie leid es ihm tut, dass er uns Bürgern nun mit Steuererhöhungen quälen muss. Er will es ja selbst nicht, doch scheinbar hat er keine andere Wahl. Oder sollen wir etwa zuerst in der Regierung mit dem Sparen anfangen? Was für ein Unsinn, dann gäbe es ja niemanden mehr, der den weiteren Betrug und die massive Ausbeutung durchsetzen könnte. Wer hat schon Lust auf ein so langweiliges Leben? Gar nicht zu reden von den ganzen arbeitslosen Lobbyisten.

Sie als treuer, unterwürfiger und unkritischer Bürger werden daher selbstverständlich den kommenden zusätzlichen Belastungen mit einem freudigen Lächeln entgegenblicken. Was sind schon 25% Mehrwertsteuer? Das ist genau die Hälfte von 50% und ein Viertel von 100% – wenn das mal kein unschlagbar günstiges Angebot ist?

Auch beim Autofahren werden Sie in Zukunft die Möglichkeit haben, mit einer neuen Ablasssteuer Ihre Sünden der Vergangenheit, Ihr ausschweifendes Leben als Hamsterrad-laufender Angestellter, wiedergutmachen. Dass dem über Jahrbillionen und garantiert aus Fossilien entstandenen und inzwischen sehr rar gewordenen Erdöl noch zehn oder zwanzig Cent weitere Steuern pro Liter Benzin draufgepackt werden, wird Ihnen Ihre tägliche Fahrt zur Arbeit ja sicherlich wert sein, denn Millionen von Arbeitnehmern werden ihre Stelle noch verlieren.

Auch die massiven Schäden an unseren Straßen durch den wärmsten Winter aller Zeiten, werden sich nicht allein mit guten Worten flicken lassen. Ihnen sollte klar sein, welchen Beitrag Sie auch hier zu leisten haben. Insofern ist eine PKW-Maut das Mindeste, was dafür kommen muss.

Natürlich profitieren Sie auch unmittelbar selbst von dieser Maßnahme, weil viele Pendler – allein der unaufhaltsamen Klimaerwärmung zuliebe – auf öffentliche Verkehrsmittel umsteigen werden und daher die zehn Cent pro Kilometer PKW-Straßennutzungsgebühr nicht bezahlen werden. Sie haben also jede Menge Platz, um zu rasen. Aber bitte beachten Sie, dass der Bußgeldkatalog – zwar gesetzeswidrig – selbstverständlich angemessen angepasst werden muss, sonst verliert sich der Lerneffekt.

Sicherlich ist Ihnen auch nicht entgangen, dass eben die Klimaerwärmung in katastrophalem Ausmaß vorangeschritten ist. Bild berichtete davon am 14.05.2010:

Kältester Mai des Jahrtausends

[…]

Ist denn die Erderwärmung eine Lüge?

Klimaforscher Prof. Mojib Latif aus Kiel: „Nein, die Klimaerwärmung ist ein sehr langfristiger Prozess. In den nächsten 50 Jahren wird die Temperatur bei uns um ein Grad steigen. Daran ändern auch die aktuellen Temperaturen und der kalte Winter nichts. Weltweit betrachtet war es einer der wärmsten Winter der vergangenen 150 Jahre.“

Sie sehen, auch hier muss dringend gehandelt werden. Weil sich die Erde inzwischen so stark erwärmt hat, dass der Mai 2010 der kälteste des Jahrtausends ist, sind auch hier zusätzliche Zahlungen aller Bürger unbedingt erforderlich, um die nahende Katastrophe wenigstens für ein paar wichtige Menschen wie Al Gore etwas erträglicher zu machen. Sie als Hauptverantwortlicher der Klimaerwärmung werden sich aus diesem Grunde über weiter steigende und auch ganz neue CO2-Energiesteuern angemessen für Ihre Klimasünden revanchieren können.

Zum Schluss ein Blick auf unsere klammen EU- und Euro-Nachbarn. Ihnen ist bestimmt schon aufgefallen, dass die Regierungen von Griechenland, Spanien, Portugal, Italien, Frankreich, Irland und auch Groß-Britannien mit den bisherigen sehr knappen Milliarden-Zahlungen der BRD in den EU-Topf, trotz keinerlei Anstrengungen, ihre eigenen maroden Haushalte nicht mehr ausgleichen können.

Wollen Sie etwa auch noch schuld daran sein, wenn die in freien Wahlen bestimmten und aufopferungsvollen Volksvertreter unserer Nachbarländer, ihren Verpflichtungen der Bilderberger-Konferenz nicht mehr nachkommen können? Angela Merkel hat das längst erkannt und trat bereits in unser aller Interesse die Flucht nach vorne an, wie wir in der Berliner Morgenpost vom 15.05.2010 nachlesen können:

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sieht den 750-Milliarden-Rettungsschirm für den Euro nur als ersten Schritt zur Stabilisierung der Währung.[…]

„Es geht bei der Stärkung der gemeinsamen Währung darum, ob mit der Währungsunion die ganze europäische Idee ins Wanken gerät. Denn wir wissen: Scheitert der Euro, dann scheitert mehr.“

Ist Ihnen klar, was Frau Merkel damit sagen will? Scheitert der Euro, dann sind Sie allein daran schuld, weil Sie aufgrund Ihrer eigenen Interessen wegen ein paar Billionen Euro die gesamte EU-Diktatur aufs Spiel setzen. Jetzt, so kurz vor dem Ziel, den endgültigen Faschismus zu installieren, der Sie von jeglichen Verpflichtungen in Bezug auf Freiheit und Verantwortung entbinden, Sie also stark entlasten würde, mosern Sie herum wegen ein paar läppischen und wertlosen Euro-Billionen?

Schämen Sie sich. Welches Recht haben Sie eigentlich noch – nach Einführung der EU-Verfassung – sich gegen die staatliche Obhut und Fürsorge so widerspenstig zu verhalten? Ermöglicht denn nicht genau die EUdSSR Ihnen den Scheinfrieden, den sie Ihnen aufgezwungen hat? Gäbe es ohne den selbstlosen Einsatz der Brüsseler Bürokraten denn noch den Trend zu immer weniger Gesetzen und Verordnungen? Müssten wir nicht noch immer unter angenehmem Glühbirnenlicht leben? Warum sind Sie nur so undankbar?

Seien Sie bitte endlich einsichtig, Sie haben doch keine andere Wahl. Daher werden Sie einer EU-Steuer – die allein in der BRD erhoben wird – selbstverständlich nicht widersprechen, denn Sie sind sich Ihrer Verantwortung bewusst. Wer sonst, wenn nicht der deutsche Michel, sollte den Euro und die davon abhängigen Banken mit seinem gesamten Privatvermögen stützen? Wer sonst, wenn nicht Sie, der sich über viele Jahrzehnte, wenn nicht sogar hunderte von Jahren, mit den Früchten seiner eigenen Arbeit bereichert hat?

Sie haben die große Ehre, in einem der zahlungskräftigsten Länder der Welt leben zu dürfen. Daher entbehrt es jeder Grundlage, über neue und höhere Steuern auch nur im Ansatz zu diskutieren. Die BRD war immer Exportweltmeister und wird es auch bleiben. In der Vergangenheit haben wir sehr viele Güter exportiert, in Zukunft werden wir den Export im Wesentlichen auf Ihr „hart verdientes Geld“ konzentrieren, wie es ein Leser von Hartgeld.com auf den Punkt brachte.

Es ist an der Zeit, dass Sie, der Bürger, Ihre wahre Verpflichtung als Bürge erkennen und dieser auch nachkommen. Das bedeutet, Sie dürfen die finanzielle Verantwortung für fast 500 Millionen EU-Bürger übernehmen und wenn die USA Frau Merkel ganz lieb bitten, dann wird unsere, dem Volk stets ergebene Kanzlerin natürlich nicht zögern, auch unseren Freunden und langjährigen treuen Besatzern über dem großen Teich, mit Ihren Steuergeldern tröstend unter die morschen Arme zu greifen.

In diesem Sinne: Halten Sie den Mund und zahlen Sie gefälligst. Ihre BRD-„Regierung“.

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Literatur zum Thema Politik

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33 Kommentare

  1. am 17. Mai 2010 um 09:09 1 GabyRubina

    @Hansen:

    Ich beglückwünsche Dich u. Familie zu Deinem Entschluß, nichts wie raus hier…..
    Ich habe es schon mal gesagt, ich war 20 Jahre im Ausland. Aus Erfahrung kann ich Dir einen Rat mitgeben, pass auf Dich und Dein Geld auf (sehr schwer und bedarf kompetenter Beratung, weiß nicht ob man das in der heutigen Zeit findet) und hör um Gotteswillen auf Deutsch zu sein zu denken und zu handeln.
    Letzteres könnte Dein sicherer Untergang sein.

    @User:

    Danke für den Tip mit der Webseite, sehr kompetenter Mensch, dieser Herr Kreutzer.

    Ansonsten bleibt für mich nicht viel zu sagen nach obigem Artikel, außer, das sich in mir eine große Wut und Verzweiflung ausbreitet.
    Muß heute aufs Finanzamt, weiß nicht ob ich das mit meinem Agro tun sollte????

  2. am 17. Mai 2010 um 09:36 2 Sabine

    Danke – meine Woche ist gerettet :-)

  3. am 17. Mai 2010 um 09:55 3 neo

    Super Artikel! Und noch kein Bibelzitat! Die Woche fängt ja wirklich gut an ;)

  4. am 17. Mai 2010 um 10:54 4 rexdeus

    Solange es sich alle bieten lassen und mitmachen, wird nichts geschehen.
    Es macht doch niemand etwas — niemand murrt, zumindest nicht genug.
    Die Menschen gehen weiter wählen und denken das die anderen was ändern. So blind kann man doch garnicht sein, denke ich immer.

    Es wird Zeit Verantwortung zu übernehmen, jeder für sich.

    henrik

  5. am 17. Mai 2010 um 12:29 5 Freund des Autors

    Ja, wo die Christdemokraten gerade bei Sparvorschlägen sind,bei denen keiner ausgenommen sein soll.Wie wär es mit einer Sparbeteiligung der Kirchen ? Könnten diese doch auf Ihre alljährlichen 14 Milliarden EURO Steuergeschenke zu Gunsten des gebeutelten Steuerzahlers verzichten ? Das wäre dann wahrlich im Sinne Ihres geistigen Führers Jesus Christus,den sie so gerne bei jeder Gelegenheit als bamherzigen Menschenfreund herbeizitieren,in christlicher Nächstenliebe gehandelt,oder ?

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