Sie wünschen – wir spielen: Neue Feiertage für jede Religion
Ein Kommentar von Günther Lachmann vom 13.10.2009 in der Welt zitiert den Vorsitzenden der Türkischen Gemeinde in Deutschland, Kenan Kolat:
Aber was macht Kenan Kolat? Erst fordert er lauthals ein Gerichtsverfahren gegen Sarrazin, dann verlangt er allen Schülern an einem muslimischen Feiertag schulfrei zu geben. „Ich fände es gut, wenn man an einem Tag, etwa dem muslimischen Opferfest zum Ende des Ramadans, allen Kindern frei gibt“, sagt er und begründet seine Forderung auch damit, dass die deutsche Gesellschaft sich auf die Zuwanderer einlassen müsse.
Lassen sich die Menschen in der BRD denn nicht auf Zuwanderer ein? Laut “Bundesamt für Migration und Flüchtlinge” – so ein mickriges Bundesamt ist immerhin ein erstes bescheidenes Indiz dafür, dass sich die BRD wohl schon prinzipiell auf Zuwanderer einlässt – lebten in der BRD Ende 2008 6,7 Millionen Ausländer. Ja, in dem Dokument steht tatsächlich der inzwischen fast schon politisch inkorrekte Begriff.
Das entspricht ca. einem Anteil von 8,1% an der BRD-Gesamtbevölkerung. Also etwa jeder zwölfte ist nicht von hier. Wenn nun diese 6,7 Millionen alle solche Forderungen stellen würden wie Kolat, würde das lustige Ausmaße annehmen. Zudem, stellen Sie doch mal eine solche Forderung aus Sicht eines deutschen Ausländers in der Türkei. Ob das vielleicht Ihre Gesundheit etwas beeinträchtigen könnte?
Religiöse Forderungen oder auch nur schon Äußerungen werden überall auf der Welt höchst unterschiedlich bewertet und behandelt. Wieviele verschiedene Religionen mag es wohl überhaupt weltweit geben?
Die größten sind laut Adherents.com
- Christentum (2,1 Milliarden)
- Islam (1,5 Milliarden)
- Säkulare, Nichtreligiöse (1,1 Milliarden)
- Hinduismus (900 Millionen)
- Traditionelle chinesische Religionen (394 Millionen)
- Buddhismus (376 Millionen)
- Nichtafrikanische indigene Religionen (300 Millionen)
- Traditionell Afrikanische Religionen (100 Millionen)
- Sikhismus (23 Millionen)
- Spiritismus (15 Millionen)
- Judentum (14 Millionen)
- Bahai (7 Millionen)
- Jainismus (4,2 Millionen)
- Shintoismus (4 Millionen)
- Caodaismus (4 Millionen)
- Zoroastrismus (2,6 Millionen)
- Tenrikyo (2 Millionen)
- Neopaganismus (1 Millionen)
- universalistischer Unitarismus (800.000)
- Rastafari (600.000)
Doch nicht nur Ausländer bringen uns neue Religionen ins Land, wir haben sowieso schon eine ganz schön unübersichtliche Auswahl vor Ort. Allein in der BRD gibt es über 120 Religionen und Splittergruppen, wie der Religionswissenschaftliche Medien- und Informationsdienst e.V. im Detail aufführt. Würden alle diese einen eigenen Feiertag fordern, blieben nur noch rund 130 Arbeitstage übrig, also gut die Hälfte der bisherigen Anzahl an Werktagen pro Jahr.
Zyniker finden diese Idee natürlich hervorragend, weil zum einen die Faulheit der Menschen sowie das stark gestiegende Bedürfnis nach immer mehr Freizeit gefördert würde. Wirtschaftswissenschaftler dagegen fänden diese Halbierung der Arbeitszeit aus arbeitsmarktpolitischen Gründen wichtig, um so unserer am Boden liegenden Wirtschaft aus der Klemme zu helfen.
Insofern kann die Forderung vom Vorsitzenden der Türkischen Gemeinde als völlig unrealistisch abgetan werden. Auf gut deutsch: Wo kämen wir denn hin, wenn hier jeder solche oder ähnliche Wünsche äußern würde?
Bei dieser Diskussion gelangt man außerdem sehr schnell zum Thema “Brauchen wir überhaupt so viele Religionen, wo es doch nur einen Gott gibt, an den mehrheitlich alle Religionen glauben?” Stichwort Einheitsreligion.
Was für heiße Eisen, diese Religions- und Migrationsthemen. Niemand darf es wagen, sich da ranzutasten. Wer es dennoch tut, muss mit Hetzkampagnen der Medien und öffentlicher Verurteilung durch Interessensvertreter verschiedenster Gruppierungen rechnen.
Allerdings scheint hier eine große Diskrepanz zwischen der Medienpropaganda und der Volksmeinung zu bestehen. Einige Blätter trauen sich sogar, möglichst neutral anstatt typisch einseitig zu berichten – sogar die Bildzeitung, welche am 08.10.2009 verschiedene Stimmen zur Unterstützung von Sarrazin zitierte:
Politikforscher Prof. Arnulf Baring: „In der Sache kann Sarrazin niemand widerlegen: Deutschland hat ein massives Problem mit Zuwanderern aus der Türkei und dem arabischen Raum! Nur: Im Lande der Leisetreter und der politischen Korrektheit wird jeder, der Klartext redet, gleich niedergemacht. Erbärmlich!“
Autor Henryk M. Broder („Kritik der reinen Toleranz“): „Sarrazin hat recht! Sein Tonfall erzeugt Aufregung und ärgert die Gutmenschen. Seien wir doch froh über einen, der Sinnvolles und Richtiges in provokanter Form ausspricht!“
Autor Ralph Giordano („Die Bertinis“): „Sarrazin weist zu Recht auf die haarsträubenden Zustände in den Parallelgesellschaften hin. Eingebrockt haben uns diese Verhältnisse Multikulti-Illusionisten, professionelle Gutmenschen, Umarmer vom Dienst, Sozialromantiker und Beschwichtigungsapostel. Denen darf man nicht nachgeben und sich mundtot machen lassen.“
Die meisten Medien jedoch bleiben wie gehabt politisch korrekt. Kein Wunder, wurde dieser Trend doch über Jahrzehnte eingeübt.
Doch diese Stimmungsdifferenzen zwischen Medien-Möchtegerndenken und der Bürgerrealität werden irgendwann einen Höhepunkt erreichen und sich dann mit einem großen Knall entladen. Sarrazin ist zwar für provokante Sprüche bekannt, aber schaut man sich die Umfragen in den Onlinemedien an, dann erntet er durchweg breite Zustimmung. Dieser Knall ist daher weniger eine Frage des “ob”, sondern eher des “wann”.
Es geht nun nicht darum, von der gewohnten politischen Korrektheit ins Gegenteil umzuschlagen. Schön wäre, wenn einfach nur die persönliche Meinung frei geäußert werden könnte, so wie es nämlich die Fraktion der genannten Interessensvertreter auch direkt und unverblümt tut.
Fordern wir als aufgeklärte Menschen doch ebenfalls einmal ganz frech etwas:
Schluss mit den Lügen der Medien, der Politiker und der Mächtigen. Sagt endlich die Wahrheit!
War das noch politisch korrekt genug?
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“Wenn es die Ausländer nicht gäbe, würde Herr Sarrazin auf den deutschen Präkariat rumhacken.”
So einfach ist das ;D
Das hat er ja schon einmal in der Vergangenheit getan, was ich auch nicht begrüße, als er sagte, dass die Hartz4 Empfänger locker von 3 Euro am Tag oder so ähnlich leben könnten. Fakt ist, aber dass ich diese Äußerung, die die ganze Zeit von ihm durch den Kakao gezogen wurde, eher teile als verurteile. Mir ist es lieber, wenn mal jemand über dieses Thema öffentlich eine Diskussion entfacht, als dass nur darüber geschwiegen wurde.
Wir sind so ziemlich das tolleranteste Volk was es gibt, da beißt die Maus keinen Faden ab. Hier kann sogar jeder seine Kultur ausleben, was nicht in jedem Land möglich wäre. Also verlange ich einfach als deutscher Bürger auch etwas Angepasstheit von den Ausländern. Wenn ich nach Kanada ausreisen will, muss ich einen Arbeitsplatz, eine Wohnung und genügend Finanzen vorweisen, hier aber kann jeder rein der will, und das geht nich! Den Ausländern kann ich dahingehend keinen Vorwuf machen, da die Regierung die Gesetze dafür macht.
“Wir sind so ziemlich das tolleranteste Volk was es gibt, da beißt die Maus keinen Faden ab.”
…und ich fände es sehr schön wenn wir das lieber noch ausbauen würden, als einen Schritt rückwärts zu gehen, egal was es für den Einzelnen bedeutet.
Das ist meine Meinung.
Alles wird gut ;D
Das funktioniert aber leider nur, wenn die die es betrifft, sich auch öffnen uns gegenüber. Und das ist sehr oft nicht der Fall. Ein gutes Beispiel dafür ist das Heiraten. Gerade in den türkischen Familien, wo selbst hier noch die Vendetta herrscht, wird es nicht akzeptiert, eine deutsche Schwiegertochter oder Schwiegersohn zu haben. Daraus kann man folgen, dass Sie nichts mi uns zu tun haben wollen, und lieber unter sich sind.
Viele können nicht mal unsere Sprache, oder wollen Sie auch gar nicht lernen. Ein nicht zu verachtender Prozentsatz verachtet sogar Deutschland. Einige sind sogar der selben Meinung wie ich, und lachen nur über solche Meinungen die du äußerst Christoph, weil Sie das ähnlich sehen wie ich, dass es nämlich zuviele Ausländer hier gibt und es verabscheuen, wie ein großer Teil von Ihnen sich so in Deutschland verhält. Die freuen sich doch noch über das deutsche Gekusche und diese Schuldzuweisungen die wir Deutschen uns noch gegenseitig zuschieben.
“und lachen nur über solche Meinungen die du äußerst Christoph, weil Sie das ähnlich sehen wie ich, ”
Nun gut, aber das stört mich nicht. Was mich stört ist, das ihr diesen Gedanken anfangt aber nicht zu Ende denkt. Denn wo soll das Enden? Auch die Menschen in der Vergangenheit hatten erstmal die besten Absichten, da bin mir 100% sicher, doch leider ist dies alles aus dem Ruder gelaufen, deswegen kann man gar nicht zuviel Fingerspitzengefühl dafür aufbringen. Vieles in der menschlichen Geschichte war erst gut gemeint und hat dann in einem Blutbad geendet. Ihr seid noch jung und ich verstehe, dass Ihr etwas verändern wollt, aber man muss damit sehr vorsichtig sein, sonst geht es nach hinten los und hinterher will es keiner gewesen. Deshalb ist es gar nicht schlimm sich mit der Geschichte Deutschland zu beschäftigen und man kann nicht oft genug warnen. Dafür gibt es 60 Millionen Gründe.
Alles wird gut ;D