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Durchhalten bis zum Wahlabend – wenn Politiker sich nur selbst am nächsten sind

Von Wahrheiten.org am 25. August 2009 | Kategorie Krise

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Dominoday

© hofschlaeger / PIXELIO

Es ist keineswegs neu, dass sich unsere angeblichen politischen Vertreter vor der Wahl besondere Mühe geben, um die Gunst ihrer Wähler zu erhaschen. Doch die Dimensionen haben sich verschoben.

Da wird gemauschelt und betrogen, Statistiken gefälscht und Katastrophen hinausgezögert bis zum Anschlag. Doch auch das ist nicht neu.

Wirklich neu ist, dass nun sogar die Mainstream-Presse beginnt, diese Frechheiten aufzudecken und beim Namen zu nennen.

Gleich in mehreren Blättern lesen wir davon, dass die Industrie massenhaft Stellen abbauen wird. So titelte die Financial Times Deutschland am 24.08.2009:

Kahlschlag kommt nach der Wahl

Die deutsche Industrie will Stellen im großem Umfang streichen – sobald die Bundestagswahl vorüber ist. Dann läuft das Stillhalteabkommen mit Berlin aus.

Eine Art Stillhalteabkommen zwischen Industrie und Regierung verhindert derzeit einen größeren Arbeitsplatzabbau in Deutschland. Der Pakt gelte bis zur Bundestagswahl am 27. September, erfuhr die Financial Times von mehreren Spitzenmanagern. “Deutschland ist momentan vor Veränderungen sicher. Aber nach der Wahl wird sich die Botschaft ändern. Das ist ganz normal”, sagte Hakan Samuelsson, Vorstandschef des Münchner Dax-Konzerns MAN.

Wie dreist, auch noch davon zu sprechen, das sei “ganz normal”. Der Kollege aus dem Vorstand mag diese Art von Manipuliation vielleicht inzwischen als normal empfinden – die Mehrheit in der Bevölkerung dürfte das jedoch anders sehen.

Im Handelsblatt wurde am 23.08.2009 als Gastkommentar ebenfalls Klartext geschrieben:

Betrug am Wähler

[...]

Beispiele für eine nur am Wahltermin orientierte Politik gibt es inzwischen zuhauf. Das Füllhorn der Kurzarbeit wurde so terminiert, dass die unausweichliche Entlassungswelle erst nach der Wahl über uns hereinbrechen wird, dann aber mit umso größerer Wucht. Die Abwrackprämie, ein finanz- und umweltpolitischer Schildbürgerstreich zulasten künftiger Steuerzahler, wurde so verlängert, dass die dringend nötigen Kapazitätsanpassungen in der Automobilindustrie erst nach dem Wahltag sichtbar werden.

Die Finanzspritze für Opel wurde so bemessen, dass dieses seit Jahren marode Unternehmen – es schreibt trotz Abwrackprämie weiterhin hohe Verluste – nicht schon vor der Wahl in die Insolvenz gehen muss. Rechtzeitig vor der Wahl wird den Rentnern per Gesetz – auch bei sinkendem Realeinkommen der Beschäftigten und Nullinflation – ein stabiles Einkommen versprochen. Die Liste ließe sich fortsetzen. Jeder einzelne Posten ist für sich aber schon ein beredtes Beispiel für Volksverdummung. In ihrer Gesamtheit setzt sie in unserer Republik einen neuen historischen Maßstab für Betrug am Wähler.

Selbstverständlich überrascht es Sie als aufgeklärter und mitdenkender Bürger überhaupt nicht, was hier nun offen und breit verkündet wird. Massenentlassungen vor der Wahl sind schließlich nicht besonders zuträglich für das Erreichen der gewünschten Prozent-Ziele.

In gut einem Monat ist der Spuk vorbei, dann kommt die Wahrheit ans Licht. Es ist daher auch egal, ob diese Schweinerei nun zugegeben wird oder nicht. Am Wahlergebnis ändern wird das nichts. Denn womöglich bekommt die Masse jetzt noch mehr Angst, wenn sie liest, dass sie im Herbst ihren Job verlieren wird. Wen wird der Dumpfbackenbürger in diesem Fall wohl wählen? Eine unbekannte Piratenpartei? Oder lieber die, welche lauthals die tollsten Versprechungen in ihrer Wahlwerbung verkünden?

Er wird aus Angst diejenigen wählen, die ihm glaubhaft machen, seine auf ihn zukommenden Probleme am besten lösen zu können. Zwar haben diese Parteiburschen seine Probleme überhaupt erst verursacht, aber das kapiert er natürlich gar nicht.

Neben Massenentlassungen sind noch ganz andere Schwierigkeiten im Anmarsch. Der Tagesspiegel schrieb am 24.08.2009:

Die Welle rollt an

Experten sind sich einig: Im Herbst nach der Bundestagswahl wird es viel mehr Pleiten geben. Nach den Exportfirmen erreicht die Rezession dann die Dienstleister.

Düsseldorf – Eine Welle an Unternehmensinsolvenzen dürfte nach den Wahlen zum Bundestag die deutsche Wirtschaft überfluten. Darin sind sich Experten einig. Treffen wird es dann auch kleine bis mittelgroße Unternehmen, die unter anderem als Folge des rigiden Sparkurses vieler Großkonzerne Aufträge verlieren. Die Lage ist schon jetzt viel kritischer, als es die Prognosen signalisieren. So rechnet die Wirtschaftsauskunftei Creditreform zwar mit einem mäßigen Anstieg der Unternehmenspleiten um 14 Prozent auf etwa 35 000 Fälle in diesem Jahr. Das ist aber nur die halbe Wahrheit. Denn die Zahl der betroffenen Arbeitnehmer wächst überproportional.

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Das Handelsblatt äußerte sich am 24.08.2009 ebenfalls zu diesem Problem:

Bislang hat die Pleitewelle vor allem größere Unternehmen mitgerissen, doch nun droht vielen kleinen und mittelgroßen Firmen die Luft auszugehen. Experten sind sich einig: Im Spätherbst, nach den Wahlen zum Bundestag, dürfte eine Welle an Unternehmensinsolvenzen die deutsche Wirtschaft überfluten.

[...]

Mit 173 000 Anträgen auf Insolvenzgeld hat die Zahl der neu von einer Pleite betroffenen Arbeitnehmer schon im Juni zwei Drittel des Jahres 2008 erreicht. Die Sommermonate werden jeden Rahmen sprengen. Denn die Megapleite von Arcandor mit 45 000 Beschäftigten ist in dieser Statistik noch gar nicht enthalten.

Wir erleben gerade die Ruhe vor dem Sturm. Dabei ist den meisten Menschen gar nicht bewusst, wie offensichtlich und dreist sie momentan belogen und in falscher, trügerischer Sicherheit sie gewogen werden. Das dicke Ende kommt – sehr bald.

Unsere sozialen Sicherungssysteme ächzen bereits jetzt. Um diesen massiven kommenden Zuwachs zu verkraften, muss viel neues Geld “geschaffen” werden. Entweder per Kredit oder per Steuererhöhungen. Oder durch beides gleichzeitig.

Lässt man sich diesen Gedanken des kommenden Absturzes einmal auf der Zunge zergehen, dann dürfte selbst manchem Phlegmatiker der Angstschweiß auf die Stirn treten. Insbesondere denjenigen, die bislang meinten, das wäre alles nur Schwarzmalerei und der Aufschwung muss ja demnächst wieder kommen. Warum sollte er denn nicht erscheinen?

Wahrscheinlich werden wir in den Medien in den kommenden Monaten zwei Dinge synchron ablaufen sehen:

  1. Ein steiler Absturz des erlogenen Aufschwungs. Vielleicht beginnen sogar die Menschen, sich dagegen zu wehren und gehen auf die Straße.
  2. Ein starker Anstieg der Schweinegrippe-Fälle – parallel zur Krise die perfekte Ablenkung: Wer wird denn bitte noch um seine Arbeitsstelle jammern, wenn er doch froh sein muss, nicht an der Pandemie zu sterben!

Ob das zu weit hergeholt ist werden wir bald sehen. Immerhin dürfen wir nicht nur die BRD für sich allein betrachten, sondern die Auswirkungen aus der ganzen Welt betreffen uns zusätzlich zu unseren eigenen Symptomen. Allein 81 bankrotte Banken in den USA in diesem Jahr sprechen Bände über die Lage im Land der unmöglichen Möglichkeiten. Meinen Sie, das geht an uns alles einfach so vorbei?

Man soll Optimisten nicht versuchen, negativ umzustimmen. Daher dürfen diese weiterhin gute Stimmung verbreiten – schließlich muss irgendjemand die Kapelle spielen auf der Titanic.

Da stellt sich jetzt noch die Frage, was alles nach der Wahl passieren wird? Z. B. Massenentlassungen, Bankenschließungen, Demonstrationen, Ausbruch der angeblichen Pandemie, Unruhen, Panikkäufe und Zusammenbruch der öffentlichen Ordnung. Oder geht es im Großen und Ganzen nur noch darum, wann diese Dinge geschehen werden? Bleiben Sie am Ball. Es wird viel passieren.

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13 Kommentare

  1. am 25. August 2009 um 17:00 11 fufu

    In der Tat. Jeder einzelne sollte beginnen etwas zu tun und sich gegenseitig dabei unterstützen. Fraglich ist nur, wie weit man wirklich damit kommt. Wenn ein haufen Lemminge aus der Reihe tanzen fällt das irgendwann auf ;o) und dann kommen die großen Schäferhunde und sammeln die Viecher wieder ein oder lassen sie gleich dort über die Klippe springen.

    Das ist jetzt sicherlich ziemlich schwarz gemalt, doch diese Frage sollte man sich ernsthaft stellen.

    Jeder einzelne kann einiges tun das einen Betrifft und wenn das hunderttausende machen kommt etwas in Bewegung.

  2. am 26. August 2009 um 15:14 12 Toma

    Wählen gehen??!! Ja na klar!

    UND ein großes Kreuz auf dem Wahlzettel machen!!
    N U R D A S G E H T !

    UND: Alle in einen Sack und drauf hauen!

    @ fufu: Du hast recht! zusammenschließen! Das macht nicht nur stark: sondern auch unabhängig! In Zukunft könnte es sogar satt machen!

  3. am 30. August 2009 um 22:42 13 Silvio der Gesell

    5 Astrid.
    Ihre Kommentare finde ich gut. Sie sind m.E. eine “Realistin” (unter einigen wenigen Anderen), und Menschen mit solchen Attribut brauchen wir sehr, scharenweise …

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