Vorteile eines wirtschaftlichen Totalzusammenbruchs

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© geralt / PIXELIO

Saubere Luft, freie Autobahnen, leere Innenstädte und genügend Parkplätze – ist uns das nicht eine größere Krise wert?

Zugegeben, etwas mehr Freiraum und Ruhe sind sicherlich auch mal angenehm, aber die Folgen sind parallel so brutal, dass die Freude über einen freien Parkplatz bescheiden sein wird.

Oder ist uns das alles egal, weil wir die neuen Vorteile zu schätzen lernen?

Versetzen wir uns von heute gesehen einmal 24 Monate in die Zukunft – vielleicht sind es auch 6 oder 48 Monate. Wie wird die Lage der Nation bzw. der Welt sein? Haben zahlreiche der ganz großen Unternehmen geschlossen? Unzählige Mittelständler sind pleite? Hunderttausende Selbstständige und Dienstleister haben Insolvenz angemeldet?

Was tun diese Menschen jetzt den ganzen Tag? Vor dem Fernseher sitzen? Im Garten arbeiten, den statt englischem Rasen und Rosen nun Tomaten, Kartoffeln und Salat zieren? Oder hängen sie zu Tausenden auf den Straßen in den Städten herum und demonstrieren?

Vermutlich wird es so gut wie niemand wahrnehmen, dass durch den geringen Verkehr die Luft reiner und es daher auch viel ruhiger in den Städten und insbesondere auf dem Land geworden ist. Das liegt zum einen daran, dass diese Entwicklung nicht über Nacht kam, sondern schleichend, und zum anderen, dass die Menschen augenblicklich völlig andere Probleme haben.

Aus heutiger Sicht klingen staufreie Autobahnen und genügend freie Parkplätze sicherlich verlockend. Tritt diese Situation dann jedoch tatsächlich ein, wird sich den meisten Menschen ein völlig unerwartetes Bild bieten. Nebensächliche Themen wie das Einkaufen der elementarsten Lebensmittel dürfte vermutlich zu den wichtigsten Dinges des Tages gehören, denn die Mehrheit der Bevölkerung wird mit der Selbstversorgung aus dem eigenen Garten überfordert sein oder besitzt gar keine Anbaufläche.

Sofern die Versorgung mit Wasser und Energie gewährleistet ist, tritt zumindest nicht direkt eine Massenverelendung ein. Stellen Sie sich vor, es gäbe kein Wasser mehr für die Toiletten oder der Müll würde nicht mehr abgeholt. Den Müll könnte man notfalls auch zwei Monate draußen lagern, aber ersteres?

Eine positive Seite – wenn man es denn so nennen mag – werden die “Untergangspropheten” und “Verschwörungspraktiker” erleben. Diese erhalten endlich die Bestätigung aus ihrem Umfeld. Vielleicht nicht einmal als mündliches Eingeständnis aus ihrem Bekannten- und Freundeskreis, aber zumindest von der Realität selbst. Und ich bin mir sicher, etliche der verwunschenen und ausgegrenzten Warner unserer Zeit wünschen sich nichts sehnlicher herbei, als endlich nur ein einziges Mal Recht zu bekommen und durch die Fakten die Anerkennung, auf die sie schon so lange warten.

Wir dürfen auch gespannt sein was mit den Leuten passiert, welche bis zum Schluss gehofft hatten, dass der DAX doch nochmal über 6.000 Punkte springt – jetzt jedoch bei 869 Punkten steht. Vermutlich werden sie genau jetzt aus dem Börsen- und Anlagenmarkt aussteigen – wirklich eine hervorragende Idee zu diesem Zeitpunkt.

Ob es bereits eine neue Währung gibt oder wir riesige Beträge für ein Brot bezahlen müssen? Das Einkaufen dürfte jedenfalls viele an die “übersichtlichen” Konsum-Läden in den neuen Bundesländern erinnern. Wahrscheinlich sind Dinge wie Luxusautos und elektronischer Schnickschnack supergünstig geworden. Dennoch sind es Ladenhüter, weil die Menschen ihr knappes Geld für Lebensnotwendiges zuerst ausgeben müssen.

Vielen Menschen werden die Banken reihenweise Ihre Häuser, Wohnungen und Autos wegnehmen, aber auch den Handwerkern, Kleinbetrieben und sogar den Bauern werden sie Häuser, Maschinen und sonstige Gerätschaften wegpfänden, weil alles nur kreditfinanziert ist. Ob die Banken große Lust darauf haben, durch die Hyperinflation all dieses Potenzial zu verschenken?

Mancher selbsternannte Krisenprofi spekuliert darauf, in der Hyperinflation günstigst seine Schulden abbezahlen zu können. Doch diese Rechnung geht nur dann auf, wenn er jederzeit zahlungsfähig bleibt. Denn zwar wird das Geld schnell immer wertloser, aber im selben Tempo muss auch das Einkommen mitwachsen, sonst geht der Schuss nach hinten los.

Dazu kommt, dass die Banken nicht bis zum bitteren Ende abwarten, sondern Kredite notfalls kurzfristig fällig stellen oder die Zinsen ins Unermessliche erhöhen. Was dann? Sind diese Profis auch darauf vorbereitet? Vermutlich sind das Theoretiker, die sich das im stillen Kämmerlein ausgetüftelt haben und meinen, ihr Gehalt steigt linear mit den Preisen am Markt. Es wird wohl eher umgekehrt sein aufgrund gigantischer Arbeitslosigkeit.

Träum weiter, Deutschland! - Warum der Staat uns nicht retten kann

Günter Ederer entlarvt die deutsche Neigung, sich bei Themen wie Bevölkerungsrückgang, Staatsverschuldung, Klimawandel oder Bildungsmisere von Wunschdenken, Ideologien und Staatsgläubigkeit leiten zu lassen . und er erklärt, warum wir mit dieser Haltung Deutschland an die Wand fahren. Der drohende Kollaps Deutschlands kann nur durch ein Weniger an Staat verhindert werden, damit sich die Kräfte einer freiheitlichen Gesellschaftsordnung entfalten können, die echte Gerechtigkeit ermöglichen.

Auf eine einfache Entschuldung zu spekulieren ist mehr als gefährlich. Besser, man hatte vor Beginn der harten Phase der Krise keine Schulden, denn die Banken werden gnadenlos zuschlagen – zuviele ihrer Kunden werden nämlich gleichzeitig große Probleme mit ihren Kredit- und Zinszahlungen bekommen, als dass sich die Banken hier noch Gnade leisten könnten.

Es entstehen jedoch auch neue Dinge. Bestimmt werden einige Leute neue und wichtige Kontakte knüpfen zu Gleichgesinnten oder Leidensgenossen, um gemeinsam ihre Probleme zu lösen. Die Vielfalt der Fähigkeiten bleibt auch in der Krise erhalten. Diese müssen nur zueinander finden und sich multiplizieren.

Auch wenn heute kaum jemand zuhören will, was die Krisenpropheten an Katastrophen voraussagen, am Ende werden neben den völlig geschockten und zu Tode erstarrten Menschenmassen doch viele plötzlich erkennen, was sie bislang nicht sehen konnten oder wollten. Und warum sollten unter ihnen nicht auch zahlreiche Krisenprofis sein, die das noch gar nicht von sich wussten?

Eine Sache ist natürlich zu beachten. Seit Generationen wurden wir obrigkeitshörig und zum Angestelltendasein erzogen. Es ist also keineswegs die Masse, die plötzlich Flügel bekommt und die Krise zu ihrem Vorteil nutzen könnte bzw. wenigstens sich selbst aus der Patsche zu helfen weiß. Die absolute Mehrheit der Menschen wird nach der Obrigkeit schreien und sie für die Misere verantwortlich machen, anstatt sich um eigene Lösungen zu kümmern.

Doch was kann uns die Regierung denn bringen? Diese Bestechlichen haben auch in der Zukunft nichts im Sinn, was gut ist fürs Volk. Warum auch? Bisher waren sie nicht am Wohle des Volks interessiert, warum sollten sie es auchgerechnet dann sein, wenn es allen – also auch ihnen – schlechter geht? In Krisenzeiten sind sich die Menschen immer selbst am nächsten.

Es dürfte der bessere Weg sein, wenn sich die Menschen um sich selbst und um ihre Familie kümmern, anstatt um politische Dinge. Fakten schaffen geht schneller und einfacher, als irgendwo in der Gegend herumzudiskutieren. Mehr und mehr Menschen werden das auch erkennen und notgedrungen selbst Hand anlegen, wenn sie einfach nicht mehr die gewohnte Hilfe vom ach so sozialen Sozialstaat bekommen.

Spannend ist auch der Gedanke, ob sich eine derartige Krisenentwicklung auf unsere unsägliche Gesetzes- und Vorschriftenflut auswirkt. Werden Bürokratien abgeschafft? Sagen wir mal so, wenn sich immer weniger Menschen um das scheren, was “oben” diktiert wird und die da oben keinen ausreichenden Durchgriff mehr haben, dann ändert sich die Gesetzeslage von selbst. Wir schaffen Fakten. Warum sollten engagierte Bürger nicht einfach hergehen und “unnötige” Verkehrsschilder abbauen, komplizierte Behördengänge “vergessen” und jetzt einfach Dinge tun, die bislang aus gutmenschlicher Sicht verpöhnt waren?

Ein interessanter Gedanke, wirklich. Neben dem Chaos – was vermutlich durch die deutsche Gründlichkeit gar nicht so vehement ausfallen wird – könnte sich eine Parallelinstitution entwickeln, in der eigene Lokalwährungen und jedweder Handel völlig eigene Wege gehen. Immerhin gab es das alles schon einmal. Wir haben es zwar nie gelernt, wie das geht, aber dann lernen wir es eben jetzt durch das Tun. Was bleibt uns anderes übrig.

Klingt irgendwie gar nicht so schlecht. Vorausgesetzt, es gibt genug zu essen – muss ja nicht jeden Tag ein Schnitzel sein – und die Leute bleiben im Großen und Ganzen friedlich, dann wird das eine einfache, aber auch gute Zeit. Die Kinder können auf der Hauptstraße spielen, weil keine Autos fahren, die Menschen sitzen vor ihren Häusern und sprechen mit den Nachbarn, die Hühner und Ziegen laufen im Garten… naja, das mit den Ziegen ist schon ein etwas seltsamer Gedanke.

Ich glaube nicht wirklich, dass wir um 100 Jahre zurückfallen werden. Immerhin sind die Maschinen und Technologien ja nicht verschwunden, viele stehen nur bei den Banken. Doch den Banken nützen diese ganzen Werte als Lagerware überhaupt nichts, also werden sie das Zeug möglichst verkaufen wollen, notfalls zum Spottpreis oder geschenkt, weil bei ihnen Lagerkosten anfallen. Je mehr “Sicherheitsleistungen” die Banken eingezogen haben, desto schneller fallen auch die Preise.

Machen Sie sich einfach mal ein paar Gedanken über so ein Szenario. Es spielt gar keine Rolle, ob Sie dabei richtig liegen oder es in eine bestimmte Richtung übertreiben. Wichtig ist, dass man lernt, solche Gedanken zu denken, denn damit schaffen wir die Basis, die Gedanken auch umsetzen zu können. Viele unserer heutigen Abläufe sind so starr und eng, dass es fast keinen Sinn macht, sein Hirn noch selbst anzustrengen.

Diese Fähigkeit werden wir meiner Ansicht nach wieder verstärkt brauchen. Wer in der Lage ist, sich neuen Gegebenheiten anzupassen, der wird zum einen weniger oder gar nicht leiden und zum anderen nur schwer seine Motivation verlieren. Aktivieren Sie sich, jetzt und heute schon – wenigstens gedanklich.

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Literatur zum Thema Vorsorge

135 Kommentare

  1. am 7. Juli 2009 um 08:15 131 Martin

    Morgen Uteee,

    kommst du auch aus dem berliner Raum???
    Krass fand ich auch die Rippenformationen… :o(
    Weißt du was das bedeutet???

    Lieben Gruß

  2. am 7. Juli 2009 um 13:39 132 uteeee

    Ich bin ein Berliner! :-), aber kein Pfannkuchen …

    >die Rippenformationen <… vielleicht war es Adams Rippe – nee, nee Spass beiseite. Ich bin täglich überrascht wie der Himmel aussieht. Habe mir auch mal ältere Fotos angesehen und konnte nirgends dieses kreuz und quer der "Kondens"streifen entdecken.

    Du hattest doch von alpenparlament.tv den Link eingestellt und endlich habe ich gestern das Video gesehen. Mit diesen gechannelten Botschaften von der polnischen Dame…, ich weiss nicht was ich davon halten soll.
    Der Erklärungsversuch über die Chemtrails wegen der Sonne, die uns bald braten lässt … naja *kopfkratz*

    Egal weswegen, ist jedenfalls nichts Gutes.
    Die Rente ist sicher, denn wir brauchen keine mehr!

    Lieben Gruss zurück

  3. am 7. Juli 2009 um 15:08 133 Martin

    Hi Uteee,

    fetzt! Ich komm aus einem Dorf bei Potsdam und bin alter Potsdamer… Schön :o)

    >Die Rente ist sicher, denn wir brauchen keine mehr!

    Da habe ich doch endlich mal wieder herzhaft gelacht ;o)
    Hihihi…

    Deren Pläne… Naja weiß auch nicht so recht… Aber das mit den Trails könnte es zumindest erklären…

    Auch ganz lieben Gruß :o)

  4. am 7. Juli 2009 um 17:01 134 gast

    @Martin Meinst du nicht auch dass es in diesem Punkt einer freien Entscheidung badarf um das Blatt zu wenden???
    ___________________________

    Sorry mein Internet war defekt, nein ich bin davon überzeugt das alles vorherbestimmt ist und niemand eine Entscheidung treffen kann.

    lg

  5. am 9. Juli 2009 um 13:13 135 Wahrheit

    Passt auch perfekt zu diesem Thema

    Ich habe mir das Buch “Weg der Hoffnung” aus Ihrer Buchempfehlungsliste gekauft, und muss sagen, dass der Autor den Nagel auf den Kopf getroffen hat!

    Es steckt sehr viel Weisheit hinter der Geschichte. Dass es sich um einen Roman handelt und nicht um ein Sachbuch, macht es nur noch interessanter, denn dabei muss man selbst nachdenken und nicht einfach nur die Fakten schlucken.

    Obendrein, ist das ganze mit einem Happy End versehen, welches man sich in der Realität gut vorstellen kann. Eine neue Gesellschaft, die auf einer wahren Freiheit aufbaut!
    Ich kann nur jeden Empfehlen, das Buch zu lesen! Es gibt Hoffnung!
    Klappentext:
    Was passiert, wenn das System zum Stillstand kommt und Sie tausende Kilometer von Ihrer Liebe getrennt sind? Ein Mann macht sich in den wohl schwierigsten und unsichersten Zeiten der Menschheit auf den Weg, um seine Familie zusammenzuführen. Auf dieser Reise erlebt er die dunkelsten Seiten unserer Systemabhängigkeit.

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