Gehorsamkeit durch Entwürdigung – wie Menschen gefügig gemacht werden

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Jetzt kommen wir zu einem heiklen, aber überaus wichtigen Thema, wie ich finde.

Was hat die Entwürdigung eines Menschen mit der Gesundheitsvorsorge zu tun?

Um einem Menschen Gehorsamkeit beizubringen, ist Entwürdigung eine sehr einfache und überaus wirksame Methode. Ich wage zu behaupten, dass der Staat die Gesundheitsfürsorge für seine Zwecke missbraucht, um Menschen zu manipulieren.

Faktor Entwürdigung:

Meiner Meinung nach ist die Intimsphäre, die Privatsphäre eines Menschen in unserem, von Kontrollen durchzogenen Gesellschaftssystem eins der letzten großen Güter, wenn nicht gar das größte Gut überhaupt.

Wenn ich dies dann mit der Würde eines Menschen in Verbindung bringe, die nach dem ersten Artikel unseres Grundgesetzes unantastbar ist, dann äußert sich das für mich darin, dass meine Privatsphäre nur mir allein gehört, ebenso wie mein Vorrecht, allein und frei darüber zu bestimmen, was mit meinem Körper geschieht.

Wie sieht es nun damit in der Realität aus? Wenn ich geboren werde, bin ich zunächst ein freier Mensch. Aber nicht lange, denn alles muss in einem Gesellschaftssystem wie dem unsrigen seine Ordnung haben. Ich bekomme einen Namen zugewiesen, der zusammen mit meiner Adresse in ein Melderegister eingetragen wird. Wenn der Staat etwas von mir will, muss er mich schließlich auffinden können. Seit kurzem erhalten wir alle eine Steuer-ID, werden also auch gleich zu einer Nummer gemacht.

Was unsere Eltern mit uns machen ist, sofern es nichts Schlimmes ist, zum Glück noch ziemlich deren Sache. Aber auch der Staat will uns zu Gehorsamkeit erziehen, so wie er schon unsere Eltern erzogen hat. Ein Mittel, dies zu erreichen, ist die Gesundheitsvorsorge. Damit hat man schon unsere Eltern, vor allem den männlichen Teil bei der Musterung, erfolgreich manipuliert. Warum dann damit nicht schon im Kindesalter beginnen? Kaum geboren, werden wir auch schon untersucht. Dagegen ist auch zunächst nichts einzuwenden, denn es ist gut, wenn einmal nachgesehen wird, ob alles in Ordnung ist.

Aber die Vorsorgeuntersuchungen finden heute regelmäßig und immer öfter statt. Kinder reifen heran und jeder Entwicklungsabschnitt muss natürlich genau festgehalten und dokumentiert werden. Und immer wird dabei auch der Intimbereich kontrolliert, also unsere Genitalien. Zu Anfang empfindet ein Kind dabei noch nichts. Aber irgendwann entwickelt es ein natürliches Schamgefühl und es sträubt sich vielleicht davor, sich vor anderen, auch vor einem Arzt, nackt zu zeigen und sich intim berühren zu lassen.

Wie ich selbst in meinem Leben feststellen musste, wird dem Schamgefühl eines Kindes oder eines Jugendlichen keine besondere Bedeutung beigemessen. Aber ein Mensch ist kein Stück Holz, er besteht nicht nur aus einem Körper, sondern auch aus Geist und Seele. Bei den Schulmedizinern findet dieser Umstand aber wenig oder auch überhaupt keine Beachtung. Für einen Arzt ist eigentlich nur der Körper und seine Krankheiten interessant, nicht aber die Gefühle und die Psyche eines Menschen.

Was jener Mensch noch gut verkraftet, kann bei einem anderen schon ein Trauma auslösen. Viele Menschen, unter anderem auch Ärzte, wissen überhaupt nicht, was sie einem anderen Menschen antun, indem wie sie es tun. Kinder aber sind nicht dumm. Ist ein Kind noch so jung, so begreift es trotzdem viel mehr als man glauben möchte. Jugendliche und Erwachsene lassen sich fast nichts mehr vormachen. Trotzdem kann man sie manipulieren, sofern man weiß wie.

Ich glaube weiterhin, der Staat, die Elite zieht ihre wissenschaftlichen und sozialen Erkenntnisse aus vielen Jahrhunderten im Umgang mit Untergebenen und setzt diese Erkenntnisse bewusst ein, um auf Menschen manipulierend einzuwirken. Greift man zwangsmäßig in die Intimsphäre eines Menschen ein, oder ohne dass er sich imstande sieht, sich dagegen zu wehren, dann bewirkt dies, dass er Gehorsamkeit vor seinem Gegenüber, vor der Obrigkeit erlernt.

In unserer Gesellschaft gibt es Regeln, so darf man sich z.B. in der Öffentlichkeit nur bekleidet zeigen. Kleidung wärmt nicht nur, sondern sie gewährt einer Person auch Schutz vor Einblicken. Kleine Kinder lässt man noch nackt durch die Gegend laufen und niemand findet etwas dabei.

Später aber ist in der Regel immer Bekleidung angesagt, sofern man sich nicht in geschlossenen Räumen mit anderen trifft, wie z.B. in einer Sauna oder FKK Anhänger ist, was auch in der Regel nur in dafür bestimmten Zonen erlaubt ist. Manche Menschen möchten sich aus Gründen ihrer individuellen Schamhaftigkeit nicht vor anderen nackt zeigen und das hat man gefälligst auch zu respektieren.

Nacktheit wird individuell also oft mit Peinlichkeiten in Verbindung gebracht, oder sie wird in den besonderen Bereich der Erotik verbannt. Da Sexualität schließlich etwas Schmutziges ist, sind auch die Genitalien schmutzig und müssen ständig bedeckt bleiben. So wird es uns beigebracht. Also bleibt der Körper in der Öffentlichkeit und im alltäglichen Leben gewöhnlich immer bedeckt. Zumindest jedenfalls teilweise wie im Schwimmbad oder auch bei einem normalen Arztbesuch.

Nimmt man einem Menschen nun die schützende Bekleidung, dann kann er das als Eingriff in seine Intimsphäre ansehen. Wenn dies dann sogar unter Zwang geschieht, dann bedeutet das für einen Menschen eine Entwürdigung. Ein entwürdigter Mensch lässt alles mit sich und aus sich machen. Erprobt wurde dies beim Militär und es wurde sogar wissenschaftlich bewiesen.

Schon zu Napoleons Zeiten muss man sich darüber Gedanken gemacht haben. Denn er erließ als erster die Bestimmung, dass seine neuen Rekruten sich nackt („nus“) vorzustellen hätten. Wie sich danach herausstellte, sind entwürdigte Menschen gehorsame Untergebene und damit gute Soldaten.

Auch ein Kind oder ein Jugendlicher kann sich seiner Nacktheit sehr bewusst sein und sie zumindest als unangenehm empfinden. Doch für einen (jungen) Erwachsenen, dem die gesellschaftlichen Toleranzgrenzen noch viel mehr bekannt sind, kann Nacktheit vor fremden Personen wirklich Demütigung bedeuten. Ich spreche da aus eigener Erfahrung.

Bei Vorsorgeuntersuchungen im Kindesalter, bei der Einschulungsuntersuchung und weiteren schulinternen Untersuchungen durch Ärzte/Ärztinnen des Gesundheitsamtes, müssen sich Kinder und Jugendliche in der Regel nackt ausziehen, wobei dann auch immer die Genitalien einer genauen Prüfung unterzogen werden.

Wie sich die Kinder/Jugendlichen dabei fühlen, interessiert anscheinend niemanden. Ich habe Berichte von Betroffenen (Kindern und Jugendlichen) gelesen, die ich schon als Kindesmissbrauch betiteln würde. Auch wenn Ärzte die Untersuchungen durchgeführt haben.

Was Napoleon schon konnte, sagten sich die modernen Staaten, das können wir auch oder sogar besser. So macht man sich die Nacktuntersuchung für militärisch-psychologische Zwecke auch heute noch zunutze. Und wer einmal gedemütigt wurde, der wird auch nach seiner Soldatenzeit immer ein gehorsamer Bürger sein. Er wird brav seinen Mund halten, auch wenn ihm Unrecht widerfährt. Ich bitte Sie mal gründlich darüber nachzudenken. Vielleicht fallen Ihnen Übereinstimmungen zu ihrem Leben auf?

Warum haben wir so brave Bürger, die sich von einer kleinen „Elite“ unterdrücken lassen? Was z.B. die Männer in Deutschland betrifft, so führen dann die vielen Vorsorgeuntersuchungen in der Kindheit und im Jugendalter, bei der uns ein Arzt auch mal nackt sehen will, bei Volljährigkeit zu einer Pflichtuntersuchung für alle – die Musterung. Was haben wir von Napoleon gelernt, wie man einen Zivilist zum gehorsamen Soldaten macht? Genau, man demütigt ihn. Dadurch, dass man ihm unter Zwang seine Kleider und damit seine Würde nimmt.

Ich wurde in nacktem Zustand bei mehreren Musterungen von Ärzten und Ärztinnen intim untersucht, ohne Sichtschutz vor dabei anwesenden, zum Teil sehr jungen weiblichen Schreibkräften. Bei einer Untersuchung wurde mir, als damals 21jährigem Mann, meine Vorhaut geprüft und mein Analbereich begutachtet. Das ist eine Tatsache, die ich jederzeit bezeugen werde. Warum so eine detailreiche Untersuchung gemacht wurde, habe ich nie verstanden und es wurde mir auch nicht erklärt. Der gesundheitliche Nutzen daraus ist für mich sehr fraglich und ich fühlte mich jedenfalls dadurch zutiefst gedemütigt.

Um hier nieder zu schreiben, was das für Auswirkungen für mich hatte, reicht der Platz nicht aus. Jedenfalls wurde ich dann ausgemustert, weil ich eine Allergie habe. Was man aber erst ganz am Ende meiner dritten Musterung feststellte, um mich alle vorhergehenden Peinlichkeiten bei jeder einzelnen meiner Intimuntersuchungen, in verschiedenen Kreiswehrersatzämtern schön durchlaufen zu lassen.

Heutzutage wird, um den wahren Grund zu verschleiern, den die Musterung in sich birgt, nämlich Gehorsamkeit zu erlernen, sie (die Intimuntersuchung dabei) gerne als Vorsorgeuntersuchung bezeichnet. Ich denke nicht, dass sich die Rekruten zu Napoleons Zeiten nackt ausziehen mussten, um sich einer Krebsvorsorgeuntersuchung unterziehen zu müssen.

Um heute jemanden vor Hodenkrebs zu schützen, muss man niemanden demütigen finde ich. Man sollte jungen Männern vielmehr beibringen, sich selbst regelmäßig zu untersuchen. Krebsvorsorge ist meiner Meinung nach nur ein Vorwand, um die Methoden, die schon vor Jahrhunderten bei der Musterung angewandt wurden, weiterzuführen, ohne dass es der Öffentlichkeit besonders auffallen würde. Ein guter Freund von mir drückte es einmal so aus:

Die Musterung ist eine seelische Vergewaltigung junger Männer, für die es keine Entschuldigung gibt.

Denken Sie mal darüber nach, was ich mit meinem Bericht versucht habe, aufzudecken. Vielleicht keimt dann in Ihnen auch der Verdacht, dass ich Recht habe mit meiner Vermutung. Der Staat kann sich nur gegenüber der unterdrückten Bevölkerung behaupten, wenn alle Angst haben ihren Mund aufzumachen. Der Staat manipuliert uns auf verschiedene Weise, denn es ist ihm nur eines wichtig, seine Macht zu erhalten. Dafür ist ihm jedes Mittel recht. Wenn er dazu die Gesundheitsfürsorge missbrauchen kann, dann macht er das auch.

Deshalb sage ich, weg mit dem Missbrauch an Kindern, Jugendlichen und (jungen) Erwachsenen in der Gesundheitsfürsorge! Für so etwas ist in einer Arztpraxis, einem Gesundheitsamt oder in einem Kreiswehrersatzamt kein Platz. Normale Untersuchungen unter Beachtung der Würde sind soweit in Ordnung, sofern sie auf freiwilliger Basis geschehen.

An Ärzte möchte ich den Appell richten: Lassen Sie sich Ihre Seriosität nicht vom Staat wegnehmen und sich zu Handlangern einer falschen Elite machen. Nur die Gesundheit darf bei einer medizinischen Untersuchung im Vordergrund stehen und nicht die Entwürdigung eines Menschen. Beachten Sie also bitte auch die Gefühle und damit die Psyche eines Menschen, die sehr leicht verletzbar sein kann.

Wir brauchen weder gehorsame Soldaten, die von den Mächtigen nur für ihre Zwecke missbraucht werden, noch gehorsame Zivilisten, die andere für sich denken lassen. Das Ziel muss vielmehr eine Gesellschaft sein, die von Toleranz und gegenseitiger Achtung geprägt ist. Eine Gesellschaft, in der die Würde des Menschen endlich Beachtung findet.

Dieser Artikel ist die Fortsetzung von „Wird die staatliche Gesundheitsfürsorge dazu benutzt, um Menschen zu manipulieren?„.

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Literatur zum Thema Manipulation

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10 Kommentare

  1. am 13. März 2009 um 23:40 1 TripleX

    Also ich bin mittlerweile 21 Jahre alt und musste, soweit ich mich erinnern kann, noch niemals UNFREIWILLIG mein bestes Stück preisgeben. (Musterung war ich nie, da ich Ausländer bin *freu*)

  2. am 13. März 2009 um 23:42 2 TripleX

    Nachtrag – OK einmal bei der Polizei, aber das ist ein anderes Thema xD

  3. am 14. März 2009 um 10:34 3 Horst

    Ob nun entwürdigend oder nicht, das bleibt der Betrachtung jedes Einzelnen überlassen.
    Nacktheit ist m. E. etwas ganz natürliches, wurde aber durch Prüderie u. a. Vorgaben diffamiert.
    Natürlich gilt es das Schamgefühl zu achten, denn durch Mißachtung kann großer physischer und selischer Schaden angerichtet werden.
    Inzwischen sind wir alle zu gläsernen Menschen geworden, zumal sich bereits früher viel zu „Wenige“ gegen diese Entwicklung gewandt haben.
    Meckern oder beschweren reicht hier nicht aus!!!
    Die Eingriffe in das Persönlichkeitsrecht nehmen ständig zu und dagegen gilt es eindeutig Stellung zu beziehen und entsprechend zu handeln. Aber leider….

  4. am 15. März 2009 um 18:25 4 Jochen

    Zitat: Calwer-Wildnis
    „Ich weiss ja nun nicht, seit wann diese Methoden angewandt werden, finde sie aber genauso schrecklich, wie in Deinem Artikel beschrieben.“

    Danke für Deine Anteilnahme. Ja, diese Methoden sind schrecklich und sie müssen umgehend wieder abgeschafft werden.

    Zitat: Horst
    „Natürlich gilt es das Schamgefühl zu achten, denn durch Mißachtung kann großer physischer und selischer Schaden angerichtet werden.“

    Besonders der seelische Schaden kann sehr groß sein. Aber es fällt niemandem auf, weil die Opfer schweigen. Ich kenne erwachsene Männer die sagen, ihre Musterung sei das Demütigendste, was sie in ihrem ganzen Leben erlebt hätten. Dazu braucht man sicher nichts mehr zu sagen.
    Eine Schande für unsere Demokratie ist das. Eine Schande auch für die moderne Psychologie und ihre heutigen Erkenntnisse.

    Zitat: HaroldGraf
    „Niemand sollte diese Nummer auf Verlangen weitergeben, am besten wieder zurückschicken.“

    Genau das mache ich!

  5. am 13. Januar 2011 um 12:42 5 verworfene Kreatur

    Meine Musterung hat mir überhaupt nichts ausgemacht. Womöglich deswegen, weil ich mich nicht gescheut habe, dem „Dottore“ über seine Griffel zu pupsen. Aaaaber, jetzt kommen wir zu Jugendlichen, die in der Schule „zwangsuntersucht“ werden. Was ist mit denen? Wenn die sich nicht ausziehen wollen, werden denen dann die Kleider mit Gewalt heruntergerissen? Womöglich würden so manche Eltern aus Obrigkeitshörigkeit den Ärzten auch noch Recht geben. Der Hauptmann von Köpenick lässt grüßen. Gib dich als Beamtetes aus und schon kriechen und schleimen die anständigen Gut-Bürger vor dir. Gib dich als Amtsarzt aus und verlange von Frauen und Mädchen, dass sie sich von dir zu Hause untersuchen lassen. Gibts nicht? Alles schon passiert! Das Problem ist nicht der Staat, sondern der hörige Bürger, der vor allem kriecht und schleimt, was nach Staat aussieht.

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