Mit Weltraumschrott zur fernsehfreien Welt?
Zu schön um wahr zu sein wäre das. Denn wenn es einen Teil oder gar alle der 14 ASTRA-Satelliten treffen würde, wäre zunächst einmal für einen erheblichen Teil der Bevölkerung Schluss mit der täglichen Verdummung über die nicht mehr flimmernde Flimmerkiste.
Zwar ist es sehr unwahrscheinlich, dass so etwas überhaupt passiert, aber die Dichte der sogenannten Weltraumtrümmer ist stetig steigend. Dazu kommt, dass so eine Kollision unzählige neue Trümmerstücke erzeugt, die sich wiederum weit verteilen. Mit etwas “Glück” ergibt das eine Kettenreaktion, zumindest im näheren Umfeld des Zusammenstoßes.
Zum großen Knall war es in knapp 800 Kilometern Höhe über dem Norden Sibiriens gekommen. Der seit zehn Jahren außer Betrieb befindliche russische Nachrichtensatellit “Cosmos 2251″ war einem Satelliten der US-Kommunikationsfirma “Iridium” zusammengestoßen – eine Tonne ausgesonderter Weltraumschrott krachte auf den Satellit “Iridium-33″, eine halbe Tonne Hightech.
Nach der Kollision bildete sich ein weites Trümmerfeld, das nun durchs All pulsiert: “Es gibt eine Trümmerwolke, die expandiert und sich wieder zusammenzieht”, sagt Klinkrad.
Die bisher schon im All vorhandene Menge an Trümmern ist absolut gesehen zwar sehr hoch. Aber über den unvorstellbar großen Raum verteilt, ergibt sich eine höchst geringe Wahrscheinlichkeit eines Zusammenstoßes:
Weltraumschrott ist bereits jetzt ein ernsthaftes Problem: Bei Flügen der US-Raumfähren gilt er als größte Gefahr, weitaus gefährlicher als Start und Landung selbst. Zu Beginn dieses Jahres jagten bereits rund 17.000 vom Menschen hergestellte Trümmerteile um die Erde, die mindestens zehn Zentimeter groß sind. Sie werden durch ein vom US-Militär betriebenes Überwachungssystem erfasst, das nun auch die neuen Trümmer entdeckt und verfolgt hat.
Mehrere zehntausend kleinere Teile sind zu klein, um sie dauerhaft zu verfolgen – aber groß genug, um bei Kollisionen Schäden an Satelliten und anderen Raumfahrzeugen anzurichten.
Insofern ist es fast absolut unwahrscheinlich, dass die ASTRAs einen Schaden oder gar Totalausfall erleben werden. Dennoch, falls das passieren sollte, für Ersatz wäre nicht so schnell zu sorgen. Wochen oder gar Monate ohne die Dauerberieselung wäre für Millionen von Menschen wie eine geistige Befreiung – ohne dass die Menschen das bewusst wollen würden.
Es gäbe noch eine zweite Möglichkeit, die Glotzen auszuschalten: Die Bodensendestationen. Diese sind natürlich gut geschützt, denn nicht nur SES ASTRA sorgt sich um 100% Ausfallsicherheit durch eine redundante zweite Bodensendestation. Auch unsere Politik hätte überhaupt kein Interesse daran, dass die Menschen womöglich versehentlich beginnen könnten, ihr Gehirn zu benutzen und Fragen zu stellen. Die Massenmanipulation ohne Fernsehen ist nämlich sehr viel schwieriger.
Die “große Sendepause” wird wohl mit höchster Wahrscheinlichkeit ausbleiben. Insofern bleibt uns nur, unsere TV-abhängigen Mitbürger ganz allmählich von diesem Suchtmittel zu entwöhnen. Schön behutsam, damit sie keinen Realitätsschock erleiden. Frei nach dem Motto:
Fernseher aus – Hirn an.
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