
Und ab in die Schublade – unbequeme Wahrheiten ganz einfach erschlagen
18. Januar 2009 | Autor Wahrheiten.org | Kategorie Manipulation
“Du bist ein Spinner – ein Verschwörungstheoretiker! Lass die Finger von dem Unsinn und diesen Sekten!”
Kennen Sie das? Eine von Ihnen zitierte Website oder eine kritische Bemerkung und schon stecken Sie drin in der Verschwörungsschublade?
Da kommen Sie auch kaum mehr raus – außer, Sie wechseln den Freundeskreis oder Ihre Behauptungen werden plötzlich Realität.
Aller Anfang ist schwer. Die “Neuen” von Ihnen erleben es wahrscheinlich gerade selbst jeden Tag und die alten Hasen können noch ein Lied davon singen. Die Rede ist vom “Missionieren”. Da hat man etwas Sensationelles für sich entdeckt und will diese Erkenntnis seinem gesamten Umfeld mehr oder weniger plump mitteilen.
Dieses Mitteilungsbedürfnis legt sich meist rasch wieder. Zu häufig und zahllos sind die völlig haltlosen “Gegenargumente” in Form von Denunzierung, Beschimpfung und des lächerlich gemacht Werdens.
Die Argumente sind in der Regel solcher Art:
Wir wissen natürlich zu gut, dass die Denunzianten keine Fakten kennen. Sie glauben einfach alles, was man ihnen durch die Medien erzählt und welcher Meinung die Mehrheit folgt. Nur das zählt und kann richtig sein. Abweichungen von der Norm sind unsinnig und idiotisch, können nicht stimmen.
Woher kommt dieses Denken eigentlich? Diese schlafwandelnden Schnarchzapfen haben die Angewohnheit, alles blind zu glauben, was dem Mainstream, also dem geltenden Medienglauben entspricht. Alles was nur minimal davon abweicht, kann nicht richtig sein.
Dabei wäre es normalerweise jedermanns Pflicht, die Informationen, die er mitgeteilt bekommt, erst einmal nach verschiedenen Kriterien ganz grob zu prüfen. Beispielsweise folgende:
Denken Sie immer daran, pure Ideologen gibt es nur ganz wenige.
Wie prüft man denn heute, ob etwas an einer Sache dran ist oder nicht? Einer der häufigsten Wege dürfte die Suche im Internet sein. Mal eben in Gugl “HIV existiert nicht [3]” eingegeben und siehe da, 46.500 Ergebnisse. “HIV existiert sehr wohl [4]” bringt dagegen 141.000 Suchergebnisse. Ergo: HIV existiert – Nachweis eindeutig erbracht.
Sie lachen? Was meinen Sie, wieviele unserer persönlichen Freunde genau so “recherchieren [5]“? Wer prüft denn wirklich die Einzelheiten im Detail? Wer nimmt sich die Zeit und liest jeweils beide Seiten, wenn doch die eine Seite so offensichtlich überwiegt?
Du spinnst ja, natürlich ist CO2 für die Klimaerwärmung verantwortlich. Schalt mal den Fernseher ein oder schlag irgendeine Zeitung auf – niemand zweifelt ernsthaft daran, außer ein paar unseriösen Wissenschaftlern.
Alles klar? So läuft’s ständig. Doch das ist arm, wirklich arm für diejenigen, die diese Meinung vertreten. Der Mehrheit zu folgen muss genauso wenig richtig sein, wie aus Prinzip als Fisch gegen den Strom zu schwimmen.
Die Unterschiede zwischen Wahrheit und Lüge sind oft so minimal, dass man sie nicht ohne Suche finden kann.
Eine ebenfalls sehr folgenschwere Herangehensweise unserer lieben Mitmenschen ist es, alles in einen Topf zu werfen und zu pauschalisieren. Ist eine bestimmte Aussage einer Person oder Website nach der “allgemeinen” Einschätzung falsch oder als Verschwörungstheorie einzuordnen, gilt selbstverständlich alles, was von dieser Quelle stammt, ebenfalls als vollkommen unseriös. Einmal falsch – immer daneben. Selbst wenn diese Einschätzung auf rein subjektivem Wissen basiert: Schublade auf – Quelle rein – Schublade zu.
Schließlich, warum sollte man einer solchen Quelle auch nur im Entferntesten zutrauen, in beliebigen anderen Themen “korrekteres” Wissen zu haben, wo doch schon ein einziger Punkt offenkundig falsch ist?
Auch der Hintergrund spielt eine große Rolle. Die Äußerung einer prominenten Person zählt grundsätzlich mehr als die Behauptung eines dahergelaufenen Möchtegern-Weltverbesserers. Und mit welchem Recht verlangt ein solcher auch noch, dass man seine fabulösen Behauptungen selbst überprüfen möge? Man weiß doch, was richtig ist, also warum selbst prüfen? Reine Zeitverschwendung.
Die meisten Menschen müssen erst lernen, jeden einzelnen Aspekt selbst zu prüfen und von anderen Dingen klar abzugrenzen. Da der normale Weg – nichts selbst zu prüfen, sondern blind mit der Masse mitzuschwimmen – viel komfortabler und bequemer ist, ist selbiger auch viel ausgelatschter und breiter und erweckt nur selten den Anschein, dass er trügen könnte.
Totschlagargumenten kann man auf verschiedene Weisen entgegengehen. Ganz allgemein hilft der bekannte Satz “Wer fragt, der führt” in sehr vielen Fällen schon ein gutes Stück weiter.
Das muss man natürlich üben. Von jetzt auf nachher funktioniert das Auflösen des Schubladendenkes unserer mediengesteuerten Mitmenschen nicht. Sie brauchen dazu etliche Versuchskaninchen. Nun, bedienen Sie sich einfach, es laufen genügend frei herum.
Links in diesem Artikel:
[1] Image: http://www.wahrheiten.org/blog/wp-content/uploads/2009/01/p1080030_2.jpg
[2] Cui bono: http://de.wikipedia.org/wiki/Cui_bono
[3] HIV existiert nicht: http://www.google.de/search?hl=de&q=HIV+existiert+nicht&btnG=Suche&meta=
[4] HIV existiert sehr wohl: http://www.google.de/search?hl=de&q=HIV+existiert+sehr+wohl&btnG=Suche&meta=
[5] recherchieren: http://de.wikipedia.org/wiki/Recherche
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